Frauen kann man nicht googeln

by Gunnar on 12. November 2008 · 10 comments

In der 5. Klasse war ich in Manon verliebt, hoffnungslos natürlich, denn in Manon waren alle verliebt, Manon war die unerreichbare Klassenschönheit, die hauptsächlich mit den großen Jungs aus der 8. abhing. Ich bewunderte sie aus der Ferne, hätte sie aber nie angesprochen. Ich hatte damals nicht meine populärste Phase, das mit dem Selbstbewusstsein kam erst später.

Dann wechselte ich die Schule und die Stadt und das Objekt meiner Schwärmerei — Stefanie, die ich schon von der Grundschule kannte. Das ging ein paar Jahre, mit immerhin ein paar Etappensiegen, Knutschereien beim Flaschendrehen und Engtanzen bei den damals so genannten “Feten”.

Dann musste wechselte Stefanie die Schule und ich verguckte mich in eine andere Stefanie und danach in Sabine und in Nicole, jeweils ohne große Chancen dank mangelnder Aufreißerstrategie, bis dann irgendwann endlich Claudia kam und mich aus dem Jungfrauendasein erlöste. Der Komiker Eddie Izzard beschrieb das mal so: “After a while Virginity becomes like two huge suitcases that you drag around with you whereever you go.

Aber das geht euch alles nichts an.

Ich wollte neulich einfach nur mal rausfinden, welche Berufe all diese Damen eigentlich später im Leben ergriffen haben und wie sie jetzt aussehen. Vor allem Letzteres. Aber wir sind offenbar die letzte Generation vor StudiVZ und Facebook und Lokalisten und den persönlichen Blogs. Und, das kommt erschwerend hinzu, Frauen sind schlecht zu googeln. Wegen dieser Unart, irgendwann im Leben den Namen zu wechseln, findet man manche Leute nicht, selbst wenn sie irgendeine Art von Netzidentität haben.

Irritierend, wie sehr man sich an die Allgegenwärtigkeit von Informationen gewöhnt hat. Ich bin immer direkt beleidigt, wenn ich nicht gleich rausfinde, was ich suche.

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