Geht das nicht noch besser?

by Gunnar on 7. November 2008 · 18 comments

Noch ein letzter Gedanke zur US-Wahl:

Obama hat bekanntlich gewonnen, mit 64.975.682 zu 57.118.380 Stimmen, beziehungsweise 53 zu 46 Prozent. Ist das nicht, bei aller Freude über den ersten schwarzen Präsidenten und die schönen Mehrheiten der Demokraten in Senat, Kongress und bei den Gouverneuren, ein bisschen knapp?

Wir hatten eine perfekte Ausgangssituation für die Demokraten: einen total abgewirtschafteten Präsidenten, dessen Skandale kaum noch zu zählen sind, eine bedrohliche Wirtschaftskrise (die das Establishment scheiße aussehen lässt), einen in der Bevölkerung ungeliebten Krieg mit toten GIs. Dazu die ideale Frontstellung eines rhetorisch begabten, jungen, schönen, smarten Demokraten gegen einen sehr alten Republikaner mit total bescheuerter Vizekandidatin und mäßigem Rückhalt in der eigenen Partei. Plus, nicht zu vergessen, einen sensationellen Wahlkampf Obamas mit Millionen von neu registrierten Jungwählern und den größten Werbeausgaben, die jemals ein Kandidat getätigt hat, am Ende mehr als das doppelte von dem, was McCain zur Verfügung hatte (es wäre in Deutschland unvorstellbar, dass ein Kanzlerkandidat um 20.00 gleichzeitig auf RTL, ARD und ZDF einen halbstündigen Werbefilm platziert).

Besser geht’s eigentlich nicht.

Und doch sah der Sieg Obamas Mitte September gefährdet aus — die Daten erlauben zumindest die Deutung, dass der spektakuläre Zusammenbruch der Lehman Brothers Bank der kleinen McCain’schen Aufholjagd die Wucht genommen hat. Und am Ende gewinnt Obama klar, aber mit weniger Vorsprung als, sagen wir, Clinton bei seiner Wiederwahl.

Was hätte denn noch passieren müssen, damit es nicht knapp wird? Ein öffentliches Bekenntnis McCains zum Satanismus? Die Entlarvung von Sarah Palin als französische Staatsbürgerin? Ein Niedersteigen von Jesus aus dem Himmel mit Lightshow, Engels-Chören und einer Wahlempfehlung für Obama?

{ 18 comments… read them below or add one }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: