Hobby-Berufe

by Gunnar on 3. November 2008 · 14 comments

Was mir immer mal wieder auffällt — es gibt nicht wenige Leute, die das, was sie beruflich tun, auch noch als Hobby betreiben. Der Journalist, der privat bloggt oder Romane schreibt oder poetry slammt, ist das offensichtlichste Beispiel. Es gibt aber auch den Studiomusiker, der am Mittwoch abend noch mit seiner Tom-Waits-Coverband auftritt und den Web-Designer, der als Hobby nebenbei eine aufwändig gepixelte Webseite über, sagen wir, die Plakatkunst des 20. Jahrhunderts unterhält. Nicht zu vergessen natürlich der Spieleredakteur, der auch privat viel spielt und Spiele sammelt.

Mein Lieblingsbeispiel ist E., der im richtigen Leben Chef einer Firma ist und in seiner Freizeit in Eve Online eine Corporation führt. “Ich mache eben, was ich am besten kann” sagt der, wenn man ihn fragt, ob er nicht irgendwann keinen Bock mehr auf Buchhaltung und so’n Zeug hat.

Sind das eigentlich Ausnahmen, die sich in meinem Bekanntenkreis einfach häufen, weil ich natürlich hauptsächlich Medienfuzzis kenne? Oder neigen viele Leute, die im Beruf Fertigkeiten einsetzen, die sich auch gut für Hobbys eignen, dazu, die eben zitierte Meinung des Eve-Spielers zu teilen?

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eksirf November 3, 2008 um 15:50

Ich glaube “Ich mache eben, was ich am besten kann” trifft es für den Hobby Bereich ganz gut, vielleicht etwas unpräzise. Ich mache eben, was mir Spaß macht dürft besser passen. Ich nehme aber an, dass den meisten, die ein Hobby betrieben das Spaß macht, was sie gut können.

Wenn man dann die Arbeit hinzuzieht, würden wahrscheinlich alle gerne in einem Bereich arbeiten, der ihnen Spaß macht und in dem sie “etwas können” bzw. erfolgreich sind oder sein könnten. Ich bezweifle aber, dass das viele Menschen über ihre Arbeit sagen können.

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Chris November 3, 2008 um 17:33

Also in meinem Umfeld, sprich bei Orchestermusikern, lässt sich ähnliches beobachten. Den meisten scheint die tägliche Dosis Musik im Job noch nicht zu reichen. :)

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Matthias November 3, 2008 um 18:25

Ich behaupte, dass deine Beobachtung fuer alle Leute zutrifft, die ihren Job moegen und evt. sogar ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Und da hast du (wie ich uebrigens auch) jede Menge Bekannte, bei denen sich Arbeit und Freizeit ueberschneiden. Finde ich gut – solange es nicht in so sehr zusammen fliesst, das man Hobby und Beruf nicht mehr trennen kann. Ich habe vor ein paar Jahren gezielt damit angefangen, zuhause nicht an etwas zu basteln, was in die Projekte auf der Arbeit passen wuerde. Da kommt man naemlich schnell zu dem Schluss, dass man seine Arbeit doch eigentlich auch haette nach Hause nehmen koennen, und doppelt so produktiv sein koennte!

Also mache ich in der Freizeit jetzt “olle Kamellen” wie Quake 1 Level oder Videos, die auf der Arbeit nix verloren haben. Ich denke mal, das ist mit deinem Blog aehnlich, obwohl es immer mal wieder Ueberschneidungen gibt.

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Bonny November 3, 2008 um 18:37

Ich kann dem nur zustimmen. In einem Moddingprojekt wo ich als kleines Licht ( “Taskmonkey” ) mitarbeite sind einige Mitglieder die Ihre Berufliche Arbeit dort als Hobby beteiben. Zum einen sind das die üblichen Verdächtigen wie Graphiker und Programmier aber auch die meisten Projektleiter sind im real life in management positionen tätig.

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dreckscheuder November 3, 2008 um 19:03

ist doch eher so, das du bei der wahl deiner hobbies eigentlich keines nimmst, wovon du einen blassen, sprich keine ahnung, hast – und umgekehrt… oder so…von daher eigentlich ´ne logische konsequenz.
oder kannst du dir einen mediendesigner im modellbahnclub h0 schwerte 1987 e.v. vorstellen!?

grübelnder gruß

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Gunnar November 3, 2008 um 19:06

@dreckscheuder: naja, da passt das umfeld nicht. aber warum nicht in einem alternativen schrebergartenprojekt?

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Moritz November 3, 2008 um 19:47

Hängt auch ein bisschen vom Job ab. Kassierer zum Beispiel kann man wohl kaum noch irgendwie als Hobby verwirklichen, außer du willst Tante-Emma-Laden mit deiner Tochter spielen – lol

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Tim November 3, 2008 um 20:34

Na ja also ich finds bei den Musikern und Journalisten am Auffäligsten.
Ich hab viel mit Jazzern zu tun und da gehts nicht ohne eine riesige tägliche Dosis (Musik).
Ich schätze mal das liegt daran, dass man Berufe in musischeer/gestaltender oder auch schreiberischer Natur bewusster an den schon vorhandenen Interessen ausrichtet, ich mein wer hat zum Beispiel schon mit acht Gesetzesbücher gewälzt oder an der Kasse gesessen und kassiert?

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Stephan November 3, 2008 um 22:17

Na aber gerade im Computer-Bereich gibts das doch zuhauf – da haben viele ihr Hobby zum Beruf gemacht. Oder schau dir deine ganzen Kollegen bei der Gamestar an ;-)

Ich habe schon als Kind auf dem C64 programmiert… Und was mache ich wohl heute beruflich? ;-)

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Christian November 3, 2008 um 23:18

Hmm, man macht das, was man am besten kann trifft es meiner Meinung nach ziemlich gut. Beruflich bin ich Konzeptioner (viel schreiben) und Projektmanager in einer Eventagentur, privat schreibe ich für 2 Blogs und eine Website und veranstalte die GameParents Eltern-LAN mit.

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Stef November 4, 2008 um 07:00

Ich bin psychiatrischer Krankenpfleger, was für Hobbies kann man da haben? :-)

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Christoph November 4, 2008 um 09:48

Ich bin Anwalt, und zwar freiwillig, absichtlich und gerne – aber sobald ich abends aus der Bürotür heraus bin, so schnell habe ich auch diese Dinge vergessen. Beim PC-Spielen in fernen Welten, auch in Gilden oder virtuellen Welten mit echten anderen Spielern, kommt davon (hoffentlich) nie was durch ;)

Höchstens beim zweiten Hobby neben dem Spielen, nämlich auf Reisen, interessiere ich mich für die Kollegen im jeweiligen Ausland. Da kann es schon mal sein, daß ich zwischen Universal Studios und Golden Gate Bridge noch in Santa Barbara eine Jury Selection oder eine Zeugenvernehmung in einem Mordprozess anschaue…

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Christoph November 4, 2008 um 09:59

Ich bin Anwalt, und zwar freiwillig, absichtlich und gerne – aber sobald ich abends aus der Bürotür heraus bin, so schnell habe ich auch diese Dinge vergessen. Beim PC-Spielen in fernen Welten, auch in Gilden oder virtuellen Welten mit echten anderen Spielern, kommt davon (hoffentlich) nie was durch ;)

Höchstens beim zweiten Hobby neben dem Spielen, nämlich auf Reisen, interessiere ich mich für die Kollegen im jeweiligen Land. Da kann es schon mal sein, daß ich zwischen Universal Studios und Golden Gate Bridge noch in Santa Barbara eine Jury Selection oder eine Zeugenvernehmung in einem Mordprozess anschaue…

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Player1 November 4, 2008 um 12:04

Mir erscheint das auch nicht unüblich. Ich mache beruflich 3D-Animationen (hauptsächlich schicke, neue Autos), und beschäftige mich Abends oft mit, nun ja, halt 3D-Animation u.ä. (meist keine Autos). Neben natürlich ein wenig PC-Spielen + noch etwas weniger Sport.

Zumindest im Winter.

Im Spätfrühling/Sommer/Frühherbst hingegen nutze ich jede sich bietende Möglichkeit, bei möglichst viel Wind an die Küste zu fahren, und beim Windsurfen darin erinnert zu werden, dass ein Leben ganz ohne Computer nicht unbedingt das Schlechteste sein müsste.

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