Neulich besuchte ich einen überteuerten Kochkurs bei Onkel Schuhbeck, den man auch die Krake vom Platzl nennt. Also eigentlich nennt ihn niemand so, nur ein Kollege, der damit mäßig subtil auf die Größe des Schuhbeck’schen Restaurant- und Ladenimperiums anspielt. Ist aber hübsch gesagt, daher übernehme ich den Schimpf mal, jedenfalls solange, bis seine Anwälte den Text hier finden und mich auf Unterlassung sowie die Herausgabe des Kartoffelpufferrezeptes meiner Großmama selig verklagen. Seit dem Kurs weiß ich mehr über Chillisalze, Wirsingzubereitung und die Tatsache, dass die Härte von Messern in Rockwell gemessen wird. Alles schön-schön, aber darum geht’s gar nicht, mich verblüffte vielmehr…
…einer der anwesenden Mit-Kocher. Der, ein gestandener Mann von sicher an die fünfzig Winter, wusste nicht einmal, wie man einen Apfel schält und aufschneidet, geschweige denn, wie man ein Ei halbwegs unfallfrei aufschlägt. Ein Ei! Das ist ja noch unter Schwierigkeitsstufe 1, das ist ja quasi noch Tutorial. Schwer fassbar, das.
Wie hat diese Generation überhaupt bis zur Ehe überlebt?
Vermutlich bis 23 bei Mutti und dann entweder die Kommilitonin oder die Jugendliebe geheiratet. Und seither zwei linke Haushaltshände vorgetäuscht. Ach, es muss damals eine Freude gewesen sein, ein Mann zu sein.

Der kam wahrscheinlich aus Vault 101 und hat beides noch nie gesehen ^^
Falsch. Bis 33 bei ihr gewohnt und dann die Urlaubsliebe geheiratet und zu sich, also der Mutti geholt. Jedenfalls mein alter Herr.
Tja, in meiner Generation (22, Student) ist kochen in. Zumindest wird niemand schief angeguckt, wenn er als Mann kocht.
@ Maulwurf
Stimme dir zu! Selbst wenn man nicht gut kochen kann, so hilft man sich bei gemeinsamen Kochabenden gerne gegenseitig. Macht doch Laune!
Der Text erinnert inhaltlich ein wenig an »Ja, äh, Moment mal eben. Ja, sehr schön, Herr Söderbaum, äh, aber eine Kleinigkeit noch: Rührei grundsätzlich ohne Schale. [...]« aus »Fit für den Muttertag« (Stenkelfeld: CD 2 (Empööörend), Track 18: Fit für den Muttertag). :D
Zum selbst kochen: also ich koche gern. Allein schon deshalb, weil das, was einem als Essen in der Mensa angeboten wird, doch zu wünschen übrig lässt (qualitativ).
Grüße,
Drizzt