R.S. statt G.R.R.

by Gunnar on 6. Januar 2009 · 11 comments

Ein freundlicher Mitlesender namens “tektonick” empfahl mir vor ein paar Tagen in den Kommentaren die Fantasy-Serie Prince of Nothing (auf Deutsch: Krieg der Propheten) von R. Scott Bakker. Als Ersatzdroge quasi für die von mir heiß geliebten Bücher von G.R.R. Martin, dessen bisheriges Werk ich einigermaßen ausgelesen habe. Und der gefühlt EWIG für die nächste Fortsetzung der grandiosen Song of Fire and Ice-Serie braucht.

Dafür wollte ich mich an dieser Stelle unbekannterweise mal kurz bedanken — ich lese gerade Band 1 und bin durchaus begeistert. Ich finde die meiste Fantasy-Literatur eigentlich zu flach, habe aber einen Hang zu Autoren, die die Sache wirklich konsequent angehen, ihre Welt logisch und detailreich entwickeln und auch große Themen nicht scheuen. Eben wie Martin oder auch Gene Wolfe. Bakker scheint da voll auf meiner Linie zu liegen — bereits nach knapp über hundert Seiten ist ein heiliger Krieg ausgebrochen, und es schweben zahllose bedeutsame Fragen im Raum. Stehen die geheimnisvollen “Consult” wirklich hinter dem fanatischen Priester? Wie funktioniert die eigenartige Magie der Fanim? Wer sind überhaupt die Non-Men?

Ach, schön. Die englische Fassung ist allerdings nicht leicht zu lesen, da der Autor zu großen Wörtern, mild überdrehten Metaphern und generell ein bisschen zur Geschwätzigkeit neigt. Keine Ahnung, ob sich das in die (möglicherweise nicht allzu gute) deutsche Übersetzung übertragen hat, sowas lese ich schon lange nicht mehr. Die Übersetzer von Trivialliteratur sind derart unterbezahlt, dass ich ihnen die schlechte Arbeit nicht mal übelnehmen kann.

Am Rande bemerkt: Fantasy-Autoren brauchen offenbar massenhaft Vornamen. Das liegt bestimmt am großen Vorbild John Ronald Reuel. Falls ich doch noch mal, nach meiner Berentung vielleicht, einen schreibe, muss ich mich Gunnar G. R. Lott nennen.

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