Krass! Herr Kaliban bezieht Stellung!

by Gunnar on 21. Februar 2009 · 8 comments

Ständig höre ich Leute sagen, Dings (wobei Dings für eine Person, eine Band, einen Film, eine Stadt, eine Sexualpraktik, eine Schokoladensorte oder sonstwas stehen kann) könne man nur lieben oder hassen, dazwischen gäbe es nichts. Dings sei polarisierend, Dings spalte, Dings zwinge unbedingt zu einer Position.

Keine Ahnung, ob’s an einsetzender Altersmilde liegt oder der vage beunruhigenden Entwicklung, dass ich mich mit zunehmendem Alter hauptsächlich für mich interessiere und andere Menschen eher als temporäre Störung der Matrix wahrnehme, jedenfalls gelingt es mir jedes Mal problemlos, Dings mittelsuper, mittelscheiße oder schlicht uninteressant zu finden.

Das sage ich dann auch zuweilen. Dann sind die Leute immer mindestens mittelbeleidigt. Dabei ist es ja, betrachtet man es im gleißenden Licht der Wahrheit, nicht wirklich mein Fehler, wenn die alle Leute mit haltlosen Generalisierungen um sich werfen.

Aber es ist das alte Problem — kein Mensch mag dich, weil du Recht hast.

{ 8 comments… read them below or add one }

timtim Februar 21, 2009 um 19:38

Hm. Was soll uns das sagen?

Antworten

Alex Februar 21, 2009 um 20:01

Dabei ist es ja, betrachtet man es im gleißenden Licht der Wahrheit, nicht wirklich mein Fehler, wenn die Leute mit haltlosen Generalisierungen um sich werfen.

Einer der schönsten Sätze, die ich jemals gehört habe. Vielen Dank dafür!

Antworten

Player1 Februar 22, 2009 um 15:41

Eine andere Therorie wäre noch, dass einem mit dem Alter ein wenig die Fähigkeit abhhanden kommt, subtile Unterschiede zwichen zwei Dings zu erkennen. So würde das wohl zumindest ein jüngerer Mensch sehen.

Ich würde allerdings – eher eine Gegenmeinung zu dieser Theorie – behaupten, dass man im ‘fortgeschrittenen’ Alter einfach schon so viele Dings verschiedenster Art erlebt hat, dass man es schlicht lächerlich findet, sich über jedes noch so unwichtige Dings in polarisierter Form zu ereifern. Geht jedenfalls mir so.

Das würde ich dann aber weniger als Altermilde, sondern vielleicht eher als erste zarte Anzeichen einer hoffentlich irgendwann entstehenden Altersweisheit bezeichnen wollen. ;-)

Antworten

Marjan Februar 22, 2009 um 16:31

einsetzende (alters?-)souveränität würde ich das phänomen bezeichnen. mann kann das Dings hassen, lieben oder (!) ignorieren. wie zum beispiel Mario Barth oder Schmidt & Pocher.

zu empfehlen dazu ist der blogeintrag mit dem titel “Ü30″ von Fabian.

Antworten

Unlogicial Februar 24, 2009 um 06:48

@Player1
Die Altersweisheit gibt es nicht. Wenn man altert, wird man nicht weise, sondern nur vorsichtig. (Ernest Hemingway) ;-)

Naja, falle zwar noch nicht in das Alter Ü30, aber ich finde auch die meisten Dinge, die Leute entweder gaaaaaaaaanz toll oder richtig mies finden schlicht mittelmaß, ohne besondere Gefühlsregung…

Antworten

Jens Februar 25, 2009 um 18:51

Generalisieren tun ja aber eigentlich immer nur die Frauen.

Antworten

Herr Frey Juli 26, 2011 um 15:02

Ich komme auch langsam in das Alter, wo ich keinen Bock mehr auf Dissekussionen verspüre, weil ich weiß, dass ich sowieso immer Recht habe.

Antworten

Falko Juli 26, 2011 um 15:23

Das ist wieder so’n Blogeintrag, den man nur lieben oder hassen kann.

Antworten

Leave a Comment

Previous post:

Next post: