Dinge, die die Welt braucht: die GoodOldGame-Box

by Gunnar on 17. März 2009 · 19 comments

eee_retro_pcWenn Sie, lieber Mitlesender, zufällig Besitzer einer PC-Schrauberbude oder eines kleinen PC-Bauteileversenders oder eines ähnlichen Ladens sind und irgendwie am aktuellen Boom der so genannten Netbooks partifizieren wollen, aber keine rechte Idee haben, was Sie mit diesem schmerzhaft niedrigpreisigen Segment anfangen sollen…

… dann hätte ich was für Sie. Eine Idee aus meinem dicken Buch Dinge, mit denen ich vielleicht reich werden könnte, wenn ich mehr Elan dafür aufbringen würde. Also: Sie kaufen einen Haufen Netbooks beliebiger Bauart. Aus Indien, meinetwegen. Während die hergestellt werden, erwerben Sie für einen Strauß von Lizenzen an alten PC-Spielen, solchen aber, die heute noch von Veteranen lobend erwähnt werden. (Falls Sie davon keine Ahnung haben: Moby weiß alles.) Gut zwei Dutzend sollten es schon sein, gerne auch dreißig oder 50, wenn Sie das hinbekommen. Achten Sie auf eine gute Mischung aus Kult und Kultur. Dann besorgen Sie sich die Files dazu und beauftragen Sie eine Programmierfirma in Sri Lanka, eine Installierroutine zu schreiben, die all die Games in einem Rutsch auf das Netbook stempelt. Vielleicht können die Srilankesen Sie auch noch in der Frage beraten, welches Betriebssystem in welcher Konfiguration auf dem Netbook laufen muss, damit der Käufer bequem alle Spiele ohne Probleme starten kann. DOS 6.1 vermutlich, mit einer Art Spieleauswahl-Startbildschirm. Dann lassen Sie die Inder die PCs konfigurieren und liefern.

So. Geht alles? Okay. Jetzt denken Sie ein wenig über’s Marketing nach und positionieren das neue Gerät als eine Art Retro-Konsole für ältere Herren, die Spiele lieben. RetroStationtm oder so. Vielleicht legen Sie noch einen Joystick bei. Dann verlangen Sie einen absurden Preis und hoffen, dass die zahllosen Nerdblogs und Spielezeitschriften Sie kostenlos promoten. Die Zielgruppe, die in der Mehrheit das Hantieren mit Emulatoren und solchem Zeug satt hat, aber idealisierte Jugenderinnerungen an schöne alte Spiele in ihrem Herzen herumträgt, sollte Ihnen die Bude einrennen. Das kann dann ein paar Jahre so laufen, die Maschine altert ja nicht. Wenn Sie richtig viele verkauft haben sollten, können Sie über eine Art Erweiterungspaket mit zusätzlichen Spielen nachdenken. Easy Money.

So. Worauf warten Sie noch? Hopp-hopp. Sie schaffen das. Wenn Sie dann reich sind, können Sie ja mal an mich denken und mir ein Bier oder einen Ferrari ausgeben.

{ 18 comments… read them below or add one }

Tezcatlipoca März 17, 2009 um 17:57

Sehr gute Idee! Seit ich meinen EEE PC habe, ist dieser auch zu einer Art RetroStation gewurden und bin verdammt glücklick die alten Perlen wieder spielen zu können :)

Antworten

Drizzt März 17, 2009 um 18:06

Ich muss sagen, bislang habe ich alte Spiele (»Simon the Sorcerer« z.B.) am besten unter Linux zum Laufen gebracht. Ohne Umstände. Je nach Alter des Spiels entweder Wine [0] oder DOSBox [1]. So bewahrt man sich seine Schätze.

Grüße,
Drizzt

[0] winehq.org
[1] dosbox.com

Antworten

hoschi März 17, 2009 um 19:46

@Drizzt: Zitat “….am besten unter Linux zum Laufen gebracht ….” , ” entweder Wine [0] oder DOSBox [1] ” . Merkst du was ???

Antworten

[Hunter.Wolf] März 17, 2009 um 23:55

Einfach nur lol^^

ScummVM bitte nicht nicht vergessen, das ist ja Linux-Exklusiv, oder? Oder? ODER?

Man könnte halt eine Linuxdistribution arg runterbrechen, so dass sie nur sehr wenig Speicherplatz auf der Festplatte einnimmt, das geht mit Windows z.B. nicht.
Und man müsste als Kunde die Windows-Lizenz mitzahlen – wäre da Linux für den Endkunden nicht kostengünstiger…?

Ansonsten tolle Idee, Herr Lott.

Antworten

Unlogicial März 18, 2009 um 06:53

Na die Idee ist ja auch so toll…

Er erwähnte ja, dass man Dos(6.1) draufmachen soll…
WENN das überhaupt noch Lizenzkosten hat, dann vernichtend geringe.
Man macht ja somit weder Linux noch Windows oder gar das MacOS drauf… ;-)

Antworten

AndiK März 18, 2009 um 09:06

Statt DOS 6.1 könnte man doch auch einfach hergehen und eine minimale Linux-Distribution mit Dosbox und ScummVM draufpacken. Da man die Spiele ja eh aus einem Menü heraus starten können soll, kann man auch gleich die passenden Konfigurationsdateien für den Emulator mitliefern. Dann kann es dem Spieler völlig egal sein, ob das jetzt echtes Dos 6.1 ist oder nur eine Emulation.
Die Emulation hätte sogar noch den Vorteil, dass man lustige Videofilter dazuschalten könnte, die das Bild besser machen.

Meine zwoa Pfenning.

Antworten

Gunnar März 18, 2009 um 09:30

Auch wahr.

Antworten

Tulio März 18, 2009 um 10:04

Die Idee ist brilliant. Ich würde Unsummen für ein Netbook, dass die Spiele der Dos4GW-Ära vernünftig “abspielt”, ausgeben. Ich habe oft während diverser Langstrecken-Flüge und ausdauernder Zugfahrten gedacht, warum nicht statt gammliger J-Rpgs auf DS/PSP lieber U7-I auf nem Netbook?

Antworten

Niclas März 18, 2009 um 10:23

Ist das da oben auf dem Bild nicht Archon von EA? War ein super Spiel, obwohl die Figuren nicht gerade ausgewogen waren.

Antworten

Gunnar März 18, 2009 um 12:22

Jawoll. Archon. Großartig.

Antworten

Manuel März 18, 2009 um 13:29

partifizieren ?
partizipieren ?

Antworten

Drizzt März 18, 2009 um 15:12

@hoschi::
Nur für den Fall, dass das nicht klar geworden ist. Ich bin ausschließlicher Linux-Nutzer (zumindest privat) und wollte einfach eine Alternative zu einem »DOS 6.1« aufzeigen, welches sicher mehr Probleme macht, als eine schlanke Linux-Lösung.

@[Hunter.Wolf]::
Wie du [0] entnehmen kannst, läuft ScummVM sogar auf mehr Plattformen als DOSBox und Wine. ;)

Grüße,
Drizzt

[0] scummvm.org

Antworten

hoschi März 18, 2009 um 15:51

@drizzt: schon klar. darum gehts nicht. Du sagst , du hättest die Spiele unter Linux am besten zum laufen gebracht und erwähnst dann gleich im nächsten Satz dass du die Spiele mit einem Betriebssystem-Emulator spielst. Was ja an sich total richtig und in Ordnung ist und der einzige Weg unter Linux ist alte Spiele zu spielen, nur widerspricht das Ganze der Aussage “es läuft am Besten unter Linux”. Denn es läuft dann ja (virtuell) unter Windows oder DOS und hat mit Linux an sich nichts mehr zu tun. Somit kann es auch richtig unter Win oder DOS ja nicht schlechter laufen als emuliert und das beisst sich doch total mit deiner “unter Linux am besten”-Aussage.
Dazu kommt auch noch dass DOSbox genauso unter Windows läuft also die linux-version nicht besser ist falls du in diese Richtung gedacht hast..
Und grundsätrzlich ist für alte Spiele XP die definitiv beste Wahl. denn es unterstützt ja schon rein nativ den DOS-Modus. Aber darum gehts nicht, ich wollte das nur noch anmerken.

Antworten

Drizzt März 18, 2009 um 18:09

@hoschi:
Mir ist schon klar, dass die Programme nicht nativ unter Linux laufen. Und Wine ist z.B. nicht wirklich ein Emulator, worauf ja auch schon das rekursive Akronym hinweist. Auch das DOSBox unter Windows läuft ist mir bewusst (bei ScummVM habe ich da ja auch explizit darauf hingewiesen). Mir ging es mehr um den speziellen Anwendungsfall: sehr begrenzte Ressourcen. Und da ist Windows doch recht fett i.A. (ja, man kann auch Linux sehr langsam machen, aber eben auch recht leicht ausgesprochen schlank).

Sonst ist es für mich persönlich sehr angenehm, dass ich Programme voneinander getrennt laufen lassen kann, ich mir keine Sorgen um zerschossene Registries usw. machen muss (ist bestimmt besser geworden, seit ich Windows das letzte mal privat genutzt habe, aber mir fehlt – da alle meine Spiele, sprich die einzig verbliebenen Windows-Programme, unter Linux mit der Hilfe von Programmen wie Wine laufen – einfach die Motivation Geld für eine Lizenz einer Software auszugeben, die ich aus diversen Gründen nur eingeschränkt gut finde.).

Grüße,
Drizzt

P.S.: Da ich hier keinen OS-War starten will, davon habe ich noch nie etwas gehalten, lasse ich es mit dieser Antwort gut sein, nutze weiterhin Linux auf allen Rechnern und Servern, lasse jeden nehmen was er will und bin glücklich. ;)

Antworten

[Hunter.Wolf] März 18, 2009 um 22:13

@Drizzt: Ich weiß, ich weiß – war ja auch klar ersichtlich dass das nicht ganz ernst gemeint war, oder? Oder?

Ich hab ScummVM unter Linux, Windows, auf meinem GP2X (www.gp2x.de) und meiner Dreamcast laufen. Das Ding gibts für echt jedes System, sogar für AmigaOS^^

Zum Produkt selber: also ich würds kaufen :P

Antworten

Le Rainer März 19, 2009 um 09:08

ich auch!

Antworten

Drizzt März 19, 2009 um 14:07

@[Hunter.Wolf]: Ja, bei dir habe ich entsprechendes Wissen vermutet, wollte es nur allgemein klar machen.

Zum Produkt selbst: warum warten und dann irgendwas kaufen? Einfach an den Aufbewahrungsort der Schätze treten und auf einem beliebigen Rechner, gerne auch einem Netbook – falls vorhanden, installieren. ;) Bei eBay und anderen Webseiten findet man genügend Angebote ab 0,50 € (bei eBay ab 1 €) für so alte Sachen. Neulich habe ich z.B. irgendwo Pizza Connection für 1,50 € inklusive des umfangreichen Anleitungsheftes, was in dem Fall auch wirklich viel Sinn macht, gesehen. Das einzige Problem, auf das man (einmalig) stoßen kann, ist der Bedarf an Floppy-Laufwerken. Aber die gibt’s ja auch für 3 € bei der Apotheke der Versandhändler, also auch kein Hindernis auf Dauer, oder man hat noch ein paar davon im Haus.
Das Programmierer-Team aus Sri Lanka könnte man sich sicher auch sparen, wenn man die Spiele einmal auf einem der Zielsysteme eingerichtet hat, sollte es auch ein Image tun, welches man dann einfach auf jedes auszuliefernde Gerät spielt.

Ach, Herr Kaliban, jetzt haben Sie mich wirklich auf eine dumme Idee gebracht und ich sehe mich schon das Image basteln (und wieder etliche Stunden mit dem Spielen zuzubringen). :D

Btw, gibt es eigentlich noch für alle alten Spiele, die es Wert wären auf so ein Gerät zu kommen, noch Rechteinhaber, die man kontaktieren kann? Bei vielen sicher ja, aber bei manchen wäre das sicher recht aufwendig, oder?

Grüße,
Drizzt

Antworten

Gunnar März 19, 2009 um 14:21

Ja. Das ist das Problem.

Antworten

Leave a Comment

{ 1 trackback }

Previous post:

Next post: