Nordic Walking und schiefe Becken

by Gunnar on 30. März 2009 · 21 comments

Gestern, im Café saßen am Nebentisch zwei Damen Ende 30. Bisschen graumausig, bisschen eso, dachte ich. So Typ Erzieherin mit heilpädagogischer Zusatzausbildung. Und lauschte indiskret ein bisschen ins Gespräch:

“Ja, der Fritz, den habe ich jetzt soweit, der geht auch zur Therapie. Männer haben es ja nicht so mit den alternativen Heilmethoden, aber er gibt schon zu, dass er sich jetzt besser fühlt. … Ich mach ja jetzt Nordic Walking, das finde ich besser als Joggen, da kann ich die Landschaft eher genießen, beim Joggen fehlt mir was für den Oberkörper. … Eigentlich mag ich ja morgens keinen Sport machen, das passt nicht zu meinem Biorhythmus. … Ja, das Heilfasten, das wollte ich auch mal ausprobieren, soll ja so befreiend sein. … Ja, mit dem Rücken, da habe ich ja immer Probleme. Vermutlich Beckenschiefstand, das haben die Stefanie und die Marie und die Elli auch. … Ich probiere da jetzt mal die Dorn-Therapie, das ist so eine sanfte Methode ohne OP, Chemie und so. Das passt gut zu mir.”

Und so weiter und so fort. Ununterbrochen. Nur Gesundheitsthemen mit Eso-Quatsch. Man kann beim Zuhören schon im Hintergrund das Klingeln der Heilpraktikerkassen wahrnehmen.

Kein Wunder, dass eine ganze Industrie existiert, deren einziger Lebenszweck es ist, diesen Typ Frau vom Geld zu trennen.

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