Wer spielt das Zeug eigentlich?

16. März 2009

in Spielzeug

Wer spielt das Zeug eigentlich?

Ganz verständig, die Zielgruppe. Man muss eben nur mal mit ihr reden.

Zusammenhanglos mit dem obigen Video, aber auch irgendwie dem Thema Spiele zugehörig: Beim Berliner Tagesspiegel hat man einen Musikredakteur verdonnert, über das Phänomen Guitar Hero zu schreiben. Der Herr, Kolja Reichert mit Namen, lässt seine Abscheu deutlich durchscheinen, was in einem hirnrissigen Vergleich mit “Killerspielen” gipfelt:

Und es gibt in einer Abwandlung der brutalen Ego-Shooter- Spiele die Möglichkeit, sich als vollwertiges Mitglied einer berühmten Rockband zu fühlen.
[Quelle: Tagesspiegel]

Ah. Ja. Klar. Argh. Sind eben alles irgendwie Ego-Shooter. Und die Musikspiele und die Pferdespiele und Gehirnjogging und Adventures und das Casual-Zeug und Aufbaustrategie — alles im Grunde nur leicht abgewandelte (brutale!) Ego-Shooter. Ist ja wie in der Musik: Hiphop und Trance und Punkrock und Zwölftonmusik und der Spielmannszug und Jazz — alles eigentlich nur Varianten von Blues. *Seufz*

{ 19 comments… read them below or add one }

1 D@mien 16. März 2009 um 11:51

Einige sehr vernünftige Argumente, spezielle von den älteren Befragten. Hätte mich auch gewundert wenn da jetzt etwas weltbewegend anderes gekommen wäre.

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2 Phil 16. März 2009 um 14:21

Epic Fail.
Mehr gibts zu so einer Aussage nicht zu berichten

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3 Moritz 16. März 2009 um 14:39

Epic Fail? Können wir bitte wenigstens hier von solchen Ausdrücken verschont bleiben? -.-

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4 Floyboy 16. März 2009 um 16:59

Ich versteh nicht, was der Herr Reichert mit der Äußerung meint. Der restliche Artikel ist zwar nicht unbedingt genial, bietet aber ein paar solide und reflektierte Gedanken zum Spiel. Ich hoffe mal schön naiv, dass er das extra so formuliert hat um sich über die offizielle Killerspiele-Diskussion lustig zu machen – think only the best.
Floyboy.

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5 Eldest 16. März 2009 um 18:30

Mich hat der Artikel auch sehr verwundert. Klingt alles wie von Wikipedia angelesenes Halbwissen.
Und dann die ganze Zeit diese Unterstellungen.

Naja, hab ich mal kommentiert. Muss noch “überprüft” werden, na wenn die das mal veröffentlichen.

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6 Niklas 16. März 2009 um 19:09

viel witziger finde ich im gs-video die schnittmenge bayern/computerspieler. kein wunder, dass die ganze nation in angst und schrecken lebt :)

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7 PaladinFenris 16. März 2009 um 19:30

Epic Phailen hoch zwei, als hätte Frank Plasberg nicht schon genug Schaden angerichtet. Jetzt werden auch andere Medien außer Fernsehen und Zeitungen Birnen mit Rasenmähern verwechseln. Sehen sich aber auch verteufelt ähnlich, die Dinger. Beides Fleisch.

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8 Martin 16. März 2009 um 22:48

Oh mein Gott! Ich dachte, die Herren von der Presse haben dazugelernt. Was aber derzeit so an wunderschönen Stilblüten ausgegraben wird, ist z.T. derart absurd, das man glaubt, da sitzen gehirnamputierte Halbaffen in der Gegend rum und meisseln irgendwas in ihren Lieblingssitzstein…

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9 Hannes 17. März 2009 um 09:21

Ich schaffe es irgendwie gar nicht mehr, mich darüber aufzurgen. Gestern wieder bei den heute Nachrichten: Bericht über Killerspiele, Experte ist natürlich wieder Pfeiffer, wie immer, dann zeigen sie einen 16-jährigen, der Counterstrike spielt. Aber natürlich nicht die geschnittene Version sondern wie mit viel Blut und ab 18. Das Fazit lautet: Solche Spiele sollten erst für Erwachsene zugänglich sein. Mein Fazit: Das sind sie doch schon, alles ist gut. ;)

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10 Yukiru 17. März 2009 um 10:36

Wer schonmal Kurt Cobain auf einem Konzert gesehen hat, weiss, dass man Gitarren durchaus auch als Waffe gebrauchen kann *lach*

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11 Player1 17. März 2009 um 11:43

Aus der Abteilung ‘Warum ich (wirklich) gerne GEZ-Gebühr zahle’: Auf der Tagesschau-Website gibt es eine wirklich sachliche Aufstellung verschiedener Meinungen zum Thema. Ausgewogen, Pfeifferlos und insgesamt nicht negativ gegenüber Spielen und Shootern, aber auch kein Rundumsorglospersilschein! Ein paar gut nachvollziehbare Anregungen zum Nachdenken für Spieler und Produzenten gibt es auch.

http://www.tagesschau.de/inland/killerspiele102.html

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12 Buckaroo Banzai 17. März 2009 um 13:17

Da ich mich mit dem Thema der sogenannten ‘Killerspiele’ und deren mediale Rezeption schon länger beschäftige, werde ich in regelmäßigen Abständen negativ emotional angeregter, wenn stets dieselben falschen Floskeln und Halbwahrheiten von sogenannten Experten in diversen Talkshows und bei Pressekonferenzen verbreitet werden (von gewissen Behauptungen im Boulevard will ich erst garnicht reden).

An dieser Stelle möchte ich übrigens der ‘Gamestar’ danken (Herr Kaliban möge dies weiterleiten), die sich da sehr wohl um etwas mehr Aufklärung für die unwissende Bevölkerung bemüht, zuletzt mit der dreiteiligen Diskussion ‘Sündenbock Computerspiele’, die man auch auf Youtube finden kann. Blöd nur, das wohl in erster Linie nur die die Botschaft hören, die sie ohnehin schon kennen…

Abschließend hätte ich eine (wohl etwas naive) Anfrage an Herrn Kaliban: Wäre es denn nicht möglich, dass Computerspieleredakteure von diversen Fachzeitschriften eine gemeinsame Pressekonferenz abhalten um ihre Sicht der Dinge darzulegen? Ich würde das auch als Solidaritätsbekundung gegenüber der arg gescholtenen Spielergemeinde sehen. Außerdem sollte man in der Frage der sogenannten ‘Killerspiele’ nicht den Pfeiffers dieser Erde den Wahrheitsanspruch überlassen.

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13 David 18. März 2009 um 00:07

“Aufklärungsarbeit” in der Schule – ist eine super Idee. Habe ich auch mal mit einem Freund in Pädagogik versucht durchzubringen. Ein richtig schöner, ausführlicher Vortrag speziell zum Thema Ego-Shooter. Kurz zuvor war nämlich eine heiße Diskussion entfacht (man kennt ja die bekannten abgedroschenen Märchen). Ist letztendlich daran gescheitert, dass uns der Schulleiter verboten hat, das Spiel (Counter-Strike) so zu zeigen, wie es wirklich aussieht. Geschnittene, deutsche Fassung, ab 16. Jeder im Kurs war über 16, es hat sich auch niemand dagegen ausgesprochen, dass er es nicht sehen wolle – aus welchen Gründen auch immer. Der Kurslehrer hatte auch nichts dagegen einzuwenden. “Sowas wollen wir hier nicht!” – damit war die Sache für ihn erledigt.

Die letzte Folge Presseclub im Ersten vom Sonntag, 15.03.09, war übrigens sehr schön. Sämtliche Vertreter der Presse waren sich ungewöhnlich einig, dass man die Schuld an Amokläufen eben nicht auf die Spiele abschieben darf.

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14 David 18. März 2009 um 00:12

Gerade in der Mediathek von der ARD gesehen:
“Wenn Tim K. nicht so leicht an Waffen und Munition gekommen wäre, dann…”
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/1838986

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15 David 18. März 2009 um 00:44

Entschuldigt bitte den Dreifachbeitrag, ich habe den Presseclubbeitrag in der ARD Mediathek gefunden:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/1829014
Er ist sogar in voller Länge zum kostenlosen Download bereitgestellt.

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16 Gunnar 18. März 2009 um 08:23

buckaroo:

spieleredakteure sind da von berufs wegen befangen. das hat keinen sinn.

@david:

generell ist die diskussion diesmal eine andere. gottseidank.

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17 Buckaroo Banzai 18. März 2009 um 13:03

@gunnar: im gegenzug könnte man genau so sagen, dass auch gewisse politiker und sogenannte experten ebenso von berufswegen befangen sind…

zudem vermisse ich ganz generell in allen diskussionsrunden im deutschen fernsehen computerspieleredakteure, die doch ganz offensichtlich fachlich kompetent der nation dieses medium näher bringen könnten und noch dazu deutlich mehr ahnung von der kultur der jugendlichen haben.

ansonsten wäre ich ebenso sehr stark dafür, dass an schulen medienkompetenz unterrichtet wird (nachdem ja die eltern meiner meinung nach ohnehin schon so stark überfordert sind in ihrem erziehungsauftrag und von den neuen medien zum teil auch reichlich wenig verstehen), am besten in einem eigenen fach gepaart mit politik . das hätte deutlich mehr sinn als zig neue verbote.

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18 Justus 18. März 2009 um 22:16

Hallo Gunnar,

Kolja Reichert hat auf die Kommentare der Tagesspiegel-User geantwortet und einiges klargestellt, hier seine Klarstellung.

Gruß
Just

Comment von tagesspiegel.de tagesspiegel.de hat leider kein Bild | 17.03.2009 17:52:06 Uhr

Hallo,
ich bin der Autor. Niemand hat mich gezwungen, diesen Artikel zu schreiben. Ich habe ihn selbst vorgeschlagen, denn ich bin fasziniert von diesem Spiel und seiner Symbolik. Ich habe mich intensiv damit beschäftigt und Fragen gestellt, die woanders noch nicht gestellt wurden. Die einen haben Spaß am Spielen, die anderen Spaß am Schreiben. Wieder andere haben Spaß an beidem, wie ich. Ich habe über das Spiel gelacht und nehme es zugleich als Kulturphänomen ernst.

Es liegt mir fern, diffuse Ressentiments gegen Computerspiele zu schüren. Der Ego-Shooter-Vergleich wurde von der Redaktion der gedruckten Ausgabe hinzugefügt. Ich habe veranlasst, ihn hier zu entfernen.

Ich liebe das Internet. Ich liebe neue Medien. Danke, dass Sie mich dazu bringen, das deutlich klarzustellen.

Mit Besten Grüßen
Kolja Reichert

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/pop/Guitar-Hero;art971,2751174

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19 Shredder Blog 27. März 2009 um 15:51

[...]Sündenbock Computerspiele?[...]

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