April 2009

Der Leasingvertrag für meinen aktuellen Firmenwagen läuft aus und stellt mich vor die Aufgabe, die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs planen zu müssen. Ich interessiere mich nicht recht für Autos und fahre auch nicht allzu gerne, also entscheide ich mich abseits aller ästhetischen Argumente für einen Passat. Ist noch einigermaßen günstig, und im Kofferraum kann man einen Fiat 500 parken. Ich handele mit dem hühnersuppenwarmen Gefühl, unserer Wirtschaft in der Krise etwas Gutes zu tun.

Das war Anfang Februar.

Ende März bescheidet man mir, dass der Wagen nicht, wie vereinbart, Mitte Mai lieferbar sein wird, sondern erst Mitte Juli. Ich mache mir ein paar Gedanken entlang der “Äh, sollten die nicht derzeit besonders froh sein über jedes verkaufte Auto?”-Linie, vergesse die Sache dann aber wieder.

Jetzt findet sich beim Spiegelfechter eine Erklärung: VW hat einfach mal, ohne Not bei vollen Auftragsbüchern, das staatliche Kurzarbeitergeld mitgenommen, was nach Abbau der Lagerbestände zu verlängerten Lieferfristen geführt hat. Nochmal: Die haben ihre Leute nicht in Kurzarbeit geschickt, weil keine Arbeit da war, sondern einzig, um die Sozialkassen zu plündern. Wow. Die Dreistigkeit muss man als teilstaatliches Unternehmen erstmal haben.

Ausführlich nachzulesen hier: Griff in die Sozialkassen

Sind Sie zufrieden mit Präsident McCain?

by Gunnar on 30. April 2009 · 4 comments

palin-mccain

Nur zur Erinnerung: Es hat nicht viel gefehlt und die Kommentatoren hätten in diesen Tagen die 100-Tage-Bilanz der, uh, McCain/Palin-Administration ziehen müssen.

Gerade drei Monate her und schon kaum mehr vorstellbar.

Was die Welt braucht

by Gunnar on 30. April 2009 · 5 comments

Wir haben schlechte, schlechte Zeiten: Schweinegrippe, Wirtschaftskrise, Wolfsburg an der Tabellenspitze, wie kann man da mit gutem Gewissen fröhlich sein? Ist es nicht geradezu unmenschlich, in diesen Zeiten sein kleines Glück im Luxus zu suchen, während andere Menschen gerade ihre Bentleys verkaufen und ihre Reisen nach Mauritius verschieben müssen?

Nun, immerhin gibt es den Antipreneur-Shop. Der bietet sinnstiftend teure und schmerzhaft nutzlose Artikel an, für die negative Grundstimmung, die der augenblicklichen Weltlage so angemessen ist. Die Frage ist nur, kaufe ich zuerst die Waldbrand-Tapete, die Unfallwagen-Modelle oder den vertrauenerweckendenEdel-Feinstaub (Slogan: “Alles andere ist Dreck“)?

antipreneur shop

Worüber ärgere ich mich als nächstes?

by Gunnar on 29. April 2009 · 5 comments

Ich, also ich, ich stelle mir nahezu nie die Frage, welchen Film ich als nächstes gucken sollte. Mein Problem ist eher, wie ich es schaffen soll, die pflichtmäßig noch zu konsumierenden Serien/Filme/Spiele/Bücher mit Bekanntenkreisdiskussionsrelevanz in meiner knapp budgetierten und von allen Seiten belagerten Freizeit unterzubringen. Weshalb mir auch schon seit etwa 1923 nicht mehr langweilig war, das ganze Ding mit dem Nicht-recht-wissen-was-man-jetzt-machen-soll ist ein längst im Nebel der Jugend versunkenes Gefühl.

Aber nun, andere Leute haben offenbar andere Probleme — und wer ständig auf der Suche nach neuem hot shit ist, nach zu seinem eher extravaganten oder vielleicht vulgären Filmgeschmack passenden Streifen, der könnte, so möchte ich vorschlagen, ja mal bei Nanocrowd vorbeisurfen. Das ist eine Art Filmsuchmaschine. Dort kann man seine Lieblingsfilme angeben (sagen wir: Gattaca, 1997), dann ein Subgenre wählen (sagen wir: thought provoking, mankind, technology) und schon bekommt man eine Reihe von Streifen vorgeschlagen (sagen wir: A.I. Argh!).

Naja, Schwamm drüber.

Dennoch ein hübsches System mit einer ganz ordentlichen Datenbank. Sicher für Filmfreunde einen Blick und ein paar Klicks wert.

Die Titelmelodie von Archon

by Gunnar on 28. April 2009 · 10 comments

Das Handy spielt die Titelmelodie von Archon*. Ein Anruf! Aber wo liegt das verdammte Ding? Das klingt so gedämpft. Ich hühnere von Raum zu Raum. Hm, muss in der Küche sein, eher in Bodennähe, eher bei der Tür, hmm…

Argh! Im Mülleimer.

Das Goldkindtm hat heute morgen offenbar zwei, drei Skillpunkte auf Mülleimer-Öffnen gelegt und die frisch erworbene Fähigkeit gleich zur Sabotage der haushaltseigenen Kommunikationsmittel genutzt.

Nur ein Anruf zur rechten Zeit hat mich davor gerettet, das Blackberry zusammen mit dem Hausunrat zu entsorgen. Und meine Tochter davor bewahrt, in einer Familienanekdote aufzutauchen, die fortan auf jedem Treffen mit Verwandten und Freunden erzählt worden wäre: “Weißt du noch, damals, als Du Papas Handy in den Müll geworfen hast?” “Papa! Hör’ auf, diese alte Geschichte wieder aufzuwärmen. Ich war 13 Monate alt!” “Aber es ist doch so lustig. Also, da suche ich mein Handy, mit dem ich dich vor einer halben Stunde Richtung Küche hatte verschwinden sehen…”

Und so weiter. Naja, es werden sich andere Gelegenheiten für Geschichtchen ergeben, mit denen man das eigene Kind auf Familienfeiern nerven kann.

* Für Nachgeborene: Archon ist ein urururaltes Computerspiel.
Für Nostalgiker: Einfach mal das Archon Theme anhören.

Ach, die Schönheit der Welt

by Gunnar on 28. April 2009 · 4 comments

Marleen. Im Englischen Garten. Mit Mama

Gebrauchte Buddha-Statuen abzugeben

by Gunnar on 27. April 2009 · 13 comments

Keine Ahnung, warum die Entlassung irgendeines Trainingsleiters von irgendeinem, allenfalls regional bedeutsamen, Fußballverein so wichtig ist, dass die ARD dafür ihr Programm umstellen muss. Finde das irgendwie surreal. Aber offenbar hat die ganze Sache mehr Relevanz, als ich ihr zunächst beigemessen habe — ein, uh, mir persönlich bekannter, hochrangiger Münchener Medienmanager meinte, das Scheitern der Klinsmann’schen Visions werde es zukünftig erschweren, Change Prozesse durchzusetzen (huh ?). Und meine Frau, die nicht einmal mehr als vier Bundesligavereine aufsagen kann, gab zu erkennen, dass sie die Entlassung bedauert und dass ihr der Herr Klinsmann sympathisch sei.

Möglicherweise ist damit die Trainerdiskussion an sich in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Aber egal, wer sich für die traurige Geschichte der Ehe zwischen dem FCB und dem Sommertrainer interessiert, ist am besten bei den Kollegen von der SZ aufgehoben, welche die ganze Sache sehr schön aufgearbeitet haben: hier klicken.

Wie jeden Montag. Zur Seelenstärkung. Vor einer Woche unter dem Joch der Lohnarbeit. Schöne Musik. Und so.


[Boy Sets Fire: My Life in the Knife Trade]

Sonntagslinks

by Gunnar on 26. April 2009 · 8 comments

TEXT: Muss man periodisch immer mal wieder dran erinnern: Harry Frankfurts toller Aufsatz “On Bullshit”. Nicht ganz leicht zu lesen, aber die Mühe wert. ###

VIDEO: Auch in Sozialen Netzwerken braucht man Manieren. ###

VIDEO: Ganz interessantes Interview von 3sat mit Spreeblick-Johnny. ###

VIDEO: Kann man einen iPod mit einem Wasserstrahl zerschneiden? ###

VIDEO: Sixtus und Lobo über Technologie. ###

TEXT: Warum es um Zensur geht. ###

TEXT: “Die deutsche Blogosphäre ist zu einem inzestuösen Gesamtwerk verkommen”, sagt Chris. ###

BILDER: Fotos von der Rezession. Eine beeindruckende Strecke des Boston Globe. ###

BILD: Der nächste Volksentscheid nach “Pro Reli”. ###

BILDER: Photoshop-Spaß mit dem neuen Star Trek. ###

TEXT: 10 ungewöhnliche Trends in Japan: Kigurumin, Ganguro und so. ###

TOOL: Twitter auf der Arbeit lesen? Dann braucht man Spreadtweet. ###

TOOL: Der Slogan Maker mixt Werbesprüche mit eher ekligen Dingen. Ist ein paar Sekunden lang lustig. ###

TOOLS: Oh, man kann bei Google jetzt nach ähnlichen Bildern suchen? Und News chronologisch ordnen? Cool. ###

Unpossible Video

by Gunnar on 25. April 2009 · 4 comments

Kurz ein Video als Beitrag zur Wochenendzeitverschwendung für gelangweilte Surfer. Ausführlichere Beiträge vom Herrn Kaliban erst wieder morgen.

Zeitverschwender des Tages: Scary Girl

April 24, 2009

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The Abgeordneter from Hell

April 24, 2009

Mit diesem überlebensgroß aufgeblasenen Porträt des Herrn Posselt, der trotz aller Fotografenkünste aussieht, wie von Gerhard Haderer gezeichnet, wirbt die CSU im Europawahlkampf. Und nur damit — dem Plakat fehlt jede Sachaussage, jeder Hinweis auf politische Forderungen, Haltungen, Erfahrungen. Einfach nur: CSU und Bernd Posselt. Nun mag es sein, dass aufmerksamere Beobachter der Politikszene und […]

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