Kaliban.de unterstützt die heutige Online-Demo von Spreeblick zur Internet-Zensur. Warum heute? Weil heute der Bundestag vermutlich das Gesetz durchwinken wird, mit dem die Schäubleraner sich die Legitimation erschleichen, per Liste Webseiten zu Kinderpornografie zu sperren. Nun ist das auf den ersten Blick sinnlos, weil auch leicht umgehbar, aber der Präzedenzfall, der damit geschaffen wird, ist bedenklich. Wer das eine sperren kann, kann auch anderes sperren.
Hinklicken, mitmachen, weitersagen.
UPDATE: Und wie bestellt, lässt es sich Dieter Gorny, Musikindustrie-Lobbyist, nicht nehmen, gleich mal draufhinzuweisen, wozu man die schöne Internet-Sperr-Technologien noch nutzen könnte, zum ” Schutz des geistigen Eigentums” nämlich. Heute Kinderporno-Seiten (wenn es die überhaupt gibt), morgen Tauschbörsen, übermorgen Nazi-Seiten, nächste Woche missliebige Parteien.

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Schön das kaliban.de sich zu diesem kontroversen Thema positioniert.
Nein. Ich weiß zwar, dass Zensur grundsätzlich nicht gut ankommt.
Aber man muss auch bedenken wie viel Leid mit der Kinderpornographie verbunden ist. Wieviele Schicksale geprägt und Leben zerstört werden.
Daher halte ich die Zensur und den offensiven Kampf dagegen für einen Richtigen Schritt. Klar können die auch noch im Ausland hosten oder es anders umgehen. Das heißt aber nicht, dass Deutschland nicht ein Zeichen setzen sollte. Je mehr dagegen aktiv ankämpfen und je mehr Länder sich beteiligen desto besser.
Stellt euch doch einfach nur mal vor, es wären eure eigenen Kinder die dort vor den Kammeras missbraucht würden. Dann würdet ihr noch ganz andere Maßnahmen für richtig halten.
Das, was Du beschreibst, ist doch genau das Problem. Wir alle sind gegen Kinderpornografie — wir sind nur sicher (nicht nur überzeugt, nein, sicher!), dass die zu beschließenden Maßnahmen gegen Kinderpornografie nichts bewirken.
Zum Weiterlesen:
http://www.carechild.de/news/politik/internetzensur_die_grossen_luegen_der_ursula_von_der_leyen_572_1.html
http://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula/
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,619509,00.html
@Sebastian313: “Stellt euch mal vor, dass…” halte ich generell für eine schlechte Herangehensweise, um juristische – insbesondere strafrechtliche – Problemfelder zu behandeln. Was die Mehrzahl der Bevölkerung mit Kinderschändern gerne machen würde, kann man in der BLÖD! ja des öfteren nachlesen. Ob das deshalb Gesetzesvorlage werden sollte, wage ich zu bezweifeln.
Ein weites Feld, das ganze Thema….Die Verbots-Listen sind geheim, sonst kann ja jeder die verboteten Seiten ansurfen. Und bald sind vielleicht auch die DNS-Listen verboten und geheim, mit denen man das Verbot umschiffen kann. Und dann Seiten, auf denen steht, wie man die Blockade generell umgeht. Und dann…
@Sebastian313: Die Sache ist doch, dass Kinderpornographie nur der Aufhänger ist. Auf diese Weise diskreditiert sich jeder, der dagegen argumentiert.
Dass damit neue Werkzeuge geschaffen werden, mit denen Strukturen hochgezogen werden können, die auch ein “Made in China” tragen könnten, ist die Nebenwirkung dieses Internet-Contergans, das uns die Regierung jetzt verabreicht.
Und alle schlucken es.
Finde schon recht besorgniserrechend, was in letzter Zeit so abgeht in der Politik. Hat aber dazu geführt, dass ich mich nu recht stark für Politik interessiere und nun meinen gesamten Verwandtenkreis damit quäle!
Weitere tolle Quelle zu lesen:
https://scusiblog.org/?p=1246
Zusammenfassung: Die Server, zu denen einige Staaten den Zugang wegen mutmaßlicher Verbreitung von Kinderpornographie blockieren, stehen fast immer, d.h. zu über 99% in Staaten, in denen Gesetze zur Bekämpfung der Kinderpornographie existieren oder Staaten, die der Schaffung entsprechender Gesetze zugestimmt haben. Die Tabelle auf Seite 3 zeigt, wieviele Server in welchen Staaten betroffen sind und was über die Rechtslage dort bekannt ist.
Was die ganzen Filterlisten ad absurdum führen und das ganze Zensursystem in meinen Augen entlarvt.
@Sebastian313: Zeichen setzen? Selbstverständlich! Aber nicht so einen absolut nutzlosen Unsinn wie Sperrlisten. Ein richtig gutes Zeichen wäre es, die Server schlichtweg vom Netz zu nehmen (siehe Sheaks Beitrag). Wenn Zensursula (tolle Wortschöpfung übrigens) wirklich so hinter dem Thema stünde, warum gehen die Server dann nicht vom Netz? Gibt es neuerdings keine Staaten-übergreifende Rechtshilfe o.ä. mehr, insbesondere innerhalb der EU? Eine hypothetische KiPo-Mafia mit enormem Einfluß, die das verhindert, mal außen vor.
Nein, KiPo ist mal wieder das Totschlagargument, diesmal für die Einführung von Zensur. Ähnlich wie Amokläufe und Killerspiele, nur dass es dabei (noch) nicht zu Gesetzerinitiativen gekommen ist. Wer das bewußt vorantreibt und wer sich nur instrumentalisieren läßt, sei dahin gestellt.
Außerdem: IP-Logging und mehr. 1-2 kleine, völlig harmlose Änderungen… Zugriffs-Statistiken, IP-Logging, Verfolgung über links auf Seiten die links auf Seiten haben die evtl. auf irgendwas verlinken, was KiPo sein könnte usw. usf.
Und unsere Politik? Was sagt die dazu? Na Hallo, dass “die Vorschrift auf eine Handlungspflicht ausgerichtet ist, nicht auf einen Erfolg”. Achso, dann geht’s ja.
Tolle Aussichten – da sage noch einer, es geht um einen effektiven Kampf gegen KiPo an sich.
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