Spaß mit Literatur

by Gunnar on 20. April 2009 · 9 comments

Kleines Ratespiel: Wer weiß, aus welchem Buch (oder wenigstens: von welchem Autor, aus welchem Genre, aus welchem Jahr) das folgende Zitat stammt? Einige Namen/Wörter sind verändert, damit es nicht allzu offensichtlich ist.

“Es herrschte eine ungeheure Aufregung im Reich der B. Selbst in den Tagen der Revolution war der Aufruhr nicht so groß gewesen. Es war nicht einer der B., der nicht von einem heiligen Zorn der Empörung befallen war und von glühendem Verlangen, den alten Todfeinden mit ganzer Kraft zu begegnen. Und doch traten weder Verwirrung noch Unordnung ein, es war geradezu erstaunlich, wie rasch die Regimenter sich gesammelt hatten und wie gut jeder wußte, was seine Pflicht war und wodurch er sich nützlich machen konnte.
Allerdings war es die höchste Zeit. Als auf den Ruf der Königin die Freiwilligen vortraten, die sich als erste zu der Verteidigung des Eingangs hergaben, kamen die ersten Botschafter zurück, die ausgesandt worden waren und nun meldeten, dass die H. nahten. Es trat eine furchtbare Ruhe der Erwartung ein. Mit gefaßtem Ernst und bleich vor Stolz standen die ersten Soldaten hart am Eingang in drei geschlossenen Reihen. Keiner sprach mehr, es war totenstill umher.”


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Das Buch heißt: “Die Biene Maja” und ist von Waldemar Bonsels. Wurde veröffentlicht im Jahr 1912. Ist ein Kinderbuch.
Das Zitat stammt aus Kapitel 16: “Die Schlacht der Bienen und Hornissen”
Klingt im Original leicht anders, als in den Zeichentrickfilmchen unserer Jugend, oder?


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Nülls April 20, 2009 um 13:27

Erstaunlich, hätt ich jetzt so nicht erwartet ^^

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Lord Quinex April 20, 2009 um 15:13

Und da glaubt noch jemand, Kinderbücher wären nett und friedlich?
In Märchen wird verbrannt und gemordet, Biene Maja versorgt Kinder mit Kriegsberichten… schrecklich, schrecklich^^

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Stirbelwurm April 20, 2009 um 16:39

Schon erstaunlich. Allerdings ein wenig … sagen wir mal nachlässig, bearbeitet ^^
“Als auf den Ruf der König die Freiwilligen vortraten”
Das hat mich ja schon stutzen lassen und da lag dann schon die Vermutung einer Königin sehr nahe. Obwohl mir das auch noch nich geholfen darauf zu kommen, wo das nun herstammt, aber ein wenig rumnörgeln wird ja noch erlaubt sein.

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Steffen Ille April 20, 2009 um 18:09

So,

jetzt muß ich aber mal eine Runde klug tun.
Das Buch erschien, da sind sich Kindler und Wikipedia mal einig, bereits 1912.
Eine spontane Kurzrecherche bei der DB ergab die älteste dort verfügbare Ausgabe von 1919 (http://d-nb.info/572474970 ).
Ich denke, damit wird auch der Inhalt etwas verständlicher, wenn man ihn in die richtige Zeit denkt.
Das alles ändert freilich wenig daran, daß die spätere Adaption dem Werk eher nur dem äußeren Schein nach entspricht.

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Sheak April 20, 2009 um 20:19

Pass auf, am Ende bekommste Post von der Urheberrechtsmaschienerie

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Drizzt April 20, 2009 um 20:23

Ganz allgemein: ist es nicht häufig so, dass Umsetzungen für Leinwand und TV nur noch wenig mit der Buchvorlage zu tun haben? Insofern verwundert das wenig, insbesondere, wenn man den Jugendschutz bedenkt, der meist deutlich härter gegenüber »neuen Medien« (also alles außer Büchern) ist.

Und dann ist da natürlich in diesem speziellen Fall auch noch der Punkt, den mein Vorredner bereits angesprochen hat.

Grüße,
Drizzt

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PropheT April 20, 2009 um 20:54

O_o Biene Maja hatte ich jetzt komplett nicht aufm Zettel. Schönes Zitat.

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Orinoko April 20, 2009 um 23:00

Nicht erkannt, dabei habe ich das Buch sogar mal gelesen, wenn auch vor vielen Jahren. Die Trickserie hat mit Bonsels Buch allerdings sehr wenig gemein, die Begegnungen sind andere. Etwa ein Blumenelf der seine Unsterblichkeit eintauscht gegen einen Tag des Agierens in der Welt mit Anderen.
Bei der Gelegenheit auch meinen Dank für den regelmässigen Nachschub an (oft skurrilen) Links.

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el-flojo April 21, 2009 um 14:25

Ja, die Biene Maja aht man echt nicht auf der Rechnung. Wobei es einige “brutale” Details ja schon in die Zeichentrick-Variante geschafft haben.
Gegen Anfang des Studiums war ich mal in ner Kindervorstellung des Biene Maja Films und hab bei einer Szene echt gestutzt.

Maja und Willi sind zusammen mit einer Fliege auf einem Pferd, als Willi vom Schweif erwischt wird und bewusstlos zu Boden fällt. Sofort kommen natürlich die Ameisen: “Ah, ne tote Biene. Mitnehmen!”
Woraufhin Maja einwirft: “Aber mein Freund ist doch noch gar nicht tot!”
Keine Chance, denn: “Keine Sorge, der stirbt schon noch!”

Hat jemand den Film und kann überprüfen, ob ich mich korrekt erinnere??

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