Nachdem das mit dem Mitmachen der wohlriechenden, gut aussehenden Kaliban-Leser bei den letzten Malen (Zukunftsfragen, Album-Cover, Hohlbein-Bashing) so hübsch geklappt hat, würde ich gerne nochmal zu einer kleinen Gedankenübung einladen. Vor allem die, uh, gesetzteren Leser, die mit Lebenserfahrung, grauen Schläfen, ehrlich erarbeiteten Falten und so.
Also, Ziel ist es, Dinge, Umstände, Situationen aufzuschreiben, die wir ältere Herrschaften noch aus eigener Anschauung kennen, die aber den Kiddies von heute absurd erscheinen müssen. Einfach in die Kommentare tippen, ich übernehme die dann nach und nach in den Beitrag. Sollte eine nett zu lesende Liste ergeben. Ein gewisser vorwurfsvoller Unterton gegenüber der heutigen Jugend, die es natürlich viel einfacher hat als wir damals, ist dem Sujet durchaus angemessen.
Ich fange mal an:
Ihr mögt es nicht glauben, aber früher, als wir jung waren…
… haben wir Songs aus dem Radio aufgenommen. Auf Kassetten. Stundenlang gewartet, dann vor Schreck zu spät auf “Aufnahme” gedrückt und am Ende hat der blöde Moderator reingelabert. Übrigens: Wenn die Lieder erstmal auf der Kassette waren, gab es keine Möglichkeit mehr, die Reihenfolge zu ändern.
… gab es drei Fernsehsender. Drei! Und keiner davon sendete Musikvideos oder Zeichentrickfilme. Die glücklichen Leute in Süddeutschland hatten noch ORF, wir im Norden mussten uns mit DDR 1 als Extra-Sender begnügen.
… konnten wir Haus- oder Seminararbeiten nicht aus dem Internet abschreiben. Wir mussten uns den ganzen Text SELBER AUSDENKEN oder die igelhaarige Brillenschlange aus dem Parallelkurs bestechen, damit er uns das aufschreibt. Es soll vorgekommen sein, dass Studenten oder Schüler zu Recherchezwecken Bibliotheken aufgesucht haben.
… gab es in der Schule keinen Kopierer. Wenn der Lehrer was vervielfältigen wollten, machte er Abzüge von Wachsmatrizen mit einer absurden Maschine. Die Abzüge waren lila auf gelbstichig, stanken erbärmlich, und vermutlich kriegen wir deswegen irgendwann alle Krebs.
…machten Geschäfte unter der Woche um 18:00 zu. Zack. Und wer am Wochenende einkaufen wollte, musste das bis 12:00 (in Städten: 14:00) erledigt haben. Die Freizeit der Gewerkschaftsmitglieder war heilig. Erschwerend kam hinzu: Tankstellen haben damals nur Benzin verkauft, nicht etwa Bierkästen, Grillkohle und Kuchen.
… haben wir uns im Restaurant, wenn die Wartezeit auf das Essen lang wurde, noch mal eben eine Zigarette angesteckt. Denn nach Murphy’s Gesetz kommt das Essen immer dann, wenn man noch eine halbe Zigarettenlänge vor sich hat.
… hatten wir zwar schon Computer (C-64! Amiga!), aber sehr lange ohne Internet und E-Mail. Ich war so um die 24, als ich meine erste E-Mail-Adresse bekam — und musste mich, um die Mails “abzuholen”, extra mit dem Modem in eine “Mailbox” einwählen. Die Mailbox hatte auch Boards zwecks Meinungsaustausch und Trollerei sowie Pornobildchen in schlechter Auflösung (oder gleich in ASCII-Zeichen, wie Hazamel anmerkt). Eigentlich fehlte nix, so gesehen.
… gab es Apfelsorten wie “Roter Pariner” oder “Altländer Pfannkuchenapfel”. Hunderte, von Landstrich zu Landstrich unterschiedliche. Nicht nur “Golden Delicious” oder “Fuji” wie heutzutage.
… haben TV-Moderatoren zuweilen Sätze wie “Oh, ich glaube, das müssen wir für unsere Schwarzweiß-Zuschauer einmal erklären” gesagt. Und warum? Weil das Fernsehen früher NICHT FARBIG war! Beim Fußball früher hatte der Schiedsrichter extra die rote Karte in der Gesäßtasche und die gelbe in der Hemdtasche, weil im S/W-Fernsehen gelb von rot kaum zu unterscheiden ist. Daher auch der Ausdruck “Arschkarte”. [Herr Kaliban / Manuel]
… war die Zollabfertigung ein fest eingeplanter, beträchtlicher Zeitblock im Ein-Tages-Skiausflug. Nix grüne Grenze. Österreich war quasi ein fremdes Land! Die hatten sogar eine eigene Währung: Schillinge. Der Wechselkurs auf der Skihütte wechselte täglich, möglicherweise sogar stündlich. Und wir, wir hatten die West-Mark (das war vor der Gesamt-Mark und vor dem Euro). [Jagermo]
… konnte man nicht mal eben mit dem Handy anrufen, wenn man vor der Tür stand und wollte, dass der beste Freund runterkommt. Man musste klingeln und wenn es keine Gegensprechanlage gab, musste man die Treppen hochlaufen, um zu sagen, dass man da ist. [MNOSTG]
… hieß “Twix” noch “Raider”. Wirklich. [Schildmaid]
… hatten wir Angst, dass wenn man morgens aufwacht, man eben nicht aufwacht, weil eine Atombombe in Mutlangen eingeschlagen ist. Der kalte Krieg wird heute schon sehr verharmlost, das war früher der Panikmacher Nummer 1 — die Punks hatten “No Future” auf ihren Jacken stehen, weil ja klar war, dass in absehbarer Zeit der Atomkrieg kommt. [MNOSTG]
… hörte man Musik nicht nur von den vielzitierten selbstaufgenommenen Kassetten, sondern hauptsächlich von so genannten “Schallplatten”. Die hatten zwei Seiten, also musste man, wenn die eine nach 20 Minuten abgelaufen war, aufstehen und das Ding umdrehen! [Tanne]
… hatten wir, um Plakate für ein Konzert zu entwerfen, diverse Bücher mit Kopiervorlagen, aus denen wir die Bildchen und Buchstaben ausschnitten und auf ein A-4 Blatt klebten, um dann davon in einem Copyshop (sündhaft teure) S/W Kopien anfertigen zu lassen. [Ernie Trölf]
… schrieben wir uns aus dem Urlaub Postkarten. Die kamen dann (auch aus dem Ausland) nach ein paar Tagen oder Wochen an. Und es wurden Briefe geschrieben. Mit Schönschrift und allem drum und dran. [Thomas]
… kamen die lauten Geräusche beim Computer nicht vom Lüfter (denn es gab keinen), sondern vom Diskettenlaufwerk. [Magnus]
… gab es keine Fax- sondern Telexgeräte! Und: Meine ersten Texte hab ich auf einer IBM-Schreibmaschine geschrieben. Bei Tippfehlern gab es dann nur eins: Tipp-Ex oder noch einmal von vorne anfangen. [Tanne]
… waren wir nicht immerzu erreichbar. Es gab nur ein Festnetztelefon je Familie – in Österreich anfangs sogar noch ein Vierteltelefon. Das Gerät stand immer am selben Ort. Den Klingelton konnte man auch nicht ändern Wenn man bei Freunden anrief, hob jedes Mal erst die Mutter ab, und man musste ein paar Sekunden Smalltalk einschieben, ehe man den gewünschten Gesprächspartner bekam. [Gerhard / Black Angel]
… waren die Postleitzahlen vierstellig. 1993 stellte die Post um, die Werbekampagne dazu stand unter dem Motto “Fünf ist Trümpf” und hatte eine sprechende Hand als Maskottchen. [Daniel]
… haben wir noch seitenlange hexadezimale “Data Listings” aus Computerzeitschriften abgetippt, um unsere Gratisspiele zu bekommen. Und wenn man auch nur einen Schreibfehler gemacht hatte, war die ganze Liebesmüh umsonst. Wer alles richtig machte, durfte zur Belohnung ein maues Textadventure spielen, das eine halbe Stunde lang irgendwie Spaß machte. Und: Früher konnte man auch die Verkäufer in den großen Kaufhausern herrlich verwirren, indem man
10 Print “Dieser Laden ist scheisse!”
20 Goto 10
Run
in den dramatisch ausgestellten Commodore 64 bei Karstadt tippte. 90 Prozent der armen Kundenbetreuer wussten sich nur mit einem Reset zu helfen. [Matthias]
… wurden Adventures teilweise über ein Jahr lang gezockt, bis man sie gelöst hatte — denn es gab ja kein Internet voller Komplettlösungen. Mit etwas Glück fand man eine Lösung in einer Spielezeitschrift. [hoschi]
… musste man aufstehen und zum Fernseher gehen und am Gerät umschalten, wenn man das Programm wechseln wollte. Die ersten Fernbedienungen waren über ein Kabel mit dem Fernseher verbunden. [einkay]
… haben wir die Joysticks reihenweise kaputtgeschüttelt bei Track & Field, Decathlon, Summer- oder Winter Games. Und wenn alle Joysticks geschrottet waren, zerlegten wir sie in Einzelteile, um daraus wieder funktionierende zu basteln. [wu]
… fuhren in den europäischen Nachbarländern primär jeweils die Fahrzeuge, die ebenda produziert wurden und noch nicht das globale Einheitsdesign. In Frankreich fuhr man ausschließlich mit gelben Scheinwerfern, als Tourist besorgte man sich entsprechende Folien für die eigenen Leuchteinheiten. [mhansen]
… endete nachts irgendwann das Fernsehprogramm. Das nannte man “Sendeschluss”. Danach liefen nur Testbilder. [mhansen]
… hatten meine Eltern eine Zimmerantenne zum Fernsehen. Die musste je nach Wetter vor oder neben das Fenster oder sonstwohin gestellt werden, nur um ein schneefreies Bild zu bekommen. [Thomas]
… nahm man alles mögliche und unmögliche auf viereckige Dinger mit Magnetband auf. Nannte sich VHS. Man hat es dann meistens nie mehr angeschaut, aber man hatte es. Das Programmieren des Videorekorders war ungefähr so leicht wie Hebräisch lernen, und wenn man Pech hatte, überspielte man irgendwas wichtiges. Später konnte man dann irgendwann nicht mehr nur SinglePlay aufnehmen, sondern auch stundenlang Longplay bei miserabler Qualität. [Hazamel]
… war es undenkbar, mal eben für eine Konferenz einen Tag ins Ausland zu fliegen. Fliegen war ein Wunder und unfassbar teuer. [Manuel]
… hieß die Zeit in der Kindersendungen im Fernsehen liefen noch “Kinderstunde”. Und das war nicht zwischen 8:00 und 10:00 morgens! [ihcsoh]
… war Pluto noch ein Planet in unserem Sonnensystem! [Maccle]
… gab es an der Tankstelle nur Sprit (und nicht etwa Holzkohle, 45 Softdrinksorten und Toastbrot). Und der Tankwart hat selber getankt und auch noch die Scheiben geputzt. Ohne Aufpreis. [ruediger]
…verbreiteten sich Viren noch nicht über das Internet, sondern über illegale Spiele(raub)kopien auf Disketten, die auch die einzige Quelle für PC-Spiele waren. Wenn man sich ein Spiel besorgt hatte, musste man wegen dem Kopierschutz noch das Handbuch kopieren — oft wurden im Spiel nämlich Fragen wie “Welches Wort steht am Anfang von Zeile 17 auf Seite 28?” gestellt. [hoschi]
… hatte mein Vater in der Firma einen schnellen Rechner mit schwarz/grünem Display. Da konnte man nach Feierabend mit Strickgrafik daddeln. [Baruch]
… hatten coole PCs Turboschalter. Um die Taktrate zu erhöhen. [Maccle]
… hatten wir einmal 16 Jahre den gleichen Bundeskanzler. Einen dicken, großen Mann. [Hannes]
… war “Converse” eine leicht peinliche Billigmarke. Weil die Dinger aus Stoff waren! [Claudia]
… haben wir auf dem Schulhof Pokémon getauscht. PER LINK-KABEL! Nix drahtlos. Und es gab damals auch nur 151 (!) Pokemon. [aeq]
… war Ritter Sport die teuerste Schokoladenmarke. [ruediger]
… gab es keine Computer-Mäuse, die allerersten Shooter wurden ausschließlich mit der Tastatur bedient. Die ersten Mausspieler hatten keine Chance gegen die Tastatur-Profis und wurden müde belächelt. [einkay]
… gab es Bonanza-Fahrräder mit komischen Satteln. Etwas später sind die Leute nicht mit Ranzen zur Schule gegangen, sondern 60% der Jungen hatten Lederkoffer. Man spielte mit Jojos und es gab in Wettbewerbe beim JoJo-Looping machen. Man konnte noch ganz frisch Kuhmilch beim Bauern kaufen, ohne dass es da viele Hygiene-Regeln gab (gut erhitzt wurde sie schon). Es gab Eis mit Kaugummis unten drin (Slop) und freitags habe alle Futzi in “Western von Gestern” geschaut. Ich hatte sogar fünf Sender ARD, ZDF, Das Dritte und DDR1 und DDR2 — der Vorteil, wenn man an der Grenze lebte. Die Leute haben kalten Tee getrunken, außer Cola und Sinalco gab es keine anderen Erfrischungsgetränke mit Geschmack – außer Quench, aber das war ein Pulver, das man auflösen musste. Es war normal, jeden Tag draußen Fussball zu spielen. Es gab Pornokinos für normale Leute und man stritt sich ob Beta, VHS oder Video 2000 das richtige Format ist. Lange bevor es die DVD gab, gab es die Laser Disc, die es sehr lange gab und die eigentlich nicht viel schlechter als eine DVD ist. Ein Besuch bei McDonald’s war etwas ganz besonderes. Es gab nur wenige McDonald’s. [Metagames]
Extra I: DDR-spezifische Erinnerungen
Früher… … haben wir noch mit Kohle geheizt, man musste im Winter tatsächlich Kohle in den Ofen schippen und am Ende die Asche zur Schwarzen Tonne schaffen (dafür war die ursprünglich mal). [Konrad]
… gab es auf jeder Party einen Igel aus Mett (Gehacktes) und Salzstangen und mit Radieschen oder Zwiebeln als Augen. [einkay]
… konnte man an einem Sonntag bei der Chefin der Kaufhalle klingeln und darum bitten, den Laden kurz aufzusperren, da man noch ein Stück Butter, ein paar Eier oder eine Flasche Milch brauchte. [einkay]
… haben wir Programme, also Software, über das Radio mit einem handelsüblichen Kassettenrecoder aufgenommen. Der Jugendsender DT64 hat das typische Gequietsche einer Datasetten-Aufnahme einfach per Radio ausgestrahlt und das konnte man am Kassettenrecoder aufnehmen und dann in seinen Rechner einladen. [einkay]
… brauchte ich in der DDR einen Bezugsschein, um als Privatperson einen der wenigen verfügbaren KC87 Computer kaufen zu dürfen. In unserem ganzen Ort gab es genau zwei Rechner: Meinen und einen in einem Großbetrieb. [einkay]
Extra II: Serien, Musik und so Zeugs
Früher… … war Tony Marschall war ein Gott und “Heute hau’n wir auf die Pauke und wir machen durch bis morgen früh” war seine Hymne, die jeder mitsingen konnte. [einkay]
… liefen im Fernsehen noch Kinderserien wie “Heidi”, “Georgie”, “Die Abenteuer von Peter Pan” und später Jugendserien wie “Die Schatzinsel”, “Saber Rider und die Star Sheriffs” oder “Galaxy Rangers”. [Kashi]
… freuten sich alle Grundschüler auf “Krempoli“. [ruediger]
… hatten bestimmte Serien wie z.B. “Die bezaubernde Djinni” nahezu 50 Prozent Marktanteil. Das kannte jeder. [Magnus]
… freuten wir uns auf Captain Future. Und die Star Trek-Folgen, bei denen der Captain noch Kirk hieß. [Herr Kaliban]
… war unsere Vorstellung von Erotik die geknotete Bluse von Jody in “Ein Colt für alle Fälle”. [Herr Kaliban]

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hatten wir Angst das wenn man Morgens aufwacht, man eben nicht aufwacht weil ne Atombome in Mutlangen eingeschlagen ist. Der kalte Krieg wird heute schon sehr verharmlost, das war früher der Panikmacher Nummer eins.
Guten Tag, Herr Kaliban,
ein sehr schönes Thema haben Sie gefunden. Mir fällt dazu ein, dass Twix früher Raider hieß und Telephone eine Wählscheibe hatten.
LG von Schildmaid
Mh, ich glaub mit Anfang 20 bin ich nur Zaungast, oder? Also viel Spaß den “Alten” hier. Bin gespannt!
… hatten wir noch eine West-Mark vor der -Gesamt-Mark vor dem Euro.
… war die Zollabfertigung ein fest eingeplanter, beträchtlicher Zeitblock im Ein-Tages-Skiausflug.
… zahlte man auf der Hütte dann in Schilling. Der hatte teilweise stündlich einen andern Wechselkurs zur D-Mark.
Konnte man nicht anrufen um zu sagen das man kurz vo der Tür ist und der andere mal schnell runter kommen soll. Weil keine Handys. Ich weiß noch wie ich für verrückt erkrlärt wurde als ich das mal gemacht hab (Diesen entgeiseterten Blick werd ich nie vergessen)….
…waren wir nicht immerzu erreichbar. Es gab grad mal ein Festnetztelefon je Familie – bei uns anfangs sogar noch ein Vierteltelefon. Ihr wißt nicht, was das ist? Naja heutzutage kann man dazu ja immerhin in der Wikipedia nachschlagen (hatten wir früher natürlich auch nicht…). Jedenfalls, Treffen wurden in der Schule ausgemacht oder eben per Telefonanruf. Jedesmal hob die Mutter des Freundes/der Freundin hab und man musste erst den gewünschten Partner verlangen. So dieser eben daheim war. Ansonsten musste man erneut anrufen. War dann endlich eine Zeit und ein Treffpunkt ausgemacht, musste man dort dann nur noch warten, bis das Treffen endlich stattfand. Nachfragen per Kurzanruf oder gar SMS war nicht. Warum? Weil noch niemand ein Mobiltelefon besaß. Eine schöne Zeit.
…waren Pornobildchen noch aus Ascii-Zeichen.
…gab es noch keine Handy sondern gelbe Telefonzellen und niemand konnte anrufen und fragen wo man gerade ist.
…sahen 12jährige Mädels noch nicht aus als wären sie grad vom Straßenstrich gekommen und hätten vergessen sich anzuziehen
…wurde extra RAM noch von außen an den Computer gesteckt.
…waren 5 1/4 ” Disketten noch HighTech :D
…kamen die Simpsons noch auf ARD und waren höchst bedenklich
Früher hatte der Schiedsrichter die Rote Karte in der Gesäßtasche, weil im S/W-Fernsehen gelb von rot kaum zu unterscheiden ist. Daher übrings die Redewendungen um die “Arschkarte”.
Früher ging mal früh genug los, weil man nicht von unterwegs anrufen konnte, dass “etwas dazwischen gekommen” ist.
Früher hatten nur grosse Familien ein Auto, und in das passten immernoch nicht alle rein.
Früher war Fliegen ein Wunder!
Früher war man nicht einen Tag weg zu einer Konferenz im Ausland.
Früher hört man Musik nicht nur von den vielzitierten selbstaufgenommenen Kassetten, sondern von sogenannten Schallplatten. Man mag es glauben oder auch nicht, die hatten sogar eine bespielte Rückseite! Nachteil: Man mußte aufstehen und die Schallplatte umdrehen, wenn die erste Seite abgelaufen war. Also nicht wundern, wenn einige ältere Spaßvögel einen dazu auffordern, die CD umzudrehen, sofern noch jemand einen CD-Player hat. ;)
…wurde Citrone noch mit C geschrieben
…gab es auch kein “dass”
…Hatten Fernsehserien wie “Die bezaubernde Djinni” 50% Markanteil
…waren die Renten noch sicher
Ich sage als 19-Jähriger einfach mal, dass wir zwar mehr Fernsehsender haben, aber davon immernoch keiner Musikvideos spielt.
@hugn:
nun, zwischendurch gab es aber mal einen. “mtv” bedeutet nämlich eigentlich “music television”.
@hugn: Nicht unter den “ersten 20″, aber GoTV und andere, kleinere Sender bringen 24:7 Musikvideos ;)
Um Plakate für ein Konzert zu entwerfen, hatten wir früher diverse Bücher mit Kopiervorlagen aus denen wir die Bildchen und Buchstaben ausschnitten, auf ein A-4 Blatt klebten um damit dann (sündhaft teure) S/W Kopien anfertigen zu lassen.
…mussten wir keinen Euro/Plastikchip in die Einkaufswagen stecken. Und weil keine Kette dran war konnte man die Dinger auch viel leichter klauen.
@hugn,
gott sei dank gibts ja jetzt das Internet. Ich empfehle einfach mal Tape.Tv
… ärgerten wir die Napster-User, die MP3s von uns luden, indem wir unsererseits den Transfer kurz vor Schluss abbrachen. Wiederaufnahme gab’s nicht, hauptsächlich wurden lahme Modems benutzt. Ach wie schön, sich die verärgerten Gesichter vorzustellen.
@Gunnar: Von diesem Gerücht habe ich auch schon gehört. Aber angeblich soll ja auch ein gewisses Bielefeld existieren. Übrigens ist deine Uhr noch auf Winterzeit.
@Magnus: Stimmt schon – da laufen tatsächlich ab und zu ein paar gute Sachen. Aber im Grunde sind mir auch die kleinen immernoch zu Mainstreamlastig. Und der Tag an dem ich Tokio Hotel als Musik bezeichne wird nicht kommen.
@Jagermo: Danke, sieht echt interessant aus.
…Nahm man alles mögliche und unmögliche auf viereckige Dinger mit Magnetband auf die sich VHS nannten. Man hat es dann meistens nie mehr angeschaut aber man hatte es. Das Programmieren des Videorekorders war noch ein halbes Studium und wenn man Pech hatte überspielte man irgendwas wichtiges.
Später konnte man dann irgendwann nicht mehr nur SinglePlay aufnehmen sondern auch stundenlang Longplay bei besch… Qualität
@hugn: Ich war schon in Bielefeld… Aber ich war noch nie in Braunschweig ;)
Ja, und beim Fernsehen hatten meine Eltern eine Zimmerantenne. Die musste je nach Wetter vor oder neben das Fenster oder sonstwohin gestellt werden, nur um ein schneefreies s/w Bild zu bekommen.
Ja und dann gab es noch die vielen gelben Häuschen, in denen man für 20 Pfennig telefonieren konnte. Handys? Kannte man nur von Startrek . Und man war nicht immer und überall erreichbar. Herrlich !
Die Menschen schrieben sich aus dem Urlaub Postkarten. Die kamen dann (auch aus dem Ausland) nach ein paar Tagen oder Wochen an.
Und es wurden Briefe geschrieben. Richtig schöne und richtig viele.
Und weil ich gerade beim Urlaub war. Fotos wurden natürlich entwickelt. Nach 2 Wochen bekam man dann die Ergebnisse zurück. Und war richtig erstaunt, was man so alles fotografiert hatte. Oder auch nicht.
Und es gab später auch schon Computer. Ich erinnere mich gerade daran, dass ich damals WINDOWS NT 3.51 auf einen COMPAQ PC mit SCSI Platte (also was wirklich edles ) installierte. Der Treiber war nicht verfügbar (COMPAQ hatte immer besondere Treiber). Also Hotline angerufen, die schickten eine Diskette. Nach zwei Tagen war die dann in der Post. Natürlich die Falsche. Nach weiteren zwei Tagen kam dann endlich der richtige Treiber.
Das Betriebssystem und auch die Anwendungen wurden mittels Disketten installiert. 40…50 Disketten waren bei mancher Software keine Seltenheit.
Ach ja, und Autos. Als Vorschulkind saß ich immerhin hinten in Papas Auto. Die Vordersitze (Zweitürer) wurden einfach geklappt. Ohne Arretierung. So kam es, daß bei einer Vollbremsung der kleine Thomas von der Rückbank nach vorn segelte und sich am Rückspiegel eine blutige Nase holte. Sicherheitsgurte, Kindersitz ? unbekannt….
…war das Schaufenster beim Einzelhändler um die Ecke tatsächlich noch interessant
…waren die lauten Geräusche beim Computer ganz bestimmt nicht der Lüfter – denn es gab keinen – sondern das Diskettenlaufwerk.
…hat man im Chat noch das heute verpöhnte ” *g* ” benutzt.
…hatten wir 16 Jahre den gleichen Bundeskanzler. Einen dicken, großen Mann.
Und da spricht man HEUTE von Stillstand… ;)
…gabs Deutschland gleich zweimal.
…hatte mein Vater in der Firma einen schnellen Rechner mit schwarz/grünem Display. Da konnte man nach Feierabend so schön mit Strickgrafik daddeln. (Und hat seinen Vater demzufolge ganz oft abgeohlt oder zumindest besucht.)
…gabs es Bücher. So zum Aufklappen und Lesen und ins Regal stellen und an Freunde verleihen und nie wiederbekommen. (Der Büchermarkt muss eingebrochen sein, so ganz ohne Kopierschutz.)
…brauchte ich in der DDR einen Bezugsschein (frag nicht, was dafür alles nötog war) um als Privatperson einen der wenigen verfügbaren KC87 Computer kaufen zu dürfen. In unserem ganzen Ort gab es genau zwei Rechner: Meinen und einen in einem Großbetrieb.
@Thomas Meine Güte, stimmt. Longplay-Video-Kassetten. Die dann aber nicht mehr in Videorekordern ohne Longplay abgespielt werden konnten, weil sie doppelt so schnell abliefen.
…haben wir Programme, also Software, über das Radio mit einem handelsüblichen Kasettenrecoder aufgenommen. Der Jugendsender DT64 hat das typsiche Gequitsche einer Datasetten-Aufnahme einfach per Radio ausgestrahlt und das konnte man am Kasettenrecoder aufnehmen und dann in seinen Rechner einladen – und es funktioinierte – meistens – naja, manchmal.
…konnte man an einem Sonntag bei der Chefin der Kaufhalle klingeln und darum bitten, den Laden kurz aufzusperren, da man noch ein Stück Butter, ein paar Eier oder eine Flasche (Ja aus Glas) Milch brauchte…
…gab es auf jeder Party einen Igel aus Mett (Gehacktes) und Salzstangen und mit Radieschen oder Zwiebeln als Augen…
Haben wir noch mit Kohle geheizt, man musste im Winter tatsächlich Kohle in den Ofen schippen und am Ende die Asche zur Schwarzen Tonne schaffen (dafür war die ursprünglich mal).
…Tony Marschall war ein Gott und “heute Hauen wir auf die Pauke und wir machen durch bis morgen früh” war seine Hymne, die jeder mitsingen konnte.
Es gab einen Sendeschluss. Und Testbilder. Und in den europäischen Nachbarländern fuhren primär jeweils die Fahrzeuge, die ebenda produziert wurden und nicht das globale Einheitsdesign. In Frankreich fuhr man ausschließlich mit gelben Scheinwerfen, als Tourist besorgte man sich entsprechende Folien für die eigenen Leuchteinheiten.
… haben wir die Joysticks reihenweise kaputtgeschüttelt bei den Winter Games. Und alle Joysticks geschrottet waren, zerlegten wir sie in Einzelteile um daraus wieder funktionierende zu basteln.
..man musste aufstehen und zum Fernseher gehen und am Gerät umschalten, wenn man das Programm wechseln wollte. Die ersten Fernbedienungen waren über ein Kabel mit dem Fernseher verbunden.
Diese Herren hatten es “früher” auch nicht leicht…
…hies die Zeit in der Kindersendungen im Fernshen liefen noch “Kinderstunde”
..musste man noch wircklich in einen Laden gehen um sich was zu kaufen
… hat David Hasselhoff noch mit seinem Auto geredet und nicht mit einem Hamburger.
Früher war alles besser
…das erste Spiel, mit dem ich richtig, richtig viel Zeit verbracht habe, war Zak MacKracken. Was bekanntlich total kompliziert, irrwitzig unlogisch und abgedreht war. Bis ich raus fand, was ich tun muss, damit mich der Busfahrer endlich einsteigen lässt, bin ich fast ausgeflippt. Früher konnte man nicht einfach “Walktrough Zak McKraken” googlen! Mein Bruder hat mir dann einen Walktrough organisiert: Ein sauberer 9-Nadeldrucker-Ausdruck aus irgendeiner Mailbox. Und mit letzterem meine ich keinen Handy-AB, sondern dieses DFÜ-Dings. Und DFÜ ist…. ach, das führt alles zu weit ;-)
Es gab Bonanza-Fahrräder mit komischen Satteln. Etwas später sind die Leute nicht mit Ranzen zur Schule gegangen, sondern 60% der Jungen hatten Lederkoffer. Man spielte mit Jojos und es gab in Wettbewerbe beim JoJo-Looping machen. Man konnte noch ganz frisch Kuhmilch beim Bauern kaufen, ohne dass es da viele Hygiene-Regeln gab (gut erhitzt wurde sie schon). Es gab Eis mit Kaugummis unten drin (Slop) und freitags habe alle Futzi im Western von Gestern geschaut. Ich hatte sogar fünf Sender ARD, ZDF, Das Dritte und DDR1 und DDR2. Der Vorteil, wenn man an der Grenze lebte. Die Leute haben kalten Tee getrunken, außer Cola und Sinalco gab es keine anderen Erfrischungsgetränke mit Geschmack – außer Quentsch. Es war normal jeden Tag draußen Fussball zu spielen. Es gab Pornokinos für normale Leute und man stritt sich ob Beta, VHS oder Video2000 das richtige Format ist. Lange bevor es die DVD gab, gab es die Laser Disc, die es sehr lange gab und die eigentlich nicht viel schlechter als eine DVD ist. Ein Besuch bei McDonalds war etwas ganz besonderes. Es gab nur wenige McDonalds.
Früher war alles besser!
…spielte man die paar PC-Spiele die man hatte mehrfach durch, weil man sich nicht einfach ein neues runterladen oder mal eben kaufen konnte.
…wurden Adventures teilweise über ein Jahr lang gezockt um sie zu lösen, denn es gab keine Komplettlösungen die man sich einfach runterladen konnte.
…waren PC-Spiele-Hefte die einzige Möglichkeit sich über Spiele zu informieren. So gingen einige gute Spiele unbemerkt an einem vorbei, wenn man nicht jede Ausgabe gekauft hatte.
…verbreiteten sich Viren noch nicht über das Internet sondern über illegale Spiele Kopien auf Disketten, die auch die einzige Quelle für PC-Spiele war.
…musste man, wenn man sich ein Spiel besorgt hatte, wegen dem Kopierschutz noch das Handbuch kopieren
Wir sind damals, also Ende der 70er, um 15:00 Uhr mit Freunden raus gegangen und unsere Eltern haben uns gegen 18:00 Uhr erst wiedergesehen. Dazwischen hatte man keinen Kontakt und man war mehrere km von zu Hause weg. Beliebteste Orte: Bolzplatz, Bach, “Höhle” z.B. in einem Busch-Dickicht und natürlich jegliche Form von Wald.
Ich kompensiere das heute noch, indem ich fast nur vor dem PC sitze. :D
btw: Wir leben trotzdem noch! Unsere Eltern haben uns auch nirgendwo hingefahren oder abgeholt, es gab Füße, Fahrräder und Busse.
Frueher haben wir noch seitenlange hexadezimale “Data Listings” aus Computerzeitschriften abgetippt, um unsere Gratisspiele zu bekommen. Und wenn man auch nur einen Schreibfehler gemacht hatte war die ganze Liebesmueh umsonst. Wer alles richtig machte durfte zur Belohnung ein maues Textadventure spielen, das eine halbe Stunde lang irgendwie Spass machte.
Frueher konnte man auch die Verkaeufer in den grossen Kaufhausern herrlich verwirren, indem man
10 Print "Dieser Laden ist scheisse!"20 Goto 10
Run
in den dramatisch ausgestellten Commodore 64 bei Karstadt tippte. 90% der armen Kundenbetreuer wussten sich nur zu helfen, indem sie den Computer rebooten liessen.
@Jagermo
von wegen Longplay-Video-Kassetten: Also mein Vater benutzt die immer noch. Und er will einfach nichts neueres kaufen… “Womit spiele ich dann die alten Sachen ab?” -.-
Naja, mit meinen 21 Jahren kenn ich zwar einige Sachen auch noch, aber bei manchen Sachen muss ich schon passen^^
Ach ja:
… gab es Grafikkarten mit 4 Grafikchips.
3dfx hat einfach gerockt. R.I.P.
… hatte die ganze Familie ein einziges Telefon. und das war immer am selben Ort. Den Klingelton konnte man auch nicht ändern. Und wenn es die Nummer anzeigen konnte war es schon modern.
Früher gab es keine Fax- sondern Telexgeräte! Und: Meine ersten Texte hab ich auf einer IBM-Schreibmaschine geschrieben. Bei Tippfehlern gab es dann nur eins: Tipp-Ex (http://de.wikipedia.org/wiki/Tipp-ex) oder noch einmal von vorne.
Ich darf zwar aus Altersgründen nicht wirklich mitreden, aber diese »stinkenden Kopien« kenne ich noch aus der Grundschule, die Abzüge waren lila, schlecht zu lesen, auf miserablem Papier abgezogen und haben gestunken.
Das Ding zum Herstellen der Abzüge hieß Matrizendrucker.
Grüße,
Drizzt
P.S.: Kann natürlich sein, dass du eine andere Technik gemeint hast.
Als ich noch “jung” war liefen im Fernsehen noch Kinderserien wie “Heidi”, “Georgie”, “Die Abenteuer von Peter Pan” und später ‘Jugendserien’ wie “die Schatzinsel”, “Saber Rider und die Star Sheriffs” oder “Galaxy Rangers” (nicht zu vergessen die Dino und Marvel Klassiker die zu zahlreich sind zum aufzählen). Die hatten noch ne richtige Story und Tiefe in der Handlung! Heute werden die Kinder mit Billigmist aus Frankreich oder Endlosserien aus Japan (beide drawn in Vietnam) abgefertigt bis sie diesen wunderbar trägen Blick in den Augen haben.
Und ich bin “nur” 24 Jahre alt ^_^’…
P.S.: Das Nachdenken über die guten alten Serien hat bei mir direkt wieder zu nem geplatzten Blutgefäss geführt als ich mich dran erinnert hab das ein grosser deutscher TV-Sender seit einigen Jahren Kinder-und Jugendserien (und sogar Filme) schneidet und zensiert um sie zusammen um 12 Uhr im Mittagsprogramm senden zu können (“Damit zuschauende Kinder nicht möglichen Gewaltszenen ausgezetzt werden”). Gut das sie die Klassiker nicht mehr senden, es würd mir in der Seele wehtun wenn die auch unter die Schere kämen.
Bin auch grade mal 19, aber früher gab es noch Videospiele, wo man anch der Hälfte die Diskette oder CD wechseln musste….
Zu einem vorherigen Eintrag: Nein, die Simpsons kamen NIE auf ARD , sondern anfang der 90er auf ZDF *klugscheiß*
…haben wir in der Zeitschrift ‘Chip’ Inserate gelesen wo Menschen Software tauschen wollten. Und die erste Verbindung per Telefon ging mit einem Akkustik-Koppler. Telefonhörer auf ein Gerät legen usw…
… hat ein Ortsgespräch 20 Pfennig gekostet. Egal wie lange telefoniert wurde.
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