Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD) fordert ein schärferes Prüfverfahren für Computerspiele. [...] Im vergangenen Jahr wurde für 3000 Computerspiele eine Zulassung beantragt. Die 50 Tester der USK haben dann für jedes Spiel fünf bis zehn Tage Zeit. “Bedenkt man, dass ein geübter Spieler 70 bis 100 Stunden an einem Computerspiel sitzt, so kann man sich vorstellen, dass den Testern gar nicht genügend Zeit für ein Spiel bleibt”, kritisierte Kolb. (Quelle: SpOn)
Oh. Wieder ein neuer Versuch, die USK zu diskreditieren. Und wieder mit falschen Informationen. Wer berät eigentlich diese komischen Politiker, bevor die mit irgendwelchem Unsinn an die Öffentlichkeit gehen, den ein 12jähriger Hauptschüler widerlegen kann?
Und dann wundern die sich, dass junge Leute nicht mehr wählen gehen.

{ 13 comments… read them below or add one }
Wie recht Sie doch mit Ihrem letzten Satz haben…
Man verliert einfach den Glauben an den Sinn eines Systems, in dem Leute an die Macht kommen, die innerhalb von 10 Sekunden Recherche in Grund und Boden argumentiert werden können. Es kann einfach nicht sein, dass Menschen mit so schlecht recherchierten, polulistischen Aussagen auch noch gewählt werden, weil viele Menschen auch schlicht nicht die Möglichkeiten/die Zeit haben, jede Aussage im Wahlkampf nachzuprüfen.
Immerhin bin ich im Moment noch nicht selber an den momentan amtierenden Politikern Schuld, doch dieser Zustand wird sich vorraussichtlich im September ändern(Erstwahl) und ich bin auf einmal mitverantwortlich für diese Bande aus Deppen, die unser Land führt… Schade.
PS: Gerade deswegen noch einmal vielen Dank für Ihre Großartigen Beiträge. Weitermachen!
Es ist Wahlkampfzeit…
Auch auf diese Forderung habe ich schon eine Weile gewartet. Und auch wenn ich selbst kein Paintball spiele, finde ich es schon irgendwie traurig.
Grüße,
Drizzt
P.S.: Weiterhin an die Petition gegen Zensursulas Ansinnen denken und mitzeichnen. Denn wenn wir das System erst mal haben, landen auf der Liste auch ganz andere Sachen… Homepages von Clans wären sicher auch denkbar, schließlich ist es »nicht mit der Wertevorstellung vereinbar«, was die da machen (frei nach Bosbach zitiert), um nur ein mögliches weiteres Ziel zu nennen.
Ich finde die Idee ehrlichgesagt garnicht so schlecht. Es gab meiner Meinung nach schon häufiger Fehleinschätzungen der USK – sowohl nach oben als auch nach unten. Es kann sicher nicht schaden, wenn ein Tester mehr Zeit für ein Spiel hat.
Was mich ihrer Aussage am meisten stört ist eher, dass sie es erschreckend findet, dass die 10-Jährigen GTA4 toll finden. Das ist sicherlich erschreckend, hat jedoch nichts mit der USK zu tun, sondern damit, dass in den Läden nicht aufs Alter geschaut wird. Auch ich habe damals mit 15 Jahren Spiele und Filme ab 18 und Getränke ab 16 gekauft.
Gerade der letzte Satz beschreibt das in meinen Augen schwerwiegendste Problem: Jeder Jugendliche merkt sofort was für einen ausgemachten Blödsinn manche Politiker von sich geben. Eine ganze Generation bekommt vorgeführt das in der Politik die dümmsten Schreihälse am meisten Gehör bekommen. Soll das die Art sein, wie wir uns regieren lassen? Und viel wichtiger: Ist das die Art und Weise, die wir Jugendlichen als Politik präsentieren wollen?
Aus der großen Gruppe der desinteressierten Jugendlichen wird gerade eine noch größere Gruppe von jungen Menschen die den Politikern jegliche Kompetenz absprechen: Denn wenn “die” das mit den Spielen schon nicht verstehen, wie sollen sie dann komplizierte Themen wie Steuern, Finanzen oder Wirtschaft auf die Kette bekommen?
70 – 100 Stunden im Schnitt ?!
:*
Mein zwölfjähriger Nachbar zockt besser.
Bei der USK sammelt sich wohl auch nur der Bodensatz der Spieletester ?
Ich muss sagen, dass mich das alles langsam ganz schön anödet.
Die ewigen Diskusionen über Games. Wer hat eigentlich damit angefangen mit der Idee, dass etwas geändert werden muss ?!
Die Sache mit den Fragebögen amüsiert mich allerdings.
Ob das dann multiple-choice-Fragen sind?
Gegner:
Menschen ( )
Zombies ( )
Aliens ( )
Politiker ( )
sonstige … _____________
Nun wie dem auch sei, ich wünsche den Spieleproduzenten weiterhin erstklassigen Rechtsbeistand um gegen solch bornierte Wahlkampfanwandlungen bestehen zu können.
Rechnen müsste man natürlich können: Ein Tester beschäftigt sich 5-10 Tage mit einem Spiel, 8 Stunden täglich (oder so ähnlich), das wären dann 40-80 Stunden, um ein SPiel zu testen. Da sie das wohl nicht nur einmal im Leben machen, sind sie auch nicht ungeübt. Um also den Gewaltgrad des Spiels einschätzen zu können, sollte das völlig ausreichen. Selbst wenn das oben genannte Szenario stimmen würde, wäre das noch ausreichend, aber wahrscheinlich ist das genauso wahr wie “Böse Killerspiele machen unsere lieben Kinder zu Mördern”. Stimmt wirklich, warum sollte ich bald solche Leute wählen?
Wusstet ihr wenn ihr 101 Stunden lang “Tap Tap im Wunderland *” spielt, verwandelt sich das Spiel in Resident Evil 5!
Daher ist es äußerst Ratsam USK-Testern mehr Zeit zu geben! Nur so bekommt man ein Gesamteintdruck vom Gesamten Spiel was zu einer gerechten Gesamteinschätzung führen kann.
(* = fiktiv)
Die Dame weiss es also besser als die USK, weil die angeblich zu wenig Zeit hätten. Soso. Mich würde ja mal interessieren, wieviel Zeit diese Frau darauf verwendet hat, diese Spiele zu beurteilen.
Naja, der letzte Satz stimmt schon, hat mich persönlich aber bewogen, mich politisch zu engagieren; und wenn es nur daraus besteht, mit Menschen mit Vorurteilen über so Sachen wie Killerspiele und Netzzensur zu diskutieren.
Auch Kleinvieh macht Mist! ;-)
Ahnungslose argumuntieren unsinnig, mit den Sachverhalten vertraute Personen regen sich darüber auf. Ist leider nicht nur bei Computerspielen so, sondern läßt sich traurigerweise auf viele, viele andere Themen übertragen. Nur regt man sich als Zocker über diese dann weniger auf, weil häufig der eigene Einblick fehlt.
Hm, der Gedanke sorgt bei mir nicht unbedingt für weniger Resignation.
Den, wie ich finde, “besten” Absatz hast Du ja sogar noch unterschlagen. Ganz am Anfang heißt es da:
‘Zu viele Minderjährige nutzten Computerspiele, die nur für Erwachsene freigegeben sind, [...] Ihr Vorschlag zur Abhilfe: Das Prüfverfahren, während dem Spiele eine Freigabe für Nutzer ab einem bestimmten Alter erhalten, müsse besser werden.’
Sie will also das Problem, dass zu viele Jugendliche an Spiele herankommen, die nicht für sie freigegeben sind, dadurch lösen, dass das Prüfverfahren geändert wird?!? Sollen die Prüfer dann auch kontrollieren, ob sich jeder an die Freigaben hält?
Fragen über Fragen…
Wolfgang – ganz mein Gedankengang.
Ich frage mich, ob es der Unversität Halle-Wittenberg, die der Frau Doktor Professor irgendwann einmal (einen) ihrer Titel verliehen hat, inzwischen peinlich ist, wenn ebenjene mit einer solch eklatanten Unlogik an Ihr Aufgabengebiet herangeht.
Kann man Titel eigentlich wieder aberkennen?
Interessant finde ich auch, dass ein Versagen der Eltern (zehnjährige, die GTA4 als ihr Lieblingsspiel nennen – woher auch immer diese Information kommt) mit einer Änderung bei der USK als Problemlösung genannt wird. Traurig.