Weil die Debatte um Urheberrecht, Kostenlos-Kultur et cetera neulich hier auch Thema war, verlinke ich rasch zwischendurch zwei (relativ) aktuelle Beiträge mit sehr unterschiedlichen Standpunkten:
Im Netz der Piraten: “Die Ideologen eines »befreiten Wissens« mögen der Meinung sein, die elitäre »etablierte« Kunst könne so leicht durch das unlektorierte Mitteilungsbedürfnis der Nutzermassen ersetzt werden wie der professionelle Journalismus durch Jedermann-Reporter; YouTube-Filmchen seien ohnehin kurzweiliger als großes Kino. Welche intellektuelle Finsternis droht uns, wenn sie sich irren? Dem Heidelberger Appell ist deshalb uneingeschränkt zuzustimmen: Die Freiheit von Literatur, Kunst und Wissenschaft ist ein hohes Verfassungsgut. Zu dieser Freiheit gehört das Recht des Urhebers, nicht im Internet enteignet zu werden. Verlieren wir diese Freiheit, setzen wir unsere kulturelle Zukunft aufs Spiel.” [Quelle: Zeit.de]
Die Mär von der Generation Kostenlos: Es erscheint kurzfristig einfacher, gegen die eigenen Kunden zu wettern und so laut zu lamentieren, dass man hofft, die Politiker mögen mit schärferen Gesetzen zu Hilfe kommen, damit alles so bleibt wie es ist . Aber das Einzige, was man damit mittel- bis langfristig erreicht ist, einen unüberwindbaren Graben zwischen sich und seine Kunden zu ziehen, die zu recht eine tiefe Abneigung entwickeln. [Quelle: Netzwertig.com]
Ich kommentiere das nicht weiter, in my humble opinion greifen beide Standpunkte ein bisschen kurz. Aber zu dem Thema hat eh jeder seine Meinung, ist so ein klassisches Lager-Thema, wo man sich für ein Ufer entscheiden muss.

Gerade der erste Artikel »greift [nicht] zu kurz«, sonder ist schlichtweg hanebüchen. Für eine recht gute Übersicht empfehle ich Michael Voigts Blogeintrag auf Telepolis.
Ansonsten verweise ich einfach auch auf meinen Kommentar vom letzten Mal.
Grüße,
Drizzt
Als ob sämtliche menschliche hochkulturen in der geschichte nicht ohne copyright entstanden wären… Dunkle Zeit, aha…
Ich sehe kein problem darin das die motivation kunst und journalismus zu schaffen nicht mehr so sehr aus finanziellen lüsten rührt. Und sich nun an treue einzelgruppen spezialisieren muss.
Und ich sehe nicht das ende der print medien, momentan trennt sich nur die spreu vom weizen.
Man vergleiche nur mal die verkaufzahlen der gamestar oder Pc games, mit denen der screenfun oder computerbild spiele.
In zeiten des internets geben sich die konsumenten einfach nciht mehr mit dem einheitsbrei der massenmedien zufrieden, die sich ja nebenbei untereinander auch hemmungslos kopieren, man schaue sich mal die erfolgreichen deutschen TV formate an die fast ausnahmslos kopien aus dem ausland sind.
Die menschliche kultur basiert auf wissensaustausch, und wenn dieser billiger oder gar kostenlos wird sehe ich darin kein hinderniss zur kollektiven geistigen weiterentwicklung. Und es gibt genug beispiele das der intellektuelle nährwert eines mediums keineswegs mit seinem budget in relation steht.
Oder von mir aus auch verdummung.
Die medien machen schlaue schlauer und dumme dümmer.
Danke für den letzten Satz, Herr Kaliban :-)
Überwachungsgesetze zur Verhinderung von Urheberberrechtsverletzungen lehne ich ab. Grundsätzlich stelle ich das Recht der Urheber, ob Konzern oder kleiner Autor/Musiker/Journalist/etc., für das eigene Werk Geld zu verlangen nicht in Frage. Für dieses Recht gibt es ethisch wie ökonomisch gute Gründe.
Dass sich die “Piraten” mittlerweile aus Meinungsfreiheit und Kapitalismuskritik eine Ideologie zusammenzimmern, welche die unendgeltliche Selbstbedienung an der Arbeit Anderer moralisch rechtfertigt, ist meiner Meinung nach das eigentlich Abstruse an dieser Diskussion.