Wir haben große Bedenken gegen diese Art von Freizeitbeschäftigung. Spiele wie Counter Strike verherrlichen Gewalt und verletzen die Würde der Menschen. Sie können bei exzessivem Gebrauch abstumpfen und bergen dann ein enormes Gefahrenpotential. (Bettina Lisbach, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat Karlsruhe; Quelle)
Ah, nachdem die CDU, die CDU-mit-S-in-der-Mitte und die SPD mit schwachsinnigen Forderungen und Statements zum Thema »Killerspiele« auffällig geworden sind, dürfen auch die Bündnisgrünen offenbar nicht fehlen. Obwohl die sonst in dieser Sache immer eine Stimme der Vernunft waren. Ich hoffe mal, dass das nur eine regionale Verirrung war.
Hoffentlich. Oder soll ich etwa FDP wählen? Argh.
Was sagt eigentlich die Linke? Gibt es eigentlich irgendwo eine Auflistung mit den offiziellen Positionen der Parteien zu diesem Thema?
Update: Kaliban-Leser Hannes hat per Twitter den Grünen-Vorstand Malte Spitz zu dem Thema gefragt, dessen Antwort: “sorry, ja wir sind GEGEN ein Verbot von Killerspielen, die jetzige Regulierung reicht, sehen Computerspiele als Kulturgut an”. Aha. Na also.

Meines Wissens nach wird an so einer Seite gearbeitet. Die Linke hat irgendwo mal auf ihre Seite den Kölner aufruf gepostet… ergo ist die auch für mich gestorben (wobei das auch andere Gründe hat).
Warum denn nicht das schon bekannte Modell (http://kaliban.de/2009/05/herr-kaliban-geht-in-die-politik/) auch auf die Bundestagswahl ausweiten. Mit der Zielgruppe Spieler im Alter von 18-77. Alles anderen (Wirtschaftspolitik, innere Sicherheit) regeln wir mit dem Koalitionspartner oder diskutieren es in den Kommentaren aus! ;-)
Aber ich frage mich schon echt: wie kurzsichtig muss man denn sein? Keine Partei stellt sich Pro-Computerspiele. Wenn man sich mal für diese einsetzenb würde hätte man locker einige Stimmen, u.a. von eSportlern und Organisatoren, (Spiele)-Redakteuren, Schülern und Studenten im wahlfähigen Alter usw.
Das man diese “Zielgruppe” nicht bedienen will….
Ich bin zwar nicht ganz objektiv, aber die FDP zu wählen scheint mir keine so schlechte Idee *g*
Und wir haben mit Koch-Mehrin eine Art “Abgeordnete from Heaven” *gg*
Ich weiß nicht wie Die Linke aktuell dazu steht, aber 2007 hat sich Jan Korte, MdB gegen ein Verbot von “Killerspielen” ausgesprochen.
http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1253487842
Einzig ein kleiner Ortsverein ist für ein Verbot und bezieht sich positiv auf den Kölner Aufruf.
http://www.die-linke-bornheim.de/index.php?id=11685&type=123&tx_ttnews%5Btt_news%5D=15211&cHash=7c5cfc1c72
Wobei ich natürlich nicht weiß, wie medienkompetent Peter Breuer, der Verfasser des Artikels ist. Wie ein typischer Computerspieler sieht er nicht unbedingt aus.
http://www.die-linke-bornheim.de/wir/ortsverband_bornheim/
FDP wählen… dann findet, wenn überhaupt, eine Entschärfung der Killerspieldiskussion statt, dafür ist das Land nach einer Legislaturperiode alles, aber keine Sozialdemokratie mehr. Die Linke hat, nebenbei bemerkt, eine Presseerklärung zum Paintballverbotsversuch der Regierung, der sich jetzt anscheinend erstmal erledigt haben dürfte (http://www.gulli.com/news/waffengesetz-paintball-verbot-2009-05-14/), abgegeben, welche sich eindeutig gegen ein Verbot ausspricht (http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1236109984). Der Kölner Aufruf wurde afaik nur auf der Seite eines Kommunalverbandes (dem der Rhein-Sieg-Gruppe um genau zu sein) verlinkt, die Fraktion bezog bereits auf Grund der Verbalorgien des Herrn Beckstein eindeutige Positionen:
“Wenn Beckstein meint, alle Experten seien sich einig, dass Killerspiele Gewalttäter heranzüchten, meint er wohl ausschließlich die „Experten“, die das CSU-Wahlprogramm geschrieben haben. Seriöse Wissenschaftler können einen solchen Zusammenhang nicht erkennen. Schließlich werden Millionen Tatort-Fans auch nicht zu Killern, nur weil sie sich jeden Sonntag einen kaltblütigen Mord in der ARD ansehen.
Beckstein schießt über das Ziel hinaus. Wäre der Staat konsequent, müsste er dann auf breiter Front Zensur ausüben, denn von Becksteins Vorschlag sind nicht nur Spiele, sondern auch andere Medien wie Bücher und Filme betroffen. Jugendliche müssen aber Medienkompetenz erwerben. Dazu brauchen sie vor allem Eltern, die sich dafür interessieren, was ihre Kinder am Computer treiben. Das kann der Staat jedoch nicht per Gesetz regeln. Beckstein jedenfalls ist der beste Beweis dafür, dass fehlende Medienkompetenz ein ernstes Problem ist.”
Aua, grün ist für mich eigentlich ohne Alternative die einzig wählbare Partei geblieben. Was anderes könnte ich mit meinem Gewissen nicht verantworten.
Ich werde wohl mal Kontakt aufnehmen müssen um herauszufinden, was genau deren Position zum Thema ist.
Folgendes ist das einzige Suchergebnis auf der Website der Grünen:
http://www.gruene-partei.de/cms/default/dok/279/279099.killerspiele_verbieten_deutschland_brauc.htm
@ aeg
“Jugendliche müssen aber Medienkompetenz erwerben. Dazu brauchen sie vor allem Eltern, die sich dafür interessieren, was ihre Kinder am Computer treiben. Das kann der Staat jedoch nicht per Gesetz regeln. Beckstein jedenfalls ist der beste Beweis dafür, dass fehlende Medienkompetenz ein ernstes Problem ist.””
Johnny von Spreeblick hatte mal in irgedneinem Interview gesagt, dass er mal in einer Schule so eine Art Versuch gemacht hat und mit den dortigen Kindern das Internet durchforstet und erklärt hat. Sowas wäre, glaub ich, eine weitaus coolere Variante. Dafür könnte man den Schulsport weglassen, der ist ohnehin ziemlicher Quark (sagt ein Kumpel und Sportler).
Also gerade den Schulsport würde ich nicht weglassen
Also bei mir hat der Schulsport in 13 Jahren weder irgendeinen Fitness-Vorteil gebracht, noch habe ich da groß was gelernt. Habe selber 4 Jahre Tennis gespielt, einmal pro Woche, DAS war effektiv. Schulsport ist eigentlich nur Quark. Nen Kumpel von mir hat nen Trainerschein, ist selber Sportler und der sagt auch, dass dieser Hickhack, euphemistisch als Schulsport bezeichnet, überhaupt keinen Effekt hat. Aber das führt zu weit vom eigentlichen Thema ab…
Gruß
Thearcadier
Ja, da muss ich dir zustimmen. Soweit ich das allerdings einschätzen kann, würde es wirklich schwer werden dafür qualifizierte Fachkräfte zu finden, da, ich spreche aus eigener Erfahrung, die meisten Lehrer, selbst die die Medienkunde oder Informatik unterrichten, schlichtweg nicht mit Computern umgehen können. So musste ich in der 6. Klasse meiner Mk-Lehrerin erklären, wie man eine Datei in Word speichert. Oo Zwar gibt es auch lobenswerte Ausnahmen, doch die beschränken sich, zumindest an meiner Schule, auf 1-2 Lehrkräfte. Die Beseitigung dieser Misstände wird nicht einfach kurzfristig auf Basis von Weiterbildungen geschehen können, doch sofern es wieder mehr Neueinstellungen von jungen und engagierten Lehrern geben würde, könnte ich mir das Ganze gut vorstellen. Vorallem weil der Schulsport und damit nicht zuletzt Killerspiele, die eindeutig rechtes Gedankengut transportieren, wie zum Beispiel Völkerball abgeschafft werden würden.
PS: Warum kann niemand ein kleines q von einem kleinen g unterscheiden?! Das trifft mich immer wieder ins tiefste Mark meiner Seele =*(
Ach, ich weiß echt nicht mehr wen ich wählen soll. Jede Partei bekommt dieses Jahr in irgendeinem Thema ein Armutszeugnis ausgestellt… die eine mehr, die andere weniger. Ich bin echt am abwägen, ob ich überhaupt wählen soll. Und das sagt einer, der sich sowas nie hätte vorstellen können. :/
Vielleicht geh ich und wähl’ sowas wie die Tierschutzpartei, oder so ein Krampf, der eh keine Chance hat jemals über 5% zu kommen. (Obwohl man da etwas aufpassen muss, nicht dass man irgendwo im extremem Spektrum landet.) O_O
Nicht-wählen ist der falsche Ausweg! Gib lieber eine ungültige Stimme ab, die zählt nämlich!
Ich weiß nur von einem der Wessi-Linken (jaja, Vorurteile, aber die haben komischerweise mehr kommunistische Altkader, die gerne die DDR ausgeweitet hätten, wohingegen die Ost-Linke wirklich demokratischen Sozialismus haben will, und die DDR größtenteils ablehnt…) und einer größeren Sache wider den pöhsen Spielen.
Die Linke an sich baut mehr auf die große Medienkompetenz, was auch in den Reaktionen auf Beckstein, Schüne, Pfeiffer, und so weiter, klar wurde.
Aber da es ja eine Industrie ist, wird man bei der FDP wohl am wenigsten Probleme damit finden – nur fraglich, ob man die Partei unterstützt, die immer noch vollkommen zum gerade erst fast kollabierten freien Finanzmarkt hält.
Dann doch lieber tiefrot wählen, damit unterstützt man sowohl rot-rot-grün (denn in Koalitionen sind die Linken ziemlich vernünftig und erfolgreich) als auch die Ablehnung einer weiteren Amtszeit der tollen, großen Koalition oder gar einer gelb-schwarzen Bundesregierung.
@Alph
Wenn du deine Stimme bei den großen Parteien nicht gut aufgehoben siehst (Schade eigentlich, ich finde jede Stimme ist bei der Linkspartei gut aufgehoben^^) wähl doch einfach die Piraten, die können jede Stimme gebrauchen: http://www.piratenpartei.de/
Jop Piratenpartei.
http://www10.bpb.de/methodik/RETXPR,0,0,Piratenpartei_Deutschland_%28PIRATEN%29.html
Aber um ehrlich zu sein, finde ich die Erwähnung der Gewaltspielen fehl am Platze.
Passend dazu verlinke ich noch den guten alten (äh neuen) http://www.wahl-o-mat.de/europa/ .
Viel Spaß.
Vivi: “Dann doch lieber tiefrot wählen (…) denn in Koalitionen sind die Linken ziemlich vernünftig und erfolgreich”. :D
In Koalitionen ziemlich vernünftig – klingt ja sehr überzeugt. ;)
Das mit dem Erfolg will ich gar nicht abstreiten, denn in schweren Zeiten haben die radikalen Parteien ja immer ordentlich Zulauf.
@ aeq
Tut mir leid, das mit dem kleinen “q”, aber ich musste bei Deinem Nick spontan an die Firma AEG denken. Sorry!
@Thearcadier
np, irgendwie verständlich^^
@Bauernfänger!
Ich denke er meint damit eher, dass die Koalitionen erfolgreich sind und gut arbeiten, weniger dass die Partei in der momentanen Krise einen Zustrom erhält, was afaik (leider) nicht der Fall ist.
Auf Stigma-Videospiele gibst einen Wahlzettel, welchen sich man mal anschauen sollte…
http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=1760#comments
Vorschlag: Anstatt einfach irgendwen blind zu wählen, lieber einen ungültigen Wahlzettel abgeben!
@Bauernfänger
Ich meine damit, dass dann der linkeste und radikalste Flügel schnell einen Weg zu dem findet, was man “soziale Realpolitik” nennt. Also das, was der Seeheimer Kreis in der SPD so schön verhindert. ^_^
Hab die Grünen mal über twitter gefragt, wie sie dazu stehen. Sind sich zu einer Antwort wohl irgendwie zu schade. Deswegen meine Bitte: Überflutet sie mit twitter Anfragen bis sie antworten müssen ;)
Ach ja, der Twitteraccount heißt: Die_Gruenen
@Hannes,
das ist keine schlechte Idee! Vieleicht sollte Herr Kaliban dazu nochmal gesondert aufrufen!
Eine kleine Online Demo sozusagen, Demokratie 2.0
(Wie ich diese ganzen Modewörter hasse) :-D
Demokratie 2.0, das is’ ja dann sowas wie die Urform der Demokrate.
Damals, wie bei den Griechen, wo sie noch Beta-Status hatte!
Man fragt sich doch ernsthaft, warum man Leuten, die keine Ahnung vom Thema haben, und auch kaum davon betroffen sind, ein Mikrophon unter die Nase halten oder ihre Meinung aufschreiben muss. Wieviel Politiker kennen sich denn auch nur grundlegend mit Computerspielen aus? Wieviel haben sie selber gespielt? Es ist irgendtwie einfach, Sachen zu verbieten, die höchstens einen (scheinbar) kleinen Teil der Wählerschaft betreffen, und sieht nach ganz viel Maßnahme aus. Verrottet und Verroht unsere Gesellschaft etwa seit es PC-Spiele gibt?
Und warum will man hierzulande PC-Spiele und Paintball verbieten, aber keine Waffen?
Ach, ich vergaß, Waffen sind gut und bringen im Gegensatz zu PC-Spielen niemanden um…
(Paintball ist wieder durch, da war man sich wohl doch nicht so sicher^^)
Ich hab nochmal nachgeschaut und das Interview von Johnny Haeusler gefunden. in dem er u.a. auch auf Medienkompetenz bei Kindern eingeht (kurz):
http://turi-2.blog.de/2009/04/09/interview2-johnny-haeusler-spreeblick-com-5915092/
Hab Antwort von den Grünen bekommen:
“hallo Hannes, wir wollen direkt mit allen kommunizieren, aber haben leider nicht die Menge an Personal. das erstmal vorab Grüße Tobias #t
Zu den Killerspielen: Frag mal bitte Malte Spitz (here on twitter: maltespitz ). Er ist Mitglied des Bundesvorstands. Experte auf dem Gebiet”
Gut, fragen wir halt mal den Malte ;)
Antwort: “sorry, ja wir sind GEGEN ein Verbot von Killerspielen, die jetzige Regulierung reicht, sehen Computerspiele als Kulturgut an”
So, wir brauchen uns also wohl doch keine Gedanken zu machen.
Und Gunnar: Bitte, BITTE, keine FDP wählen!!
Die vorhergegangenen Kommentare sind der Spiegel einer lange bekannten Wahrheit:
Grünenwähler scheinen eine Schicht von Bessergestellten zu sein, die aus irgend einem Grund das Potential ihrer Intelligenz nie ausgeschöpft haben; es geht in keinem der Kommentare hier um tatsächliche politische Inhalte, Hauptsache ist, dass jeder mal was gesagt hat. Ob das inhaltlich falsch ist oder nicht, ist offenbar vollkommen irrelevant, man profiliert sich komplett an den anderen vorbei mit evidenzfreien populistischen Phrasen in den wunderschönen Himmel der Egozentrizität, wo man nur noch neben sich selbst steht und die Selbstkritik oder den Drang, sich mit anderen Göttern zu unterhalten, lange überwunden hat.
Schade. Stößt es hier keinem sauer auf, dass einige ihre politische Orientierung nur noch an der Haltung einer Partei zu diesem Unding “Killerspiel” festmachen?
Oder sind sie auf einem Niveau der Systemanalyse, dass sie gar aus diesem Haltungsfakt alles andere deduzieren können?
Machen wir doch mal die Probe auf’s Exempel und untersuchen nebenbei die Grünen auf das vermeindliche Verdikt “einzig wählbare Partei”, das hier genannt wurde.
Wie schaut unsere Deduktion aus, die uns sagt, dass wir keine weiteren Restriktionen von Computerspielen wollen?
Wir sind mündige Bürger; wir wissen, dass die populistische Hetze, die Verbote fordert, keine faktische Grundlage besitzt, sondern sich aus grundlosem, uninformierten und idealistisch verblendetem Wollen schöpft. Also fordern wir: Verboten gehört nur, was gefährlich ist; wenn eine Gefahr von PC-Spielen ausgeht, so sind wir mündig genug, damit umzugehen.
Die selbe, aber haargenau selbe Argumentation kann man auf die in einem Atemzug genannten Waffenverbotsforderungen der Grünen anwenden.
Es gibt genug Beweise, die klar zeigen, dass Legalwaffen kein Problem in diesem Land darstellen – dass mit gewisser Frequenz einer irre wird und seine Mitmenschen tötet ist kein waffenrechtliches Problem; tatsächlich sind laut FWR-Statistik Legalwaffenbesitzer die gesetzestreuesten Bürger überhaupt; desweiteren gibt es Beweise – den Blick nach GB zum Beispiel – dafür, dass ein schärferes Waffengesetz keinerlei Einfluss auf die illegalen Waffen oder die damit begangenen Straftaten hat. Die Grünen fordern dieses Verbot aus ideeller Verblendung. Wie schön man diese Reflexpolitikscheiße (Sebastian Krämer: “Das ist keine Vulgärsprache. Das ist meine Sprache für besondere Anlässe.”) als Betroffener findet, brauche ich wohl keinem hier erklären.
Schauen wir mal auf die Energiepolitik, mit denen sich die Grünen seit Jahren rühmen:
Ist es sinnvoll, dass ein Atomausstieg durchgesetzt wird, ohne ein Importverbot für Atomstrom zu haben (und ohne das Volk diese reine Gewissensfrage – zu der man stehen kann, wie man will – fällen zu lassen)? Ist es sinnvoll, den Bau von Kohlekraftwerken zu verhindern, wenn der Strombedarf anderweitig nicht gedeckt werden kann, außer ebenfalls wieder durch Importe? Ist es sinnvoll, private Photovoltaikanlagen zu fördern, wenn die Herstellung der Solarzellen immer noch mehr Energie kostet, als sie im ganzen Leben der Zelle bringt? Ist es sinnvoll, die Kriterien für Windenergieförderung so weit herabzusetzen, dass Windräder in Zonen gebaut werden, in denen kaum Wind weht? In denen naheliegende Siedlungen von den Geräuschen belästigt werden? In denen jedes Jahr geschätzte 6 millionen Singvögel umkommen? Von denen jede bereitgestellte kWh von einem konventionellen Kraftwerk gebackupt werden muss, die wir gar nicht haben? Unterm Strich kommt bei dieser Energiepolitik kein Umweltschutz heraus, sondern Geldverschwendung bei gleichzeitiger Gefährdung des im Weltvergleich sichersten und saubersten Energiestandorts Deutschland und der damit verbundenen Konjunkur.
Es wird lang. Man könnte mit der Bildungspolitik weitermachen (Özdemir: Gymnasien müssen durchlässiger werden, damit jeder eine Chance auf ein Studium bekommt), oder der regionalen Landwirtschaftspolitik (Höhn: Für jedes Schwein zehn Minuten persönliche Zuwendung) oder oder oder.
Oder man kann sich einfach hinstellen und sagen: Wer sich Claudia Roth mal angeschaut hat und keine körperliche Abwehrreaktion gezeigt hat, am Ende noch von ihr regiert werden will, nun….
Uff. Also.
“es geht in keinem der Kommentare hier um tatsächliche politische Inhalte”
Achwas? Hier geht es um ein ganz abgegrenztes Thema, Grundsatzdebatten sind anderswo sicher besser aufgehoben.
“Stößt es hier keinem sauer auf, dass einige ihre politische Orientierung nur noch an der Haltung einer Partei zu diesem Unding “Killerspiel” festmachen.”
Niemand tut das. Wir halten es allerdings für angemessen, die Parteienlandschaft daraufhin abzuklopfen. Das hat einerseits was mit einer Gruppenidentität zu tun, andererseits sind Rufe nach “Killerspiel”-Verboten ein ganz guter Gradmesser für den Umgang einer Partei mit “modernen” Themen.
“Es gibt genug Beweise, die klar zeigen, dass Legalwaffen kein Problem in diesem Land darstellen.”
Nonsense. Amokläufe und Selbstmorde werden nahezu ausschließlich mit legalen Waffen begangen. “Killerspiel”-Verbote ändern nix, die Leute konsumieren dann andere Medien. Waffenverbote hingegen berauben die Leute des Mittels zum Zweck — nicht jeder potenzielle Amokläufer hat die kriminelle Energie, sich illegale Waffen besorgen. Aber das ist alles eine müßige Diskussion: Wer Sportschießen will, kann das mit Luftdruck tun. Wer Waffen zuhause anglotzen und befingern will, kann das mit Replikas tun. Es gibt so gar keinen Grund in einem zivilisierten Land Tötungsinstrumente zuhause zu haben.
“man profiliert sich komplett an den anderen vorbei mit evidenzfreien populistischen Phrasen in den wunderschönen Himmel der Egozentrizität, wo man nur noch neben sich selbst steht und die Selbstkritik oder den Drang, sich mit anderen Göttern zu unterhalten, lange überwunden hat.”
Ich lache hier irgendwie schon fast Tränen. Wie geil ist das denn?! Komm mal runter von deinem hohen Ross. :D
Ach um auch noch den Rest des Beitrags kurz zu kommentieren: Solche kurzen Beiträge, die mal eben mit ein paar Zeilen versuchen, eine Partei total zu verdammen (oder von mir aus auch in den Himmel zu loben), kann man nicht wirklich ernst nehmen. Die Politik ist leider wesentlich komplizierter :D Da muss man schon mit mehr kommen als “Idealismus” bla bla.
Schön, wenn du amüsiert bist, Hannes.
Ich habe nur mal den Farbfilter etwas verschoben und willkürlich in die andere Richtung das rauspolemisiert, was mir gerade eingefallen ist, als ich “die einzig wählbare Partei” las. Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat das nicht. Falsch wird es dadurch aber auch nicht.
Dann wollnwa mal so unpolemisch machen ab itzo, wie nur geht zu so später Stund…
Gunnar,
Selbstmorde und Amokläufe in einer Kausalkette gleichsetzen?
Desweiteren: Amokläufe als “das” Problem zu sehen, ist auch mal ein Schritt. Ich hab eigentlich keinen Bock darauf, Menschenleben zu statistierisieren, aber mir bleibt wohl wenig Wahl; diese Gewaltmassaker sind fokussierte Grausamkeiten, die schockieren, gehen aber in einem Volk unter. An dieser Stelle kann man sehr bunte Vergleiche ziehen, ich lasse es wie gesagt sein, nicht nur, weil mir das sicher aufs Brot geschmiert würde.
Menschen töten Menschen. Massaker und Morde sind ein Symptom des Menschen, der in Massen auftritt. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dreht mal jemand am Rad. Einige haben rein statistisch einfach neurologische Defekte, Anderen hat ihr Umfeld generös in diesen Zustand verholfen.
Es war nun ein toller Zufall, dass sich die letzten Amokläufer gerade wieder legaler Schusswaffen befleißigt haben. (Und zum Glück nicht klug genug waren, ein bisschen Sprengstoff herzustellen.) Dennoch kann ich nicht vergessen, dass diesen Fällen sechs Millionen Menschen gegenüber stehen, die nie in ihrem Leben an so etwas denken; das ist der Normalfall, nicht der 1 in a million crazy guy, und all diesen Leuten willst Du eine Freizeitbeschäftigung verbieten, die Du Deinen eigenen Aussagen nach auch nicht verstehst.
Das ist einfach eine Unverhältnismäßigkeit der Mittel.
Wenn ich jetzt mal einfach ganz beispielsweise an die letzten Wintersportstatistiken denke, wieviele Leute wieder der Unvorsicht oder auch dem Geschwindigkeitswahn Anderer zum Opfer gefallen sind, dann muss ich mich wirklich fragen, auf welchem Wertemaßstab fußend Du beurteilst, welcher Sport erlaubt und welcher verboten gehört. Sind die einen mehr Schuld an ihrem Tod, weil sie auf der Piste waren? Oder hängt es daran, wieviel Spaß das gesamte Ding absolut generiert?
Sophistereien. Da kann man man viel herbeireden über die Gefahren von Auto, Skateboards und Nylonstrümpfen. Fakt bleibt: Schusswaffen haben per se einen Tötungszweck, der eine private Nutzung ausschließen sollte –> Giftgas, Kampfpanzer und Biowaffen darf der interessierte Laie schließlich auch nicht zuhause haben, nicht mal in der Schweiz. Und nochmal: Wer Sportschießen will, kann das mit Luftdruck tun. Wer Waffen zuhause anglotzen und befingern will, kann das mit Replikas tun. Scharfe Waffen gehören nicht in Privathaushalte, Amokläufe hin oder her.
Mhm,
also ich sag mal so:
Ich kann mich bemühen, wie ich will, ich kann die Peripheriegräte meines Rechners noch so intensiv benutzen, es wird mir nicht gelingen, mit Hilfe eines Spiels jemanden umzubringen.
Dasselbe läßt sich von Waffen kaum sagen.
Der Zweck des Spiels war es von jeher, Kräfte zu kanalisieren und sie in einen geregelten Rahmen zu stellen. Denn das gewalttätige Denken wurde dabei ja nicht ausgeschaltet, sondern eben nur kanalisiert. Hat schon mal jemand die militaristische Sprache der Fußballkommentatoren beachtet (Gegner, Angriff, Flügel, Sturm, Verteidigung etc.)? Selbiges gilt zum Beispiel auch für das schöne Kriegsspiel “Schach”, an dessen Verbot auch niemand denkt. Doch durch den Rahmen des Spiels wird eben gewährleistet, daß niemand dabei umkommt. Bei Computerspielen hat sich lediglich das Medium geändert, nicht aber der Geist des Spiels.
Der innewohnende Zweck eines Spiels ist also das Nicht-Töten.
Der innewohnende Zweck einer Waffe ist das Töten. Und ich denke, das macht einen erheblichen Unterschied.
Unter all den Killerspielfans hier muss ich nun auch mal eine Lanze brechen für all jene, die sich fragen, warum ein Spiel unbedingt Tötungsszenarien produzieren muss, um Spannung und geistige Herausforderung zu bieten. Ich hab das jedenfalls nie verstanden. Es gibt doch genügend Strategiespiele, die ohne bildgewordene Gewaltphantasien auskommen. Deshalb, lieber Herr Kaliban: Ist´s wirklich die Killerspielthematik, die doch lediglich ein recht begrenztes Zielpublikum umtreibt, an der eine Partei hinsichtlich ihres Umgangs mit “modernen Themen” gemessen werden muss? Ich bin mir da nicht so sicher. Was den generellen Umgang mit New Media angeht, würde ich aber zustimmen.
@claudia:
Das “Killerspiel”-Thema steht relativ exemplarisch für eine Wasserscheide zwischen liberal und obrigkeitsstaatlich, zwischen jung und alt, zwischen “leben und leben lassen” und “was ich scheiße finde, gehört verboten”.
Und man sieht daran ganz gut, wer die Wähler ernst genug nimmt, um sich zu informieren, ehe er/sie ein Statement ablässt. Dieses gilt für alle Themen, aber bei, sagen wir, Wasserschutzpolitik kann ich es ohne Recherche nicht überprüfen.
Und klar, “Killerspiele” muss man nicht mögen. Gibt durchaus welche, die ich nicht spielen würde. Aber persönlicher Geschmack kann nicht der Gradmesser sein.
—
Und klar, “Nazi-Musik” muss man nicht mögen. Gibt durchaus welche, die ich nicht hören würde. Aber persönlicher Geschmack kann nicht der Gradmesser sein.
—
Klingt vertraut? Ähnliche Situation wie bei Killerspielen. Die Musik als solche tut niemandem etwas und auch Hören ist als solches wohl eher ungefährlich. Ähnlich wie bei Spielen könnte man vermutlich jede Menge Studien fabrizieren, die ‘belegen’, dass die Musik keinen schlechten Einfluss hat, sondern ganz andere Faktoren zur rechten Gesinnung führen etc. Und umgekehrt.
Das gleiche Spielchen ließe sich mit islamistischen Hasspredigten oder hundert anderen, teils heftigere Beispiele spielen, die ich aber mal auslasse. Auf jeden Fall haben wohl die meisten hier keine Probleme damit, dass Nazi-Musik verboten ist. Und zwar (unterstelle ich mal), weil sie annehmen (wer WEISS das schon wirklich?), dass stundenlanges, regelmäßiges Hören von Texten mit menschenverachtendem Inhalt auf so manchen nicht die allerbesten Auswirkungen haben mag. Ähnliches nehmen nun ‘Killerspiele’-Gegner auch von Egoshootern und Co. an. Zu recht oder zu unrecht. Und man tut sich, glaube ich, keinen Gefallen damit, diese Bedenken immer und immer wieder nur als dumm, ahnungslos, Alte-Leute-Gewäsch usf. darzustellen. Wer von uns, die wir vermutlich alle gegen Nazi-Musik sind, hat schon wirklich Ahnung davon? Könnte einem also jede x-beliebige Dummglatze mit genau denselben Argumenten kommen. Ohne dass man so recht was dagegen sagen könnte.
Man sollte, ja muss – das behaupte ich – diese Bedenken ernst nehmen, wenn man selbst ernst genommen werden will, sonst wird es nie zu einer sinnvollen Debatte über das Thema kommen. Und man muss vor allem auch bereit sein anderen ein paar Schritte entgegen zu kommen, wenn man eine einvernehmliche Lösung erreichen will. Das Beharren auf einer ‘Wir haben aber recht’-Position führt zu gar nichts. Nicht einmal dann, wenn man recht hat.
Konkret könnte das z.B. heißen: Spieleproduzenten verzichten zumindest darauf, die Schraube immer weiter zu drehen und Spieler und Spielemedien bejubeln nicht Jahr für Jahr wieder ausgerechnet die Spiele als angebliche Meisterwerke, bei denen man nun wahrlich keinem Nichtspieler verübeln kann, dass er diese bei oberflächlicher Betrachtung für Schund allererster Güte hält.