Warum Männer lieber Pizza bestellen

by Gunnar on 23. Mai 2009 · 29 comments

Dieser Text klingt nach Männer/Frauen-Klischee, beschreibt aber das wahre Leben. Das Leben von Herrn Kaliban.

Wenn man mit einem Mann essen geht, ist das ziemlich easy: Es gucken beide kurz in die Speisekarte, wählen das, was sie immer nehmen, verständigen sich mit zwei Sätzen über die Biersorte und bestellen dann. Nach dem Essen wirft jeder einen Zwanzigeuroschein auf den Tisch, dann ist man draußen.

Wenn man mit einer Frau essen geht, passieren merkwürdige Dinge. Es fängt damit an, dass die Frau wissen will, was der Mann wählt. Er zögert kurz, sagt dann: Nun, den Burger vielleicht. Sie: Immer isst du Fleisch. Er: Grkmpf. Sie: Nimm doch den Fisch. Er: Grkmpf. Sie: Ach nein, nimm doch den Salat, ich bestelle den Fisch und wir können ja dann nach der Hälfte tauschen. Dann kann jeder zwei Gerichte probieren. Er: Grkmpf.

Kein Mensch weiß, warum Frauen nicht einfach was für sich bestellen und damit gut. Aber es geht ja weiter:

Der Kellner kommt. Er: Ich nehme den Caesar’s Salad, ohne Chicken. (seufzt leise und bitter) Sie: Ich hätte gerne den Zander, aber kann ich den auch mit Reis statt der Kartoffeln haben? Der Kellner: Sehr gerne. Sie: Und statt dem Beilagensalat einfach Gemüse der Saison? Der Kellner: Sehr gerne. Sie: Und achten Sie drauf, dass der Fisch nicht zu weich gekocht ist. Ach, und mein Freund nimmt noch ein bisschen Brot zu seinem Salat. Der Kellner: Grkmpf. Er: Grkmpf.

Es mag sein, dass Männer auch mal was an dem Gericht von der Karte ändern, klar. Aber hey, Weihnachten ist öfter.

Dann kommen die Teller. Der Mann beginnt zu essen. Die Frau kommentiert ausführlich Textur und Farbe des Fisches, probiert von der Portion des Mannes und widmet sich dann ihrem Gericht. Möglicherweise ist der Fisch mittlerweile ein bisschen kalt. Natürlich schmeckt es ihr nicht — der Reis pappt, das Gemüse ist fad und der Fisch kühl. Sie nimmt sich von seinem Salat, mit einem bezaubernden Augenaufschlag. Er seufzt, tauscht mit ihr den Teller und isst ihren Fisch auf.

Das Drama nimmt noch eine Weile seinen Lauf, mit Dessert (“Eigentlich sollte ich das nicht essen”) und Espresso (“Haben Sie den auch ohne Koffein?”). Dann fährt er sie heim.

Nachdem er sie abgesetzt hat, holt er sich noch einen Döner beim Türken an der Ecke.

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