Deutsche Wertarbeit

by Gunnar on 29. Juni 2009 · 25 comments

Schmale Straße mit Randbewuchs, unübersichtliche Kreuzung. Ich rolle vorsichtig voran, muss dann aber doch etwas plötzlicher als gedacht bremsen, weil von rechts auf dem Radweg ein Fahrrad mit einem krampfig über den Lenker gebeugten Kurier heranschießt. Es folgt ein leiser Schlag, wie ein Händeklatschen, ein kaum hörbares Knirschen — eine Frau ist mir von hinten draufgeschwebt.

Wir steigen aus, begutachten den Schaden — nichts zu sehen bei beiden Wagen, nicht einmal ein Kratzer. Alter Passat auf neuen BMW und kein Schaden? Das ist deutsche Wertarbeit, denke ich noch und beruhige die aufgelöste Fahrerin.

Pustekuchen: Die Prüfung hinterher ergibt 2.500 Euro Schaden bei mir, wenigstens, und Totalschaden bei ihr. Absurd.

Offenbar wird bei modernen Autos der Teil direkt unter der Stoßstange aus Porzellan-Preziosen der Ming-Ära hergestellt.

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