The Secret of Spielspaß Eternal

by Gunnar on 2. Juni 2009 · 23 comments

Da ich dieses Jahr nicht in Los Angeles bin, ist mir die E3, diese Spielemesse, ihr wisst schon, die mit den Babes und dem Krach und all der heißen Luft, also diese E3, die ist mir eigentlich Wurscht. Naja, nicht Wurst wie Sack Reis in China, aber mein heißes Spielerherz fiebert nicht so mit wie früher, als ich bei den Pressekonferenzen noch mit Laptop und Handy in der dritten Reihe saß. Jaja Crysis 2, soso Project Natal, achje Modern Warfare 2. Und Alan Wake. Alles nett. Schau’n mer mal, wie’s am Ende ausschaut, wenn’s zuhause auf dem eigenen Bildschirm läuft.

Aber mit einer Sache haben sie mich alten Sack hartgesottenen Adventure-Fan doch gekriegt — ich freue mich wie ein Schneekönig* über DIESE Ankündigungen:

1. Telltale, die Erwecker von Sam & Max , setzen die Monkey Island-Serie fort! Jubilate!

2. Und, verwirrend gleichzeitig angekündigt: Sogar die Stiefmutter der Reihe, Mama LucasArts persönlich, investiert in ihr heimliches Kronjuwel noch ein ganz kleines bisschen Liebe. Und macht ein Remake des legendären ersten Monkey Island. Wow. Siehe beiliegendes Video (bisschen runter scrollen).

Zwischen Jubelsturm und Freudentränen fällt mir ein, dass Monkey Island maßgeblich mitverantwortlich dafür ist, dass ich überhaupt Redakteur geworden bin — ich hatte mich damals, im Februar 1968 oder so, bei GameStar mit einem Test von Monkey Island 3 als Probetext beworben. Ich fand’ mich ziemlich genial, schließlich hatte ich Vortext, Fazit, Layout und Wertungskasten der GS liebevoll emuliert. Mir klingen daher heute noch die Worte von Jörg Langer, dem damaligen Chefredakteur, in den Ohren: Also, der Text ist natürlich nicht brauchbar, aber schau, du hast hier und hier zwei lustige Sätze drin, deswegen bist du überhaupt bis ins Vorstellungsgespräch gekommen. Huh. Und dann konnte ich von den keineahnungwievielen Endscreens von Fallout 2 nur fünf aufzählen. Und wusste nicht mehr, ob nun Erin Roberts oder Chris Roberts der Erfinder der Wing Commander-Spiele war. Naja, dank meines profunden Wissens über Warhammertm, des soliden Hintergrunds als nebenberuflicher Spieleverkäufer und meines gefälligen Äußeren hat’s dann ja doch gereicht, der Rest ist, uh, Geschichte.

* Am Rande: Was ist eigentlich ein “Schneekönig”? So eine Art Drogenboss? Und wieso freut der sich so?

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PhanThomas Juni 2, 2009 um 10:55

Hm, gibt’s wahrscheinlich wieder in Episodenhappen, oder? Bin ich ja kein Freund von, muss ich zugeben. Auch der, nun, doch sehr simple Grafikstil der Sam&Max-Episoden war mir einen Tick zu lieblos. Aber ich lass mich gern eines Besseren belehren.

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Gunnar Juni 2, 2009 um 11:01

Genau. 5 Episoden. Kannst aber natürlich auch auf die DVD-Box warten ;-)

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hoschi Juni 2, 2009 um 11:24

Aber die 5 eizelnen Episoden ergeben immer noch kein richtiges Spiel, auch wenn man sie zusammen in einer Box kauft.
Ich persönlich finde diese billige 3D Grafik einfach nur widerlich. Schon allein in welchem merkwürdigen grünen Licht die Figuren auf der website ausgeleuchtet sind, bäh! Da spiel ich doch lieber das Remake. Wobei ich nicht ganz verstehe, wieso die so viel Energie reinlegen um das alte Spiel zu modernisieren. Da könnte man sich doch gleich ein neues Abentueuer ausdenken.
Ist der Remake eigenltich kostenlos oder muss man dafür was blechen?

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Gunnar Juni 2, 2009 um 11:30

Schweigt, blasphemische Narren. Ihr wisst nicht, wovon ihr sprecht!

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Marjan Juni 2, 2009 um 11:36

hab nie Monkey Island gespielt. aber, wenn ich mein leben noch einmal leben würde, ich würde alles noch einmal so tun wie jetzt. und Monkey Island spielen!
daher werd ich einen blick riskieren.

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lain Juni 2, 2009 um 11:43

Himmel, auf Monkey Island freut man sich gefälligst wie ein kleines Kind wenn Weihnachten, Nikolaus, Ostern und Geburtstag direkt hintereinander sind (alles andere ist geschenketechnisch unklug) oder so als würde man plötzlich Day of the Tentacle nochmal neu entdecken können!

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Sascha Juni 2, 2009 um 11:44

Das Remake wird sicher Geld kosten. Ich schätze 15€ auf Xbox Live. Ich freue mich aber schon mächtig auf das Remake :D

Leider finde ich den Grafikstil von Telltale fürchterlich… Ich glaube, dass ich mir das höchstens einmal anschauen werde, aber bisher schreckt es mich total ab.

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PhanThomas Juni 2, 2009 um 11:44

Übrigens noch, schöne Anekdote zur Einstellung bei der GameStar. Made my day. :-)

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Florian Juni 2, 2009 um 11:57

Ich freue mich auch schon riesig auf die Abenteuer mit dem guten alten Guybrush. Der Kollege Lenhardt hat mich in seinem Veteranen-Podcast auch schon ganz heiß auf die Episoden gemacht. Egal ob neue Episoden oder Remakes, ich bin einer von der Sorte, die alles kaufen würden, wo Monkey Island drauf steht. (Wohl auch ein Remake des vierten Teils…)
Ach, und GEOlino weiß, was ein Schneekönig ist ;)
http://www.geo.de/GEOlino/mensch/redewendungen/deutsch/50730.html

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Drizzt Juni 2, 2009 um 12:06

Die Geschichte zur Einstellung kann ich mir irgendwie sehr gut bildlich vorstellen. Und das schöne ist: ich habe in Gedanken tatsächlich Herrn Langers Stimme gehört (an dieser Stelle mal die Bemerkung: die »alte« GS ab der ersten Ausgabe waren sowieso die besten, fand ich). Ehrlich aber verheerend für’s Selbstvertrauen.
Von solchen Anekdoten gerne mehr (falls vorhanden und bereit zu veröffentlichen).

Der Schneekönig ist der Distributor des Vaters aller Spiegel. (SCNR, ist natürlich Quatsch und Florian hat es schon gewusst.)

Grüße,
Drizzt

P.S.: /me muss mal in seiner Schatzkiste nach den MI-CDs fahnden…

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iPeg Juni 2, 2009 um 14:24

Ich versteh’s net. Beim Remake haben sie Illustrator angeschmissen, beim neuen Spiel eine 3D Engine gebastelt. Ehrlich, was ist das Problem mit den Zeichnern? Die Zeichner sind die einzigen, die den Flair wirklich super einfangen und sowohl beim Remake als auch beim neuen wirklich akzeptable Versionen von Guybrush entworfen haben. Warum muss man daraus dann eine starre, unproportionale 3D-Figur bauen?

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Gunnar Juni 2, 2009 um 14:47

Tales of MI entsteht in einem strengen, auf Kosteneffizient getrimmten Produktionsprozess, der ein halbes Jahr lang monatlich ein Spiel ausspucken muss. Da spielt die Technik eine untergeordnete Rolle.

Das Remake ist ein Standalone-Projekt einer ganz anderen Firma, eher auch ein Prestige-Ding. Dafür mag man andere Ressourcen haben.

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iPeg Juni 2, 2009 um 14:54

Oh, ich meinte nicht “Beim einen haben sie es richtig gemacht, beim anderen falsch” Ich meine: “Beim einen haben sie es falsch gemacht, beim anderen auch”

Gezeichneter Stil, das ist was ich will. Wirklich, so wie die Conceptarts. Genau so. Auf gemalten Hintergründen.

Gunnar Juni 2, 2009 um 14:56

Aber das ist (offenbar) zu aufwändig für derlei Projekte.

Styg Juni 2, 2009 um 14:27

Im Prinzip sind das hervorragende Neuigkeiten. Nur erinnern sie mich daran, dass meine Original-Disketten von Monkey Island I (EGA) bei einem Umzug über den Jordan gegangen sind. Jetzt ist die 7/8 kaputt. Die Welt ist schlecht. Grein.

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christoph80 Juni 2, 2009 um 15:10

wie ist das eigentlich heute bei euren bewerbungsgesprächen. inzwischen ist doch die zahl der spiele, die man mal gespielt haben muss, seit 1968 oder so immens explodiert, und die spieleschmieden sind in aller herren länder verteilt sowie schon 3 mal wieder geschlossen. außerdem sind die bewerber inzwischen doch sicherlich so jung, dass die zum teil noch nie einen c64 selbst bedient haben. das ist ja schon ein großer klotz, den solche anfänger stemmen müssen.
soso, die E3 ist also nur interessant, wenn man selber vor ort ist? warum dann überhaupt so viel berichterstattung? ;-)

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Traveller Juni 2, 2009 um 15:22

Die GS führt heute wahrscheinlich keine normalen Bewerbungsgespräche mehr durch, sondern lädt ins dreitägige Assessment-Center, wo die Konkurrenten ihr umfangreiches Hintergrundwissen unter Beweis stellen müssen und in scharfen Diskussionsrunden derjenige zum Rhetorik-King (bei Rhetorik fordert mich das ‘h’ an der richtigen Stelle immer wieder aufs Neue heraus. Schlimmer ist nur – berufsbedingt – Authentifizierung [mit h] und Autorisation [ohne h] zu unterscheiden) gewählt wird, der Ego-Shooter am überzeugendsten gegen unwissende Politik-Schergen verteidigt ;) Fand die Anekdote aber auch sehr schön, damals, ja damals. Von Monkey Island will ich jetzt mal gar nicht reden.

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[Hunter.Wolf] Juni 2, 2009 um 16:03

“…ich hatte mich damals, im Februar 1968 oder so, bei GameStar mit einem Test von Monkey Island 3 als Probetext…”

1968? Hui! Sie sind so alt?

Jau, auch ich habe mich gestern, als ich davon erfahren habe, gefreut wie ein Schnitzel (das macht noch weniger Sinn, aber egal)! Aber mehr als hoffen kann man auch nicht tun.
Deswegen hoffe ich dass das Remake nicht zu viel am Orginal ändert, allein HD-Zeichnungen und Sprachausgabe ist genug!
Deswegen hoffe ich dass die deutschen Versionen der beiden gut werden (sowohl gut übersetzt als auch vertont).
Und ich hoffe dass die Episoden von TellTale meinen Monkey Island-Nerv treffen. Der liegt seit gestern ziemlich blank.

Aber ich glaube(!) nicht dass TellTale noch was am Grafikstil ändern wird. Mir gefällt er. Könnte noch detailierter sein und mehr Shader-Blablubb haben, aber im Ganzen okay. Da können sich die Leute noch so aufregen (habe nicht nur hier gelesen dass die Leute den Stil nicht mögen).

Ich teile Ihre Vorfreude und Hoffnung, Herr Kaliban.
Und die Angst vieler anderer Leute dass TellTale es versaut… hoffen wir es nicht.

Mfg
[Hunter.Wolf]

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Gunnar Juni 2, 2009 um 16:36

“1968? Hui! Sie sind so alt?”

Nein, das war ein Witz. GameStar gibt’s ja erst seit 1997.

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Godi Juni 2, 2009 um 16:13

Eine Mischung aus Freude, Glückstränen, Angst und Unbehangen keimt in mir auf: Wird alles gelingen? Wird es alle wichtigen Körperteile (Grafik, Rätsel uva. WITZ) aufweisen können? Wie lange ist die Entwicklungszeit? Bin ich wirklich, wirklich schon darauf vorbereitet?

Der… *ächz* Er-wartungs-druck *keuch* scheint… ARGH mich… nieder – zu.. uffz … drücken! AHHHHH!

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Merf Juni 2, 2009 um 19:39

Oh werde ich ein Fass aufmachen wenn MI endlich wieder spielen darf…

Gib – lustiges Konfetti – an – gefährlich aussehenden Clown!

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Henrik Juni 2, 2009 um 23:29

Ich habe dasselbe Gefühl wie damals als Monkey Island 4 rauskam ^^
Erst ein “das ist 3 D und hat keine Point and Click steuerung das kauf ich nicht” und dann hab ichs doch am Tag des Erscheinens gekauft. Fands am Anfang doof zwischendurch (Monkey Combat) anstrengend und am Ende hatte ich doch das wohlige Gefühl in mir, richtig gut unterhalten worden zu sein (passiert leider in der heutigen Fernseh- und Spielewelt nur noch selten).

Damit wird meine MUST BUY Liste an der Wand nun neben Risen und Deathspank um die beiden “neuen” Monkey Island Titel ergänzt.

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Ebeneezer Juni 4, 2009 um 11:40

Interessant. Bei meiner ersten Bewerbung zum GameStar-Redaktionstrainee kommentierte der damalige Leitende Redakteur Gunnar Lott meinen Probetext “Dungeon Siege – Test” mit den Worten “Also, der Text ist natürlich nicht brauchbar, aber schau, du hast hier und hier zwei lustige Sätze drin, deswegen bist du überhaupt bis ins Vorstellungsgespräch gekommen.” Jaja, die Langersche Schule…

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