Readability = Lesbarkeit

by Gunnar on 10. Juni 2009 · 16 comments

Es gibt zwei Arten von Menschen, die maßgeblich an der Entstehung von Zeitungen, vor allem aber Zeitschriften beteiligt sind: Text-Leute und Grafik-Leute. Zwischen beiden Fraktionen tobt ein unerbittlicher Kampf — die Texter wollen mehr Raum für Wörter, wollen keine Unterbrechungen des Leseflusses, wollen Ordnung und idealerweise alle Bilder auf einem Haufen. Für die Grafiker ist Text bloß “Grauwert” und nichts weiter als ein Design-Element unter vielen, das man sich so hinschiebt, wie es passt. Man sieht den meisten Magazinen an, welche Fraktion die stärkere ist.

Das Problem ist nur: Jetzt machen wir alle Webseiten statt Magazine und irgendwie ist die Sache mit der Lesbarkeit in den Hintergrund getreten — jeder Fitzel Text ist auf 15 Unterseiten aufgeteilt, von Bildergalerien und Werbung unterbrochen und umstellt von related content und Linklisten und Klickstrecken und Highlight-Boxen und Feed-Boxen und noch mehr Werbung und Animationen und Hinweisen auf Videos und so weiter. Irgendwie haben sowohl die Ästheten als auch die Texter verloren, jedenfalls bei vielen großen Portalen.

Aber egal. Für die Textfetischisten gibt es Abhilfe, ein Firefox-Bookmarlet namens Readability nämlich. Einfach hinsurfen, das Symbol auf die Bookmarkleiste ziehen, fertig. Fortan kann man bei Surfen einfach auf Readability klicken, schon verschwindet alles von der jeweiligen Webseite. Bis auf den Text eben. Braucht man nicht ständig, ist aber nett.

So ungefähr sieht es aus:

readability

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ph Juni 10, 2009 um 23:20

Danke für den Tipp – je nachdem wer sich auf einer Seite ausgetobt hat kann sowas wirklich nützlich sein. In Opera benutze ich meist den eingebauten User-Mode, da kann man unterschiedliche CSS/HTML-Elemente und Bilder bequem an- und ausschalten. Aber zum Glück braucht man das so oft dann auch nicht…

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Herr Olsen Juni 10, 2009 um 23:27

Oder einfach per Feed lesen?

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Basileus Juni 11, 2009 um 00:11

Kann man das Tool auch auf die Gamestar-Seite anwenden?

*duckundweg*

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Sascha Juni 11, 2009 um 01:36

Anfangs war ich von dem Tool sehr begeistert, da es das Web doch schön entrauscht, aber mit der Zeit musste ich leider auf das Tool verzichten, da es doch auf zu vielen Seiten einfach nicht richtig funktioniert. Mal fehlt der Anfang vom Text, mal wird nicht der Text genommen den man will, andere Male sind Bildunterschriften mit in den eigentlichen Text geflossen. Auf Dauer ist das Tool also mehr ein Graus als eine Erleichteurung.

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PhanThomas Juni 11, 2009 um 11:36

Also mich haut’s nicht so sehr von den Socken. Praktisch, doch erinnert es mich zu sehr an das frühe WWW, als man noch möglichst kleine Seiten basteln musste, um die durch all die Schmalspurmodems zu klopfen.

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PropheT Juni 11, 2009 um 12:03

Kann Opera ab Werk.

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Gill Bates Juni 11, 2009 um 12:23

Nicht-Firefox-Nutzer können auch einfach diese URL aufrufen:

http://lab.arc90.com/experiments/readability/

Auf diesem Wege funktioniert das auch ohne Plugin.

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Mark Juni 11, 2009 um 12:27

Also ich mit meinen alten Augen, die sich auch noch hinter einer dicken Brille abmühen müssen, weiss den Wert solcher Gimmicks sehr zu schätzen. Auch wenn das Readability-Bookmarklet bei vielen Seiten nicht will. Ich benutze dafür dieses Javscript als Bookmarklet, da ist die Formatierung nicht so schön, aber gerade bei hellem Text auf dunklem Hintergrund ist das eine Gabe Gottes:

javascript:(function(){var%20newSS,%20styles='*%20{%20line-height:1.5em%20!%20imprtant;%20background:white%20!%20important;%20color:%20black%20!important%20}%20:link,%20:link%20*%20{%20color:%20#0000EE%20!important%20}%20:visited,%20:visited%20*%20{%20color:%20#551A8B%20!important%20}';%20if(document.createStyleSheet)%20{%20document.createStyleSheet(%22javascript:'%22+styles+%22'%22);%20}%20else%20{%20newSS=document.createElement('link');%20newSS.rel='stylesheet';%20newSS.href='data:text/css,'+escape(styles);%20document.getElementsByTagName(%22head%22)[0].appendChild(newSS);%20}%20})();

Und hab damit, passend zum Thema Design vs. Text auch das Design zerschossen.

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verp Juni 11, 2009 um 13:34

shiny. Wo stell ich das denn in Opera genau ein?

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PropheT Juni 12, 2009 um 12:03

Ansicht -> Seitendarstellung -> “Benutzerfreundlich”, ansonsten gibt es in dem Menü diverse einzelne Einstellungsmöglichkeiten

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verp Juni 12, 2009 um 16:09

Ah, danke. (:
Mal auf gmx ausprobieren *gnihi* Das werden vielleicht 2 Zeilen Text…

Tobi-Wan Juni 11, 2009 um 16:33

Nach einem kurzen Test des Tools stelle ich fest, dass in zwei von sieben Fällen Textteile fehlen. Jedes Mal erwischte es den Text oberhalb einer Bilderserie, siehe z.B. hier: http://www.welt.de/politik/article3906342/Guantanamo-USA-machen-Druck-auf-Deutschland.html#.
Abgesehen davon mag ich zumindest die Idee von “Readability”, denn vor lauter Bildern, Videos und Info-Kästchen verstecken sich manche Texte heutzutage ja geradezu.

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siR Juni 11, 2009 um 17:22

Naja, ob die Usability ;) von dem Tool hoch ist, das lass ich mal dahingestellt.

Fakt ist, dass mich das auch gehörig nervt – gerade die großen Seiten der Nachrichtenportale sind durch unnötige “Klickstrecken” zugespammt. Da würde ich mir schon etwas mehr Klarheit wünschen.

Etwas mehr Google-Style bitte! Vielleicht nicht vom Design, aber vom Purismus.

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barbex Juni 12, 2009 um 10:23

Ich nutze immer das zap bookmarklet von hier: https://www.squarefree.com/bookmarklets/zap.html
Erhält die Spalten, aber macht den Text schwarz auf weiß (echt, wer will denn orange auf schwarz oder dunkelgrau auf hellgrau lesen? Wessen Idee war das?), entfernt jeden zappelflash, aber Bilder und Unterschriften bleiben an der richtigen Stelle.

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Christoph72 Juni 12, 2009 um 12:29

gameStar.de könnte das echt gebrauchen, da geht’s aber nicht, weil nur die Kommentare, nicht aber zB der Testbericht dargestellt werden. Unabhängig von diesem Tool sind jedenfalls zu viele Kästen und Menüleisten auf gamestar.de.

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Liderian Juni 12, 2009 um 18:51

Mich wundert’s ja, dass bei Bild.de noch Text übrigbleibt, wenn man das Tool einsetzt.
Gibt’s denn auch noch was, was den Schwachsinn rausfiltert?

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