Juli 2009

Politikerzitate

by Gunnar on 31. Juli 2009 · 27 comments

Ein paar lustige Minuten mit Polit-Bash. Das ist, nun, eine Datenbank für Politikerzitate. Kann man immer mal brauchen, sowas.

Joachim Herrmann, CSU:

Ich kann von einem Kinobetreiber erwarten, dass er tatsächlich nur 18-Jährige ins Kino lässt. Wenn es aber um Computerspiele geht, ist das anders. Wenn ein 18-Jähriger ein Spiel in der Hand hat, gibt er es am nächsten Tag an 17-, 16- und 15-Jährige weiter. Ich glaube nicht, dass es in unserer freiheitlichen Gesellschaft einen Anspruch auf solche Computerspiele gibt.

Ursula von der Leyen, CDU:

So selbstverständlich, wie wir den Kindern die Muttersprache mitgeben, müssen wir ihnen Religion mitgeben.

Kerstin Griese, SPD:

Ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen. Wenn Ihre Behauptung stimmt, dass die geplanten Internet-Filter mit geringem Aufwand zu umgehen sind, dann wäre die These, damit würden Freiheitsrechte eingeschränkt, absurd.

Günther Beckstein, CSU:

Killerspiele sollten bei der Strafbewährung in der Größenordnung von Kinderpornografie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt.

Silvana Koch-Mehrin, FDP:

Das ist eine infame Unterstellung. Ich habe das gesagt, was …ähm… mir als Kenntnis von der Parlamentsverwaltung übermittelt wurde. Dass ich bei mehr als 75% der Sitzungen als anwesend registriert bin. Das habe ich so gesagt, und dabei bleibe ich. Es gibt keinen Grund …ähm… und das ist eine …ähm… eine Frechheit mir eine …ähm… (lacht) etwas anderes zu unterstellen.

Matthias Güldner, Grüne:

Die Tatsache, dass diese Community viel Zeit in virtuellen Räumen verbringt, spielt dabei eine große Rolle. Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert. Anders kann die ignorante Argumentation gegen die Internetsperren gar nicht erklärt werden.

Edmund Stoiber, CSU:

Bei aller Toleranz – Kathedralen müssen größer sein als Moscheen.

Wolfgang Schäuble, CDU:

Diejenigen, die sagen Guantanamo ist nicht die richtige Lösung, müssen bereit sein darüber nachzudenken, was die bessere Lösung ist, denn allein mit der Kritik ist kein Problem gelöst.

Karl-Josef Wasserhövel, SPD:

Die abstrakte Popularität von Frau Merkel ist kein echter Kanzlerbonus. Es gibt zugleich ein großes Vertrauen und Neugier in der Bevölkerung gegenüber Frank-Walter Steinmeier.

Leben an der Straße

by Gunnar on 30. Juli 2009 · 16 comments

Unsere Tochter, das Goldkindtm, hat, ich gebe es nur ungern zu, einen Autofetisch. Wann immer sie eines sieht, zeigt sie drauf und ruft “A-U-to” oder, in der Mehrzahl “A-U-to-SCH”. Passanten schauen uns schon zunehmend irrtiert an, wenn wir spazieren gehen und fortlaufend mit dem Kind in Dialogschleifen (“A-U-to!” “Ja, Auto, super” A-UUUU-to!” “Ja, schön, komm weiter”) gefangen sind. Insofern ist es ganz praktisch, dass direkt vor dem Kinderzimmer die Bundesstraße 2R (auch der “Mittlere Ring” genannt) vorbei führt, mit ordentlich Autos aller Größen drauf. Da stellen wir sie auf die Fensterbank und haben dann stundenlang Ruhe, während das Goldkindtm den Verkehr katalogisiert (“A-U-to!” “Bus” “Ela-Weh!” “Ba-Ga”). Was mich an meine Jugend an der Bundestraße 64 erinnert, ach damals, als noch Käfer und Enten die Straßen bevölkerten.

Da wir aber nicht nur am Ring, sondern auch noch unweit des Klinikums Bogenhausen wohnen, sind unter den den 60.000 Fahrzeugen, die pro Tag das Kinderzimmerfenster passieren, auch so 15 bis 20 Krankenwagen, grüne Minnas und Feuerwehren unter Blaulicht und Sirene. Sowas schaut man sich als bekennende Autofetischistin natürlich besonders gern an. Das führt zu dem mild bizarren Ritual, dass bei jedem in der Ferne erklingenden Martinshorn die Kleine aufmerkt, “Tü-Ta!” ruft und sofort auf die Fensterbank gehoben werden will. Und natürlich bitter enttäuscht ist, wenn das Tüta schon vorbei oder vorher abgebogen ist.

Aber hey, vorhin ist es uns gelungen, einen Zug aus Feuerwehr-Einsatzleitung, Tragkraftspritzenfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Rüstwagen und, als Bonus, zwei Polizeiautos zu beobachten. Das Goldkindtm war daraufhin so high, dass Wickeln, Umziehen, Abendessen, Zähneputzen und Schlafengehen in Rekordzeit und allenfalls mit passivem Widerstand vonstatten gingen.

Was machen bloß Eltern, die auf dem Land wohnen?

In der Frage “Sind die Grünen jetzt AUCH total bekloppt?”, die kürzlich aufkam, weil der Fraktionschef der grünen Bremer Bürgerschaftsfraktion den Gegnern der Internetsperren vorwarf, sie hätten sich “wohl das Hirn herausgetwittert” (Quelle: welt.de), wogegen allerdings der Bundesvorstand stante pede Stellung bezog (“der Beitrag von Matthias Güldner […] widerspricht […] unserer grünen Programmlage”), kommt die beste und nachvollziehbarste Wortmeldung von Sabrina aus Bremen:

Sie schreiben: „Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.“ […] Ich möchte […] den Eindruck korrigieren, Menschen, die viel Zeit vor dem PC verbringen, hätten den Bezug zur realen Welt verloren.
Ich bin Jahrgang 1980, IT-Administratorin, sitze beruflich etwa 8 Stunden täglich am PC, privat ebenfalls noch mal zwischen 1 und 4 Stunden täglich. Ich habe Accounts bei Twitter, MeinVZ und noch einigen anderen Diensten, halte per E-Mail-Kontakt zu Freunden, die in anderen Städten leben und lese ausschließlich Online-Zeitungen, da ich Tageszeitungen für Papierverschwendung halte. […] Ich habe Freunde und Bekannte im realen Leben – und nutze das Internet, um Kontakt mit ihnen zu halten. Ich reise gerne, entdecke fremde Länder – und nutze das Internet, um Tickets zu buchen, mich über meine Reiseroute zu informieren und meinen Freunden hinterher meine Erlebnisse zu schildern. Hinter all diesen Diensten und Kanälen verbergen sich reale Menschen. Nachrichten, die ich per Twitter versende, werden von realen Menschen gelesen. Das ist meiner Generation so bewusst wie keiner anderen. Es ist die „Generation Kugelschreiber“, die diese beiden Bereiche nicht auseinander halten kann. Und es stimmt mich traurig, dass ein Mitglied einer Partei, die ich nach wie vor für eine der fortschrittlichsten in der deutschen Parteienlandschaft halte, eine derartige Ignoranz gegenüber der Lebenswelt der Jüngeren an den Tag legt. (Quelle: brainweich.de)

Auf den Punkt, oder? Generation Kugelschreiber, sehr schön.

Update: Aus den Kommentaren dieses Beitrags eine Antwort von Herrn Frey:

Ja, schöner Kommentar dieser Dame, stimmt auch sicher “irgendwie”, aber tut mir leid, ich kann die ganze Hysterie um die freie Meinungsäußerung eines einzelnen Grünen nicht nachvollziehen. Facebooken, Twittern, Myspacen, ordinäre SMS schreiben, kurz: die ganzen virtuellen Annehmlichkeiten kann die Gute und der ganze besorgte Rest in Zukunft doch auch weiterhin nutzen und dass das alles manchmal sogar der Kommunikation dient, bezweifelt ja auch keiner. Nicht mal die Generation Kugelschreiber.
Dass sich aufgrund des Kommentars von Matthias Güldner so viele angesprochen und sogar beleidigt fühlen, gibt mir aber zu denken.
Sicher gibt es genug Baustellen in der Politik, die optimierungsbedürftig und diskussionswürdig sind, aber die ewig hysterischen Befürchtung, dass wir morgen “Hitler 2″ in the Deutsche Reichstag sitzen haben, halte ich schlicht für polemische Webpropaganda, mit der sich die Zensursula-Gegner nur gegenseitig ihr Weltbild zimmern, um sich selbst eine Wichtigkeit zu geben, die sie vielleicht “da draußen” nicht haben. Wie immer, ihr liebstes und einziges Gut, dass sie verteidigen: das liberale Netz.
So liberal, dass jeder, der es wagt netz-kritische Gedanken zu äußern genüsslich nieder”gebasht” wird.
Wir leben in einem freien Land mit einer schlimmen Vergangenheit und gerade die BRD wird den Anfängen wehren, wo und wie es nur geht. Wenn man so wenig Vertrauen in unsere Regierung hat, dann sollte man z. B. mal nach Korea, bzw. einen “ordentlichen” Unrechtsstaat ziehen, wo nachts wirklich Leute verschwinden und Menschenrechte wirklich und ganz bewusst verletzt werden.

Und auf die Antwort noch eine Antwort von Gachmuret:

Die “Gesellschaft” und “die Demokratie” sind immer wir. Ist immer jeder einzelne. Denn wie soll sich eine Gesellschaft schließlich sonst definieren, wenn nicht durch ihre Mitglieder?Ja, mag sein, daß Online-Petitionen und tausende Blog-Beiträge nichts bringen werden. Ja, mag sein, daß sich viele zu wichtig nehmen.
Aber: Noch keine gesellschaftliche Veränderung ist ohne das Engagement Einzelner eingetreten (Viele kleine Leute an vielen kleinen Orte, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern, weiß ein afrikanisches Sprichwort).
Und: Wer heute unten ist, muß dies nicht zwangsläufig auch morgen noch sein. Wahlen und Politiker sind auch nicht alles. Wer nicht gewählt wird, ist deswegen noch lange nicht ohne Einfluss. Manchmal bringt übrigens konsequentes, ausdauerndes Krachmachen etwas (siehe Bombodrom – mit ‘nem Kreuzchen bei der Wahl wären die Pläne wohl nicht vom Tisch gewesen).
Also, allein die Tatsache, daß es Menschen gibt, die sich nicht ihre Kuschelecke zurückziehen, sich ihre Meinung bilden und dann ein Kreuzchen machen, weil sie meinen, mehr eh nicht tun zu können, macht sie nicht zu naiven Illusionisten. Und das hat im Übrigen rein gar nichts mit dem Internet zu tun, sondern ist eine ganz grundlegende Frage, wie man seine Rolle als Staatsbürger definiert.

Hm. Noch eine Anmerkung von mir — ich glaube auch nicht, dass wir mit ein paar Tweets Berge versetzen können und nein, ich glaube auch nicht, dass die Internetsperren morgen zu einer Diktatur führen. Ich denke aber, man kann bei simplen Themen wie “Killerspiele” oder “Internet-Sperren” ganz gut sehen, wes Geistes Kind unsere Volksvertreter sind und sich danach eine Meinung bilden. Die Finanzpolitik eines Steinbrück oder die China-Strategie einer Merkel kann ich nur mäßig qualifiziert beurteilen, aber ob der Matthias Güldner oder der Joachim Herrmann arrogante Idioten sind, die sich nicht mal die Mühe gemacht haben, zu versuchen nachzuvollziehen, was andere Generationen so denken, das sehe ich sehr deutlich nach ein paar Zeilen Text oder einer kurzen Rede. Und das hilft doch, mein Weltbild zu komplettieren.

Montagsmusik. Diesmal mit Weibersingsang und ohne E-Gitarren. Traurig und schön und ruhig und doch kraftvoll.


[Dear Reader — Great White Bear]

Sonntagslinks

by Gunnar on 26. Juli 2009 · 13 comments

VIDEO: Zu Loriots großartig-absurdem Stück “Eheberatung” hat ein Uni-Kurs eine hübsche Animation gemacht. Angucken! ###

VIDEO: Wie es wohl wäre, wenn ein ganzes Haus (sagen wir mal, die Hamburger Kunsthalle) träumen würde? ###

VIDEO: Katzencontent — die neueste Folge von Simon’s Cat. Schön! ###

VIDEO: Wenn sich im echten Leben alle Leute so aufführen würden, wie die Kunden von Agenturen bei Etatgesprächen. ###

VIDEO: Die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit, über Werbung. ###

VIDEO: Allein in Tokio (HD). Innenansichten einer fremden Stadt. ###

VIDEO: Akibatteru!, Folge 5. Mit Riesenroboter und der Tokyo Toy Show. ###

TEXT: Aha, wir haben uns also “das Hirn herausgetwittert“? Wenn das ihr Ernst ist, dann können wir die GRÜNEN als ernsthafte Partei wohl auch abschreiben. ###

TEXT: Die ZEIT schreibt über die “Wir sind Gamer”-Demos. ###

TEXT: Die Vodaphone-Saga, eine Kurzgeschichte für Kinder. Oder so. ###

TEXT: Fünf Irrtümer über die Piratenpartei. Am Rande: Heimsieg! ###

TEXT: Der Wortvogel rezensiert den jüngsten Tarantino, Inglorious Basterds, ihr wisst schon — und den Vorgänger im Geiste gleich mit. ###

COMIC: I am Poison Ivy, hear me roar! ###

BILD: Leute, die zu viel Zeit haben, bauen ihren Arbeitsplatz aus Zündhölzchen nach. Uh. ###

BILD: So funktioniert Genetik. Ganz einfach. ###

BILDER: Chinesischer Künstler macht sich “unsichtbar”. Wow. ###

SITE: Eine Webseite für Leute, die zuweilen Icons benötigen. ###

SITE: “Fluter” ist das Magazin der Bundeszentrale für Politische Bildung. Schöne Themenauswahl, tolle Texte. Kann man im Web lesen oder kostenlos abonnieren. ###

DINGE: Diese praktischen Sticker könnte ich wirklich gut brauchen. Gibt’s eigentlich Urban Outfitters auch in Deutschland? ###

ZEUG: Argh, von Archon (Archon!) ist ein Remake erschienen. Leider nur für’s iPhone. Jetzt brauche ich doch eins. Mist. ###

Oliver Uschmann: Fehlermeldung

by Gunnar on 25. Juli 2009 · 5 comments

oliver uschmann fehlermeldung Huch, der Uschmann (über dessen Werk ich mich schon ein paar Mal lobend und weniger lobend geäußert habe), der Uschmann also, hat ein neues Buch geschrieben, das diese Woche erschienen ist. Und als hätte er sich meine Kritik an seinem letzten Werk “Murp!”, er mische zu viel Weltverbesserei in die Roman-Form, zu Herzen genommen, schenkt er sich diesmal die Romanhandlung und geht gleich volle Kanne ins Dozieren. Uschmann nimmt sich fünf prototypische, nur leicht überdrehte Männerfiguren (u.a. Bernd, den planenden Pedanten oder Manuel, von Beruf Sohn und Tauchlehrer), erzählt Szenen aus ihren Leben und zeigt an ihnen typische Probleme von Männern in heutiger Zeit — Bindungsangst, Lebensangst, Angst vor Ärzten, nicht erwachsen werden wollen, Selbstüberschätzung, you name it. Das tut er mit Akribie und einer so Inspektor-Colombo-artigen Beobachtungsgabe, dass jeder sich oder zumindest einen seiner falschen Freunde darin erkennen kann. Doch Uschmann wäre nicht Uschmann, wenn er es bei der Analyse beließe — nach jeder Diagnose schlägt er Lösungen für die festgestellten typischen Männerfehler vor.

Das mit den Lösungen bleibt ein bisschen sehr an der Lebensberatungsbuch-Oberfläche (Nutzen Sie Ihren Verstand! Kriegen Sie Ihre Finanzen in den Griff!), aber unrecht hat er nun auch wieder nicht. Und die Analysen sind so treffend und auf den Punkt, dass man den Teil mit den Ratschlägen auch überblättern kann, ohne das Gefühl haben zu müssen, man bekäme vielleicht zu wenig Buch für sein Geld.

Insgesamt ein gelungenes Werk, das sich easy wegliest und einen nicht dümmer macht. 3.5 von 5 Punkten würde ich sagen, wenn ich’s nicht affig fände, Bücher nach Punkten zu bewerten. Ist übrigens von GTVH, um die 250 Seiten stark und kostet 16 Euro 95.

Japan Expo 2009, Paris

by Gunnar on 24. Juli 2009 · 1 comment

Beruflich habe viel zu tun, privat lebe ich einer Serie aus horrorhaften Zahnarztbesuchen, außerdem ist es in München zu heiß zum Denken. Sie sehen, liebe Mitlesende, ich kann derzeit unmöglich meine selbstauferlegten Verpflichtungen wie z.B. regelmäßig Bloggen erfüllen. Daher auch heute nur Fremdcontent: ein hübsches Video von Kollege Nino. Hat wieder was mit Japan und Manga und Anime und so Zeug zu tun. Ist aber auch für nur mäßig Japanophile ansehbar.

Das Album des Jahres: Fever Ray

by Gunnar on 21. Juli 2009 · 25 comments

Ich versteh’ ja nix von Musik, ich bin in der Eingeschränktheit meiner Vorlieben nicht allzu weit entfernt vom Kuschelrock-Compilationskäufer, nur dass ich eben keine Kuschelrock-Compilations kaufe, sondern immer neue Iterationen von simpler, melodischer Gitarrenmusik mit gesellschaftskritischen Texten. Meine Heroen, von Hot Water Musik über Leatherface, Boy Sets Fire, Rise Against, Thrice, Samiam bis zu Gaslight Anthem und neuerdings die großartigen The Casting Out, klingen alle ähnlich, bei Lichte betrachtet. Konservativer melodiöser Post-Punk-Hochhüpf-Sound. Klar habe ich auch noch ein paar andere Vorlieben, meist für ältere rauhstimmige Herren wie Cave oder Waits oder Cohen, aber Gitarre und (ohne Hirnbluten hörbare sowie) mitsingbare Texte müssen immer dabei sein, sonst erschließen sich mir die Songs nicht.

Soviel zur Ausgangslage. Und dann kommt Fever Ray in mein Leben. Die Soloplatte von, äh, Karin Dreijer Andersson, Stimme von Röyksopps What else is there und weibliche Hälfte des mir total unbekannten Duos The Knife. Vielleicht liegt’s daran, dass ich mit Electronica und so Zeug kaum Erfahrung und daher auch keine Ach-ja-schon-1000mal-gehört-klingt-wie-immer-Antikörper habe. Vielleicht ist das Album aber auch wirklich einzigartig, jedenfalls umfängt es mich, spinnt mich ein, greift mir in die Eingeweide, lässt mich nicht mehr los.

Und ich könnte nicht mal die Musikrichtung benennen. Egal. Hinhören:


[Fever Ray – Triangle Walks]

Wow, oder?

Das sensationelle komplette Album gibt übrigens für faire 6,98 Euro bei Amazon als MP3-Download. Danke übrigens auch an den Kollegen Daniel F., der mir Fever Ray überhaupt erst empfohlen hat. Und an Peggy K., die’s wiederrum Daniel empfohlen hat. Oder so.

Für Frauen kompetent

by Gunnar on 20. Juli 2009 · 27 comments

Ich weiß schon, ich soll mich nicht immer über Wahlplakate aufregen, aber hey… wer hat sich denn das hier ausgedacht? Erstens weiß man nicht, wer die Strobl und wer die Tausend ist, zweitens sehen sich die grinsenden Damen (zufällig?) so ähnlich, dass man denken muss, da habe vetternwirtschaftlich die Tante Bürgermeisterin ihre kleine Kusine nachgezogen, drittens ist der Slogan einerseits blöd und zweitens missverständlich — man könnte es auch als “Naja, die sind schon ganz kompetent, dafür dass sie Frauen sind” lesen.

So kommt man nicht in den Bundestag, Frau Tausend.

Claudia Tausend (SPD), Bundestagswahlkampf 2009

Claudia Tausend (SPD), Bundestagswahlkampf 2009

See the sunset with no sleep at all

by Gunnar on 20. Juli 2009 · 2 comments

Montagsmusik. Zum Kraft tanken in den ersten anstrengenden Stunden einer potenziell nervtötenden Bürowoche.


[Trentemøller – Moan]

Sonntagslinks

Juli 19, 2009

Die kalibanische Wochenlinkliste. Diesmal mit einer Anleitung zum Banananschälen, Werbung, “Killerspielen”, masturbierenden Tieren und Harry Potter.

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Eine lang unterbrochene Geschichte

Juli 15, 2009

Irgendwann, vor gut 15 bis 18 Jahren muss das gewesen sein, kaufte ich mir in Göttingen auf den Grabbeltischen der Gebrauchtbuchanbieter einen Roman mit dem albernen Namen “Lilith — eine Schlange im Gras”.

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