Eine lang unterbrochene Geschichte

by Gunnar on 15. Juli 2009 · 2 comments

lilith a snake in the grass jack l. chalkerIrgendwann, vor gut 15 bis 18 Jahren muss das gewesen sein, kaufte ich mir in Göttingen auf den Grabbeltischen der Gebrauchtbuchanbieter einen Roman mit dem albernen Namen “Lilith — eine Schlange im Gras”, Band 1 einer Scifi-Quadrologie namens “Die Beherrscher des Diamanten”. Keine Ahnung, warum, interessant sah das Ding von außen nicht gerade aus. Die Handlung ging so, dass in einer Ecke menschlichen Konföderation vier Planeten entdeckt werden, die man zwar betreten, aber nicht wieder verlassen kann — vor Ort ergreift ein benigner Mikroorganimus von einem Besitz, der allerlei positive Wirkungen hat, einen aber umbringt, wenn man die vier Planeten (den “Diamanten”) wieder verlässt. Logisch, dass die bravenewworldige Konföderationsregierung dort keine Kolonisten hinschickt sondern (Australien lässt grüßen!) Verbrecher, aber solche, die sich durch Kreativität ausgezeichnet haben und zu schade für’s Umerziehungslager sind. Eines Tages entdeckt die Konföderation einen menschlich wirkenden Superroboter, den irgendwer in höchste Militärkreise eingeschleust hat — und der dann zum Diamanten flieht. Darauf hin kommt raus, dass offenbar eine Alien-Rasse mithilfe der Herrscher des Diamanten (jeder Planet hat einen absolut regierenden “Lord”) einen Undercover-Krieg gegen die Menscheit führt. Die Konföderation klont ihren besten Killer viel Mal und schleust ihn auf den Diamanten-Welten ein. Und dann geht’s los.

Obwohl, Sekunde, es gibt noch die kleine Komplikation, dass die eingangs erwähnten Mikroorganismen (“Wardens”) den Menschen auf den Diamanten-Planeten quasi Superkräfte verleihen — wer willensstark ist, kann sozusagen mit seinen Wardens “reden” und so z.B. die Gestalt wechseln. Das macht die Lage für den eingeschleusten Killer auch nicht einfacher.

Die Serie ist von hierzulande nur mäßig bekannten Autor Jack L. Chalker verfasst und wurde Anfang der 1980er veröffentlicht. Von der deutschen Fassung (bei Goldmann erschienen), gibt es nur noch Restbestände, die englischsprachigen Versionen sind ebenfalls vergriffen, aber als Gebrauchtbücher noch erhältlich. Die Bücher leiden allerdings ein bisschen unter der scheußlichen Cover-Auswahl. Uh. Und der Lesespaß leidet ein wenig unter dem statisch-hilflosen Schreibstil und den devoten Frauenfiguren — die Geschichte selber ist aber sehr spannend, wenn man sich auf die Story erstmal eingelassen hat. Ich hab’s mit Vergnügen gelesen, wer auf Scifi mit Aliens und elaboraten Fremdweltkonzepten steht, ist nicht schlecht beraten, dem Zyklus eine Chance zu geben.

Um auf den Anfang dieses strukturlosen Textes zurück zu kommen: Jedenfalls hatte ich mir Anfang der 90er drei der vier Bände zusammen gesucht, immer mal wieder die Netze nach Band 4 ausgeworfen und irgendwann aufgegeben. Amazon verkaufte damals keine gebrauchten Bücher, Konkurrenten wie Booklooker waren noch nicht am Start. So vergaß ich dann meinen Wunsch, die Geschichte irgendwann mal zuende zu lesen. Bis neulich, als mir durch Zufall im Regal Band 3 wieder in die Hände fiel.

Schnell gekauft, schnell gelesen, Lücke geschlossen. Eine Freude, das Internet.

{ 1 comment… read it below or add one }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: