Ein paar lustige Minuten mit Polit-Bash. Das ist, nun, eine Datenbank für Politikerzitate. Kann man immer mal brauchen, sowas.
Joachim Herrmann, CSU:
Ich kann von einem Kinobetreiber erwarten, dass er tatsächlich nur 18-Jährige ins Kino lässt. Wenn es aber um Computerspiele geht, ist das anders. Wenn ein 18-Jähriger ein Spiel in der Hand hat, gibt er es am nächsten Tag an 17-, 16- und 15-Jährige weiter. Ich glaube nicht, dass es in unserer freiheitlichen Gesellschaft einen Anspruch auf solche Computerspiele gibt.
Ursula von der Leyen, CDU:
So selbstverständlich, wie wir den Kindern die Muttersprache mitgeben, müssen wir ihnen Religion mitgeben.
Kerstin Griese, SPD:
Ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen. Wenn Ihre Behauptung stimmt, dass die geplanten Internet-Filter mit geringem Aufwand zu umgehen sind, dann wäre die These, damit würden Freiheitsrechte eingeschränkt, absurd.
Günther Beckstein, CSU:
Killerspiele sollten bei der Strafbewährung in der Größenordnung von Kinderpornografie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt.
Silvana Koch-Mehrin, FDP:
Das ist eine infame Unterstellung. Ich habe das gesagt, was …ähm… mir als Kenntnis von der Parlamentsverwaltung übermittelt wurde. Dass ich bei mehr als 75% der Sitzungen als anwesend registriert bin. Das habe ich so gesagt, und dabei bleibe ich. Es gibt keinen Grund …ähm… und das ist eine …ähm… eine Frechheit mir eine …ähm… (lacht) etwas anderes zu unterstellen.
Matthias Güldner, Grüne:
Die Tatsache, dass diese Community viel Zeit in virtuellen Räumen verbringt, spielt dabei eine große Rolle. Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert. Anders kann die ignorante Argumentation gegen die Internetsperren gar nicht erklärt werden.
Edmund Stoiber, CSU:
Bei aller Toleranz – Kathedralen müssen größer sein als Moscheen.
Wolfgang Schäuble, CDU:
Diejenigen, die sagen Guantanamo ist nicht die richtige Lösung, müssen bereit sein darüber nachzudenken, was die bessere Lösung ist, denn allein mit der Kritik ist kein Problem gelöst.
Karl-Josef Wasserhövel, SPD:
Die abstrakte Popularität von Frau Merkel ist kein echter Kanzlerbonus. Es gibt zugleich ein großes Vertrauen und Neugier in der Bevölkerung gegenüber Frank-Walter Steinmeier.

aua, aua!
- Bei aller Toleranz – Kathedralen müssen größer sein als Moscheen. -
Den kannt ich gar nicht. Wie geil ist denn der Spruch bitte. Beklopptheit in ihrer reinsten Form. Unverstellt, unverblühmt und völlig frei von logischem Denken. Ein wahrer Zitatenschatz.
Auch die anderen sind nicht wirklich schlecht, aber dieses ist in seiner kürze so schön knackig.
Sigmar Gabriel, SPD:
Die Wahrheit vor der Wahl – das hätten Sie wohl gerne gehabt.
@Tom_82
Stoiber hat’ s halt einfach drauf. Mit der Prägnanz müsste er eigentlich auch auf Twitter. So wie Güldner jetzt – wobei der jetzt nicht so die Kracher twittert. Muss wohl noch üben. ;-)
Auch für Politiker gilt eben in vielfacher Hinsicht ein schöner Kalenderspruch von (oh Schreck) Konrad Adenauer:
‘Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.’
“Ich glaube nicht, dass es in unserer freiheitlichen Gesellschaft einen Anspruch auf solche Computerspiele gibt”
Absurd, dass Herr Herrmann in diesem Zusammenhang ausgerechnet die Freiheit der Gesellschaft betont.
*schnauf*
Die Aussage über die Religion/Muttersprache hat mich gerade richtig wach gemacht.
Vielen Dank dafür.
“Demokratischer Sozialismus, das ist so eine Art vegetarischer Schlachthof.”
Guido Westerwelle
Ausgerechnet Kerstin Griese… wenn ich bedenke das ich der mal ne Stimme in den Rachen geworfen habe… *seufz*
“Wir sind keine Spaßpartei. Die einzig legitime Spaßpartei ist und bleibt die FDP.”
Martin Sonneborn, Vorsitzender der Partei “Die Partei” nachdem diese wegen mangelnder Ernsthaftigkeit nicht zur Bundestagswahl zugelassen wurde.
(Quelle: Die Zeit)
“Die Partei” ist für mich die einzig ernstzunehmende. :-)
Abgesehen von der “frisch” gegründeten Joghurt Partei:
http://twitter.com/JoghurtPartei
“Wer Deutschland für kapitalistisch hält, der hält auch Kuba für demokratisch.”
“Die Regierung wiederspricht allen Lehrsätzen der Mathematik: Die Summe von Nullen kann durchaus eine stattliche Zahl ergeben.”
“Herr Stoiber könnte als Außenminister nicht einmal Frieden mit Österreich halten.”
“Wenn es nach den Grünen gegangen wäre, bestünde das Handy immer noch aus zwei mit einer Kordel verbundenen Joghurtbechern.”
“Es schadet im Leben nicht, wenn man mehr zu Ende gemacht hat als die Fahrschule.”
Guido Westerwelle
“Die Presse ist die Artillerie der Freiheit.”
Hans-Dietrich Genscher
um westerwelle mal in das licht zu ruecken in das er gehoert:
“Ich habe nicht für die deutsche Einheit gekämpft, damit heute Kommunisten und Sozialisten was zu sagen haben!”
mit der freien meinungsaeusserung hat der’s auch nich so?
Frei zitiert:
“Kommunismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen.”
@Styg: Ja. aber Frau von der Leyen hat Recht: Es kann nur positiv für ein Kind sein, wenn es christlich erzogen wird. Das finde ich, sollte ganz selbstverständlich dazu gehören und auch stärker gefördert werden.
Wo sonst werden dem Kind Moral und Werte beigebracht? Im Fernsehen vielleicht?!
Oha Sebi.
“Wo sonst werden dem Kind Moral und Werte beigebracht?”
Sehr interessante Frage! Wie wär’s mit Familie und Umfeld? Christliche Religionserziehung als Wunderwaffe gegen ungezogene Bürger – ich muss laut lächeln :)
Gutes Benehmen und moralische Werte hat übrigens auch die Pionierorganisation der DDR gefördert, und das sogar ziemlich gut. Man ersetze also “christliche Religion” durch “ideologische Weltanschauung deiner Wahl”.
Das kann man aber auch anders sehen. Und ich persönlich finde es reichlich fundamentalistisch, die christliche Werteerziehung (die erst einmal en detail zu definieren wäre, es ist ja nicht so, daß alle Beteiligten dasselbe darunter verstehen) für die einzig überhaupt mögliche zu halten. Ein anständiges Leben ist auch ohne Rückkopplung an den christlichen Glauben möglich.
@Konrad:
Der eigene Freiheitsbegriff offenbart sich immer am Grad der Freiheit, den man anderen zubilligt. Was ist also von jemandem zu halten, der eine Denkungsart kriminalisiert, nur weil sie ihm zuwider ist?
Und ihm übrigen: http://media.ndr.de/download/podcasts/extradrei196/TV-20090218-0001-20212.h264.mp4
Lustiges Video, ich hab auch kurz einen Hauch von Ärger verspürt, aber dann mal einen Blick auf die letzten Umfragen und Landtagswahlergebnisse geworfen, und plötzlich juckts mich gar nicht mehr…
Aber nochmal, der real existierende Sozialismus hat seinen Kredit verbraucht, das ist, ähnlich wie der Nationalsozialismus, einfach etwas das sich selbst indiskutabel gemacht hat, ich komm aus den neuen Bundesländern, ich muss nur 10 Minuten mit der Straßenbahn fahren und dann sehe ich was die SED uns hinterlassen hat, ich muss nur den Fernseher anmachen und ich sehe was die Castro-Brüder auf Kuba angerichtet haben, ich muss nur einmal googeln und kann mir anschauen wie die KP in China auf Tibetanische Mönche und Uiguren einprügeln lässt…
Womit wir bei einem Mißverständnis wären. Natürlich ist der real existierende Sozialismus gescheitert. Darum geht es aber nicht, wenn man einen solchen Satz äußert. Denn dort wird der Kommunismus als Weltanschauung kriminalisiert. Folgte man dieser Logik, in dem man nämlich eine Weltanschauung für ein Verbrechen hält, weil man beurteilt, was in ihrem Namen geschehen ist, dann bliebe nicht viel übrig – schließlich wurde im Namen des Christentums, des Islams, des Judentums, des Hinduismus, im Namen Odins ja auch im Namen der Freiheit und der Demokratie – wahrscheinlich wohl im Namen einer jeglichen Idee abscheuliches getan.
Das Kriminelle sind nicht die Weltanschauungen – kriminell sind immer die Menschen. Und das ist das, was mich an diesem Satz so stört.
Wenn eine Weltanschauung wie z.B. das Christentum die Homophobie fördert, dann ist diese selbstverständlich zu verurteilen. Man lese das alte Testament, bevor hier wieder jemand mit “Auslegungssache” argumentiert.
@Ellenn: Als Christ ist für dich aber nur das Neue Testament relevant.
Denn sonst hättest du z.B. einen Konflikt. Denn Jesus korrigiert explizit einige Ansichten aus dem Alten Testament.
Zum Beispiel das mit der Viel-Ehe. Laut dem Alten Testament ist sie erlaubt. Jesus spricht sich ohne jeden Zweifel dagegen aus.
@Urml: Klar kann man die Christliche Ideologie durch andere ersetzen. Die Frage ist dann nur, ob die andere richtig ist und auf welchen Fundament sie beruht.
Bei den DDR-Pionieren wurde den Kindern das eine beigebracht, in der Hitler-Jugend den Kinder das andere. Aber das sind sich ständig ändernde Moralvorstellung. Während die Evangelien und die Botschaft Jesu ewig Bestand haben.
Denn wer sich erstmal damit befasst, wird sehr schnell feststellen, wie genial und erhellend das ist, was im Evangelium steht.
Und das ist das Problem. Die Menschen wollen sich erst gar nicht mit den Evangelien auseinander setzen, weil sie lieber weiter so leben wollen wie bisher ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Denn durch das Lesen der Evangelien wird man zwar nicht zum besseren Menschen, kriegt aber doch deutlich seine Fehler aufgezeigt.
Der Streitpunkt ist ja folgender Satz:
“Wo sonst werden dem Kind Moral und Werte beigebracht? Im Fernsehen vielleicht?!”
Vollkommen d´accord bin ich damit, daß dies sinnvollerweise in den Familien geschehen sollte. Nicht übereinstimmend bin ich allerdings, daß dies ausschließlich im Rahmen einer christlichen Erziehung geschehen kann. So als gäbe es nur die Wahl: “Christliche Erziehung” oder “Verwahrlosung durchs Fernsehen”. Das ist Unfug. Es gibt eine Menge anderer Weltanschauungen, im Rahmen derer es möglich ist, seine Kinder zu erziehen. Die behauptete Exklusivität des christlichen Weltbilds (das wie gesagt noch zu klären wäre, es gibt Auslegungen, deren Tauglichkeit ich für zweifelhaft halte) she ich da nicht.
Die Wertmaßstäbe der christlichen Religion und deren Vermittlung finde ich, rein objektiv betrachtet, sehr gut. Und das sage ich als Atheist.
Respekt vor dem Leben bzw. voreinander (auch wenn es nicht immer gelingt, ich geb’s ja zu), Ehrlichkeit, Aufopferungsbereitschaft, Liebe statt Hass, etc… Das sind wichtigste humanistische Werte, die das Zusammenleben in großen Gemeinschaften erst ermöglichen.
Das Problem ist ja nicht die Religion an sich, sondern das, was der Mensch, insbesondere die jeweiligen Lenker und Machthaber, daraus machen. Problematisch wird es, wenn der Glaube eben instrumentalsiert wird und im Sinne der Gruppendynamik den gesunden Menschenverstand auszuschaltet. (Wobei dann weltliche Ideologien genauso gefährlich sind und schon waren).
Die christlichen Werte müssten eigentlich auch jedem “normalen Menschen” ohne Religionsbezug einleuchten und gelebt werden wollen. Passiert aber anscheinend nicht von selbst, vielleicht weil der Mensch im Grunde seines Wesens eher selbstbezogen ist. (Zumindest seh ICH das so.)
Auch wenn ich von der Leyen und die CDU nicht mag, ist es mir deshalb im Grunde lieber, man erzieht nach christlichen Maßstäben, anstatt dass, überspitzt gesagt, “Videospiele” oder “Tarantinofilme” die Wertevermittlung übernehmen.
Und Religion ist ja auch nicht unbedingt leistungsorientiert, so wie viele weltliche Ideologien, in denen oft mehr oder weniger zwischen den Zeilen, das Recht des stärkeren “gepredigt” wird.
Wie gesagt, lieber Religion zur Vermittlung von Werten, als falsch verstandene Antiautorität bzw. angeblich liberale, in Wahrheit jedoch nicht stattfindende Erziehung.
Das Problem ist ja nicht die Religion, sondern dass, was der Mensch oder die “Führung” draus macht.
Die Werte, die der christlichen Religion zugrunde liegen, stehen erst mal für wichtige und richtige zwischenmenschliche Massstäbe, die das Leben in großen Gemeinschaften ja erst möglich machen. Also Liebe statt Hass, Ehrlichkeit, Gewaltlosigkeit, Respekt voreinander (auch wenn ich da selbst oft noch üben muss, ich geb’s ja zu).
So gesehen finde ich eine Erziehung nach christlichen Werten nicht von vorne herein reflexartig als verurteilens- oder ablehnenswert. Und das sage ich als Atheist.
Weltliche “Ideologien” wurden ja schon genauso Missbraucht, wie die Religionen. Wir wissen ja, dass – egal ob weltlich oder religiös – eigentlich alle “Modelle” ihre Leichen im Keller liegen haben. Aber im Grunde predigt der christliche Glaube nicht das Recht des Stärkeren oder fördert Leistungsdruck.
Auch wenn ich die CDU und von der Leyen nicht mag, finde ich es besser, die Religion vermittelt (gute) Werte und überlässt es nicht irgendwelchen Computerspielen oder Tarantinofilmen, was man als “Gut” oder “Böse” zu empfindet. Überspitzt gesagt.
Man könnte doch einfach ein paar nette Sachen – wie z.B. Toleranz oder Nächstenliebe – aus dem “Religionspool” stibitzen und anschließend ohne die Religion weiterverwenden.
PC Spiele Entwickler machen’s doch meist genauso: Das Beste anderer Titel einvernehmen, für den eigenen Titel nutzen und den veralteten Rest in die Tonne kloppen. :D
@zippo
Macht man im Grunde ja auch. Aber von einer von der Leyen, bzw. einer “CDU”-Politikerin erwarten die Wähler, dass sie sowas in der Art von sich gibt. Im anderen Fall wäre das ja so, als würde ein Xbox-Produkt-Manager den Kunden empfehlen, sich lieber ‘ne Playstation zu kaufen, weil die dasselbe kann. (Naja, nicht ganz dasselbe…) ;-)