Ich kaufe mir noch so’n Spielzeug

by Gunnar on 20. August 2009 · 20 comments

Es gibt ja viele Arten, seinen Reichtum zu zeigen: Manche schwören auf einen Kopfschmuck aus Frischgeld, andere tragen teure Klamotten mit quadratmetergroßen Labels, wieder andere lassen sich vom adrett gekleideten Personal zehn Koffer hinterher schleppen. Ältere Männer halten sich wirkungsvoll gebaute junge Frauen; junge Frauen protzen mit interessant frisierten Schoßhunden; altmodische Kapitalisten berauschen sich am Glanz des Goldes.

Eine der effektivsten Methoden, Neid zu erzeugen, ist aber natürlich, etwas Teures zu nehmen und zu zeigen, dass man es gering schätzt — man muss nicht so weit gehen, echtes Geld zu verbrennen, es reicht auch, einen Ferrari rosarot anzustreichen und mit Pril-Blumen zu verzieren (oder so). Oder man macht es wie der Besitzer dieser Yacht, die ich neulich in St. Tropez fotografiert habe, der Name des Schiffes ist einigermaßen aussagekräftig:

eine yacht namens one more toy

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aeq August 20, 2009 um 19:30

In Afrika stirbt alle 7 Sekunden ein Kind den Hungertod.
Und diese Person hat nichts besseres als DAS zu tun.

es widert mich an.

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Syko-Rc August 20, 2009 um 21:27

auch wenn der besitzer der yacht das ding nicht gekauft hätte, änderte sich meiner meinung nach nix in afrika.

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Lhw August 21, 2009 um 00:47

Sehr wohl änderte sich etwas, wenn er/sie das Geld für die Yacht anderweitig eingesetzt hätte. Anstatt dieser einen Yacht hätten viele Menschen eine Perspektive bekommen können, die so keine haben.

jokin August 20, 2009 um 20:02

sehr professionelle Hervorhebung

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Gunnar August 21, 2009 um 02:06

Hey, mir fehlte es gerade an den richtigen Tools.

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Eberon August 21, 2009 um 08:13

Da möchte ich Dir einfach mal Skitch ans Herz legen. Einfacher geht es nicht mehr: http://plasq.com/skitch

Jürgen F. August 21, 2009 um 15:21

@Gunnar:
Reicht doch, oder willst Du wie bei Akte X das Foto ranzoomen, bis man die Nasenhaare vom Käpt’n Iglu zählen kann? ;-)

Der mit dem Gnu im Schuh August 21, 2009 um 10:49

Und da soll noch einer sagen, dass Geld den Charakter verdirbt.

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Jürgen F. August 21, 2009 um 14:14

Wenn ich Geld hätte, könnte ich es mir leisten, einen tollen Charakter zu besitzen.

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Jürgen F. August 21, 2009 um 14:00

@aeq, Lhw
Mich widert das auch total an, aber zum Glück spenden ja die meisten Durchschnittsbürger mindestens ein mal im Jahr mindestens ‘nen Zehner an UNICEF oder so, anstatt ihr bißchen Geld für Luxusartikel wie Ipods, H&M-Kollektionen oder Gamestar-Hefte auszugeben.

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verp August 21, 2009 um 14:05

Ich finds gut. Das ist genau meine Art Sarkasmus :D

Und an all die Afrika-Rumnörgler: Stow it. Selbst wenn der sich seine Yacht nicht gekauft hätte, und die 10, vielleicht 20 millionen an UNICEF und co gespendet hätte, wär das Geld doch nur in Managertaschen gewandert.

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Styg August 21, 2009 um 17:22

Der Logik der geäußerten Kritik an der Namensgebung folgend: Warum zum Teufel ist überhaupt jemand online hier? Wir alle gehen unseren persönlichen Interessen nach, statt altruistischerweise der Weltrettung entgegenzueifern. Ganz diabolisch ist selbstverfreilich der Herr Kaliban selbst, hat er doch das Foto im Urlaub (auch: “durch finanzielle Aufwendungen spaßoptimierte Freizeit”) gemacht und dann unter Zuhilfenahme allerlei technokratischen Gedöns’ publiziert. Was das kost’! Hätte man alles nach Afrika abdrücken können!

Wehe es kauft sich hier jemand subventionierte Lebensmittel (fast alles aus’m Discounter) hier in der EU. Nicht zuletzt der Kram ist mitverantwortlich, dass Ware aus Afrika nicht bei uns auf den Markt kommen kann. Weil zu teuer im Vergleich. Wir können Probleme nicht mit Geld erschlagen, nur mit Verhaltensänderung.

Jaja, ich bin off-topic. Tut mir schwer leid, ich arbeite dran. ^^
Mich machen derartig selbstgerechte Lippenbekentnisse sauer, denn durch eigene Erfahrungen in Afrika und für Afrika weiß ich, dass außer inhaltlich widersprüchlichen Ideologien wenig hinter derartigem Gerede steckt. Geh’ mal einer von euch nach Afrika, Entwicklungshilfe machen. Auseinandersetzung mit Land und Leuten, den Kulturen und Gegebenheiten in Verbindung mit persönlicher Anwesenheit über längere Zeit – das kann Erfolg haben. Wenn jemand sein Privatvermögen dazu aufwendet, einige Monate nicht arbeiten zu müssen um sich samt Intellekt und Arbeitskraft für einige Zeit nach Südafrika zu packen – dann hat er was _wesentlich_ sinnvolleres gemacht, als Teile dieses Vermögens einfach plump nach Afrika zu pumpen. Ansonsten ist dieses “in Afrika sterben Kinder weil jemand eine Yacht mit sarkastischem Namen besitzt und ich hab’ ansonsten nix damit zu tun”-Gefasel ziemlich daneben. Befindlichkeit, ich hör’ dir trapsen!

Kurve zum Thema. Hab’s gleich. Hm. Die Yacht ist übrigens eine Charter-Yacht. Sixt für Boote, nur teurer. Das meint zumindest Google. Noch schlimmer, verdammte Kapitalisten. ^^

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siR August 21, 2009 um 19:10

Oh mann und dann ist der Schriftzug auch noch so hässlich!!

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Flensburger August 22, 2009 um 01:39
marciho August 22, 2009 um 20:46

Bei charterworld.com kann man sich dieses kleine Spielzeug für magere 150.000,- US$/Woche mieten. Ist ein richtiges Schnäppchen zu anderen angebotenen Jachten auf dieser Seite.

http://www.charterworld.com/index.html?sub=yacht-results&chartertitle_filter=one+more+toy&location_filter=&prices_filter=&month_filter=&guests_filter=&submit=Search+Now!&form_name=product_search&sub=yacht-results

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Marjan August 22, 2009 um 23:37

Herr Kaliban liest Walter Moers? der kopfputz aus frischgeld ist ein wirklich gelungenes zitat aus einem gelungenen comic!

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Gunnar August 24, 2009 um 09:26

Ist schon ein bisschen her, das Lesen von Moers’schen Comics.

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Sveni August 25, 2009 um 13:52

Ich war auch diesen Sommer in St. Tropez und hab auch eine Yacht gesehen mit dem Schriftzug “C’est la vie!” =) auch schön sarkastisch

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Daniel B. August 25, 2009 um 17:27

Immer alles über einen Kamm – welch intellektuell zutiefst beeindruckende Argumentation der pragmatisch-indifferenten Antimoralisten…

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