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1984 bis 2009: 25 Jahre Elite

19. September 2009

in Spielzeug

1984 bis 2009: 25 Jahre Elite

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Im regnerischen September 1984 (*) brachte die Firma Acornsoft mit großen Hoffnungen ein Weltraumspiel namens Elite heraus, zunächst für ihre eigenen Plattformen BBC Micro und Acorn Electron. Programmierer waren zwei Mathematiknerds namens David Braben und Ian Bell, damals 20 und 22 Jahre alt.

Elite verkaufte sich vom Start weg blendend und wurde in den folgenden Jahren auf alle möglichen anderen Systeme übertragen, vor allem die Fassungen für den C-64 und den Amiga zementierten den ewigen Ruf dieses einzigartigen Spiels. Elite, mit seiner Mischung aus 3D-Weltraumkampf in Ego-Perspektive, Handel und Erforschung wurde Urvater eines eigenen Genres, in der Zeitschrift GameStar lange hilflos “Weltraumspiel” genannt, zu dem Titel wie X: Beyond the Frontier, Privateer, aber auch X-Wing, Wing Commander, Starlancer, Tachyon oder Conflict: Freespace gehören. Auch die Macher des Online-Rollenspiels Eve Online geben an, sie seien bei der Entwicklung von Elite inspiriert gewesen.

So sah das damals übrigens aus, die Screens entstammen der C64-Version:

Der Kampf gegen einen einzelnen Piraten

Der Kampf gegen einen einzelnen Piraten

a screenshot of the hyperwarp sequence of elite (c64)

Yeah! Sprung in den Hyperraum!

Aber genug der schnöden Fakten. Ich schließe die Augen, sitze in Gedanken wieder vor meinem C-64 und bin wieder 16. Ich erinnere mich an:

…die milde Irritation, als die seltsamen Tiere (die “Trumbles”), die ich einem Kaufmann für stolze 5000 Credits abkaufte, plötzlich nicht mehr nur ein Eintrag im Frachtregister sind, sondern sich vermehren, die restliche Fracht zerstören und schließlich sogar über die Instrumente im Cockpit kriechen…

…den Schock, als ich bei einem Hyperraumsprung nicht am Ziel ankomme, sondern von Aliens, den tödlichen “Thargoiden”, attackiert werde. Das Schlimme: Ich bin quasi unbewaffnet, habe nur einen Laser der untersten Klasse an Bord. Der Kampf dauert anderhalb Stunden, schließlich gewinne ich. Irgendwie…

… die Freude, als meine Einstufung von “harmlos” auf “relativ harmlos” angehoben wird. Ich bringe es in meiner Karriere noch bis zu “tödlich” — das Spielziel “Elite” erreiche ich nie…

…den Schock, als ich nach einem Kampf wie immer die Ladung des zerstörten Gegners bergen will, dabei statt eines Containers die Rettungskapsel der gegnerischen Besatzung erwische und das Spiel mir dann als Ladung “Sklaven” anzeigt…

…die Erleichterung, als ich endlich erstmals den kniffligen Landeanflug auf eine der sich drehenden Weltraumstationen dem frisch erworbenen Dockingcomputer überlassen kann, der dabei netterweise als Reminiszenz an den Film 2001 den Johann Strauß-Walzer “An der schönen blauen Donau” spielt…

…den Besitzerstolz über die fette überquellende Originalpackung, komplett mit Roman zur Hintergrundgeschichte, Charts, Handbuch und Poster…

…die Frustration, die mich im Kampf gegen die Constrictor, einen Raumschiffprototypen, befällt, die sich um’s Verrecken nicht abschießen lassen will…

…die Ehrfurcht, als ich herausfinde, dass zusätzlich zu meiner Galaxie mit ihren 256 Planeten noch weitere sieben Galaxien existieren…

Schön war’s. Obwohl man sich heute vermutlich nicht mehr vorstellen kann, durch ein Universum zu fliegen, wo sich die Orte nur durch Beschreibungen und Handelspreise unterscheiden. Oder Kämpfe zu führen, bei denen man den Gegner die meiste Zeit nur als Radarpunkt sieht. Oder sich in einem Spiel nahezu ohne Missionsstruktur oder Story dauerhaft allein zu beschäftigen. Oder nur auf Weltraumstationen abspeichern zu können.

Ach, wir waren so harte Burschen damals.

# Ein Video gibt’s bei Youtube, weitere Infos auf der Jubiläumsseite von Frontier oder der alten Webseite von Ian Bell himself. Danke übrigens an Falko, für’s Erinnern. #

{ 9 trackbacks }

LOAD“ELITE“,8,1 | Superlevel
19. September 2009 um 22:30
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Tweets die X erwähnen 1984 bis 2009: 25 Jahre Elite -- Topsy.com
22. September 2009 um 11:02
Marco
22. September 2009 um 16:35

{ 19 comments… read them below or add one }

1 D@mien 19. September 2009 um 15:54

Eine selige Zeit, als man das vor einem liegende Spiel noch mit seiner eigenen Fantasie bereichern konnte…

Als Elite rauskam, wurde ich gerade erst geboren, kann die Erfahrung mit diesem Titel daher nicht teilen. Aber es gab ja noch nen Haufen andere ähnlich hochwertige Spiele.

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2 Konrad 19. September 2009 um 16:45

Jammerschade, dass das Genre mittlerweile fast tot ist, seit Darkstar One kam da ja nix mehr.

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3 goschi 19. September 2009 um 23:19

und das ist leider eine herbe Enttäuschung :(

Privateer 2 – the Darkening ist bis heute der Höhepunkt der Weltraumsims mit Handel und co.

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4 Karlmay 21. September 2009 um 13:43

Privateer 2, yeah! das war mal ein SpielFilm.
schade das es kein Remake davon gibt, genauso wie von den teuer Produzierten Wing Commander Teilen… :-(

der ganze Klim Bim Staubt bei EA in irgendwelchen modrigen Kellern vor sich hin…

5 Herr Olsen 19. September 2009 um 16:48

Ich spiele die Amiga-Version heute noch.
Auf dem Emulator.
Keine Ladezeit (-:

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6 Falko 19. September 2009 um 20:27

Nichts zu danken. Ich WAR Elite. Das heißt, ich bin es immer noch. :D

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7 Gunnar 20. September 2009 um 20:42

Angeber. Nerd. Powerplayer.

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8 grobi 19. September 2009 um 21:13

Um das Ur-Elite richtig würdigen zu können, bin ich dann wohl doch nicht alt genug. Zumindest habe ich es auf meinem C64 mal gesehen

Aber Frontier habe ich bis zum Umfallen gespielt.

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9 Der mit dem Gnu im Schuh 19. September 2009 um 21:41

Zur der Zeit als Elite sehr populär war, schrieb eine sehr konservative Gruppe eine Art Schülerzeitung und verteile diese dann auch an meiner Schule. Die Zeitung enthielt neben glorifizierenden Texten über das Militär und ähnlichem Käse auch eine Kurzanleitung mit Tastenbelegung für eben Elite. Eine Art Geschenk für die ganzen Raubkopierer. Die Vertretung der Klassensprecher konnte das rechte Propagandawerk natürlich nicht kommentarlos in den Müll werfen, sondern es mußte eine offizielle Stellungsnahme her, die jeden Artikel dieser Schülerzeitung kommentierte. Dort wurde Elite dann als seelenloses, militärverherrlichendes, kapitalistisches Machwerk dargestellt. Immerhin, man hatte sich mit dem Titel auseinander gesetzt.

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10 Hazamel 19. September 2009 um 23:10

Ooooh…. Grooße Erinnerungen werden wach… Zwar war ich nicht erstverwerter von Elite aber es zählt zu Kindheitserinnerungen :D

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11 Christian 19. September 2009 um 23:25

Sehr schöne Erlebnisse, die Du da beschreibst. Wie sehr damals noch die eigene Fantasie angesprochen wurde. Und wie leicht der eigene Horizont zu ändern ist. Einige Spiele würde man sich heute nicht mehr antun (können). Damals waren sie eine Offenbarung…

Zufälligerweise habe ich vor kurzem mein Elite-Handbuch wieder gefunden. Die atmosphärischen, realistischen Texte in Kombination mit den Linien, die Raumschiffstypen darstellen sollen – herrlich :)

Alle “Nachfolger” habe ich sehr gerne gespielt, insbesondere Privateer – geniale Musik, coole Story, damals schöne Render-Grafiken auf den Stationen.

Wenn Du vom Genre “Weltraumspiel” sprichst, passen die genannten Vertreter natürlich, ich selbst würde aber z.B. X-Wing eher als Flugsimulation sehen und daher auch eher weniger von Elite inspiriert. Brüder im Geiste sind Privateer, Freelancer, X, natürlich Frontier und Nachfolger.

Liebe Grüße,
Christian (gerade auf dem Nostalgie-Trip mit Star Control II :D)

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12 Sebastian 20. September 2009 um 01:15

Frage: ist X3 beyont the frontiers so untauglich ?
ich kann das leider nur bedingt prüfen weil in jedem asteroidengürtel mein rechner auf diashow schaltet…
Privateer war ja damals sehr fetzig, ich erinner mich düster.

Und wenn es nach mir ginge, ( geht es aber nicht) würde sich sowas doch ausgezeichnet im Starwars oder sogar! Star Trek Gewand machen. So ohne Death-Star und ohne Borg.. Halt ne normale schöne Story mit Handel, Piraten, Obrigkeit und ner Lady in den Fängen der Ziele…

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13 goschi 20. September 2009 um 02:45

ich spiele so alle ungerade jahre mal wieder Privateer 2
mittels Windows-Patch den man im internet findet, läuft es auch ohne DOSbox unter Xp sehr gut und ja, die Grafik ist als aber obwohl ich gerne die neuesten Grafikbomben spiele, noch immer ganz ansehnlich, die Story ungeschlagen (ich mein welches Spiel bietet heute noch solch ein Schauspieleraufgebot für Zwischensequenzen?) und die Fights fesslnd.
und wer erinnert sich nicht gerne daran, dass er das alte mathe-Buch aus der Schublade ziehen musste um eine Nebenquest zu lösen? :D

meiner Meinung nach das absolute Highlight der Weltraum-Sims mit freier Welt, alles danach baute immer mehr ab, Freelancer war schnell öde und auch wenn die Systeme angenehm unterschiedlich aussahen, waren die Nebenquests immer gleich öde, X ist eine Wirtschaftssimulation mit etwas Weltraumfliegerei (meine Zeitbeschleunigertaste am Joystick war irgendwann so abgenutzt, dass ich quasi direkt auf die Leiterplatine darunter sah).
I-War 2 war toll in Sachen Kämpfen, Physik und Optik, aber Handel und co konnte man vernachlässigen.
Darkstar One, davon spreche ich lieber nicht, das war ne absolute Enttäuschung….

das von Fans (ich glaube auf Basis der Freespace 2 Engine, nebenbei gesagt nebst privateer2 das absolut beste Weltraumspiel überhaupt) programmierte Privateer1-Remake ist auch toll, da kam pure Nostalgie auf (denn für mich war das erste Privateer das erste Weltraumspiel, Elite war doch noch etwas vor meiner Zeit)

hach, schöne Nostalgie…

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14 Ich 20. September 2009 um 13:30

Oh weh, schon wieder nostalgische Erinnerungen älterer Herren an uralte Konsolen. Es gibt kaum eine Ecke im Internet wo man nicht früher oder später darauf stösst. Das Gehirn soll ja übrigens positive Erinnerungen am längsten behalten – alles Illusion also. So toll kann die Spielewelt damals ja gar nicht gewesen sein. Man könnte ja meinen der C64 war der Schlüssel zum Weltfrieden. ;)

Aber genug gelästert. Interessante Screenshots, obwohl es nicht gerade so aussieht als könnte man in so eine Welt richtig eintauchen. Das Gameplay muss ja super sein um da was rauszuholen. Egal, vermutlich bin ich nur von den glänzenden Neuzeitspielen verwöhnt.

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15 Klimperlude 20. September 2009 um 14:55

Damals waren die Spiele *wirklich* so toll. Weil man nichts besseres kannte. Schon traurig, wie “einfach” der Mensch im Grunde gestrickt ist ;) Elite hatte z.B. für damalige Verhältnisse fortgeschrittene Grafik…

Ich glaube auch die Abstände werden dabei immer kürzer. Die Grafik in Morrowind z.B.: vor einigen Jahren der Hammer, heute fast schon peinlich.

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16 goschi 20. September 2009 um 21:32

so abgedroschen es klingt, aber den ganzen Rest hat damals die Fantasie erledigt.
klar sah man nur einige Sprites und knapp texturierte Polygonen, aber erstens kannte man nichts besseres, zweitens hat man sich den Rest dann einfach vorgestellt.

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17 Flusskiesel 22. September 2009 um 09:37

Vor allen Dingen sah man *überhaupt* Polygone!!
So etwas gab es ja nicht allzu häufig zu der Zeit …

Ich war damals verrückt nach 3D-Spielen: Elite, Chuck Yeager’s AFT (C64), Virus (auch von Braben) und Carrier Command auf dem Amiga … ach … ach … ach …

18 hoschi 20. September 2009 um 14:40

Die ganze Elite Reihe ist damals an mir leider total vorbeigegangen. Schade. Da man heute ganz einfach andere Ansprüche an Spiele hat kann man dieses Erlebnis auch nicht mehr nachholen.

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19 Shaftoe 22. September 2009 um 10:22

Bis heute niemals wieder so eine geniale Landesituation erlebt, wie damals bei Elite. Der sich drehende Münzeinwurfschlitz gab zum ersten Mal die Illusion der Schwerelosigkeit wieder. Wer sich einen Autopiloten kaufte, wurde ausgelacht ;-(

Und wie lange es gedauert hat, bis ich rausfand, daß sich die Thargoids am Besten abschiessen lassen, wenn man vor ihnen herfliegt, anstatt sie zu verfolgen……

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