Der Frischblogfreitag

by Gunnar on 4. September 2009 · 13 comments

blogblogWir machen heute mal was anderes: den Frischblogfreitag nach dem Vorbild des #followfriday bei Twitter. Geht ganz einfach, ich stelle einfach fünf frische* Blogs vor, ihr schaut sie euch an. Die Vorstellung erfolgt anhand von sehr subjektiv ausgewählten Textauszügen. Ohne weitere Erklärung. Huh, Abenteuer pur.

Nr. 1 ist offenbar irgendwas mit Games: “Abgesehen davon, dass alte Witze nur dann eine Daseinberechtigung haben, wenn sie exzellent erzählt sind, und das sind sie im Falle von Tales of Monkey Island nicht, ist diese Form des Humors in allererste Linie eines: eine Kapitulation vor der Beschränktheit des Genres. Sie entspricht in etwa dem Gebaren einer Band, die aus absoluten Amateuren besteht, ihre Instrumente nicht beherrscht und sich daher zwischen den Songs für ihren Auftritt entschuldigt. Für diese Band gibt es eigentlich zwei Möglichkeiten: entweder man tritt gar nicht erst auf oder man geht auf die Bühne und verteidigt sein Ding. Die apologetische Variante ist etwas, das sich nicht schickt.” (Klick)

Nr. 2 ist wohl was über Technik: “Hätte ich als Jugendlicher in die Zukunft sehen können, die Gegenwart hätte mich in den Wahnsinn getrieben. Es waren die 80er, eine Zeit mit viel Neon, vor allem aber eine Zeit, in der das Wort Handy noch nicht als Substantiv gebraucht wurde. Dabei wäre für keinen ein Mobiltelefon geeigneter gewesen als für mich. Ich war bekannt für meine Unpünktlichkeit, und gerade weil ich dafür bekannt war, verschwand in meinem Freundeskreis mit zunehmender Adoleszenz die Bereitschaft, an vereinbarten Treffpunkten auf mich zu warten. Mir wäre mancher „Wetten, Dass..?“-Abend erspart geblieben, hätte ich schon damals per Handy herausfinden können, auf welche Party, in welche Disko, in welchen Kinofilm die Pünktlichen gezogen waren.” (Klick)

Bei Nr. 3 geht es um Glühbirnen: “Ein starkes, inneres Glühen hat mich erfaßt, und so leicht gebe ich, und kampflos schon gar nicht, nicht auf. Meine Kellerfluchten, seit Jahren mit Schokolade und Nylonstrümpfen für die Zeit danach™ gut gefüllt, habe ich in den letzten Tagen in klandestinen Einkaufsaktionen und an den argwöhnischen Schergen europäischer Quecksilberbefürworter vorbei, um Glühbirnen der Sorte matt und 100 Watt bereichert.” (Klick)

In Nr. 4 schreibt eine Frau, oder? “Ich liebe mein Sofa. Es ist häßlich, es ist kaputt, es hat eine unmögliche Farbe und ist für die neue Wohnung ebenso zu groß wie es das, uneingestanden, für die alte war. Das bordeauxrotviolett ist an vielen Stellen abgescheuert oder gar eingerissen, die Federn sind teilweise gesprungen und nur dank des Improvisationstalentes des Karpaten nicht zu spüren, die Schlaffunktion haben wir nie ausprobieren können und einige Nähte spreizen sich bedenklich. Aber ich liebe mein Sofa, ich wollte es vom ersten Augenblick an haben.” (Klick)

In Blog Nr. 5 geht’s um Berlin: “In einigen Punkten kann ich Ihr Tun und Treiben allerdings nur verurteilen. So werfen Sie Straßenmusikanten immer wieder etwas in den Hut. Beispielsweise die Zwei-Personencombo, die gestern wieder vor dem Mao Thai stand, bis die Kokosmilch flockte, gäbe endlich Ruhe, behielten Sie Ihr Geld für sich, und auch die Frauen, die Hein spielt so schön auf dem Schifferklavier auf der Zieharmonika intonieren, gehören abgeschafft und nicht entlohnt. Geben Sie besser möglichst geräuschlosen Bettlern milde Gaben, die einfach so dasitzen. Das wird eine erzieherische Wirkung auf Straßenmusikanten ausüben.” (Klick)

* “Frisch” verwende ich im selten gebrauchten Sinne von “die ihr hoffentlich noch nicht kennt oder wenigstens schon wieder vergessen habt und eigentlich schon immer mal wiederlesen wolltet”.

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