Italien, Dollarmilliarden und der Surrealismus

by Gunnar on 26. September 2009 · 13 comments

Erinnert sich noch jemand an die Sache mit den 134 Milliarden Dollar in Bonds und Staatsanleihen, die der italienische Zoll Mitte Juni von zwei Japanern beschlagnahmt hatten?

Falls nicht: Unaufmerksame Kaliban-Leser oder Neuankömmlinge in dieser Welt können den Sachverhalt und meine erfolglose Spekuliererei dazu noch rasch in den Tiefen meines Blog-Archivs nachlesen. Kommt ja nix weg, hier im Internet.

Das US-Schatzamt hat immerhin noch im gleichen Monat erklärt, dass die Papiere definitiv Fälschungen seien. Was aber nicht heißt, dass die Sache irgendwie aufgeklärt wäre, man die flüchtigen Geldkofferjapaner wiedergefunden oder dass sich irgendjemand, beispielsweise ein investigativer Qualitätsjournalist, bemüht hätte, Licht ins Dunkel zu bringen. Ist ja auch egal, ist irgendsoein Finanzmarktding, da weiß man eh nicht, was real und was gefälscht ist.

Rätselhaft genug, nachgerade bizarr wird die Sache aber nun, weil die Italiener offenbar eine Glückssträhne haben — laut einem Bericht des Finanznachrichtendienstes Bloomberg haben die im August nochmal zwei Nasen mit 100 Milliarden Dollar in Bonds geschnappt. Ist da irgendwo ein Nest? Und wieso liest man darüber (quasi) nirgendwo was? Ist das eine bekannte Ente? Gibt’s ein Stillhalteabkommen? Findet das niemand außer mir merkwürdig?

Die Welt an sich wird zunehmend surrealer, fällt mir auf. Vermutlich muss ich in ein paar Jahren zur Vermeidung eines Informationsinfarkts irgendwohin ziehen, wo noch alles in Ordnung ist und das Internet nicht hinreicht.

In die russische Taiga vielleicht.

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