Vielleicht habe ich nicht alles genau beobachtet, aber mir kam es so vor, als ob die Medien, so voyeuristisch ihre “Berichterstattung” bei der gräßlichen Bluttat von Ansbach auch war, sich immerhin im Vergleich zu den vorangegangenen Amokläufen einigermaßen zurückgehalten haben. Auch Vergleiche zu “Killerspielen” wurden kaum gezogen.
Die relative Zurückhaltung der Medien bei der Schuldzuweisung “Killerspiele mache Amokläufer” liegt natürlich auch daran, dass es diesmal aber auch so gar keine Hinweise darauf gab, dass der Täter Videospieler gewesen sein könnte. Andererseits — das Fehlen von Hinweisen hat die Kollegen in den Nachrichtenredaktionen der Boulevardpresse noch nie von vielsagenden Spekulationen abgehalten.
Obwohl, bis zum Boulevard muss man gar nicht gehen, schau’n wir doch mal in die SZ von heute:
Die Kripo rätselt über eine bundesweite Anschlagserie an Autobahnen. In einem Jahr wurden 160 Lastwagen von Schüssen getroffen. Spielen die Täter ein in die Realität übertragenes Ballerspiel? [...] Für ein anderes Motiv gibt es keine Hinweise. Die Fabrikate der beschossenen Autos sind so unterschiedlich wie ihre Bestimmungsorte. (Quelle)
Äh ja. Sicher. Wenn’s kein Motiv gibt, muss es wohl so ein irrer “Killerspieler” sein.
Naja, immer noch besser als Ex-Ministerpräsident Beckstein, der vor ein paar Tagen mal wieder ohne Not und Sachverstand folgendes behauptet hat:
Das Spiel Counter-Strike wurde von der US-Army entwickelt, um die Gewaltschwelle bei den Soldaten herabzusetzen. Derartige Spiele gehören nicht nur zensiert, sondern verboten! (Quelle)
Irgendwann kriege ich mal raus, wer dem armen ahnungslosen Politrentner diesen Bären aufgebunden hat. Ich vermute schon lange, dass irgendwo, vielleicht in Bonn, eine gehässige Consultingagentur voller frustrierter älterer Herren sitzt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst vielen Politikern möglichst viele bekloppte Standpunkte einzublasen. Um zu demonstrieren, dass die Berliner Republik nicht funktioniert, vielleicht. Oder um sich am Establishment zu rächen. Oder sonstwas. Ach.

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Ach, dahinter steckt keine Consulting-Gesellschaft, manche Politiker sind wirklich so doof… und Journalisten machen sich aus (fehlenden) Fakten im Zweifel auch nicht so viel…
Es ist einfach nur traurig…
Tja, ich habe auch schon vermutet, dass jenes von den Medien Totgeschwiegen wird, was nur wenige wissen: Der Amokläufer spielte keine Killerspiele. Und das Gerücht mit dem Heavy Metal und dem schwarzen Mantel wurde von wahrscheinlich bezahlten Schülern diverser anderer Schulen behauptet.
So. Das musste mal gesagt werden, nachdem wir offiziell keine Interviews gegeben haben.
Ich finde Herr Dr. Beckstein hat doch angehm klar gesagt, dass er von Ego-Shootern nichts, aber auch gar nichts hält. Warum sollte man dann sein Gehirn mit unnützen Fakten belasten? Wenn ich Ikea hassen würde, würde ich ja auch nicht die ganzen Produktbezeichnungen auswendig lernen, sondern mein Wissen darauf reduzieren, dass Herr Kamprad mal den Nazis nahe stand.
Ich gestehe aber, dass es sich angenehm anfühlt, Andersdenkenden Fehler nachzuweisen.
Ach, Gunnar. Lass die doch. Die sterben aus. Und ja… Ach.
Hm, also ich wollte mich doch auch mal kurz äußern.
Zunächst das mit der Spekulation ob die Täter an der Autobahn ein Ballerspiel spielen. Zum Teil gebe ich denen Recht. Sie spielen natürlich ein Ballerspiel. Aber ich meine, wer eine Waffe hat, will sie ausprobieren. Das hat nichts mit Videospielen zu tun. Und irgendwann reichen Straßenschilder halt nicht mehr.
Ich erinner mich an meine eigene Kindheit. Da hab ich ja selbst mit Knallpistolen und Erbsenpistolen rumgeballert. Und dann wurde damit natürlich auch auf Menschen oder Autos geschossen. Dass man sowas ausprobieren will, ist, denke ich, ganz normal und hat ncihts mit Videospielen zu tun. (Damals kannte ich nur Tetris auf dem GameBoy). Es ist ehr das Ballerspiel des Lebens. Eine Waffe will man ausprobieren. Wobei natürlich ein gewaltiger Unterschied zwischen einer Erbsenpistole und einer richtigen besteht.
Und den Herrn Beckstein muss ich hier auch ein wenig in Schutz nehmen. Sicherlich stimmt das nicht genau, was er gesagt hat.
Aber de Kern der Aussage war ja richtig. Entwickelt hat die US Army Computerspiele, wenn es auch America’s Army war, und dieses dazu entwickelt wurde, Junge Menschen für den Beruf des Soldaten zu gewinnen.
Außerdem hat die US Armee Spiele wie Operation Flashpoint zu Trainingszwecken eingesetzt. Und das Spiel Doom wurde in den 90er Jahren wirklich dazu benutzt, bei Soldaten die Hemmschwelle abzutrainieren, auf Menschen zu schießen.
So ganz falsch liegt der Herr Beckstein also nicht, wenn auch nicht alle Details stimmen. Aber wer merkt sich schon alle Details ;-)
Ob man solche Spiele jetzt wirklich verbieten sollte ist natürlich wieder eine ganz andere Frage…
Die Spiele wurden zwar von der US-Army zum trainig eingesetzt, aber keinesfalls um die Hemmschwelle zu töten zu reduzieren oder zielen zu üben, sondern um taktische manöver einüben zu können ohne gleich auf nen Truppenübungsplatz oder wie das bei denen heißt gehen zu müssen, was wesentlich teuer wäre (ist im prinzip das gleiche wie n flugzeugsimulator für piloten)
“Aber ich meine, wer eine Waffe hat, will sie ausprobieren. Das hat nichts mit Videospielen zu tun. Und irgendwann reichen Straßenschilder halt nicht mehr.”
was für ein absoluter Blödsinn!
als Schweizer habe ich wie jeder Schweizer Soldat das (voll funktionsfähige) Sturmgewehr zu Hause im Schrank, und Verbrechen damit geschehen sehr, sehr slten, sind nichtml im Promillebereich (man rechne, 200’000 schweizer Soldaten + geschätzte 800’000 andere legale Waffenbesitzer im Volk bei wenigen dutzend Fällen von verbrecherischem Schusswaffengebrauch im Jahr, davon mehrheitlich von illegal beschafften Waffen =…)
was mich bei dieser ganzen Killerspiel-Diskussion gerade rund um die verschiedenen Amokläufe der letzten jahre WIRKLICH aufregt ist das dauernde hin und herschieben der Schuld.
die gamer geben allen Waffenbesitzern die Schuld
die Waffenbesitzer der Gamern
objektiv bleibt dabei keine der beiden Seiten, man will nur das schlechte licht auf die jeweils andere Gruppierung schieben.
ach ja, auch in Deutschland gibt es rund 2 Millionen Legalwaffenbesitzer, die wenigsten davon werden jemals Straffällig…
der fall Ansbach zeigt doch, dass es andere gründe geben muss, denn wer durchdreht such sich Mittel die er kriegt, dadurch auf die jeweiligen gruppierungen zu schielen und ihnen die Schuld zu geben ist purer Bullshit.
“…jeder Schweizer Soldat das (voll funktionsfähige) Sturmgewehr zu Hause im Schrank”
Gibts in der schweizer Armee keine Waffenkammern ?
Wo liegt der Sinn so ein gefährliches Teil daheim zu lagern ?
Da ist es ja nur noch eine Frage der Zeit bis ein Irrer sich so ein Ding mal schnappt und aus seiner Umgebung schweizer Käse macht.
Sind diese Spiele von der US Army nicht einfach nur Werbung für die Army wie viele Hollywood Blockbuster auch ? Ich denke nicht dass diese Spiele wirklich zu Trainigszwecken eingesetzt werde. Da haben die intern schon ganz andere Simulationssysteme !
Was Beckstein angeht: Der ist eigentlich ein lieber Kerl und muss seine Informationen ja auch irgendwo her beziehen und da hat ihm einer halt rechten Bullhsit erzählt.
Ja ihr Schweitzer, da ist alles anders. Euer Militär soll schnell einsatzbereite Reservisten haben und die lagern ihre Waffen zu Hause. Spielen dürft ihr auch, aber anstellen tut ihr immer noch nichts. Das geht nur weil ihr Schweitzer seit, bei uns ist alles ganz anders:)
Unglaublich. Erst denkt man, man müsste sich über die Zitate aus Medien und von Politikern aufregen, und dann liest man die Kommentare hier und fragt sich… so einiges.
Wenn deine Logik – Sebi – darin besteht, dass Menschen erst eine Waffe haben, dann auf Straßenschilder und weiterführend natürlich geradezu zwangsläufig auf Menschen (in Autos) schießen, fällt mir dazu nicht mehr viel ein, außer dass ein Besuch beim Psychologen für dich und Menschen in deiner Umgebung keine schlechte Maßnahme wäre.
Zur Hemmschwelle. Die Frage ist doch wohl am ehesten, ob das so funktioniert. Ich für mich sehe da nämlich schon einen kleinen Unterschied zwischen bewaffneten virtuellen Gegnern und unbewaffneten realen Menschen (zur Erinnerung: die, auf die man nach Ausprobieren an Schildern zwangsläufig schießt)
Zu Beckmann. Mich interessiert Politik nicht sonderlich und mich interessiert auch nicht, ob er den Mist selbst glaubt oder wer ihm diesen ins Gehirn geblasen hat. Was mich daran ärgert, ist, dass Menschen, die sich ihrer Verantwortung als Sprecher und Hörer der Menschen bewusst sein sollten, so einen Scheiß streuen (vgl Rüttgers et al)
Zu unverantwortlichen Waffenbesitzern und irren Killerspielern. Weder den Besitz einer Waffe noch eines Killerspiels halte ich im Ansatz für gefährlich. Ich halte Eltern, Mitschüler, Lehrer, Mitmenschen allgemein für gefährlich, falls ignorant. Und Kausalketten à la “Waffenauswirkungsneugier – Schild als Ziel – Mensch als Ziel”. Aber echt.
@Hoschi:
Ich bin zwar kein Schweizer, glaube aber dennoch, deine Frage beantworten zu können:
Schweizer Soldaten bekommen ihre Waffe zur Magazinierung und Pflege mit nach Hause, weil sie dann im Fall einer plötzlichen Mobilmachung sofort über ihre eigene, gepflegte Waffe verfügen, und sich mit dieser im Falle eines Angriffs notfalls bis in ihren Verfügungsraum durchkämpfen können.
Mittlerweile wird die Taschenmunition aber nur mehr an spezielle Verbände ausgegeben. Der Durchschnittsoldat bekommt seine Waffe nur mehr zwecks Pflege und Verfügbarkeit bei der Mobilisierung mit nach Hause, er verfügt nicht über Heeresmunition.
Laut Wikipedia tretten trotz mehr als 200.000 ausgegebenen Waffen nur sehr selten Gewaltverbrechen mit der Waffe auf.
Das kann gut sein. Wenn du rausbekommen hast, wer’s war, sag Bescheid. Ich lebe in Bonn und bin Killerspieler. Ahem.
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