Leben unter dem Putzstern

by Gunnar on 3. September 2009 · 9 comments

Dass unser Töchterlein einen Putzfimmel hat, schrub ich neulich schon mal. Allerdings war damals die Sache noch relativ harmlos — mittlerweile ist das alles eskaliert und wir leben wie Bundeswehrrekruten am Putztag.

Ich illustriere das mal an ein paar Beispielen: Die Kleine nimmt sich ein Spielzeug aus dem Koffer of Many Thingstm (ein magisches Spielzeugreservoir in ihrem Zimmer), ich schnappe sie, um ihr die Windel zu wechseln, da schreit sie “Koffer!” und wir müssen erstmal zurück, um das Spielzeug ordentlich zu verstauen. Vor das Windeln hat Gott eben das Kofferpacken gesetzt. Wenn ich beim Präparieren des Milchfläschchens drei Mikrogramm Pulver verstreue, werde ich mit der Kampfansage “Sauber! Sauber!” und energischem Deuten auf den nahebei griffbereit liegenden Schwamm zur Ordnung gerufen — und ehe nicht alle Spuren getilgt sind, darf ich mit dem Leben und Atmen nicht fortfahren. Am frühen Morgen werde ich an der Hand zum Staubsaugerschrank geführt, damit Madame sich dort an der Quelle versorgen kann. Habe ich einen Kratzer am Arm, wird der sofort entdeckt, als nicht Papa-zugehörig eingestuft und wegzuwischen versucht. Und mit einer Spülbürste und einem Topf kann sie sich 15 Minuten still beschäftigen.

Absurd. Von mir hat sie das nicht.

Und schade nur, dass sie an diese Episode keine Erinnerung mehr haben wird, wenn wir in zehn Jahren darum kämpfen werden, dass sie ihr Zimmer aufräumt.

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