Polizeigewalt gegen Nerds

by Gunnar on 13. September 2009 · 80 comments

Falls jemand das Wochenende unter einem flachen Stein oder in Niederbayern verbracht hat, dokumentiere ich die Sache hier auch noch mal kurz: Am vergangenen Samstag, auf der Demonstration für Datenschutz in Berlin, gab es einen Zusammenstoß zwischen, nun, einem einzelnen unmaskierten Demonstranten und einem Rudel Polizisten, in dessen Verlauf der Demonstrant verletzt wurde, ein paar Umstehende erlitten Kollateralschäden.

Ich kann mir nicht wirklich ein abschließendes Urteil erlauben, da ich nicht dabei war, aber das Video vom CCC (auf’s Bild klicken) zeigt meines Erachtens ziemlich eindeutig eines: Dass der Mann, der laut Aussage der Polizei für “massive Störungen der polizeilichen Maßnahmen” (laut Presseerklärung der Polizei) mitverantwortlich sein soll, nichts weiter wollte, als von den Polizisten Namen und Dienstnummer erfahren. Damit er sie anzeigen kann, was grundsätzlich sein gutes Recht als Staatsbürger ist. Und überdies schon dabei war, sich zu entfernen, als er von den Herren in Uniform nochmal zurückgezerrt wurde — erstaunlich, wie dreist die beteiligten Beamten dabei vorgehen, mitten in einer Menge von Menschen mit Fotoapparaten und Kameras. Offenbar fühlen sie sich ganz schön sicher, können sie ja auch, weil es normalerweise nie gelingt, Polizisten wegen Gewalt im Einsatz zu verurteilen.

Ich hoffe mal, die Sache hat diesmal ein entsprechendes Nachspiel, schließlich kann man die Übeltäter anhand des Videos ganz gut erkennen — auf einer Nerd-Demo hat man eben HD-Kameras dabei. Die übliche Strategie des “Jaja, es war sicher einer von Einheit X, aber wir wissen nicht wer, also müssen wir alle freisprechen”, dürfte diesmal nicht funktionieren”. Mehr zu der ganze Sache bei Fefe (wo sonst?), bei Adrian (einem Augenzeugen) und auch in den Massenmedien, etwa bei SpOn.

video hinter dem klick

Soviel dazu. Auf der anderen Seite ist es, wie auch einige der hier Kommentierenden anmerken, natürlich ein bisschen fragwürdig, wenn Datenschutzaktivisten wie die Jungs vom CCC Videos des Geschehens ohne Anonymisierung von Tätern, Opfern und Passanten breit streuen.

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