Atomkraft!

by Gunnar on 1. Oktober 2009 · 31 comments

Die Wahl ist vorbei, die latzhosigen Sonnenwindenenergiesubventionsprofiteure tragen Trauer, die Herren von der Atomlobby strahlen. Und Herrn Frey geht ein Licht auf: DAS hat die CDU mit dem Slogan “Wir haben die Kraft” (*) also gemeint…

juergen_frey_atomkraft
[Cartoon (c) Jürgen Frey]

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Konrad Oktober 1, 2009 um 19:46

Ich weiß ich wiederhole mich ABER, die Atomkraft ist als Brückentechnologie unverzichtbar, die erneuerbaren Energien sind einfach noch nicht soweit, Kohle eine ziemlich schmutzige Angelegenheit und Windenergie der GRÖßTE Schwachsinn den die Grünen je verbockt haben.

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Gachmuret Oktober 1, 2009 um 20:09

Weshalb eon und vattenfall ja auch große Offshore-Windkraftanlagen bauen. Diese grünen Spinner.
Und Brückentechnologien gibt es auch ohne Atom. Man muß es allerdings wollen.

Mal ganz davon abgesehen, daß wir in der Zeit, die bisher als Restlaufzeiten angesehen wurden (das werden die Tigerenten ja mit Sicherheit ändern), das Problem der Energieversorgung mal in den Griff bekommen haben sollten. Keiner der nichtregenerativen Rohstoffe wird uns helfen, die nächsten 30 Jahre zu überstehen. Keiner, egal, ob Uran, Kohle, Öl oder Gas. Die Zukunft liegt woanders (was nicht heißt, daß wir den Kram sofort abschalten sollen, aber Investitionen gehören woanders hin).

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Ich Oktober 1, 2009 um 20:06

Was hast du gegen Windenergie? Das musst du schon noch weiter ausführen. Ist ja nicht so, dass es keine Kritikpunkte gäbe, aber so weiß man doch nicht, wie man dir am besten widersprechen kann.

Abgesehen von den üblichen Kritikpunkten an der Kernkraft finde ich auch irgendwie fraglich, wie sie sich das mit der Verlängerung so vorstellen. “Brückentechnologie” ist ein schönes Wort, aber unpassend, wenn sich nicht die Umwelt, sondern die Konzerne am meisten an der Verlängerung erfreuen. So gibt es bei den großen Energieanbietern doch kaum Innovationsdruck. Stattdessen investieren sie in Image-Kampagnen und machen Lobbyarbeit um noch ein bisschen aus ihren Kraftwerken rauszuholen. Ich will erst sehen, dass wirklich große Teile der Gewinne der Konzerne in intelligente Stromnetze und erneuerbare Energien investiert werden, bevor ich glaube, dass da langfristig mehr als Profit für die rauskommt.

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Timey Oktober 1, 2009 um 20:59

Ich glaube, dass Atomkraft teurer als Kohlenkraft ist, weil kein Mensch die Endlagerung, Kastortransporte etc. einbezieht.
Der Müll von den Energiemultis wird schön vom Steuerzahler bezahlt. Und ich bezweifle stark, dass von den “günstigen” Produktionskosten je etwas beim Verbraucher ankommt.

Zur regenerativen Energie: Deutschland produziert eine Überlast an Strom, sodass einige Winkraftwerke sogar abgeschaltet werden müssen, um dass Stromnetz nicht zu schädigen. Außerdem würden sich auf 60% der Fläche Deutschlands Erdwärmekraftwerke lohnen (vor allem in Süddeutschland). Schon jetzt könnte man, mit den heutigen Technologien, locker den Bedarf nur mit regenerativen Energien decken. Halt alles sehr teuer.

Und Last but not Least: Ich glaube, dass eine Verlängerung der Laufzeiten nur der erste Schritt in Richtung “Ach dann setzen wir halt nur noch auf Atomkraft” ist. Je Früher der Atomaustieg, desto höher die Nahfrage nach regenerativen Energien, ergo läuft der Übergang schneller.

Entscheidend ist: Wie viel länger sollen denn die AKW’s laufen? 4 Jahre? Wären noch OK… aber ich Wette, die machen was mit 20 Jahren.

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hoschi Oktober 1, 2009 um 21:47

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion liegt gerade mal bei 14,8 %, darunter Größtenteils diejenigen die massenhaft subventioniert werden und nur überleben weil der Steuerzahler sie finanziert. Die Aussage “Schon jetzt könnte man, mit den heutigen Technologien, locker den Bedarf nur mit regenerativen Energien decken” halte ich für sehr gewagt wenn nicht sogar total falsch.
Und ja, wir haben eine Überlast. Aber genau die brauchen wir auch. Schließlich kann man nicht und darf nicht genau so viel produzieren wie gerade verbraucht wird.
Und nehmen wir mal an wir würden alle KKWs abschalten und durch reg. Energien ersetzen (was unmöglich ist) würde wie du schon gesagt hast alles sehr teuer werden. Und was machen dann 95% der Bevölkerung ? Genau, den billigsten Anbieter wählen und das ist dann der der billigst Strom aus den angrenzenden Länder kauft . Und was ist das : Strom aus KKWs. Soviel dazu.
Man muss der Realität nun mal ins Auge sehen und das ist im Moment Kernkraft. Man muss Alternativen finden, keine Frage, aber nicht auf diese blauäugige Weise wie sie viele von uns fordern, obwohl genau das diejenigen sind, welche zum einen billig Strom wollen und zum anderen auch nicht bereit sind weniger zu verbrauchen.

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Gunnar Oktober 1, 2009 um 22:10

Atomstrom ist nur deshalb so billig, weil ein substanzieller Teil der Kosten vergesellschaftet wird. Wenn das eine so tolle Technologie ist, warum müssen Politik und Versorger Gutachten fälschen? Warum hat man immer noch kein Endlager?

hoschi Oktober 1, 2009 um 23:54

Fakt ist: Mit dieser tollen Technologie können nun mal gigantische Mengen an elektrischer und thermischer Energie gewonnen werden. Nicht ohne Grund werden derzeit nur in Europa 13 neue KKWs gebaut, geschweige denn vom Rest der Welt. Machen die das alle nur weil gefälschte Gutachten weltweit im Umlauf sind und ähnliches ? wohl kaum. Wir müssen hier doch wohl nicht wirklich über die Effizienz der Energieausbeutung bei der Induzierten Kernspaltung diskutieren ? Man sollte auch nicht vergessen dass gerade die Atomkraft unser modernes Leben und den industriellen Fortschritt der letzten 50 Jahre ermöglicht hat.

Klar hat diese Technologie Geld gekostet. Vor allem die Forschung hat unzählige Millionen verschlungen. Keine Frage. Und sicher gibt es eine Atom-Lobby die sich ungern entmachten lässt. Aber das ändert nichts daran dass die Technologie, mal abgesehen von den Gefahren, für die Energiegewinnung aller erste Sahne ist.
Wir haben diese Technologie nun mal und da wäre es doch Blödsinn sie nicht so lange zu nutzen bis was besseres gefunden wurde. Daher sind die Gegenargumente bezüglich der ach so hohen Subenventionierung usw alle für den Ar##### da dieses Geld schon ausgegeben wurde und es allein deswegen schon blödsinnig wäre abzuspringen.

Was Endlager und Co angeht: Das kann natürlich ein Problem sein, muss es aber nicht. Aber eines steht fest, für jedes KKW was in Dtl abgeschalten wird, wird ein neues im näheren Ausland gebaut und dort herrschen weniger strenge Umweltbedingungen.Allein das spricht doch schon für die Kernkraft in Deutschland ! Wenn Ausstieg dann erstens in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Staaten und zweitens mit Aussicht auf Alternativen. Alles andere sind zwar gut gemeinte aber verblendete Vorstellungen die fernab der Realität liegen.

uncool_sam Oktober 2, 2009 um 02:17

Bloß weil anderswo KKWs gebaut werden, heißt das ja noch lange nicht, dass das eine gute Idee wäre. Tatsache ist, dass die Energiekonzerne es am liebsten einfach haben – den status quo eben. Wenn man aber sagt „Hey, solange es Uran gibt, lasst uns doch Kernkraft nutzen“, steht die Kernenergie anderen Technologien im Weg. Von daher ist es durchaus kein „Blödsinn“, wenn man Atomkraft tatsächlich NICHT nutzt – umso schneller werden sich die Energiekonzerne nämlich um andere Lösungen bemühen, denn die Herrschaften hängen ja auch an ihrem Geld.

Zudem es ist ein bisschen unfair, zu sagen, erneuerbare Energien dürften nicht subventioniert werden, Atomkraft aber schon, denn da wäre das Geld ja schon ausgegeben worden (und es ist ja auch nicht so, dass Atomkraft jetzt GRATIS ist – man bedenke nur die Kosten, wenn der KKW-Park durch längere Laufzeiten erneuert werden muss). Und was meinen Sie damit, dass ein Endlager kein Problem sein muss? Gibt es da neuere Erkenntnisse? Mein letzter Stand war noch, es gäbe schlichtweg keins.

Und ich verstehe auch bei Ihrem letzten Absatz den Zusammenhang nicht. Warum sollte die Stilllegung von deutschen KKWs mit deren Neubau in anderen Ländern einhergehen? Es ist ja nicht so, dass wir einfach überall den Stecker ziehen und dann die armen Nachbarländer mit ihren nicht so strengen Bedingungen ganz flux für uns KKWs bauen müssen. Und warum sollten wir uns mit anderen Ländern absprechen, was den Ausstieg angeht? Damit die Lobby nochmal europaweit zum Rundumschlag ausholen darf oder wie? Ich sehe – bzw. sah bis zum 27.09. – Deutschland in Sachen Atomausstieg eher in einer Art Vorreiterrolle, im Sinne von „Seht her, eine Industrienation ohne Kernkraft.“. Aber mit der neuen Regierung sind das vielleicht tatsächlich verblendete Vorstellungen fernab der Realität.

Marjan Oktober 2, 2009 um 10:17

@hoschi: der zweck heiligt nicht die mittel. selbst wenn uns atomkraft alle glücklicher machen, jobs kriegen und reich werden lassen würde, sollte man auf sie verzichten können. der atomausstieg ist ja keine frage der wirtschaftlichkeit, sondern der ethik.

Mundilfari Oktober 1, 2009 um 21:38

Wenn wir in ein paar Jahrzehnten Fusionskraftwerke lauffähig gemacht haben, ist alles andere sowieso unwichtiger Popanz *polemisier*

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siR Oktober 1, 2009 um 22:56

Wenn es die mal geben sollte, dann freu ich mich da schon auf den ersten Zwischenfall.
Dann ist nämlich die Kacke wirklich am dampfen – und zwar bei 100 000 000 Grad Kelvin! :D

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Marjan Oktober 1, 2009 um 23:26

zitat: siR: “100 000 000 Grad Kelvin”
hahaaa, klugscheißmodus: Kelvin wird nicht in grad gemessen!

ich halte mich für weit uninformierter als meine vorschreiber, stelle damit aber vielleicht eher einen repräsentativen bundesbürger dar. außerdem halte ich das brückentechnologiegequatsche für puren lobbyismus. jedes atomkraftwerk bringt dem betreiber pro tag 1 mio €. früher hat man noch von “sauberer kernkraft” geredet, was natürlich ob des ungeklärten atommüllproblems mumpitz ist. billig ist sie, ja. trotzdem ist sie des teufels.

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uncool_sam Oktober 1, 2009 um 23:23

Lustig, dass die Befürworter der Kernenergie dauernd mit der Kosten-Keule kommen. Hoschi, was glauben Sie denn, wie die Kernenergie „überlebt“ hätte, wenn da nicht „massenhaft subventioniert“ worden wäre? Forschungs- und Entwicklungskosten mit eingerechnet gehört Atomkraft zu den teuersten Technologien, Strom zu erzeugen überhaupt. Und sie ist auch nur deshalb so „billig“, weil KKWs gnadenlos unterversichert sind. Okay, wenn’s mal raucht springen die Betreiber und der Staat (also wieder „der Steuerzahler“) mit insg. 2,5 Mrd. Euro in die Bresche. Daher müssen bei einem Super-Gau, z.B. bei Krümmel, auch nur noch geschätzte 4997,5 Mrd. Euro gelatzt werden. Aber hey, kein Problem, man kann ja einfach die Subventionen der erneuerbaren Energien dafür einsetzen. Sind ja massenhaft da. Schönen Gruß

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Styg Oktober 1, 2009 um 23:46

Jap, Atomkraft ist sperrig. Teuer dazu, eine strittige Technologie. Leider aktuell und auf absehbare Zeit die einzige Technologie, die uns unseren Lebenswandel erlaubt. Endlagerung ist ein total vernachlässigtes Thema. Echte Lösung gibt’s hier keine.

Bin kein Verfechter von Atomkraft – die Diskussion hier aber trotzdem mal wieder auf, wie “vereinfacht” die Diskussion gerne geführt werden würde. Die einen sind dagegen, die anderen dafür, man hört sich nicht zu und so entsteht auch keine angenehme Diskussiobskultur. Aber, ach, ich schreibe das mal wieder in den Moloch namens “Internet”. Was dette wieder Strom gekostet hat.

Köstliche Karikatur übrigens. Finde den Ansatz recht gelungen, durch kurze Beitrage derartige Auseinandersetzungen zu triggern. Unterhaltsam ist es zumindest.

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blackAngel Oktober 2, 2009 um 01:34

Jop, nette karikatur^^
Aber selbst wenn die Grünen am drücker wären, würden die spätestens wenn sie die ganze angelegenheit mal richtig durchrechnen (oder beim Abschalten der AKWs, wenn sie die Rechnung gar nicht anfangen) draufkommen, dass sie den Strom einfach nicht reinkriegen… Atomkraft ist sicher nicht die Beste Art Strom zu erzeugen, und der Abfall ist ein echtes Problem, aber solange man die Probleme der Fusion nicht löst, wird wohl kaum ein Ersatz kommen der so billig ist und so viel Strom 24/7 erzeugt. Sonne und Wind sind ja total abhängig vom Wetter/Uhrzeit und für Wasser gibt’s wohl etwas wenig Berge in Deutschland.

-Kosten gering
-Strom dringend gebraucht
-Strahlung im Normalbetrieb total vernachlässig bar… Im Flugzeug isses angeblich ja auch nicht besser.
-ein GAU ist wohl nicht so wahrscheinlich, bis auf Tschernobyl wo wahrscheinlich ein kollege vom Homer Simpson gepfuscht hat, ist mir nicht wirklich was bekannt, gibt ja massenweiß AKWs

-Der Abfall ist natürlich das große Problem. die werden halt irgendwo gebunkert und bessere Lösung kennt keiner…

Die Grünen könnten ja ein paar Berge bauen und auf Wasser setzen^^

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uncool_sam Oktober 2, 2009 um 02:32

Die geringen Kosten sind ein Mythos. Zudem bedeutet eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit nicht, dass ein Ereignis nicht eintritt. Ist wie mit ‘nem Lottogewinn. Um Ihnen ein wenig Erkenntnisgewinn zu verschaffen, empfehle ich die Wikipedia-Artikel „Störfälle in europäischen Atomanlagen“ bzw. „Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen“. Und ich hoffe sehr, dass die Abfälle nicht unter meinem zukünftigen Garten gebunkert werden – könnte den Grundstückswert doch etwas runterziehen.

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Konrad Oktober 2, 2009 um 06:15

Das EON und Vattenfall große Anlagen bauen liegt an den massiven Subventionen die sie dafür einstreichen, Endlagerung hin oder her, aber erneuerbare Energien sind noch immer die teuerste Möglichkeit der Stromerzeugung. Außerdem sorgen die großen Offshore-Anlagen für ein Ladungsungleichgewicht im Netz zwischen Nord und Süd, das auszugleichen ist ein Drahtseilakt.

Windkraftanlagen an Land machen ohnehin wenig Sinn, ich wohne in Thüringen hier stehen genug von den Dingern auf den Feldern rum und drehen sich fast nie (mal abgesehen von der Energiemenge die allein schon nötig ist so eine riesige Anlage mit den Spezialflügeln herzustellen und aufzubauen).

Die einzige echte Zukunft hat Solar, aber auch das ist heute trotz massiver Subventionen immer noch schweineteuer, also auch (noch) keine Alternative.

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uncool_sam Oktober 2, 2009 um 11:35

Erstens: Der „Drahtseilakt“ ist ein Kunststück, zu dessen erfolgreicher Vorführung die Netzbetreiber VERPFLICHTET sind. Die sollen da also ruhig mal ihren Job machen.

Zweitens: Die Energiemenge, die nötig ist, um Windkraftanlagen zu errichten, ist so groß gar nicht. Eine moderne Windkraftanlage produziert die Menge an Energie, die für ihren Bau aufgewendet wurde, in ca. 6 – 12 Monaten. Kernkraftwerke wachsen übrigens auch nicht aus dem Boden.

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Marjan Oktober 2, 2009 um 10:10

ich weiß ja nicht, ob ich den link mal gepostet habe, aber das “zuhausekraftwerk” mit gasantrieb klingt sehr vielversprechend: http://www.tagesschau.de/inland/lichtblick100.html

im übrigen halte ich das kostenargument für völlig irrelevant. der müll strahlt 200.000 jahre lang. zweihunderttausend! jetzt zu sagen, dass an atomkraft kein weg vorbeiführt, ist verantwortungslos (mir fehlt das drastischere wort) gegenüber zehntausend zukünftigen generationen. wer da meint, dass atomkraft nunmal unschlagbar billig sei und die erforschung von erneuerbaren energien kein mensch bezahlen wolle, sollte sich mal über sein verantwortungsbewusstsein gedanken machen. nirgendwo ist idealismus mehr erstrebenswert, wie bei der ökologie und dem staatlichen schuldenabbau.

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Jürgen F. Oktober 2, 2009 um 10:38

Wer für Atomkraft ist, wohnt wahrscheinlich weit genug weg davon.

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Styg Oktober 2, 2009 um 10:38

Ökologie und staatlicher Schuldenabbau gehen aber leider nicht zusammen.
Das Kostenargument ist leider auch nur bei idealistischer Denkweise irrelevant. Die Atomkraft besitzt leider die “angenehme” Mechanik dass die Kosten für den Bau bereits (grob gesagt) passé sind und die Kosten für die Endlagerung auf zukünftige Generationen geschoben werden. Was unsere jetzige Regierung auch wortgewaltig so verkünden wird.

Ich seh’s aber nicht ganz so schwarz: Meine ehrwürdig gealterten Eltern haben sich unlängst eine dicke Solaranlage auf’s Dach gepackt. Vor sieben Jahren wollten sie das auch schon tun, damals war’s noch unrentabel. Außerdem werden im Ort Leitungen für ein Nahwärmekraftwerk verlegt, Betreiber ist ein ansässigen Sägewerk. Es tut sich also durchaus was, weg von “wenige riesige Stromerzeuger” hin zu “viele kleine Stromerzeuger”. Die Infrastruktur wandelt sich, sie tut es langsam, aber sie tut es. Wir sind auf dem richtigen Weg – in welchem Tempo wir ihn die nächsten vier Jahre weitergehen, ist allerdings fraglich.

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Marjan Oktober 2, 2009 um 11:31

“Ökologie und staatlicher Schuldenabbau gehen aber leider nicht zusammen.
Das Kostenargument ist leider auch nur bei idealistischer Denkweise irrelevant. Die Atomkraft besitzt leider die “angenehme” Mechanik dass die Kosten für den Bau bereits (grob gesagt) passé sind und die Kosten für die Endlagerung auf zukünftige Generationen geschoben werden.”

richtig. und ist das nicht traurig?

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Jürgen F. Oktober 2, 2009 um 11:56

Das ist richtig traurig.

Martin Oktober 3, 2009 um 20:36

Ich habe mal ein Feature in WDR5 über KKWs und deren Bau gehört. Die Kosten die der Bau von Atomkraftwerken verursachen sind gigantisch. Der Bau selber ist eine unglaubliche Herausforderung und es kann unglaublich viel nur Pi mal Daumen kalkuliert werden. Letztlich bezahlt das der Steuerzahler – der Strom ist dafür trotzdem nicht billig. Die unglaublichen Profite die unsere Energieversorger durch einen Tag Laufzeit der KKWs einstreichen gehen weder an die, die deren Bau subventioniert haben noch in den Ausbau intelligenter Netze oder auch nur eine Erneuerung der Technik.

Der Bau von neuen AKWs ist keine kostengünstige Alternative, die dafür sorgt billigen, sichern und vor allem ausreichend verfügbare Energie zu gewinnen.

Seit der Mensch sich die Freiheit erlauben kann (oder zumindest glaubt, das zu können) in seinem Fortschritt alleine auf Profit bedacht zu sein steht die Entwicklung in vielen Bereichen still. Lobbyismus und Funktionäre verhindern das Erstarken einer neuen Technik. Es wird gar nicht richtig “gewollt”.

Darum ist es richtig die Laufzeit von unglaublich teuren, unsicheren und die Umwelt verstrahlenden (spätestens der Müll) Kraftwerken zu begrenzen. Das tut weh und erhöht den Leidensdruck, etwas neues entwickeln zu müssen. Nur so “will” man als Betreiber auch wirklich. Zudem hätten wir alle etwas von einem alternativ-technisch starken Deutschland. Spätestens in der nahen Zukunft. Aber hey, die Zukunft ist ja gerade das, worauf wir mit dem ganzen Atommüll scheissen.

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Kekxz Oktober 8, 2009 um 01:10

ich bin für die AK bis eine umsetzbare/bezahlbare und von anderen Ländern unabhängige Alternative gefunden wird…

Jaja die gibt es schon!?
Solarzellen auf den Häusern (Kosten ~10’000€ Lebensdauer 20Jahre(Energieersparnis in der Zeit entspricht ~5’000€)
Windkraft (Ja und an windstillen Abenden darf dann nur 1/4 der Bevölkerung fernsehen – und die Technik um derart große Energiemengen zu speichern gibt es nicht)
Kohle (war nicht bevor der Atommüll (wieder mal) aufgegriffen wurde die Klimaerwärmung DAS große Untergangsszenario? In meinen Augen bleibt sie das dringlichere(weil kurzfristigere) Problem, demnach nun also auch nicht die unproblematischte Alternative)

Dass erneuerbare und umweltschonende Energiequellen die Zukunft sind hoffe ich schwer – dass sie jetzt schon ausreichen würden um den gesamten Energiebedarf zu decken halte ich für groben Schwachsinn(lasse mich aber durch belegte(!) Theorien eines anderen belehren)
…bis dahin wünsche ich mir auf jeden Fall die Aufrechterhaltung der AKWs und zuerst die Abschaltung der Kohlekraftwerke.

Auch deshalb habe ich Schwarzgelb gewählt!
(wie die Mehrheit der Deutschen gewählt hat)

PS:Ich schreibe hier relativ blauäugig, einfach nur meine Meinung, die ich mir durch meinen wissensstand, gebildet habe. Möchte mich jmd ernsthaft, ohne die sinnlosen Standardphrasen, eines besseren belehren bin ich gerne dafür offen…
Ich möchte auch bitte nicht gesiezt werden – in einer Internetdiskussion halte ich das für reichlich affektiert.

PS2: eine Frage hätte ich auch, dazu habe ich trotz (mittelgründlicher) Internetrecherche keine befriedigende Antwort gefunden: Besteht die Möglichkeit das mittel- bis langfristig eine Technologie entwickelt wird um das Endlagerproblem zu lösen?(Unschädlichmachung oder ungefährliche Lagerung?)

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Marjan Oktober 8, 2009 um 09:07

ich stell mir ja immer vor, daß wir wie in futurama einfach den kompletten weltweiten atommüll in die sonne schießen. hat da zwar nicht geklappt, bei uns aber vielleicht schon.

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Gachmuret Oktober 8, 2009 um 14:16

Zum PS: Nunja, das Problem an Zukunftsszenarien ist ja, daß man sie leider nur glauben oder eben nicht glauben kann. Nichtideologisch betrachtet darf man aber davon ausgehen, daß wir in den nächsten 30 Jahren unser Energieproblem gelöst haben müssen (selbst Uran gibt es nicht unendlich). Wahrscheinlich geht das nur über Diversifizierung der Energiequellen und der Erzeuger (also: Mehr verschiedene Varianten der Energieerzeugung und weg von der Abhängigkeit von Riesenkonzernen, egal ob die nun eon oder Gazprom heißen). Vor diesem Hintergrund brauchen wir also Investitionen in regenerative Energien. Und damit meine ich nicht nur staatliche Investitionen. Damit diese aber auch fließen, braucht es zwei Dinge: a) den politischen Willen und b) einen Investitionsdruck auf die bestehenden Erzeuger. Wenn wir nun aber die Laufzeiten wieder verlängern, verringern wir den Druck, insbesondere wenn man bedenkt, daß wir hier ja über Konzerne reden, die gerne auch mal noch ein AKW bauen würden.
Zum PS2: Nein.

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Reinhard Oktober 30, 2009 um 20:10

Grüner Wahnsinn mit erneuerbaren Energien!

Die Begeisterung für die erneuerbaren Energien hat sich abgekühlt: Biosprit schadet dem Klima, Wind- und Sonnenkraftwerke liefern zu wenig.

Windkraft:

Viele Windkraftanlagen erbringen im Laufe ihrer Operation nicht mal soviel Energie, wie für ihre Herstellung, Aufstellung, Anschluss ans Stromnetz, Abbau und Abwrackung benötigt wird. Der Trick 17 ist: einfach Energie generell künstlich verteuern, damit sich Windenergie „lohnt“. (Natürlich nicht ohne zusätzliche milliardenschwere Subventionen und Zwangsabnahmeverpflichtung an die Netzbetreiber.)

Ein großer Nachteil der Windkraft ist, dass der Wind nicht immer weht. Wollen wir zu Hause unser Licht nun nur noch dann anschalten können, wenn draußen ein deftiges Lüftchen weht?

Das Problem ist, dass Stromenergie nicht speicherbar ist. Daher muss ein konventionelles Kraftwerk im Standby stets mitlaufen (kostet sündhaft viel Geld, wenn es dann hoch- und wieder runtergefahren werden muss). Wenn es mal richtig Wind weht, dann produzieren die Windanlagen auf einmal zu viel Strom, der die Netzkapazität überschreitet. Die Netze müssen entweder runter gefahren werden oder die Windanlagen selbst – ausgerechnet dann, wenn es sich mal endlich lohnen würde. Und während die Windanlagen runter gefahren werden, werden die konventionellen Kraftwerke hochgefahren.

Man kann eben die Windstärke und damit die Einspeisung ins Stromnetz nicht kontrollieren (im Gegensatz zu anderen Kraftwerken).

Sonnenenergie:

Ähnlich wie bei der Windkraft: Herstellung, Montage, Leitungsverlegung, Abwrackung sind oft energieaufwändiger als was die Dinger im Laufe ihres Daseins überhaupt produzieren. Hinzu kommt, dass Solar-Panles giftig sind und daher als Sondermüll besonders aufwändig und teuer entsorgt werden müssen. Wie bei allen anderen Öko-Energieformen werden Netzbetreiber per Gesetz gezwungen, zu einem staatlich festgelegten, maßlos überteuerten Tarif den Strom aus Solardingern abzunehmen. Der Verbraucher zahlt eben die Zeche (dreifach).

Und natürlich ist Deutschland denkbar ungünstig, wenn es um Sonnenenergie geht. Mal ganz zu schweigen von den Nächten, in denen bekanntlich keine Sonne scheint, gibt es kaum sonst wo in der Welt weniger Sonnenschein als in Deutschland. Es müssen Schildbürger gewesen sein, ausgerechnet hierzulande Solarenergie zu fördern.

Erdwärme:

Taugt leider auch nix. Mal wiederum abgesehen von den astronomischen Kosten in die entsprechenden Tiefen hinunter zu kommen: nach kurzer Zeit kühlt jede Erdwärmezone aus, weil ja ständig Wärme an der Spitze des Bohrkerns entzogen wird. Es gäbe bestimmte Gebiete in der Welt, in denen Erdwärme lohnenswert wäre. Dort, wo natürliche Gegebenheiten heiße Quellen zur Erdoberfläche treiben. Leider haben wir davon in Deutschland aber kaum welche. Auf jeden Fall mit Nichten genug.

Bio-Sprit:

Um komplett auf Bio-Sprit in Deutschland umzusteigen, müsste man von Flensburg bis Garmisch komplett Raps anbauen. Der Morgenthau-Plan lässt grüßen!

Da das natürlich nicht geht, wird Bio-Sprit aus dem Ausland eingeführt. Gerne aus Brasilien oder Afrika. Ergebnis: das lukrative Geschäft mit dem Bio-Sprit sorgt für einen Anstieg der Abholzung des Regenwaldes und für mehr Hunger in den entsprechenden Ländern.

Wieso mehr Hunger? Ganz einfach, weil die Ackerflächen immer häufiger nur noch mit den Bio-Sprit-tauglichen Pflanzen angebaut werden.

Würde der ganz normale fossile Sprit nicht so astronomisch besteuert werden, würden wir in einem Energie-El-Dorado leben. Kaum 50 Cent würde dann der Liter Super kosten, Mehrwertsteuer schon eingerechnet.

Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung
mehr dazu unter Aktuell 2009 Buerger-fuer-Technik
http://www.buerger-fuer-technik.de

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uncool_sam November 2, 2009 um 23:59

Was Sie über Windkraft schreiben ist zumindest irreführend.

1. Moderne Windkraftanlagen amortisieren sich nach 6-12 Monaten, je nach Standort. Ihre Laufzeit beträgt im Schnitt 20 Jahre. Und es gibt keine „milliardenschwere Subventionen“ für Windenergie.

2. Windkraftanlagen verfügen wie jedes Kraftwerk über eine bestimmte Verfügbarkeit, auch wenn diese im Vergleich zu thermischen KWs viel niedriger ist. Die Gesamtverfügbarkeit einer WKA ist abhängig von der Windverfügbarkeit am Standort und der technischen Verfügbarkeit der Anlage. Im norddeutschen Küstengebiet ersetzt 1 kW Windleistung ungefähr 0,3 kW konventionelle Kraftwerksleistung. Entsprechend muss mit dieser Energieform geplant werden. Es gibt keinen wahrscheinlichkeitstheoretischen Unterschied zwischen der zufälligen Nichtverfügbarkeit von konventionellen Anlagen und derjenigen von Windkraftanlagen.

3. Moderne Windkraftanlagen regeln sich automatisch ab. Das bedeutet, dass die Anlage bei steigender Windgeschwindigkeit einfach nicht mehr Strom produziert. Das Netz wird dadurch nicht belastet, sondern kann im Gegenteil sogar gestützt werden. Zudem ist es möglich, eine Windkraftanlage innerhalb von Millisekunden vom Netz zu schalten.
Der Vorwurf, Windkraftanlagen müssten dann abgeschaltet werden, wenn sie sich „endlich lohnen würden“, ist Unsinn. In der Regel arbeitet eine Anlage ab einer Windgeschwindigkeit von 5 m/s wirtschaftlich und schaltet sich erst bei Sturm (24 – 36 m/s) wieder ab. Dazwischen liegt ein großer nutzbarer Bereich, in dem die Anlage „lohnend“ arbeitet.

4. Die Speicherproblematik besteht. Es ist allerdings gar nicht so unwahrscheinlich, dass durch Fortschritte im Bereich der Wasserstofftechnologie Strom tatsächlich (wirtschaftlich) speicherbar wird. Vermutlich wird das so um 2030 möglich.

Windenergie hat wie jede andere Energieform Nachteile. Sie ist allerdings nicht so absurd, wie von Ihnen dargestellt. Was die anderen von Ihnen angesprochenen Energien angeht (in diesen Bereichen kenne ich mich nicht aus), hoffe ich, dass Sie dafür andere Quellen herangezogen haben als bei der Windenergie. Schönen Gruß.

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