Also, manchmal muss meine Frau, die’s auch nicht leicht hat mit dem Goldkindtm und so, ein bisschen Dampf ablassen. Dann geht sie einkaufen. Und ich muss mit.
Wir stürmen in die Stadt, entern Laden 1 von der zweistelligen Liste. Methodisch arbeiten wir uns von unten nach oben hoch, Stockwerk für Stockwerk, Regal für Regal. Wobei das Wort “wir” ein bisschen unexakt ist — meine Frau prüft jedes Ausstellungsstück händisch auf Kaufbarkeit, während das Goldkind und ich nach so 35 Nanosekunden die Lust verlieren und lieber ein bisschen auf der Kaufhausetage umherstreifen. Dabei driften wir in die Nähe der Männersachen, mein Brieftaschenextraktionsalarm klingelt vorsorglich, aber ich bin grundsätzlich immun gegen Kauflust, wenn meine Frau dabei ist. Ich bin einer der letzten Alleinkäufer, Lordsiegelbewahrer des bröckligen Restes männlicher Automonie, der in dieser Gesellschaft noch möglich ist. Wenn ich schon öffentliches Sackkratzen, abendlichen Dosenbierkonsum und Metal-Mitgröhlen beim Frühstück als Dispositionsmasse dem Konzept Ehe opfern musste, will ich wenigstens eigenständig und unbeeinflusst entscheiden, womit ich mich in der Öffentlichkeit lächerlich mache.
Kann's ja hinterher wieder umtauschen, wenn's ihr nicht gefällt. Ahem.
Aber weiter — mit halbem Ohr belausche ich im Vorbeigehen zwei Pärchen, ich bin Journalist, müssen Sie wissen, und immer am Menschlichen interessiert.
Mitgehörtes Gespräch Nr. 1:
Mann: "Ich probiere die Hose nur schnell an."
Frau: "Bist du sicher, das du nicht eher so 'ne ausgewaschene willst?"
Mann: "Nein. Ich will die hier."
Frau: "Was ist mit der hier? Ist auch gut."
Mann: „Nein. Ich will die hier.“
Frau: "Aber…"
Mann: (verschwindet in der Umkleide, kommt nach vier Minuten wieder raus, kauft die Hose)
Frau: (schaut verständnislos)
Mitgehörtes Gespräch Nr. 2:
Mann: "Hm. Die Jacke oder die?"
Frau: "Das kann ich nicht für dich entscheiden. Ich sage nur, die da passt zu deinen restlichen Klamotten."
Mann: "Hm."
Frau: "Ich gehe jetzt in die Damenabteilung."
Mann: "Äh. Halt. Wegen der Jacke…"
Meine Vorurteile bestätigen sich: Männer sind entweder wie ich Typ 1, also total zielstrebig und zackzack – was, zugegeben, in ganz seltenen Fällen zu dunkelblauen Fehlkäufen oder jahrzehntelanger Markentreue ("Ich kaufe nur Schuhe von Mephisto, die stehen mir immer") führt. Oder, Typ 2, irgendwie zu lange unter Mutters Fittichen gewesen und deshalb dauerhaft geschmacksunsicher. Das sind dann die Typen, die ausschließlich von Frauen eingekleidet werden. Wobei es von einkleidenden Frauen auch wieder zwei Typen gibt. Typ 1 staffiert den Kerl aus wie ein Model, damit andere Frauen Herzattacken vor Neid bekommen. Typ 2 hingegen achtet streng darauf, den Mann so anzuziehen, dass er von anderen Frauen für einen kompletten Dorftrottel gehalten wird. Um die Möglichkeit eines Ehebruchs gleichsam im Keim zu ersticken.
Jaja, Women are from Omicron Persei 7, men are from Omicron Persei 9 (*).

Also, ich bin definitiv Typ 2.
Sowas muss laufen wie ein SEK-Einsatz.
:D
super vergleich!
Ich bin Typ 3.
Ich: Hmm…die Hose oder die? Hmm..hmm…hmm
Schatz, die hose oder die?
Sie: Hmm…die da würde ich sagen!
Ich: Hmm…hmm…
Ich überlegs mir und komm dann mogren noch mal
Ich kann mich NIE entscheiden!
Frei nach Cäsar:
Ich kam,
Ich vergleichte,
Ich kaufte!
Huch? Hast du den Beitrag nochmal umgeschrieben? Der war doch gestern viel kürzer. Und weniger pointiert, wenn ich das sagen darf.
Jaja. War ein bisschen arg schnell und schlampig geschrieben. Ist jetzt runder und lesbarer.
Ach, der Fluch des verlockenden “Veröffentlichen”-Buttons.
Rein in den Jeansladen, erster Stock, links hinten, schwarze Jeans 34/34 rausziehn, runter an die Kasse. Wozu großartig rumrennen?
wohl wahr, so sollte es sein … hab übrigens die gleiche Jeans-Größe.
Wobei meine Frau auch gelegentlich diesen “ich zieh Dich mal modelmäßig an”-Anwandlungen erliegt … naja, zumindest hab ich dann mal was anderes als Jeans/T-Shirt an.
Mann Typ 4 im Jeansladen: Rein – Gesucht- Gefunden-Anprobiert-Passt- Gleich 4 Stück da von gekauft. Muss man ja nicht nochmal hinrennen ;) Original mein Vater
Nein, das ist nur eine Variante von Typ 1. Sowas mache ich auch manchmal.
Wenn ich schon neue Jeans und Co. kaufe, lasse ich mir auch Zeit. Da dürfte der weibliche Part in mir hervorkommen :D
Reinreden lass ich mir aber nix.
Ich bin definitiv Typ 1 in konkreter Ausgestaltung Typ 4: Alle paar Jahre vier Jeans auf einmal, überspitzt formuliert. Andere Sachen natürlich öfter mal. Aber das Gute ist, daß meine Frau gar nichts dagegen hat, mir eh nicht reinredet, wenn dann nur ganz kurz empfiehlt, und ich im übrigen auch mit 99% der von ihr (allein! …wehe, wenn nicht) für sie selbst gekauften Sachen total zufrieden bin.
Und der SEK-Vergleich: spitze!
Ich bin der ultimative schnelle Kleidungskäufer. Rein, 5 Minuten gucken, ein Teil nehmen, anprobieren, passt genau, raus.
RT @herrkaliban Einkaufen! Mit Frauen! http://bit.ly/ENijO
Ich arbeite bei $Klamottenladen in der Herrenabteilung und habe immer etwas Mitleid mit Kerlen vom Typ 2. Da kommt dann die Freundin oder Mama mit, und da kann man selbst gerne eine eigene Meinung haben, die wird direkt ausgeredet.
(Ich stehe in der Anprobe, wo Sachen auch zurückgegeben werden können, auf dass sie dann im Laden wieder erstrahlen)
Er: “Die Hose kann zurück, die andere nehm ich mit.”
Sie (zeigt auf Kleidungsstück, dass noch nicht zurück geräumt wurde): “Schau mal, ist doch hübsch.”
Er: “Findest du?”
Sie: “Ja, das probierst du an!”
Und er tut es. =(
Ich bin Typ 1 in Ausformung Version 4 in extremer Form ^^ Ich geh einmal im Jahr im Outlet einkaufen und deck mich damit fürs ganze Jahr ein :D Das kann dann mal so aussehen das ich mit 3 Badehosen 4Jeans 2 Kurzen Hosen 4 T-shirts und 2 Pullis nach hause komm obwohl meine Freundin meinte ich soll mir gefälligst mal neue Schuhe und ne neue Winterjacke kaufen ^^ (Gibt es eigentlich noch mehr Leute die neue Schuhe kaufen, diese aber meist unbequemer finden als die Alten und die Neuen erst dann anziehen, wenn die alten keine Sohlen mehr haben?)
Jup…
Schuhe werden neu gekauft, wenn die Alten sich auflösen. Merkt man daran, dass man irgendwann nasse Füße kriegt.
Bekennte mich auch zum SWAT-Käufer Typ 1. Alles was Länger als 20 Minuten inkl. Laufwege dauert, ist inakzeptabel ;)
Ich halt halt mir die Klamotten mal gegens licht und dann schnell mal anprobieren..sie passen oder passen net^^
nicht lange shoppen.
einmal mit meiner schwester (ich brauchte ne neue jacke) ich finde eine. meine schwester meint..sollen wir nicht lieber noch ein wenig schaun…
argh
Typ 1. Eigentlich. Aber manchmal eben auch Typ 2, weil das Verhalten von Typ 1 offenbar viel häufiger zu Fehlkäufen führt, als beim durchschnittlichen Typ 1. Das musste sogar ich einsehen.
Aber mittlerweile meint sie sowieso meistens nur noch: “Ach, ich habs lange genug versucht. Mach was du willst.” Meistens komme ich dann mit mehreren Games oder einem Gerät aus der Ecke Unterhaltungselektronik zurück.
haha, das ist gut und stimmt ebenfalls haargenau: Ins Einkaufszentrum, weil man eine Hose braucht, die in 10 Minuten gekauft, und dann im Elektromarkt eine Stunde lang die Spiele, DVDs und iPods angeschaut :-)
Was bin dann ich? Ich geh allein einkaufen (Nur allein!), brauche eine halbe Ewigkeit, weil ich tonnenweise Zeug durchschaue, das aber irgendwie vom Stil her doch immer den Klamotten gleicht, die ohnehin schon in meinem Schrank hängen (nur kein Risiko eingehen) und kaufe dann immer mindestens zwei Hosen, mehrere Hemden und Pullover und ab und an eine Jacke – damit ich erst mal wieder Ruhe habe und mich wichtigeren Dingen zuwenden kann.
Ich neige auch zum SEK-Verhalten. Ähnlich wie die Jungs in den schwarzen Klamotten und den dicken Wummen habe ich – allerdings völlig unbewaffnet – oft das Problem, unbemerkt zum Zielobjekt zu gelangen. Sprich, den Horden an spontan auftretenden, beratungswilligen Verkäuferinnen auszuweichen.
Aber die haben den Skill längst gelevelt.
Kaum denkt man, man habe sich dem Jeans-Stapel unbemerkt genähert – und ich habe sehr subtile Wegfindungsmuster entwickelt – tönt es unmittelbar hinter mir “Kann’sch ih’n helfen, sie haben doch oben sicher 31 obenrum, legen sie die 30er mal weg und die Farbe geht auch garnicht, da nehmen ‘se doch bitte mal die, die und die und ach nein, geben sie die wieder her, die Farbe steht ihnen sowieso nicht. Mei, mit den kurzen Beinen isses schwer was zu finden, da müssen sie mir nix erzählen, meinem Schwager geht’s auch ständig so. Jetzt ziehen’se sich mal um, ich hol’ derweil nochmal welche.”.
Meine inhaltlich zugegebenermaßen ausbaufähige Standardantwort “Ich, äh …” verhallt im Takt ihrer Schritte zum nächsten Hosenstapel …
Typ 5: Hat bei allem etwas zu mäkeln und entschiedet sich am Schluss für das, was ihm am wenigsten nicht gefällt.
Ehebruchprophylaxe beim Kleidungskauf. Sehr genial. Hoffentlich kommt meine Frau nicht drauf!