
Der Spaziergang, der mit diesem niedlichen Foto begann, endete übrigens in Tränen. Und das wegen einer Sache, auf die man in den Elternratgebern nie vorbereitet wird: Wir passierten gerade den Taxistand am Prinzregententheater, da klingelte die Taxirufsäule, weil ein Taxi bestellt wurde. Die Säule, deren Schicksal es ist, die Aufmerksamkeit von abgestumpfen Taxifahrern erregen zu müssen, begleitete das Klingeln mit einem aufgeregten gelben Lichtsignal. Das Goldkindtm hat nun aber seit jeher eine Schwäche für alles, was Blaulicht ähnelt und blieb bei diesem Anblick sofort wie angewurzelt stehen. Und wartete auf das nächste Lichtsignal. Und wartete. Und wartete. Aber offenbar brauchte niemand in Bogen- oder Haidhausen ein Taxi. Ich wollte gerne nach Hause, und es entfaltete sich ein verzweifelter Dialog:
Goldkind: “Blink! Tüta! Taxi!”
Herr Kaliban: “Hey, das Blinken ist weg. WEG! Und wir gehen nach Hause!”
Goldkind: “Blink weg?”
Herr Kaliban: “Jaja: weg. Morgen kommt wieder ein Blink, versprochen. Los, wir gehen heim.”
Goldkind: (hält sich an einem Zaun fest, zeigt zum Taxistand) “Blink! Tüta! Angucken!”
Herr Kaliban: “Komm, wir gucken das ein andermal an. Kommt Zeit, kommt Blink.”
Goldkind: (zunehmend verzweifelt) “BLINK! BLINK! Angucken!”
Herr Kaliban: “Das Blinken hat aufgehört. Es ist WEG!”
Goldkind: “Blink weg?”
Herr Kaliban: (zieht am Goldkind) “Genau: weg. Komm, willst du eine Brezn?”
Goldkind: (hält mit Armen und Beinen einen Laternenmast umklammert) “BLINK! Angucken! Tüta! Taxi!”
Und so weiter. Noch Stunden später, nach dem Essen und dem Baden und dem Eincremen und dem Verlesen der Zoo-Abenteuer von “Bobo Siebenschläfer” (6x) und dem Kuscheln und dem Füttern der rothaarigen Puppe und dem Streicheln der Tigerkatze und dem Hören von “So ein schöner Tag” (3x) und dem Ringkampf um die Herrschaft über das iPhone und dem Verlesen der Supermarkt-Abenteuer von “Bodo Siebenschläfer” (4x) und all den anderen Sachen kam das Thema “Blink!” immer wieder auf den Tisch. Das Kind ist offenbar in seinem Innersten getroffen.
Nächstes Mal nehmen wir beim Spaziergang einen Umweg.

Ach, ist das goldig. Ohne den niedlichen Schirm könnte das Foto glatt groß und gerahmt eine Wand zieren. Ach was red ich… Könnte es auch mit dem Schirm. :-) Vielleicht gerade WEGEN des Schirms.
Oh Gott, dieser Schirm ist so… so Disney…
Ohne den schirm wär das foto eher trist. Nicht gegen das goldkind, ober das liegt halt an diesem leicht depressiven herbst regen licht :)
Der schirm ist aber dermasten knallbunt, dass er im kontrast zum rest steht und ohne den wär das bild nicht halb so gut.
Ausserdem siehts halt abgefahren aus wie der schirm der kopf zu sein scheint.
Oh, einen hübschen Schirm hat der Herr Kaliban da!
“Goldig” ist das erste Wort was mir in den Sinn kam. MIR.
Schön.
Ah, jetzt mit Text, beim nächsten mal vlt selber ein Taxi rufen um die Säule zum Blinken zu bringen ;)
Handy raus, Taxi bestellen, Blinken bewundern, gehen.
lg – pferdekuh
ò.Ó
“BLINK! Angucken! Tüta! Taxi!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!”
Du könntest eine Blink-Tüta-iPhone-App entwickeln. So schwer kann das doch nicht sein, oder? Und den Aufwand wäre es allemal wert. Glückseligkeit mit wenigen Zeilen Code quasi.
Daheim schon ein “Blink” mit dem man die Kleine vielleicht locken kann?
hab auch schon an die idee von eksirf gedacht. immer selber ein blink in der tasche haben, vielleicht sogar per fernsteuer-knopfdruck auszulösen. so geht es nicht immer in des Herrn Kalibans hand los und wird damit langweilig, sonder auf zäunen, hinter masten und in büschen.
Wir haben massenhaft blinkendes Zeug. Hätte aber hier nicht geholfen. Dies war ein spezielles Blinken.
Das Bild ist wirklich verdammt gut, solltest du irgendwie zu geld machen….
Achwas, das ist ein Schnappschuss mit dem iPhone.
Das Problem kenne ich nur zu gut.
Bei uns hilft oft: Verabschieden.
Soll heissen: wenn mein Sohn nicht von etwas weg will, sagen wir z.B.: “Wir kommen bald wieder, sag mal tschüss zur Säule”. Wenn das noch immer nicht hilft kommt: “Die Säule ist jetzt sehr müde, deswegen blinkt sie nicht mehr, sag tschüss…, Tschüss Säule”.
Klappt sehr oft.
Warum hast Du denn nun nicht einfach die Säule zum Blinken gebracht? Oder bist wenigstens rüber zu der Säule, anfassen, anklopfen, reinrufen, drumherumtanzen…
Hatte Angst, dass das dann gar nicht mehr endet.