November 2009

Wo lernt man Minister?

by Gunnar on 30. November 2009 · 25 comments

A politician’s success is measured by his ability to get elected. If he’s good at that, he doesn’t have to be good at anything else. (David Gerrold)

Augen zu, Musik spielt, Augen auf — wir haben eine neue Familienministerin und eine neue Arbeitsministerin. Verloren bei der Reise nach Jerusalem hat der Herr Jung, treuer Vasall und Diener seines Herrn Roland Koch, aber nicht für seinen scharfen Intellekt bekannt. Tja. So kommt das.

Was sich der Herr Jung wohl hauptsächlich zuschulden hat kommen lassen, ist das, was schon einigen Verteidigungsministern das Genick gebrochen hat — die mangelnde Beherrschung eines komplexen (*) und eigensinnigen Apparats mit 3320 Angestellten (Soldaten, Beamten, Zivilisten).

Wobei sich mir eine alte Frage neu aufdrängt — wie funktioniert das eigentlich, die Führung eines Ministeriums? Jeder, der auch nur Personalverantwortung für drei Mitarbeiter hat, weiß, dass “Führen”, wenn man es denn ernst meint, eine ziemlich knifflige Aufgabe ist. Natürlich abstrahiert das nach oben hin und wenn man 5000 Leute “führt”, dann führt man eigentlich wieder nur die fünf der nächstunteren Hierarchieebene. Schon klar. Dennoch: Wer in der Wirtschaft eine große Abteilung oder gar ein Unternehmen leiten will, der muss sich in aller Regel zuvor an kleineren Einheiten bewiesen haben. Und macht im Laufe der Zeit normalerweise reihenweise Seminare, Change Management und Strategisches Management und Innovationsmanagement und Selbstmanagement et cetera pp, in denen er/sie seine Vorstellungen von Führung theoretisch unterfüttert, während er sie in der Praxis am lebenden Subjekt ausprobiert. Dr. Kristina Köhler hingegen, Diplom-Soziologin und seit eben Chefin des Familienministeriums, ist im Job nicht über “Wissenschaftliche Hilfskraft” hinausgekommen. Und die Erfahrungen etwa als Kreisvorsitzende einer Rasselbande wie der Jungen Union Wiesbaden werden sich auf die Führung einer großen Behörde allenfalls begrenzt anwenden lassen. Was macht die junge Dame also? Und was macht der Apparat mit ihr? Liegt die Macht bei den Staatssekretären — und die Ministerin unterschreibt nur? Gibt’s einen standardisierten Einführungskurs “Ministerienmanagement für Anfänger”? Verlangt man etwa wirklich, dass der/die neue Minister(in) die Prozesse durchschaut? Oder ist das irgendwie eh alles egal, weil man die paar Jahre schon irgendwie übersteht?

Darüber würde ich gerne mal einen Artikel lesen, von einem der Großjournalisten bei SZ, SPIEGEL oder ZEIT. Mit so eingestreuten Gesprächsfetzen aus Interviews mit altgedienten Ministerialen.

Long live the Sonntagslinks

by Gunnar on 29. November 2009 · 8 comments

Here be teh Sonntagslinks. Liebevoll assembliert in der Linkfabrik Kaliban. Mit externer Zuarbeit u.a. von Paule und Roy.

VIDEO: Sensationelle Parteienwerbung von Anno Dunnemals. Warum macht man das heute nicht mehr so? ###

VIDEO: Eine Geschichte, illustriert mit fantastischen Papier-Animationen. ###

VIDEO: Fiese, fiese Fernsehwerbung. ###

VIDEO: Ein Blick in den Abendhimmel, mit dem richtigen Equiment. Wow. ###

BILDER: Hinter dem folgenden Link verbirgt sich die sensationelle Videogame Remake-Bildergalerie von Herrn Orioto. Es klicke, wem Geklick gegeben. ###

BILDER: Harry Clarkes brillante Illustrationen zu Geschichten von Edgar Allen Poe. ###

TEXT: Ein Durchbruch in der Psychotherapie: EA rettet Leben. ###

TEXT: Kollege Kieron schreibt über diesen ach-so-kontroversen Level in Modern Warfare 2. ###

TEXT: Citizen Kane und Videospiele — Lesestoff für intellektuelle Gamer. Oder so. ###

TEXT: Jordan Mechners 11 Regeln über das Designen storybasierter Spiele. ###

LISTE: Mehr Wissen über Twitter als man jemals brauchen würde. ###

TEXT: If you’re male and you like Twilight, you’re gay.

TEXT: Umfassende Informationen über das Spielen von Oldies per Emulator. ###

SITE: Foursquare is der nächste Hype nach Twitter, sagen die Social-Media-Ventilatoren. Hm. Naja. Mal sehen. ###

SITE: Mein Computer spielt Tetris gegen sich selbst. Und das nicht mal schlecht. ###

SITE:
Hey, vielleicht möchten Sie Ihrem Schätzelein auf besondere Art “Ich liebe dich” sagen — schreiben’s Sie auf, British Telecommunications sendet die Botschaft dann ins All. Für 10 Pfund. Mit Zertifikat. ###

SITE: Erstaunlicherweise gibt es eine Käse-o-pedia. Von Käsologen. Oder Käsaner. ###

SITE: SMS von gestern nacht. ###

SITE: Google. Wie Google. Nur seitwärts. ###

SITE: So funktioniert Google wirklich ist eine ziemlich hübsche Werbung. ###

Und zum Abschluss ein VIDEO: “Things Last”, eine Geschichte von Constant van Hoeven.

Herr Kaliban gibt an und ab

by Gunnar on 28. November 2009 · 8 comments

blogcharts

Oh. Ich bin war ja in den Blogcharts von PONS (zuletzt auf Platz 57) und hab’s gar nicht gemerkt. Schmeichelhaft, denn bei den Wörterbuchverlegern von PONS ging’s nicht um Traffic, Verlinkungen oder Feedleser — dort zählte nur die Rechtschreibsicherheit. Das Projekt ist allerdings seit Oktober abgeschlossen, daher ist es jetzt ein bisschen peinlich, noch damit anzugeben.

Aber hey, was soll’s ist ja mein Blog hier. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich diese Woche noch gar keine Musikempfehlung abgegeben habe. Here goes: Porcupine Tree mit “Sentimental”.

Elterngeheimnisse

by Gunnar on 27. November 2009 · 14 comments

Ich hatte mein bescheidenes Nebenprojekt Berufsgeheimnisse.de (bei dem es um das Sammeln kleiner Fetzen anekdotischen Insiderwissens geht) ja schon ein, zwei, drei Mal erwähnt. Und sicher auch drauf hingewiesen, dass ich dankbar um jeden bin, der dabei mitmacht. Nun gibt es eine Art Extension — die Elterngeheimnisse.

elterngeheimnisse

Der amerikanische Blogger Matthew Baldwin beschreibt Elternsein als “eine Serie von Querdenker-Rätseln”. Das trifft’s schon, irgendwie. Wir alle, die wir Kinder haben, erfinden täglich kleine Tricks, um irgendwas zu erreichen — wir denken uns ein Spiel aus, um aus dem täglichen Zähneputzen ein lustiges Ritual zu machen. Wir nehmen einen Ball mit zum Schuhkauf, um ihn durch den Laden zu werfen, damit das Kind hinterher rennt — und nicht in den ungewohnten Schuhen erstmal wie angewurzelt stehen bleibt. Wir wickeln den Teddy und die Puppe, um das Kind dazu zu bringen, sich leichter die Windel wechseln zu lassen. Wir führen ein komplexes Verabschiedungsritual durch, wenn das Kind sich nicht von einem Spielkameraden trennen will. Wir legen eine alte PC-Tastatur neben die richtige, damit das Kind unser Herumtippen nachahmen kann, ohne das System zum Absturz zu bringen.

Et cetera.

Jeder hat seine Methoden, jeder hat seine Ideen. Manche erzählen wir Freunden, manche behalten wir für uns, manche vergessen wir einfach wieder. Diese Webseite soll die Tricks und “Geheimnisse” von Eltern sammeln, als Hilfestellung für andere Eltern primär, aber auch einfach zu Erbauung oder Unterhaltung. Es geht nicht um lange Abhandlungen, komplexe Anleitungen, Produkttipps oder Rezepte, dafür gibt es genügend Orte im Netz — auf elterngeheimnisse.de soll das Leichte, Schnelle, vielleicht Verblüffende im Vordergrund stehen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von Ihnen, geschätzte Mitlesende, mitmachen und uns einen oder mehrere Ihrer Tricks verraten würden. Noch ist die Seite nämlich ein bisschen leer…

Update 30.11.: Seit eben funktioniert auch der bislang fehlerhafte RSS-Feed.

Stürme in Wassergläsern

by Gunnar on 26. November 2009 · 52 comments

Ach, es sind lustige Tage derzeit für Leute, die Spielemagazine und Blogs lesen. Der einschlägig bekannte Herr Boris S. aus M. steht im Mittelpunkt eines kleinen Wirbelstürmchens aus Meinung und Gegenmeinung. Ich fasse die Geschehnisse mal rasch zusammen, okay? Also:

Erst schießt meinungsfreudige Herr Luibl, Chefredakteur eines bedeutenden Spielemagazins, eine Polemik in die Welt, in der es um “Embargos” geht, wobei Embargo hier für die Auflagen von Copyright-Inhabern steht, was den Veröffentlichungstermin von Informationen angeht. Boris Schneider-Johne, seines Zeichens Produktmanager für die Xbox 360 (und verdienter Ex-Chefredakteur lang vom Winde verwehter Spielemagazine), fühlt sich angesprochen, erklärt in einem Blog-Beitrag, warum er nicht Luibls Meinung teilt und impliziert am Rande etwas grobschlächtig mangelnde Professionalität (“Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?“). Was wiederum den Herrn Luibl vergrätzt, weswegen er in den Kommentaren unfein sein Gemächt schwenkt (“Im Gegensatz zur dir, der damals wie heute im Stile eines jungen Klempners textet, besitze ich [… ] einen Magister Artium germanistischer Prägung plus journalistische Ausbildung”).

Sensationell.

Wollte mich gerade popcornkauend im Sessel niederlassen, um den fortschreitenden Glaubenskrieg zu verfolgen, da legt Boris, offenbar befeuert durch die Debatte, nach und veröffentlicht eine längliche Anklage gegen Spieletests an sich, insbesondere aber die Praxis der Wertungsvergabe in Prozenten. Ich zitiere: “I am not a number! sollte jedes Videospiel schreien. Dummerweise hat man sich aber ein Publikum rangezüchtet, das nur auf diesen Wert schaut. Das Internet kann sich um die Leute, die die Zahlen sehen wollen, viel besser, aktueller und unprofessioneller kümmern. Denn die Journalisten, die nicht nur Elektronen verschicken, sondern echtes Papier bedrucken wollen, sollten doch an sich selbst den Anspruch haben, was besseres abzuliefern als die ganzen Webseiten.” Dazu hat der Herr Luibl auch was zu sagen und tut das in den Kommentaren, zusätzlich springt die Frau Fröhlich, Chefredakteurin eines anderen Spielemagazins, in die Bresche und entgegnet Boris in einer gefällig verfassten Kolumne, Spiele seien anders als Filme und bräuchten Wertungen wegen der vergleichbaren “Features”: “Das Feature unterscheidet Spiele von Theaterstücken, TV-Serien, Kinokomödien und Romanen. Es umgibt uns, es durchdringt uns. Es hält die Galaxis zusammen. Und es ermöglicht Einordnung und Bewertung. Wertungen haben seit jeher die fantastische Eigenschaft, dass man die Hosen runterlassen und sich festlegen muss – besser als x, schlechter als y. Und zwar um so-und-so-viel. Das gilt für Bundesligaspielernoten in der Bild am Sonntag genauso wie eine prozentgenaue Spielspaß-Wertung. Zu einer Dragon-Age-Bewertung im sensiblen Bereich zwischen 75 und 95 Punkten gehört Spielzeit, Erfahrung und Mut – erheblich mehr Mut jedenfalls als für die Aussage “MIR macht das Spiel Spaß”. Oder: “Für MICH ist das nix”. Populärwissenschaftlich formuliert: keine Wertung, keine Eier.”

Woah.

Mir brennen die Kommentare auf der Zungenspitze, da ich weder Boris noch Petras Meinung teile, verzichte aber auf eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Auseinandersetzung mit den Texten der Kollegen. Ich möchte allerdings trotzdem eine (grundsätzlich private, von den Meinungen meines geschätzten Arbeitgebers unabhängige) Zeugenaussage zur Sache machen:

Diese Debatte um Sinn und Unsinn von Wertungen geht meines Erachtens in voller Fahrt am Kern der Sache vorbei — bis auf eine kleine, vokale, forenerfahrene Minderheit von Hardcore- und Ex-Hardcore-Gamern ist, das zeigen Gespräche mit echten Spielekäufern und Magazinlesern, niemand so wirklich daran interessiert, ob Heft X oder Webseite Y nun eine 89 oder eine 8.7 vergeben hat, auch wenn man die 100er Skala* an sich grundsätzlich schätzt. Die Wertung ist letztendlich bloß eine Art Wasserstandsmarke, um sich abzusichern, dass das betreffende Werk generell zum Kreis potenziell kaufenswürdiger Dinge gehört. Und ein bisschen auch eine Konsistenzprüfung für das vergebende Medium — wer abseits gängiger Kriterien und unnachvollziehbar wertet, mag irgendwann von der Abteilung “relevant” in die Schublade “kurios” wandern. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Die “EDGE” hat’s auch überlebt, dass sie Baphomets Fluch 3 10 von 10 Punkten gegeben hat. Jedenfalls zeigt die Erfahrung, dass Wertungen oder meinetwegen Metawertungen im Wesentlichen von Redakteuren und Pressevertretern und Trollen ernst genommen werden, wobei “ernst nehmen” hier im Sinne von “Anlass für eine potenzielle Flamewar-Kriegserklärung” verwendet wird. Viele Leute kaufen, das ist der Fluch eines gereiften Marktes, eh nur noch die Top 5 der Charts, da bekommt man eigentlich nie ein so richtig schlechtes Stück Software. Die Frage, die man in Wirklichkeit von einem Spieletest beantwortet haben möchte, ist: Ist dieses Spiel was für mich? Dazu muss man, da hat Petra nicht unrecht, schon die Features aufarbeiten und einordnen. Dazu muss man aber auch, da hat Boris nicht unrecht (“Erzählt, was das Spiel mit Euch angestellt hat. Welche Emotionen es auslöst, wie euer Bauch und euer Kopf reagierten. Beschreibt die Technik, in Relation zur Handlung, aber nicht als lange Frameratenoptimierungswüste.”) versuchen, die Seele des Spiels zu erfassen und die eigene emotionale Erfahrung als Richtwert mitzuliefern.

Letzteres gelingt den einschlägigen Medien nicht immer, denke ich. Ist auch eine Frage von Skill. Aber hey, meine Meinung ist auch nur ein weiterer Flötenton im dissonanten Konzert der “Insider” — schließlich bin ich wie Boris ebenfalls nur ein Ex-Spielemagazinchefredakteur. Mich würden diesbezüglich die Ansichten der geschätzten Mitlesenden interessieren: I declare this bazaar open.

* Nachtrag: Anders als gerne behauptet wird, ist die böse 100er-Skala keine Erfindung der deutschen Spieleredakteure, sondern wird auch in anderen Bereichen eingesetzt, die nicht leicht zu objektivieren sind: Filme wären zu nennen. Oder, und das ist das schönere Beispiel, die breit akzeptierte TWA-Wertung von Wein, wo die Tester übrigens auch den mathematischen Durchschnitt nicht ausschöpfen, sondern sich auf den interessanten Bereich von 80+ konzentrieren.

I give to you: the Sonntagslinks

by Gunnar on 22. November 2009 · 17 comments

Die Sonntagslinks sind die wöchentliche Sammlung von Links und Surftipps, die der Betreiber dieses Blogs allsonntäglich mit Liebe zusammenstellt. Feedback und Ergänzungsvorschäge werden gerne entgegengenommen. Für die im Laufe dieser Woche eingegangenen Hinweise möchte sich der Herr Kaliban artig bei David, Klaus, Marc und Dominik bedanken.

VIDEO: Pitchfork hat eine halbstündige Doku über den großartigen Leonard Cohen, den aber außer mir sicher hier wieder niemand gut findet. Naja. ###

VIDEO: Mac oder PC? (Southpark-Gag, schon ziemlich alt).

VIDEO: Violence and Videogames sagt nichts Neues, verpackt es aber ganz hübsch. ###

BILDER: Hausbesuch in den Büros von Twitter. ###

BILDER: Wolkenformationen, von absurd bis wunderschön. ###

BILDER: Eine Sammlung schiefgegangener Untertitelungen aus US-News-Sendungen. ###

BILDER: Die Künstlerin Heather Jansch baut lebensgroße Pferde aus Treibholz. ###

BILD: Ein schönes Bild geben die Hardcore-Handschuhe von Marc Johns ab. ###

BILD: Teh Kuchen to end all Kuchen! ###

BILD: Die Haltungen der Katze, klassifiziert. ###

COMIC: Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Comic beschreiben soll. D&D auf intellektuell? ###

COMIC: Was man den Leuten bei UPS/DHL wirklich beibringt. ###

COMIC: Welche Internet-Seite welcher Droge ähnelt. Brillant. ###

AUDIO: Musiker interpretieren Melodien von C-64-Spielen. ###

TEXT: “Doing the useless the hard way” ist das Motto des Bloggers Ochen. Dieser (schon was ältere) Eintrag beweist das eindrucksvoll. Brillante Idee. ###

TEXT: Hier gibt’s die Hintergründe zu Wireds “Vanish”-Schnitzeljagd. Brillant. Falls es jemand verpasst hat: Die Zeitschrift Wired hat einen Autor untertauchen und von Leser “jagen” lassen. Sehr cool. ###

TEXT: Wie schwer ist eigentlich dieses Internet? ###

TEXT: Cooler Kommentar zum Thema “Was ein Game-Designer können muss”. ###

BLOG: Ich bin nicht wirklich sicher, was der Autor dieses Blogs der Welt sagen will, aber die Textchen sind irgendwie faszinierend. ###

SITE: Mikestar ist, äh, eine Karaoke-Community. ###

SITE: Traurige Tiere, von bösen Menschen in Kostüme gesteckt. ###

SITE: Was Bankräuber so für Anweisungen ‘rüberschieben, wenn sie Geld wollen. ###

SITE: Darkcopy ist ein webbasierter, kostenloser Klon des Mac-Programms Writeroom und will Leuten, die sich beim Schreiben leicht ablenken lassen, das Leben erleichtern. Hübsch. ###

SITE: Mass we pray ist das neue Spiel des religiösen Spieleentwicklers Prayerworks Interactive. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten ist die Sache natürlich nur eine Werbung von EA für Inferno. Aber das Video ist hübsch. ###

SITE: Wenn man mal eine Sendung im TV verpasst haben sollte, muss man nicht auf den Webseiten der Sender rumsuchen, sondern kann direkt zu sendungverpasst.de gehen. ####

SITE: Von all diesen Aggregatoren, die derzeit auf den Markt drängen, erscheint mir Nandoo noch der brauchbarste zu sein. ###

Als Abschluss gibt’s wieder ein VIDEO, diesmal die aktuelle Folge von “Know Your Meme”:

America, America

by Gunnar on 21. November 2009 · 14 comments

Ein paar ungeordnete Gedanken über Amerika an sich, mehr so aus Touristensicht.

*** In Europa würde niemand auf die Idee kommen, zu einer beigen Anzughose ein hellbaues Hemd, ein navyfarbenes Sakko und goldene Manschettenknöpfe zu tragen. An der Ostküste scheint es die Businessuniform für über 50jährige Geschäftsleute zu sein. *** Amerikanische Frauen gibt es in drei Geschmacksrichtungen: die, die doppelt so laut reden wie Europäerinnen, die, die ihre Mimik so übertreiben als spielten sie Pantomime und die, die beides tun. *** Absurderweise isst man in Boston, aber auch anderswo Chips zum Sandwich. Mittags. Wirklich. *** Irish Pubs sind auf der ganzen Welt gleich. Die werden offenbar zentral in einer Fabrik in Irland hergestellt. ***

Hm. Ich habe immer so Vorurteile, die sich dann auf Reisen bestätigen. Andererseits bin ich natürlich im Ausland auch so typisch deutsch, dass ich vielleicht sogar selber schuld bin, wenn Leute so typisch amerikanisch in meiner Gegenwart sind. Heisenbergsche Unschärfe und so.

Monogrenade

by Gunnar on 17. November 2009 · 3 comments

Musikvorschlag am Dienstagabend. Viel Spaß.

Die Knoblauchgeschichte

by Gunnar on 16. November 2009 · 21 comments

In Los Angeles gibt’s ein Restaurant namens The Stinking Rose, bei dem jedes Gericht mit Knoblauch zubereitet wird. An dem fuhren wir früher immer vorbei, wenn wir während der E3-Messen auf dem Weg vom Hotel zur Saddle Ranch waren, dem Ort, wo wir traditionell mit einem unfassbaren Burger-und-Bier-Gelage die US-Reise beendeten. Die Stinking Rose haben wir nie besucht, aber ich hatte mir immer mal vorgenommen, dort einzukehren.

In Berlin gibt’s ein knoblauchaffines Restaurant, das heißt ganz profan Knofel, was lange nicht so cool klingt wie “The Stinking Rose”, aber als mich Freunde dorthin einluden, ging ich gerne mit. Das Essen dort, Knoblauchbraten, Knoblauchkartoffeln, Knoblauchgemüse, Knoblauchschnaps, Knoblaucheis, war brauchbar, wenn auch nicht spektakulär. Wir langten ordentlich zu. Dann ging’s nach Hause auf ein paar Bier, am folgenden Morgen besuchten wir ein Frühstückslokal. Dort wurden wir ausgesprochen unfreundlich bedient, was uns sehr verwunderte — wir waren eine Vierergruppe mit ausreichend Appetit und überdurchschnittlicher Trinkgeldbereitschaft, dennoch ignorierte man uns über weite Strecken des Vormittags. WIr schoben es auf die übliche Berliner Schofeligkeit.

Ein paar Stunde später ging mein Flug zurück nach München, der verging ohne Zwischenfälle, obwohl ich das latente Gefühl nicht loswurde, dass man mich anstarrte. Doch ich begriff den Ernst der Lage erst, als ich zuhause ankam, meine Frau spontan drei Meter zurückwich und mich entsetzt fragt, was ich denn gegessen hätte — da erst begriff ich die fatalen Folgen des Knoblauchabusus und sah, plötzlich, den ganzen Tag vor meinem inneren Auge ablaufen: die erstaunlich zurückhaltenden Kellner beim Frühstück, der unsympathische Taxifahrer, der blöde Typ im Flugzeug neben mir, alles normale Menschen, die nur aufgrund meiner toxischen Ausdünstungen ihre Nonchalance verloren hatten.

Uh.

Ich brauchte dann noch ein paar Stunden intensiven Schrubbens, Gurgelns und Putzens, ehe meine Frau entschied, dass ich — wenn ich den Rest des Tages Kaugummi kaute und heute nacht ins Wohnzimmer zöge — in der gemeinsamen Wohnung bleiben dürfe.

Schlimm. Habe seither der Knoblauchknolle komplett abgeschworen — wenn demnächst die Vampire die Macht übernehmen, könnt ihr nicht auf mich zählen, sorry.

Sonntagslinks, jupphidei

by Gunnar on 15. November 2009 · 28 comments

Die beliebten Sonntagslinks, handverlesen von Herrn Kaliban. Diesmal sogar relativ pünktlich am Sonntagnachmittag, dafür ziemlich Videospiele-lastig. Mit Dank an die freundlichen Zulieferer. Tipp für Seltenvorbeikommer: eine Linkliste der Linkliste gibt’s übrigens hier.

VIDEO: GameStar und GamePro mit der großen Call of Duty-Retrospektive. ###

VIDEO: Deutscher Geheimdienst ist ein ausgesprochen amateurhaft gemachter interaktiver Film. Aber irgendwie lustig. Wenn man den Vorspann ohne Hirnschlag übersteht. ###

VIDEO: Was man sieht, wenn man den Fall eines Wassertropfens auf eine Wasseroberfläche in 2000 Bilder pro Sekunde zerlegt. ###

VIDEO: Ninjai ist die (als Animation erzählte) Geschichte eines kleinen Ninjas. Hübsch. ###

VIDEO: Oh. Es gibt eine Art XKCD-Fanvideo. Mit Musik. Hübsch. ###

VIDEO: Die fliegende Fliegenwerbung des Eichborn-Verlags. Erstaunlich. ###

VIDEO: Ein Ballett aus 300.000 Vögeln. Wacklige Aufnahme, trotzdem beeindruckend. ###

BILDER: 25 klassische Videospiele als aus Papier gebaute Dioramen. Wow. ###

BILDER: Computerkeyboard-Design oder: Kissen mit CTRL-ALT-DEL-Beschriftung. ###

BILD: R2D2 auf der Säule — ein Indiana Jones-Easteregg. ###

PROJEKT: Braucht die Welt tatsächlich ein 3D-Remake von Maniac Mansion? ###

TEXT: Michael Abbott von Brainy Gamer über Dragon Age: It’s an RPG thing. ###

TEXT: Konrad Lischka von SpOn, der eine unfassbar Nerd-Vergangenheit haben muss, schreibt über Spielbücher. ###

ARTIKEL: Das voll funktionsfähige, unter die Haut implantierte Keyboard-Tattoo. ###

BLOG: Das Succeedblog ist sozusagen die positive Version vom Failblog. ###

BLOG: Worst things ever ist ein Blog, dass sich schlimmen Dingen widmet. In Bildern. ###

BLOG: Click Nothing ist das Blog des Far Cry 2-Designers Clint Hocking. Clint ist jemand, der weiß wovon er redet. ###

LISTE: Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke, von 1960 bis heute. ###

SITE: Quizpedia ist ein simples Ratespiel mit Artikelfetzen aus der Wikipedia. ###

SITE: Diesen Service kann man vielleicht mal gebrauchen, wenn man sich irgendwo anmelden aber seine Mailadresse nicht rausrücken will: Wegwerf-E-Mail. ###

SITE: Die Printsociety verkauft Kunstdrucke von unbekannten Künstlern. Sehr schön. ###

GAME: Der Beweis, dass alles explodieren wird. Eine Art Spiel von Jason Nelson. ###

DING: Wenn jeder einen Piyo Piyo Hina Chocobo hätte, dann wäre mehr Liebe in der Welt. Bestimmt. ###

DING: Wenn man in seiner Wohnung keinen Kamin hat, aber gerne einen haben möchte, könnte man auch 24 Dollar bei Urban Outfitter’s anlegen und das hier kaufen. Vielleicht. ###

Als Abschluss das schöne Assassin’s Creed Lineage-VIDEO. 35 Minuten. Wow. >>

P.S. Eine Nachfrage in eigener Sache — ich will die Sonntagslinks bei Gelegenheit mal zu Meta-Listen zusammenfassen. Sollte ich die dann nach Themen ordnen (also: Gaming, Fails, Kunst etc.) oder lieber nach Art des Contents (Bilder, Videos, Blogs etc.)? Anmerkungen erwünscht.

Arbeiterkampflieder und so

November 14, 2009

Gerade, zufällig, ohne Vorwarnung, bin ich beim Querhören durch alte Musik bei “Cable Street” von einer meiner Lieblingsbands der 80er hängen geblieben: The Men They Couldn’t Hang.

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Die Prügelprinzessin

November 11, 2009

Mir soll noch mal einer sagen, Mädchen wären so lieb und pflegeleicht und Jungs so rüpelig. Meine Tochter hat möglicherweise meine jähzornige Ader geerbt. [Bildbeweis hinter dem Klick]

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