Das Goldkind und die Betonmöve

by Gunnar on 28. Dezember 2009 · 9 comments

Natürlich glauben wir, wie alle Eltern, dass unser Erstgeborenes, das Goldkindtm, neben dem Literaturnobelpreis auch noch Ehrungen für die von ihm geschaffenen Kunstwerke sowie Goldene Schallplatten (heißt das heute noch so?) entgegennehmen wird. Aber in beiden Elternfamilien sind Rhythmusgefühl und Melodiesicherheit allenfalls schwach ausgeprägt; auch die Felder Zeichnen und Malen haben die ansonsten verdienstvollen Stämme der L. aus Niedersachsen und der westfälischen H. durchschnittlich nicht über Viertklässlerniveau geskillt.

Also wird dieser Glaube, natürlich, in Kürze an der Realität zerschellen.

Vielleicht.

Vielleicht besteht aber noch Hoffnung. Folgendes Kunstwerk warf meine 20 Monate alte Tochter neulich en passant aufs Papier:

Foto

Ein Strich. Ohne abzusetzen. Comic-Connaisseure erkennen natürlich sofort die idealisierte Version der Betonmöve Dipo von Mœbius (Jean Giraud). Sensationell. Picasso-esk.

Mild irritierend ist allerdings, dass sie ansonsten bloß Krikelkrakel malt. Und nach Vollendung der Möve gehörig überrascht wirkte und “Ente! Ente! Ente!” rief.

Naja. Es reicht ja vielleicht auch, wenn sie Fantasie hat.

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