Als das A von EA noch für “Arts” stand

by Gunnar on 22. Februar 2010 · 28 comments

Ein Beitrag mit vielen Bildern, aber fast ohne Text, in welchem der Verfasser einmal mehr zu erkennen gibt, dass seine zur Schau getragene Progressivität größtenteils Fassade ist und er im Gegenteil grundsätzlich die Meinung vertritt, dass früher alles besser war. Fast alles. Zumindest aber die Computerspiele.

Früher, da war man nicht Fan von Studios oder Spieleserien. Früher war man Fan von Publishern. Und das konnte man auch sein, denn die Publisher waren nicht die Gemischtwarenläden von heute, sondern Häuser mit dediziertem Geschmack und besonderer Expertise. Wie kleine Buchverlage. Und ich, ich war Fan von EA, die damals noch Electronic Arts hießen und tatsächlich versuchten, diesem hochtrabenden Namen gerecht zu werden.

Die alten EA-Spiele, in den 80ern etwa, zeigten ihren Anspruch schon von außen durch ihr Design und die Packungsformen, die Plattenhüllen nachempfunden waren. Ich zeige das mal an meinem Allzeit-Liebling Archon*, okay? Hier das Cover:

archon1

Es folgt die Rückseite. Man beachte den Text rechts unten — “Wir sind eine Vereinigung elektronischer Künstler mit einem gemeinsamen Ziel. Wir wollen das Potenzial der Personalcomputer ausloten. Das ist ein großer Anspruch, aber mit genügend Fantasie und Enthusiasmus sollte es eine gute Aussicht auf Erfolg geben. Unsere Produkte, wie dieses hier, sind der Beweis für unsere Absichten. Wenn du mitmachen willst, schreib uns.” — in dem man die künftige Spielefabrik noch nicht erahnen kann. Auch schön: “When you’re smart, fast, dextrous and far-sighted, you may win. If not, look for another game.” — eine frühe und vermutlich absolut ernst gemeinte Form der bei heutigen Spielen endlos wiederholten Marketingfloskel vom “Spiel, das einem alles abverlangt”.

archon2

Und die cool geschriebene Erklärung auf der Innenseite…

archon3

…samt persönlicher Anmerkungen:

archon4

Und dann war da noch das Rockstar-Foto. Wow. Damals hat man seine Entwickler noch stolz hergezeigt, nicht als Namen im Massengrab der Credits versenkt:

archon5

Schön, oder? Man vergleiche das mit dem, was man bei EA heutzutage so als Cover einsetzt. Ach, die gute alte Zeit.

Anmerkung: Alle Bilder sind bei Mobygames entliehen. Inspiration für diesen Beitrag war übrigens des reizenden Balkantonis halbdurchdachter kulturell relevanter Blogpost hier, bei den Nerds.

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