Ein ausgesprochen egoperspektivischer Beitrag des Herrn Kaliban, in welchem er weitschweifig ein nichtiges Problem aus seinem Leben schildert.
Jetzt sind meine Lieblingsschuhe kaputt. Schlimm. Als ich sie mit 35 gekauft habe, konnte ich ja nicht ahnen, dass in der zweiten Hälfte der Dreißiger mein Geschmack erstarren würde und ich mir schon bald wünschen würde, ich hätte gleich mehrere Paare davon in Reserve erworben. Ein Gedanke übrigens, den zu haben ich mir im Alter von 20 nicht hätte vorstellen können. Ist auch offenbar ein Altherrenphänomen — meine Frau findet diesen Wunsch nachgerade bizarr.
Aber hey, jetzt gibt es die Schuhe natürlich in dieser speziellen Form nicht mehr. Nur noch so neumodisches Zeug, dem wieder einmal die schlichte Eleganz der früheren Serie fehlt. Eine gezielte Bosheit des betreffenden Schuhfabrikanten gegenüber dem älteren Drittel seiner Zielgruppe, vermutlich, mit der er deutlich machen will, dass man gefälligst mit der Mode zu gehen, seine Schuhe einmal im Jahr durchzulatschen und überhaupt viel mehr in Entwicklungsländer hergestellte Fußbekleidung zu kaufen habe.
Das ganze ist ein perfider Trick, wie bei den Verbrechern von Ikea, die eine völlig okaye schlichte Gläserserie ausgerechnet zwei Tage vor dem Termin absetzen, an dem unser Vorrat von 8 (Idealausstattung) über 4 (Minimalvorrat) auf 3 sinkt und wir gerne 3 Stück nachkaufen würden. Pustekuchen, natürlich. Jetzt gibt’s dann eine neue Serie, von der wir dann gleich wieder 8 (oder diesmal besser 10) kaufen.
Ach, die Bosheit der Welt.

Kauf Chucks, die schauen immer gleich aus und werden wahrscheinlich auch noch in 80 Jahren in selber Form erhältlich sein. :D
Jep, auch, wenn sie nur eine Saison halten.
Als Mittdreisiger möchte ich mein vollstes Verständnis äußern. Das gleiche Ärgernis hab ich nun schon zum zweiten Mal. (meine aktuellen Lieblingstreter gibs genausowenig, wies andere Schuhe vor Jahren nicht mehr nachzukaufen gab). Zudem hab ich immer das Gefühl, zu spät zu kommen. Schuhe die mir per First-Look gefallen sind meistens nur noch in der 41 oder 47 erhältlich. Schlecht, wenn man 43 trägt.
know that problem
Mir geht es als Mit-Zwanziger bereits so. Ist das Schlimm? Nein, ich denke nicht. Ich sehe es als Privileg an, einen Geschmack zu haben, der eben gerade nicht mit jeder Modewelle, Trend oder fixen Idee der Hersteller mitgeht.
Deswegen werde ich auch nie Überteuerte Klamotten von Pseudo-”In”-Marken, Apple Hardware oder sonstigen Kram kaufen.
Dazu passt ein schöner Satz von Thomas Meyerhöfer neulich im BR: Im Alter sind die Dinge länger NEU. Recht hat er – und meine neuen Schuhe sind auch schon wieder durch. Bin jetzt übrigens zu Clarks gewechselt – die kann ich nachkaufen.
Mir geht es schon mit 17 so ähnlich. Irgendwie verrückt. Aber ich kann in ein Schuhgeschäft gehen, nach 2 Minuten wieder hinausgehen und wissen, dass es keine Schuhe dort für mich gibt.
Aber einen Tipp habe ich für dich, wenn du noch nicht selbst dran gedacht hast: Geh doch zu einem (guten) Schuhmacher, zeig ihm dein Paar und lass ihn ein ähnliches machen. Das kostet zwar mehr als Schuhe von der Stange, hält aber länger und passt auch optimal an deine Füße.
P.S. Wir nur bei mir die Seite plötzlich breiter und überstehend angezeigt? Rechts sind nun zwei Sidebars.
Das mit der neuen Breite ist Teil eines Umgestaltungsexperiments.
Meine Frau rückt im Frühjahr Möbel, ich schraube an der Website.
Du Glücklicher. Wieso komme ich nie drum herum, wenn was mit Möbeln ist?
Bin ich froh Redwings zu haben…
Trotzdem: Mein Beileid.
Genau deswegen kauf ich mir nur alle paar Jahre neue Schuhe bzw trage die alten so lange bis die Socken aus den Sohlen schauen. Um welche zu finden muss ich aber das Internet durchsuchen wie ein Trüffelschwein.
Ich stand neulich derselbst vor diesem Problem. Es gibt heute nur noch Müllschuhe. Habe mir dann Camel Boots bestellt.
Das Problem habe ich mit Gitarren-Plektren. Die Sorte, die ich nutze, wurde natürlich prompt eingestellt. Ergo: Weltweite Restbestände aufgekauft. Hoffentlich reicht’s bis zur Musiker-Rente.
Schuhe, ja… woher diese Schwemme an Fickstiefelchen kommt, ist mir unklar.
Chucks wurden ja schon erwähnt – Timberland-Stiefel sehen auch seit 20 Jahren unverändert aus. Meine sind Baujahr ’93 und immer noch gut. Dummerweise sind meine Füße breiter (dicker?) geworden, die Stiefel nunmher zu eng… D’Uh!
MAchs wie house und renn in sniekers rum, hat nen schönes understatement.
Und ich glaube chucks verkaufen sich bi sheute soliede weil sie sich cnith verändern!
Wenn mans chuhe will di eakzeptabel aussehen, kein regen aushalten und kain viertel jahr halten: Chucks !
Das Phänomen, dass es etwas nicht gibt, was einem gut gefällt, würde ich nicht nur auf Schuhe beschränken, mir passiert sowas ständig. Sei es mit dem Duschgel, dem McFlurry Milka oder dem Regalsystem, das man sich bei IKEA gekauft hat und das ein halbes Jahr später dort aus dem Programm genommen wird… und ich bin erst Mitte Zwanzig!
Also was langlebige, einigermaßen kleidsame und leichte Sneaker betrifft, kann ich wirklich die ‘Adi Racer’ von Adidas mit Goodyear-Sohle empfehlen. Ich habe mir das erste Paar dieser Serie 2005 in den USA gekauft, und die Schuhe sind noch im Einsatz und sehen immer noch recht frisch aus.
Und die gibt’s noch? Ich habe aus 2004 ein Paar Puma Speedcats, die noch gut aussehen. Aber das Modell gibt’s natürlich schon seit 2005 nicht mehr.