Ein einzelner Gedanke zum Älterwerden

by Gunnar on 24. Februar 2010 · 18 comments

Ein ausgesprochen egoperspektivischer Beitrag des Herrn Kaliban, in welchem er weitschweifig ein nichtiges Problem aus seinem Leben schildert.

Jetzt sind meine Lieblingsschuhe kaputt. Schlimm. Als ich sie mit 35 gekauft habe, konnte ich ja nicht ahnen, dass in der zweiten Hälfte der Dreißiger mein Geschmack erstarren würde und ich mir schon bald wünschen würde, ich hätte gleich mehrere Paare davon in Reserve erworben. Ein Gedanke übrigens, den zu haben ich mir im Alter von 20 nicht hätte vorstellen können. Ist auch offenbar ein Altherrenphänomen — meine Frau findet diesen Wunsch nachgerade bizarr.

Aber hey, jetzt gibt es die Schuhe natürlich in dieser speziellen Form nicht mehr. Nur noch so neumodisches Zeug, dem wieder einmal die schlichte Eleganz der früheren Serie fehlt. Eine gezielte Bosheit des betreffenden Schuhfabrikanten gegenüber dem älteren Drittel seiner Zielgruppe, vermutlich, mit der er deutlich machen will, dass man gefälligst mit der Mode zu gehen, seine Schuhe einmal im Jahr durchzulatschen und überhaupt viel mehr in Entwicklungsländer hergestellte Fußbekleidung zu kaufen habe.

Das ganze ist ein perfider Trick, wie bei den Verbrechern von Ikea, die eine völlig okaye schlichte Gläserserie ausgerechnet zwei Tage vor dem Termin absetzen, an dem unser Vorrat von 8 (Idealausstattung) über 4 (Minimalvorrat) auf 3 sinkt und wir gerne 3 Stück nachkaufen würden. Pustekuchen, natürlich. Jetzt gibt’s dann eine neue Serie, von der wir dann gleich wieder 8 (oder diesmal besser 10) kaufen.

Ach, die Bosheit der Welt.

{ 18 comments… read them below or add one }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: