Ein kurzer Beitrag, in welchem der Verfasser erst Hoffnung in die moderne Technik schöpft und dann doch wieder verzweifelt.
Ich bin gerade auf der MWC, dieser Mobilfunk-Messe, die derzeit groß in den Medien ist. Trotze dem Regen von Barcelona und der Bestuhlungspolitik von Spanair, um mich beruflich und persönlich fortzubilden. Habe Eric Schmidt von Google live sprechen gehört, das neue Samsung Smartphone in der Hand gehabt und diesen absurden Kopfhörer von Docomo gesehen, bei dem man die Lautstärke mit Augenbewegungen regeln kann. Und musste, mit vor Neid gelber Nase, das Grinsen meines Programmierer-Kollegen M. ansehen, der für’s Absitzen einer Stunde Einweisung in die Grundlagen der Android-Entwicklung von der enthusiasmierten Google-Crew ein Nexus One* geschenkt bekommen hat. Während ich bei Microsoft war, um mich über Windows 7 Mobile gehirnwaschen zu lassen. Wieder auf den falschen potenziellen Weltherrscher gesetzt. Ich Depp.
Aber eigentlich war das einzige, was mich halbwegs beeindruckt hat, ein Ladegerät namens Powermat*, das Gadgets drahtlos auflädt und zunächst so aussah, als könnte es alle meine Probleme lösen. Wollte das auf der Messe schon vom Stand klauen, aber es war zu gut befestigt.
Allerdings: Nach dem Anschauen des Videos verstehe ich die Sache nicht mehr: Wo liegt der Sinn? Ich hatte zuerst gedacht, das Ding könnte magisch einfach alles aufladen, was ich drauflege. Kann es aber nicht. Klar, ich brauche keine Kabel mehr, aber wo ist der Komfortgewinn, wenn ich stattdessen pro Gerät einen spezialisierten Receiver benötige?
Seufz. Wieder einmal löst der technische Fortschritt die Probleme nicht, die mir durch ihn entstehen.

Mhm,
also wenn das Gerät diese StarTrek-Geräusche wie im Video auch im RL macht, kann der stolze Besitzer zumindest glaubhaft die Position vertreten, daß es bis zum WarpAntrieb nicht mehr lange dauern kann.
Vielleicht ist das aber auch nur so eine Brückengeschichte, die zumindest zeigt, daß kabelloses Aufladen prinzipiell machbar ist – es braucht halt nur ein paar Verrückte, die dieses sinnfreie, aber stylishe Teil kaufen, um der Firma weitere Entwicklungen zu ermöglichen.
Also in etwa so wie bei den 16MB-mp3-Playern seinerzeit. ;)
Natürlich müssen die pro ladbarem Gerät einen Adapter verkaufen, damit ihre Kinder was zu essen haben.
Ich schätze aber, dass der Gedanke dahinter der ist, dass man all diese Adapter bequem am Gerät lassen kann und dann die Geräte jederzeit mit dem Ding aufladen kann. Ist halt fraglich, wie schwer so ein Adapter ist. Falls die nicht zu schwer sind, finde ich das immer noch praktischer als 100 einzelne Ladegeräte und fummelige Mini-USB-Anschlüsse.
also ich weiss nicht…
Da warte ich doch lieber bis Telefonica und e.on mit PSOIP (Power Supply Over IP) um die Ecke kommen. Dann wird’s ein nettes kostenloses e.on-App geben, mit dem ich Strom übers Internet lade. Im App kann ich mir dann sogar aussuchen, ob ich günstigen Ukrainischen Atomstrom oder etwas teureren, aber Gewissen-entlastenden Ökostrom will. Und damit ich die damit verbundene politische Aussage auch verbreiten kann, wird mein “Current Charging Status” auch direkt in Facebook und Twitter gemeldet:
“Glenn just charged his IPhone with offshore power from the North Sea #wtf, #social responsibility, #useless information”
Meine anderen mobilen Gadgets werden dann über Bluetooth oder WiFi-Tethering direkt aus dem IPhone gespiesen.
Gunnar, geh doch bitte mal an den Telefonica Stand und schlag das vor. ;)
Viele Grüße aus Hamburg!
Oh. Hallo Glenn.
Wusste gar nicht, dass Du dieses Blog liest.
Heiße dich offiziell willkommen.
Seit ca. 2 Monaten bin ich regelmäßiger amüsierter, begeisterter und bisweilen erstaunter Leser.
Hut ab!
Danke für das Willkommen.
Gruß in die Stadt des FCB (egal ob spanisch oder bajuwarisch)
Wobei dieses “Ich brauche keine Kabel mehr” ja auch ein marketingtechnisch gestreuter Irrglaube ist. Die Powermatte hängt ja trotzdem noch an einem Kabel. Genau genommen hat man so ja sogar mehr herumzuschleppen als vorher, nämlich Kabel UND Ladematte. *seufz*
Es heißt Windows Phone 7 Series.
Liegt das daran, dass ich die Nachrichten dauernd verpasse oder wieso hab ich von der Messe noch nix gehört?
Irgendwie verstehe ich den tieferen Sinn des Beitrages hier nicht. Das Powermat ist scheisse weil man dafür spezielle “Batterien” braucht ? Aha. Sollen etwa die normalen Akkus Energie aus dem el.magnetischen Feld ziehen oder wie stellt sich der Herr Kaliban das vor. Klar braucht man da spezielle Induktivitäten die daraus wieder eine Spannung erzeugen. Anders geht es erstens auch nicht und zweitens macht es die Sache doch nicht schlecht deswegen.
Ich verstehe die Enttäuschung ebenfalls nicht. Da es noch keine Akkus mit integrierter Empfangsantenne gibt, ist das erstmal eine mögliche Lösung. Eine andere ähnliche Lösung ist WildCharge ( http://www.shoppureenergy.com/wire-free-solutions/ ), das benötigt aber ebenfalls Adapter – und so richtig elegant sehen die auch nicht aus.
Und die elegante Lösung mit der Empfangsantenne innerhalb des Akkus und damit keine äußere Veränderung des Telefons kostet auf jeden Fall Akkukapazität aufgrund des Platzverlustes, was gerade beim iPhone sicher keine gute Idee ist, wenn man nicht mehrmals am Tag nachladen will.
Aber der Herr Kaliban schreibt, daß er genau das dachte. Das Gerät würde magisch alles aufladen, steht da als Erstimpuls beim Erblicken des Geräts. ;)
“Schlecht” fände ich auch etwas übertrieben. Aber worin genau besteht denn jetzt der Vorteil? Das ist doch die Frage.
Ob es also tatsächlich Sinn macht, sich n Akkus zuzulegen, um das Teil benutzen zu können, anstatt weiterhin mit Ladegeräten zu arbeiten – nun, diese Entscheidung muß wohl der Benutzer selbst treffen.
Es ist bitte nicht immer alles wörtlich zu nehmen, was ich hier launig verfasse.
Grundsätzlich ist es aber schon so, dass ich mich frage, welchen Sinn dieses Produkt hat. Das Versprechen ist: “Werden Sie die Kabel los!” Aber der Nutzen ist relativ gering, wenn man bemerkt, dass es eigentlich “Ersetzen Sie die Kabel durch Funkakkus!” heißen müssen.
Stimmt. Der einzige Sinn, den ich sehe, ist die Ersparnis des Fummelns mit den Steckern. Ich komme abends heim und stecke mein Telefon eben nicht mit Adapter an die Steckdose, sondern lege es einfach auf der Powermat ab. Für die Fummelersparnis allein ist der Nutzen (in Relation zum Preis) zugegebenermaßen ziemlich gering… Ist wie immer eine Frage, wieviel mir eine gewisse “Arbeits”ersparnis bzw. Bequemlichkeit wert ist.
Warum soll der Nutzen gering sein nur weil man davor Funkakkus einbauen muss ? Ich versteh es immer noch nicht.
Es gibt so viele unnütze und schlechte Produkte die es eher verdient haben als Aufhänger für eine Technologie/Fortschritts-Kritik gebracht zu werden. Dieses nicht.
Ich fühe mich als zielgruppe völlig unterversorgt.
Ich will high end Technik nach deren kauf ich mich nicht wie ein erste Welt Arschloch fühle, und da kann man apple produkte schonmal völlig vergessen.
@hoschi: Im Moment ist der Kram halt schlicht nicht ausgereift aus Endanwender-Sicht.
Fortschritt wird möglicherweise (in seiner Geschwindigkeit) überschätzt, tritt jedoch ganz sicher langsamer ein, als erhofft. Vor 15 Jahren waren wir noch analog online – heute regen wir uns bereits drüber auf, dass unsere vierunddrölfzehn Gadgets samt Internetapplikationen nicht kabellos mit Strom versorgt werden.
Kein schlechter Schnitt.
Was ist an dem Produkt nicht ausgereift ?
Sein effektiver Nutzwert.