Mingo, Elafant und Pingué

by Gunnar on 3. Februar 2010 · 17 comments

Es folgen ein paar eher persönliche Zeilen, die aufzuschreiben dem Herrn Kaliban aber wichtig genug war, dass er sogar bereit war, für ein paar Minuten das aktuelle Gemetzel in Mass Effect 2 zu unterbrechen.

Wenn man ein Kind bekommt, gibt es eine Reihe von Männern, die einen beiseite nehmen und auf das unvermeidliche Schicksal vorbereiten: Dieses Kind, das ist eines von den Projekten, wo die Frau des Hauses alles bestimmt und männliche Mitsprache nur sehr eingeschränkt zulässt. Wie bei der Haushaltskasse, der Wahl der Vorhangfarbe und dem Sex. Als Mann könne man da überhaupt erst später so richtig eingreifen, vielleicht so im Alter von drei, vier Jahren und dann auch eigentlich so richtig nur bei Jungen — die überlässt einem die Frau zähneknirschend hin und wieder, weil sie in einem Erziehungsberater gelesen hat, dass die männliche Rollenmodelle brauchen. Männer erzählen einem immer von der Freude des Beim-Aufwachsen-Zusehens, von dem Stolz, die Fortschritte des Kindes zu sehen, den täglichen wachsenden Möglichkeiten der Kommunikation. Lineare Progression ist ja eh so ein Männerding.

Frauen hingegen beschreiben gerne das Glück des Innehaltes, des Genießens der Kindlichkeit, die ja Tag für Tag Stück für Stück verloren geht. Bis irgendwann das Balg nur noch nach Hause kommt, um die Wäsche zu wechseln und das iPhone aufzuladen.

Heute war so ein Tag, wo ich beides verstehen konnte: Meine Tochter zählte die Tiere in ihrem neuen Puzzle auf: Chameleon, Mingo, Bär, Elafant, Schdildköte, Eule, Affe, Gaffe, Wal, Pingué. Und ich war (männlich) stolz, dass sie die ganzen Tiernamen schon so gut kann — und (sozusagen weiblich) berührt von der Erkenntnis, dass sie das entzückende Wort “Pingué” schon bald durch den korrekten “Pinguin” ersetzen und dann vergessen wird, dass eh je eine Zeit gab, wo sie das noch nicht richtig konnte.

Ach. Ist schon schön, Kinder zu haben. Das öffnet Türen im Haus des eigenen Ich, von denen man immer gedacht hat, sie wären bloß Deko und würden nie aufgehen. Oder so.

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Herr Olsen Februar 3, 2010 um 21:53

Full Ack.
Mehr sog i ned.

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Stephan Wentz Februar 3, 2010 um 22:28

Und das schöne ist – es geht immer weiter so!
Mein Kleiner ist vor zwei Tagen schon 8 geworden *seufz*

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grobi Februar 3, 2010 um 22:36

Kinder machen also weinerlich und kitschig? Na ja, kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen. ;-)

Nachwuchs erweitert aber auch noch den Horizont in Richtungen, die ich gar nicht erwartet hätte. Stichwort: Kind fällt hin und wohlmeinende Mütter bieten gegen die drohenden blauen Flecken Arnica-Globuli aus ihrer Homöopathie-Apotheke an… aus eigenem Antrieb hätte ich mich nie näher mit diesen Zuckerpillen beschäftigt und würde wohl auch heute immer noch nicht wissen, um was für einen himmelschreienden Blödsinn es sich dabei eigentlich handelt.

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PeterPwn Februar 3, 2010 um 22:55

Lass das bloß nicht meine Freundin wissen dass Männer so sein können, die ist eh schon in der Hochblüte der Schmacht- und Seufz-Phase bei jeglicher Art von Babykontakt.

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Thomas Benle Februar 4, 2010 um 00:56

“Lineare Progression ist ja eh so ein Männerding.”

So wahr… .oO(Und das von einem Mann)
Danke!

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niklas Februar 4, 2010 um 06:27

gewiss hat gott kinder deswegen so vollständig unfähig gestaltet damit eltern bei jedem noch so bescheidenen erfolg eine wahnsinnige progression ausmachen :)

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Konrad Februar 4, 2010 um 10:27

Grade Mass Effect 2 zeichnet ja kein besonders rosiges Bild von Eltern-Kind Beziehungen.

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Jonas Februar 4, 2010 um 15:22

Stimmt.
Miranda, Jacob und Thane haben da so ihre Probleme.
Aber wir sind ja alle keine Attentäter/Agenten/Weltraumsoldaten.
Glaub ich zumindest.

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Mone Februar 4, 2010 um 12:16

Den Text leg ich dem Mann mal vor, damit er Bescheid weiß ;)

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Tom_82 Februar 4, 2010 um 14:41

Sehr schöner Beitrag.

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mkraxx Februar 4, 2010 um 18:45

Was bitte ist ein “Mingo”? Ein kindlicher Dingo?

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Fastlane1082 Februar 4, 2010 um 23:14

Du hast offensichtlich keine Kinder! Mensch, bei Mingo handelt es sich doch um einen Flamingo. Hätte man sich doch aber auch denken können, oder? ;-)

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mkraxx Februar 5, 2010 um 08:20

Naja, das Kind mit dem ich zu tun hatte wird heuer 10, und die ersten 3 Jahre habe ich verpasst – aber Flamingo, nicht schlecht, darauf wär ich echt nicht bekommen. Ich kann an dieser Stelle aber ersatzweise “Manille” statt “Vanille” anbieten um meine mangelndes Wissen über nichtheimische Fauna wettzumachen…

;-)

Usakar Februar 5, 2010 um 00:05

Ich möchte an dieser stelle mal diesen blog loben :)

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HilkMAN Februar 6, 2010 um 01:22

Ich werde irgendwie nie von irgendwelchen Männern mit derlei Erkenntnissen beiseite genommen. Kann ich solche Momente auch genießen, ganz ohne sie in weibliche und männliche Aspekte zu unterteilen? Das wäre nett.

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GreenStorm Februar 6, 2010 um 13:40

Irgendwie liesst sich das gebloggte aber nicht 100%ig positiv. Wobei ich das Gefühl habe, dass das beabsichtigt ist. Die Zeilen waren die Masseneffektsunterbrechung aber wohl wert.

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PhanThomas Februar 10, 2010 um 14:47

Wollte auch eben anfragen, was denn bitte ein Mingo ist, da haben’s mir die Kommentare doch glatt verraten. So, ein Flamingo also. Ich glaube, das Viech hätte ich in dem Alter nicht nennen können. Schon das Chamäleon hätte ich bestimmt nicht erkannt. Na ja, wobei, vielleicht doch. Das fäbt sich einfach zu schön. Hm.

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