Die Kollegen von Stern.de knöpfen sich in ihrer lesenswerten Serie “Die größten Geißeln der Talkshows” meinen speziellen Freund Prof. Dr. Pfeiffer vor:
Der kurzzeitige Justizminister von Niedersachsen, Leiter des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (Spezialgebiet: die Erkundung von lukrativen staatlichen Geldquellen für Forschungsprojekte), propagiert unbeirrbar die These, dass “Killerspiele” unsere Jugend abstumpfen, verrohen und zu schrecklichen Dingen treiben können. Unter Fachkollegen ist er mit derlei Kausalitäten höchst umstritten. Zumal seine Kenntnisse der Computerspielewelt zu wünschen übrig lassen, wie ein Auftritt bei “Hart aber fair” mal belegte. Aber Pfeiffers knackiges Schlagwörterarsenal (“mediale Verwahrlosung”, “dramatische Einbußen an Sensibilität für die Leiden der Opfer” usw.) machen ihn unentbehrlich, wenn nach spektakulären Verbrechen die üblichen hastig zusammengetrommelte Quasselrunden quicke Erklärungen versuchen. Zwischentöne sind nur Krampf im Quotenkampf, davon profitiert er. (Quelle)
Bisschen boshaft, aber gut zusammengefasst. Wie erfreulich, dass nicht alle Medien die ganze Zeit auf eitle Stichwortgeber steil gehen, sondern wenigstens hin und wieder mal nach Substanz im Gesagten schauen.

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eine herrliche lektüre am dienstag morgen. danach habe ich gleich noch mal einen meiner lieblings-kaliban.de,-damals-noch-.org-klassiker rausgesucht: http://kaliban.de/2007/12/viel-feindviel-ehr/
Nett im Stern zu lesen, aber morgen schreibt man dort wieder über die killerspielespielenden Amokläufer-Aspiranten.
Da gibt es doch keine redaktionelle Linie, was soll man denn damit anfangen?
Ach, Stern.de ist da eigentlich immer einigermaßen ausgewogen, glaube ich mich zu erinnern.
Wenns um Pfeiffer geht kann man gar nicht boshaft genug sein.
Denke ich ähnlich wie Basileus. Ich kann mich daran erinnern, dass, wenn es in den Kontext passt, in den gedruckten Publikationen des stern gerne auf genau solche Stichwortgeber zurückgegriffen wird. Gerne auch in Form kleiner Randnotizen in Nebensätzen, so als sei es allgemein bekannt, dass Killerspiele eh an allem Schuld seien und man dies nicht weiter ausführen müsse.
Gegen diese redaktionelle Linie (wenn vorhanden) sprechen dann Onlinequellen wie diese hier.
Da frage ich mich manchmal, ob das Druckerzeugnis das Abstellgleis für festgefahrene Meinungen sein soll und nur der Onlineleser, von dem ausgegangen wird, dass er den jüngeren Semestern angehört, sich endlich verstanden fühlen kann.
Unfair … und ich dachte Pfeiffer sei mein spezielles
LieblingsfeindbildStudienobjekt? Neben Frank Plasberg, versteht sich.http://paladinfenris.wordpress.com/2010/03/21/bashed-vol-9/