Herr Kaliban: Los, wir lernen ein neues Lied.
Goldkind: Okee?
Herr Kaliban: Es geht um Affen.
Goldkind: Okee!
Herr Kaliban (singt): Die Affen rasen durch den Wald / der eine macht den andern kalt / die ganze Affenbande brüllt: Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklauauht?
Goldkind (schaut aufmerksam)
Herr Kaliban: Jetzt du.
Goldkind (singt): Die Affen rasen durch den Wald / der eine tut dem andern nix / die ganze Affenbande grillt / Wer hat die Kokunuss, Kokunuss geklaut?
Wie bitte?
Offenbar von pazifistischer Grundeinstellung, die Dame. Von mir hat sie das nicht.
Ich habe das Blog Indexed schon 2006 empfohlen (und eigentlich steht’s ja auch rechts in der Blogroll), falls es aber trotzdem jemand noch nicht kennt, möge er rasch mal ‘rübersurfen. Jessica Hagy, Autorin aus Ohio, veröffentlicht alle paar Tage neue kleine Grafiken, meist Koordinatensysteme mit absurden Kurven oder Schnittmengen. Immer clever, fast immer lustig, oft verblüffend. Ausgewählte Diagramme gibt’s auch als Buch.
Herr Kaliban zitiert aus der Verfassung des Freistaates Bayern.
Vielleicht von Interesse für Menschen, die versuchen, des Wesen und Wirken der Bayern zu verstehen — hier ist der Artikel 131 der bayrischen Verfassung, der sich mit den Zielen der Schulbildung beschäftigt:
(1) Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.
(2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewußtsein für Natur und Umwelt.
(3) Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.
(4) Die Mädchen und Buben sind außerdem in der Säuglingspflege, Kindererziehung und Hauswirtschaft besonders zu unterweisen.
So. Wow. Die “Ehrfurcht vor Gott” ist ein “Bildungsziel”. Jetzt seht ihr da im Norden mal, womit wir’s hier zun tun haben. Wenn Irland nicht wäre, könnte sich Bayern um den Ehrentitel “Iran Europas” bewerben.
Herr Kaliban hat nicht viel Zeit heute, daher die Linkliste nur in einer Kurzfassung hat zuviel gesurft diese Woche. Danke an Moritz, Hilko, Konrad.
VIDEO: Von bizarrer Schönheit ist dieser Versuch eines offenbar bekloppten (aber auch talentierten) Amerikaners, die Stimmen aller Monster aus dem D&D-Monsterhandbuch nachzuahmen. Sensationell. ###
VIDEO:Telltale ist eine Art erotischer Film Noir-Kurzfilm. Hübsch. ###
VIDEO: Kleiner Musiktipp zwischendurch: Sons & Daughters. Aus den Youtube-Kommentaren zum Video: “It’s like weird evil scottish rockabilly from mars.” ###
VIDEO: Hm. Kennt eigentlich irgendwer The Legend of Neil noch nicht? Ist eine Art Zelda-Parodie, ziemlich ungehobelt, aber ganz witzig. ###
SITE: Auf dieser Seite kann man sich Reiseziele vorschlagen lassen, basierend auf der Wahl einer Lieblingsfarbe. Quatsch, aber nett gemacht. ###
SITE: Nachrichten abseits von “Westerwelle findet Merkel doof, Seehofer hasst alle”: Global Voices. ###
SCHLEICHWERBUNG: Jemand interessiert am Thema “Social Gaming”? In München gibt’s am 27.7. dazu einen hochkarätig besetzte Konferenz: IDGs Social Media Summit.
So, und jetzt noch ein VIDEO, dann sind wir fertig für heute:
Gerade erinnerte ich mich an eine lang zurückliegende Begegnung, fand’ sie irgendwie exemplarisch und setzte an, darüber ein paar Zeilen zu schreiben, wie man das in Ego-Blogs eben so tut. Dann fiel mir auf, dass, uh, ich den betreffenden Text schon mal geschrieben hatte, Anno 2005. Seufz. So muss sich der Opa fühlen, der eben anhebt, diese wahnsinnig interessante Kriegsgeschichte zu erzählen, die er noch nie jemandem anvertraut hat und von den Enkelkindern mit Augenrollen unterbrochen wird: “Opa, bitte. Die olle Kamelle haben wir jetzt schon hundermal gehört!”
Aber dies ist ja nun mein Blog, daher erzähle ich’s einfach nochmal. Könnte ja das eine oder andere Enkelkind anwesend sein, das 2005 noch nicht Stammleser war:
“Mir verschwimmen Erinnerungen, wenn ich sie nicht sofort durch Aufschreiben stütze oder so lange im Kopf wälze, bis sie sich einigermaßen verfestigt haben. Ich behalte von Treffen nur Fetzen, Gesichter, Wörter, schwache Bilder. Vergesse, dass ich Menschen schon begegnet bin, Filme schon gesehen, Bücher schon gelesen habe. Der einzige Ausweg — ich nehme mir sofort vor, davon zu erzählen, dann entwickle ich Formulierungen, die mir dann bleiben, auch wenn der Erzählgegenstand schon fast verblasst ist. Absurd, wie das Hirn arbeitet. Menschen mit einem absoluten oder wenigstens fotografischen Gedächtnis müssen wie Götter sein, immer überlegen, nie unsicher, perfekt.”Weiterlesen?
Hm. Wenn ich schon dabei bin… …wer obiges Geschichtlein noch nicht kannte, kennt vielleicht auch dieses hier nicht:
“Ich halte, schon aus Gründen der Bewahrung der männlichen Restwürde und Autonomität, wenig davon, Frauen bei der Auswahl von Männersachen mitreden zu lassen, das wäre ja noch schöner, nächstens wollen sie auch noch über Auto oder Fernseher oder Stereoanlage abstimmen, und dann sitzt man mit einem Renault Twingo oder einem Satz Boxen von Bose da.”Weiterlesen?
Oder die, mit dem nur schwach verschleiertem Wunsch nach Unsterblichkeit:
“Ich sollte vielleicht eine Parkbank stiften oder ein Grundstück auf dem Mond kaufen. Oder mir eine unbekannte tropische Krankheit zuziehen, die dann nach mir benannt wird, wenn ich daran zugrunde gegangen bin und halb Bayern mit einer Pandemie ausgelöscht habe. Morbus Lott oder so. Aber das ist ja nicht so hübsch, und am Ende nennen sie die Erkrankung dann doch nach dem Quacksalber, der sie als erster in einem Artikel in Tropical Medicine & International Health erwähnt hat.”Weiterlesen?
Oder eine der vielen Storys über die Gefahren des Straßenverkehrs: die oder die oder die?
Oder so. Oder ihr lest einfach ein gutes Buch. Das ist eh sozial akzeptierter. Wer keins weiß, kann sich das hier kaufen, das ist super. Gibt’s auch aber kostenlos.
Kai Diekmann, seines Zeichens BILD-Chefredakteur, hat seine Multimedia-Truppe einen gefakten SpiegelTV-Bericht erstellen lassen, in dem er als “Opfer der Roaming-Mafia” auftritt.
Hintergrund: Diekmann hatte aus seinem Urlaub in Marokko über das Mobilnetz Videos für sein Blog hochgeladen und dabei Roaming-Kosten in Höhe von 46.000 Euro produziert. Er hat versucht, direkt beim CEO der Telekom die Rechnung löschen zu lassen, das hat nicht geklappt, jetzt macht Diekmann aus der Sache einen Witz für seine Fans und Feinde in den Medienressorts und verpasst der Telekom noch einen kleinen Tritt vor’s Schienbein.
Das ist einerseits ganz lustig und mit der Telekom trifft’s nicht eben den Falschen, andererseits geht Diekmann ziemlich nonchalant mit einer Summe um, die deutlich über dem durchschnittlichen Jahresgehalt eines deutschen Arbeitnehmers liegt. Denn Diekmann, ohnehin nicht arm, bekommt die Summe natürlich von seinem Arbeitgeber erstattet, das ist ein ganz angenehmes Privileg in Zeiten, wo Leute gefeuert werden, weil sie eine Frikadelle vom Buffet stibitzt haben. Gerade der Chef der BILD-Zeitung, die ja immer der Anwalt des kleinen Mannes sein will, könnte aus so einer Sache auch mehr machen als einen weiteren professionell visualisierten Ego-Trip mit Armenverhöhnung.
Aber naja. Ist eben der Diekmann.
Nachtrag: Man mag sich übrigens schon fragen, was der Diekmann da in den drei Tagen Urlaub so gemacht hat. Im teuersten Roamingtarif der Telekom zahlt man für 50 KByte zwar exorbitante 17 Cent, aber auch damit kosten 10 Gigabyte “nur” 34.000 Euro. Wie man es schaffen kann, über 12 Gig durch das flattrige Datennetz zu jagen, ist mir einigermaßen schleierhaft. Oder mache ich da einen Rechenfehler?
Eine von Herrn Kalibans Leib-und-Magen-Bands hat eine neue Scheibe veröffentlicht.
American Slang von Gaslight Anthem ist seit Freitag draußen. Weiß noch nicht recht, ob mir das Album wirklich gefällt, aber hier wäre für Interessierte schon mal eine Akustikfassung des Titelsongs. Reinhören tut ja nicht weh:
Regenschirmvölker reden gerne über das Wetter, heißt es. Herr Kaliban wohnt in einem Regenschirmland, interessiert sich eigentlich nicht für das Wetter, weil es im Internet ja nicht regnet.
Allerdings gehört zu den Problemen der Kinderaufzucht, über die man ja im Vorhinein nur unzureichend informiert wird, die Tatsache, dass man bei Regen meistens drinnen bleibt. Mit der ganzen Familie. Und drinnen, das ist ein Ort, dessen Attraktionen sich einigermaßen schnell erschöpfen. Das Kind wird also ob des unterdurchschnittlichen Freizeitangebotes nörgelig, will dauerbespielt werden und treibt die Eltern in die nervliche Zerrüttung. Obendrein schläft es ohne ordentlichen Auslauf weniger und isst schlechter, was Eltern immer frustriert. Nicht-Eltern können übrigens nicht begreifen, wie befriedigend es ist, wenn man sein Kind dazu bringt, den Teller mit Freude leerzuessen. Endlich, nach all diesen Jahren, kann ich verstehen, warum es meiner Oma immer so ein Anliegen war, dass ich noch mal fünf Kartoffelpuffer Nachschlag nehme.
Gruselig, diese Tradierung von falschen Essgewohnheiten über die Generationen. Aber egal, irgendwann…
… muss man dann doch raus. Und holt sich folgerichtig eine mittlere Lungenentzündung, weil man als urbane Yuppie-Familie natürlich das Kind perfekt wettersicher ausrüstet, die Eltern selber aber aus Eitelkeit mit der leichten Trendjacke vor den Tür gehen.
Ach, vor den Tücken der Kinderaufzucht wird zu selten gewarnt.
“Sonntagslinks” ist die wöchentliche Linkliste von Herrn Kaliban, liebevoll zusammengesurft im Laufe der letzten sieben Tage. Diesmal mit WoW-Avataren, E3-Babes, Darth Vader, sozialkritischer Fotografie, Johnny Cash und auch sonst allerlei interessanten Dingen.
Dies hier ist ein so genanntes Weblog ("Blog"). Es wird seit Anfang 2002 von einer Einzelperson betrieben, die wir hier mal Herrn Kaliban nennen wollen.
Herr Kaliban erwacht morgens mit einem erigierten Mittelfinger und fängt dann erstmal an, sich über die Unzulänglichkeit der Welt zu ärgern. Wenn man das alles nicht ändern kann, muss man sich halt wenigstens beschweren.
Der eine oder andere Text in diesem Blog ist möglicherweise von dieser Grundhaltung beeinflusst.
Geld für Kaliban!
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Ach, schön wär' das.
Man könnte auch den bezahlten Party Poker-Link beachten. Oder auch nicht.
Herr K. macht, mit seinem Ex-Kollegen Chris Schmidt, einen Retrogames-Podcast, der Stay Forever heißt. Ein Klick auf's Bildchen bringt euch hin:
Copyright und so
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Für den hier veröffentlichten "Content" müssen keine Bäume sterben, allerdings werden täglich Myriaden von Elektronen zwangsumgesiedelt.