Kai Diekmann, seines Zeichens BILD-Chefredakteur, hat seine Multimedia-Truppe einen gefakten SpiegelTV-Bericht erstellen lassen, in dem er als “Opfer der Roaming-Mafia” auftritt.
Hintergrund: Diekmann hatte aus seinem Urlaub in Marokko über das Mobilnetz Videos für sein Blog hochgeladen und dabei Roaming-Kosten in Höhe von 46.000 Euro produziert. Er hat versucht, direkt beim CEO der Telekom die Rechnung löschen zu lassen, das hat nicht geklappt, jetzt macht Diekmann aus der Sache einen Witz für seine Fans und Feinde in den Medienressorts und verpasst der Telekom noch einen kleinen Tritt vor’s Schienbein.
Das ist einerseits ganz lustig und mit der Telekom trifft’s nicht eben den Falschen, andererseits geht Diekmann ziemlich nonchalant mit einer Summe um, die deutlich über dem durchschnittlichen Jahresgehalt eines deutschen Arbeitnehmers liegt. Denn Diekmann, ohnehin nicht arm, bekommt die Summe natürlich von seinem Arbeitgeber erstattet, das ist ein ganz angenehmes Privileg in Zeiten, wo Leute gefeuert werden, weil sie eine Frikadelle vom Buffet stibitzt haben. Gerade der Chef der BILD-Zeitung, die ja immer der Anwalt des kleinen Mannes sein will, könnte aus so einer Sache auch mehr machen als einen weiteren professionell visualisierten Ego-Trip mit Armenverhöhnung.
Aber naja. Ist eben der Diekmann.
Nachtrag: Man mag sich übrigens schon fragen, was der Diekmann da in den drei Tagen Urlaub so gemacht hat. Im teuersten Roamingtarif der Telekom zahlt man für 50 KByte zwar exorbitante 17 Cent, aber auch damit kosten 10 Gigabyte “nur” 34.000 Euro. Wie man es schaffen kann, über 12 Gig durch das flattrige Datennetz zu jagen, ist mir einigermaßen schleierhaft. Oder mache ich da einen Rechenfehler?

Vorallem weil die Bild eigentlich ständig darüber berichtet wie Touris abgezockt werden, hätte man das eigentlich AHNEN können!
Und du glaubst wirklich, die bei der BILD lesen was sie da “publizieren”?
Oh mein Gott. :D
Also da weiss ich jetzt garnicht was ich sagen soll. Eine gewisse Genialität kann man der Bild ja nicht absprechen.
Erst super Schleichwerbung für Lidl. Dann Kai “D.”, als ob er nur irgendein kleiner Kasperl wäre und nicht ein Chef mit einem Jahresgehalt von geschätzten drölftrillionen Euro.
Weiter wirkt er so, als ob er Telekom für seine verwackelten Urlaubsbilder und den Regen verantwortlich macht. Genial. Wie aus dem wirklich Leben halt.
Ahnungslos ist ein gutes Stichwort. Dass man im Urlaub nicht inflationär mit seinem Telefon herumspackt, müsste sich doch schon langsam herumgesprochen haben… sogar bei der Bild. Aber hey, bei der Bild ist Ahnungslosigkeit ja auch kein Grund auf einen Artikel zu verzichten. :D
P.S.
Ich glaube in der Financial Times von vorgestern die Summe 42.000 gesehen zu haben. Woher kommen die restlichen 4k?
Tja, das mit den gebühren ist halt so eine Sache – gibt auch so Tagespakete mit Inklusivvolumen, da kosten jeweils 100 zusätzliche KB dann bis zu 90 cent – also je anchdem welchen Vertrag der Kollege hatte kann das schon hinkommen….
Echt?
Nehmen wir mal an, Diekmann habe durchschnittlich 68 Cent pro 100 KB gezahlt, das wäre das doppelte vom normalen SmartTraveller-Tarif. Dann kriegt er für seine 46.000 Euro immer noch 6,7 Gigabyte Volumen. Wenn man nun eine durchschnittliche Übertragungsrate von 50 KB/s zugrunde legt (was für UMTS schon nicht schlecht wäre, oder?), dann braucht er für ein MByte 20 Sekunden und für ein GByte gut fünf Stunden. Der hat doch von einem 72-Stunden Urlaub nicht 33 Stunden nur ge-uploadet?
Also ich bekomme zu hause per UMTS im Schnitt um die 300 KB/s…kommt halt sehr auf die Netznutzung und die restliche Infrastruktur an. Vielleicht war er gut angebunden…
Armenverhöhnung ? WTF ??? Sorry, ich mag den Diekmann zwar auch nicht, aber dieser Vergleich ist doch lächerlich…
Die Preise von der T. sind zwar unverschämt aber das weiss man doch. Vor allem wenn ich tonnenweise HD Material verschicke.
Ach, sich da hinzustellen, im Armani-Anzug mit Lidl-Beuteln und ein Video-Witzchen darüber zu machen, dass man aus eigener Blödheit 46.000 Euro Telefonkosten produziert hat, das zeugt schon von einer ziemlichen Distanz zu den Belangen normaler Leute.
Das traurige an der BILD ist ja, dass sie zwar vorgibt, für den kleinen Mann zu schreiben (und die Postille wohl auch eher von dem gelesen wird), die Belegschaft der “Zeitung” aber insgeheim davon überzeugt ist, etwas intellektuell und journalistisch-handwerlich ganz wertvolles zu machen (Kurz-knackige Überschriften – WOW!). Auf den Applaus “smarter” BILD-Fans, die die angebliche Subversivität der Zeitung erkannt haben, zielt dann auch das Video. Dass mich dieses ganze Dieckmann-Gekaspere tierisch nervt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Das frage ich mich auch die ganze Zeit.
Wieviel Daten schafft man überhaupt in drei Tagen im Mobilnetz in Marokko. Da gibt es doch bestimmt nicht das schnellste Netz der Welt.
Aber witzig ist die Geschichte schon.
Bin ich der einzige, der den nicht wirklich lustig findet?
Und wo bitte haben die das gedreht?
Das Sofa ist ja fürchterlich!
[...] [...]
ist vor allem erbärmlich gemacht. der typ ist einfach nicht witzig / kann nicht spielen.
Ich lese hier immer nur 3 Tage, aber wenn ich richtig informiert bin, dann hat ein durchschnittlicher Monat 30,4375 Tage also bleiben noch 27,4375 Tage über in denen Herr D. sicher auch nicht wenig Trafic verursacht hat (auch wenn es nur in Deutschland ist), von daher sollte man von der Gesamtsumme noch ein “paar” Euro abziehen.
(und wer weiß was Herr D. sonst so mit seinem Handy anstellt)
Aber in Deutschland fallen keine Roaming-Kosten an…
Aber du hast bei einem Handy auch nicht nur Roaming-Kosten, du zahlst je nach Tarif auch für jedes einzelne Gespräch, SMS und KB, und ich denke Herr D. ist mit Sicherheit kein Mensch der sein Handy nur für Notfälle hat ;)
Armani Anzug, MacBook Pro, daneben noch ein iMac und dann Lidl Tüten. Lächerlich!
Jemand sollte Herrn Diekmann auf den hohen Traffic aufmerksam machen den Youporn und XHamster verursachen können ;).
Diese latent mitschwingende Überzeugung von Diekmann, dass diese Aussage gerade extrem feinsinnig und subversiv war, fördert nicht unbedingt sein ohnehin unsympathisches Auftreten.
Aber vermutlich sind wir einfach nur humorlos. Herr D. verschwendet sein Talent an einem ignoranten Publikum.
So… ich geh mal in den Keller, ich glaub ich muss bisschen lachen.
“Armenverhöhnung” trifft es eigentlich ziemlich genau. Als wollte er auch dem letzten Unwissenden beweisen, was für ein fürchterlich unsympathischer Mensch er ist.
Das ganze ist doch von vornerein als “lasst uns mal schauen, wieviel Kosten man maximal verursachen kann”-Fake geplant gewesen. Lächerlich der Mann, einfach traurig.