Regenschirmvölker reden gerne über das Wetter, heißt es. Herr Kaliban wohnt in einem Regenschirmland, interessiert sich eigentlich nicht für das Wetter, weil es im Internet ja nicht regnet.
Allerdings gehört zu den Problemen der Kinderaufzucht, über die man ja im Vorhinein nur unzureichend informiert wird, die Tatsache, dass man bei Regen meistens drinnen bleibt. Mit der ganzen Familie. Und drinnen, das ist ein Ort, dessen Attraktionen sich einigermaßen schnell erschöpfen. Das Kind wird also ob des unterdurchschnittlichen Freizeitangebotes nörgelig, will dauerbespielt werden und treibt die Eltern in die nervliche Zerrüttung. Obendrein schläft es ohne ordentlichen Auslauf weniger und isst schlechter, was Eltern immer frustriert. Nicht-Eltern können übrigens nicht begreifen, wie befriedigend es ist, wenn man sein Kind dazu bringt, den Teller mit Freude leerzuessen. Endlich, nach all diesen Jahren, kann ich verstehen, warum es meiner Oma immer so ein Anliegen war, dass ich noch mal fünf Kartoffelpuffer Nachschlag nehme.
Gruselig, diese Tradierung von falschen Essgewohnheiten über die Generationen. Aber egal, irgendwann…

… muss man dann doch raus. Und holt sich folgerichtig eine mittlere Lungenentzündung, weil man als urbane Yuppie-Familie natürlich das Kind perfekt wettersicher ausrüstet, die Eltern selber aber aus Eitelkeit mit der leichten Trendjacke vor den Tür gehen.
Ach, vor den Tücken der Kinderaufzucht wird zu selten gewarnt.

Ich wünsche Dir gute und schnelle Besserung! Und immer schön warm anziehen, ne?
Und die Abwehrkräfte stärken. Obst und so. Und besseres Wetter soll ja auch helfen.
Sehr trendiges Foto.
Da mir gerade langweilig ist, hier ein kleiner, kostenloser Schlechtwetterbasteltipp, mit dem so etwas noch deutlich besser wird. Funktioniert mit praktisch jeder Billigbildbearbeitung, so sie denn Ebenen unterstützt.
Statt eines einfachen radialen Blurs oder Internet-Tilt-Shift-Generators, zeichnet man zunächst von Hand eine Depth-Mask (jedenfalls wenn man beim Fotografieren versehentlich den Laserscanner zuhause vergessen hatte) – dem geneigten technikaffinen Computerspieler auch als Z-Buffer bekannt.
Scharfe (also meist die nahen) Objekte sind dabei schwarz, je unschärfer es werden soll, desto heller wird der Bereich in der Maske angelegt. Dabei muss man nicht einmal besonders genau arbeiten, um ansehnliche Ergebnisse zu erzielen. Das sollte mit minimaler Übung in den meisten Fällen höchstens ein paar Minuten dauern,
Im konkreten Fall würde man also das Hauptmotiv (Kind) schwarz malen und im Hintergrund einfach einen Schwarz-Weiß-Gradienten anlegen, der vom Hauptmotiv ausgehend, wo er ebenfalls schwarz ist, nach vorne (unten) und hinten (oben) heller wird.
Im zweiten Schritt wird jetzt das Bild einfach in eine neue Ebene dupliziert, diese wird nach Gefühl und Geschmack geblurt. Dann wird die zuvor erzeugte Maske zur Steuerung der Transparenz der geblurten Ebene eingesetzt. Fertig ist die fast professionell aussehende Fake-Miniatur.
Ganz perfekt wird es, wenn man nicht die Transparenz sondern die Stärke des Blurs mit der Maske steuert, dazu braucht es aber spezielle Software oder alternativ ein wenig Programmierkenntnisse.
Gute Besserung!
Ah. Danke. Aber mir fehlt es leider in dieser Lebensphase an Ehrgeiz, mit meinen Fotos mehr zu machen als kleine Albernheiten wie die da oben.
Hättest du noch ein Beispiel angehängt, um das Ergebnis zu visualisieren… Vielleicht hätte ich das dann sogar mal ausprobiert. ;o) Begrenzte Vorstellungskraft.
Einfach mal ‘fake miniature’ auf youtube suchen. Da gibt es mittlerweile zahlreiche bis zahllose Tutorials, die alle auf demselben Prinzip beruhen.
Woran aber auch bestens Folgendes erkennen kann: Die ganze Sache ist mittlerweile – in Deutschland spätestens seit den entsprechenden Telekom-Spots – derart ausgelutscht, dass man besser, mindestens was die Veröffentlichungen eigener Werke angeht , sehr, sehr sparsam mit dem Effekt umgehen sollte. Ansonsten sehe ich schon, wie weiland bei den HDR-Bildern, eine unüberschaubare Flut am immer selben schlecht gemachten Bildern über das Internet hereinbrechen.
Darunter leide ich heute noch. ;-)
Ich dachte immer, die urbane Yuppie-Familie hat schon für den Verdacht auf Nieselregen eine Wagenladung 3-Lagen Gore Extreme Jacken von North Face, Mammut oder – im Notfall – auch Wolfskin zuhause, die winddicht, wasserdicht und 8000er fähig sind. Die sehen trendy aus UND sind für jede denkbare Situation geeignet.
Mit den Jacken, die man heute in der Fußgängerzone einer mittleren Kleinstadt sieht, hätte man vor wenigen Jahren noch so manchen Extremalpinisten neidisch gemacht…
PS: Wer keinen Fleecejacke drunterzieht, ist selber schuld… ;-)
Auch wahr. Ich bringe es nur leider nicht über mich, sowas anzuziehen.
Sind die Teller mit Motiv auf dem Tellerboden denn schon out? (Iss, bis du die Biene siehst, oder sowas ^^)
Nee, das klappt auch heute noch.
gibt’s denn was schöneres als mit gummistiefeln volles karacho in die pfützen zu springen. wofür hat kind denn die dinger. das spritzt doch super. zum pfützenspritzen hätte man mich früher immer aus dem haus bekommen. so vorsichtig wie das goldkind testet, wie tief das wasser wohl ist, hat vater ihr das noch nicht gezweigt. ts,ts…
du solltest dir besser auch ein paar gummistiefel zulegen und ihr das zeigen – die dürfen dann ja auch gerne rosa sein, wenn du magst.