Living in Cokespace

by Gunnar on 1. Juli 2010 · 22 comments

Herr Kaliban wundert sich über die seltsame Langsamkeit, mit der die Zukunft eintrifft.

Anfang 2007* schrub ich folgendes:

Wenn ich, sagen wir, der Coca-Cola-Konzern wäre, dann würde ich ein Zehntel, ach ein Zwanzigstel, meiner Marketinggelder nehmen und Cokespacetm bauen, ein intelligent designtes, modulares und, vor allem, easy bedienbares Metaversum. So wie Second Life, nur eben richtig. Selbstverständlich wäre es kostenlos für jedermann, ich würde sogar Bauland und Apparments verschenken. Das Ziel müsste sein, die Schnittstelle für alles im 3D-Internet zu werden, der Mega-Hub, an den alles angedockt wird, was interaktiv sein will: »Hey, Sie wollen Call of Duty 8 spielen? Gehen/Fliegen Sie mit Ihrem Cokevatartm auf Ebene 5, Flur 3 von War City — dort ist der Eingang in die Call of Duty-Welt. Vergessen Sie nicht, Ihrem Cokevatartm in der Schleuse eine der dort bereit liegenden Uniformen anzuziehen. Und sich eine Waffe auszusuchen. Der Eintritt kostet 1 CokeCointm pro Stunde, die ersten zwanzig Minuten sind frei.« Oder: »Hey, Sie wollen ihre Xbox-Live-Achievments oder Fotos Ihrer Facebook-Freunde als Tapete auf Ihrer Wohnzimmerwand sehen? Drücken Sie das Importfeld.« Oder: »Hey, Sie wollen mit Ihrer Mutter sprechen? Öffnen Sie Ihre transportable VoIP-Blase — die schottet Sie von der Außenwelt ab und projiziert den Cokevatartm Ihrer Mutter neben Ihnen auf’s Sofa.

Ich erinnerte mich kürzlich wieder dran, weil in Cory Doctorows großartigem Roman For the Win (der unter anderem davon handelt, wie chinesische Goldfarmer in MMOs eine Gewerkschaft gründen) der führende Spiele-Publisher die Firma Coca-Cola Games ist. Das Buch ist übrigens großartig (gibt’s bei Amazon oder kostenlos als eBook) — nicht immer super erzählt, sprudelt aber vor Ideen und legt eine interessante Vision der nahen Zukunft vor. Pflichtlektüre, finde ich, vor allem für Leute, die sich mit Games beschäftigen.

Aber zurück zum Leben im Cokespacetm. Den Gedanken halte ich, die ausführende Firma jetzt Coca-Cola ist oder sonstwer irgendwer, grundsätzlich weiterhin für richtig. Was Facebook für das 2D-Internet ist, muss für das (Pseudo-)3D-Internet erst noch gebaut werden. Mit offenen APIs und idealerweise auch mit einer gewissen Marketingmacht. Hätte ich so 60 bis 70 Millionen in Cash, würde ich jetzt schon mal anfangen.

Lesen hier zufällig Milliardäre mit?

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