Wieso eigentlich »Kaliban«?

by Gunnar on 31. August 2010 · 6 comments

Herr Kaliban erklärt das dem K-Wort nochmal, für die Leser, die seit 2006 dazugekommen sein mögen.

Vor vielen, vielen Jahren, da spielte ich das grandiose Weltraumspiel TIE Fighter von LucasArts. Eines der ersten Male in meiner Spielehistorie, dass ich für die böse Seite, in diesem Falle das Imperium, antrat. Dafür brauchte ich einen neuen Kampfnamen, die sonst verwendeten [Gun], [Lord_Mord] oder, ahem, [GuLo] passten nicht so recht. Nach kurzem Studium klassischer Werke und nordischer Mythologie kam ich auf Caliban. Klingt ein bisschen böse, geht leicht von der Zunge und, hey, er hat intellektuell was zu bieten — Caliban ist der fiese bucklige Sklave in Shakespeares »The Tempest« (»Der Sturm«). Außerdem eine der faszinierendsten Figuren, die Shakepeare überhaupt erschaffen hat, Sohn der Hexe Sycorax und des Gottes (Teufels?) Setebos. Von Shakepeare ambivalent angelegt, einerseits als komische Figur, andererseits hat er aber auch eine gewisse natürliche Wildheit*. In späteren Jahren wurde er als Symbol für den die unterdrückte Urbevölkerung zu Zeiten des Kolonialismus genommen, was Shakespeare natürlich nicht beabsichtigt haben konnte.

Caliban ist ein überdies hübsch sprechender Name, hat Anklänge an Cannibal, Kannibale, und »calibaun« ein Zigeunerwort, das »schwarz« bedeutet. Ich benutze den Namen seither in fast jedem Spiel, für gute wie böse Charaktere, bin allerdings vor einigen Jahren auf Kaliban mit K* gewechselt, weil der Name seltener verwendet wird. Dennoch: Gerade Engländer und Amis nutzen das Wort auch gerne, ob mit K oder C. Mein Xbox-Gamertag ist daher nur »Herr Kaliban«, der Rest war belegt. Und die Domain caliban.de habe ich irgendwann zugunsten von kaliban.org (früher) und kaliban.de aufgegeben, weil mir die ständigen Nachfragen nach der gleichnamigen Band auf die Nerven gegangen sind. Hat nur so mittel geholfen, weil’s natürlich auch Musiker und Bands mit dem Namen Kaliban gibt, aber naja.

So. Jetzt wisst ihr’s.

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Konrad August 31, 2010 um 20:02

Klingt aber auch ein bisschen wie Taliban.

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Ranor August 31, 2010 um 23:02

Kann es sein das du die Geschichte schon einmal in deinem Blog erzählt hast? Irgendwie kommt mir das alles sehr vertraut vor…

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Gnaahh August 31, 2010 um 23:28

Deswegen steht ja auch “Herr Kaliban erklärt das dem K-Wort nochmal, für die Leser, die seit 2006 dazugekommen sein mögen.” ;)

Aber interessante Geschichte

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Fat Cat September 1, 2010 um 00:48

Huch, lese ich Kaliban.de jetzt schon seit fast 4 Jahren? Wie schnell die Zeit vergeht, der erste Eintrag von 2006 war einer der ersten Texte die ich hier zu Lesen bekam, und seitdem nicht mehr weggekommen :)

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BobTheBlob September 2, 2010 um 09:57

Ich weiß ja nicht, ob sie es schon wussten, aber Caliban passt natürlich auch hervorragend zu TIE Fighter. Kann man hier nachlesen:
http://starwars.wikia.com/wiki/Caliban

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Jonas September 3, 2010 um 15:23

Ach so.
Ich dachte das käme vielleicht aus dieser einen Babylon 5 Folge.
Da heißt auch einer Kaliban.
Erschien mir aber von Anfang an als unwahrscheinlich.
PS:
Ich liege doch richtig damit, dass du Babylon 5 Anhänger bist oder?
Ich meine ich hätte das mal auf der Gamestar-Intro DVD gehört.

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