Erziehungsratgeber

by Gunnar on 15. September 2010 · 14 comments

Ein Beitrag für werdende oder junge Eltern unter den Kaliban-Lesern. Falls es solche gibt.

Eines wissen alle Eltern auf der Welt: wie die Kinder anderer Leute erzogen werden sollten. (Alice Miller)

Wir hängen beim Erziehen unserer kapriziösen Tochter keinen grundsätzlichen Ideologien an. Wir glauben das alte Rezept “Liebe plus Vorbild”, an klare Regeln und Konsistenz. Und an Würde — wer seine eigene Würde nicht erniedrigt, indem er sich vom Kind herumkommandieren lässt und die Würde des Kindes wahrt, indem er ihm Raum zu eigenen Entfaltung lässt, der ist schon ziemlich auf dem richtigen Weg. Finden wir.

Unterstützend beim Bilden unserer eigenen Meinung waren einige Bücher, die ich schon lange mal empfehlen wollte, durch den Wust von Ratgeberliteratur zum Thema Erziehung blickt ja keiner mehr durch. Ich stehe allerdings der heutzutage üblichen Problematisierungspädagogik nicht allzu nahe und habe die für mich und meine Frau besten Ratschläge in eher altmodischeren Werken gefunden, zum Beispiel in denen von Emmi Pikler — die Dame hat sehr handfeste und empirisch fundierte Ansichten über die Entwicklung von Kleinkindern, insbesondere die Bewegungsentwicklung. Anspieltipp für den Pikler’schen Ansatz ist ein neueres Buch einer ihrer Schülerinnen: Magda Gerbers Dein Baby zeigt Dir den Weg. Von Piklers eigenen Büchern hat uns Friedliche Babys, zufriedene Mütter am meisten gebracht.

Eher speziell auf bestimmte Problematiken zugeschnitten sind die Bücher der Psychologin Christine Rankl: So beruhige ich mein Baby ist ein brillant und ziemlich witzig geschriebenes Buch mit handfesten Tipps für Eltern von Schreikindern; bei Einschlafen – (k)ein Kinderspiel geht’s um ewige Thema Schlafen.

Wer ein Kind in der Trotzphase hat, könnte zudem mal in Das Kinderbuch von Anna Wahlgren ‘reinlesen — das Buch ist insgesamt umstritten und nicht allzu lesbar geschrieben, aber das Kapitel über’s Trotzen ist ziemlich auf den Punkt.

Grundsätzlich gilt: Ratgeber sollten einem verstehen helfen, die eigenen Reaktionen und die des Kindes, mehr nicht. Schritt für Schritt befolgbare Patentrezepte gibt es nur wenige, hilfreiche Augenöffner hingegen viele. Zum Beispiel auch in (SCHLEICHWERBUNG!) meinem Buch Elterngeheimnisse: Tricks von Eltern für Eltern, das im Januar 2011 erscheint. Ahem.

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