Unsere Daten sollt ihr raten

by Gunnar on 18. November 2010 · 44 comments

Herr Kaliban wundert sich über die Streetview-Verweigerer.

Seit heute nacht ist Streetview für eine Handvoll deutscher Städte live, darunter auch München. Und unsere Nachbarn haben es den Voyeuren an den PCs und den Helfershelfern von Google ganz schön gezeigt:

Schade nur, dass ich trotzdem weiß, wie eure Fassade aussieht, Leute:

Da’s über Sight Walk keine Debatte im großartigen deutschen Qualitätsjournalismus und unter unseren sensationell kompetenten Volksvertretern gab, sind dort die Häuser natürlich unverpixelt zu sehen. Da hat sich der Aufwand ja gelohnt.

Und von Bing Maps wollen wir gar nicht anfangen, so einer sympathischen Underdog-Firma wie Microsoft vertraut man seine Fassade ja gerne an, inklusive Innenhof:

Und dann ist da noch iHood, wo’s keine Gebäudefotos gibt, darüber aber frei zugängliche Infos über den sozialen Status des Gebäudes, inklusive Ausländeranteil, Kaufkraftanalyse und vorherrschender PKW-Marke:

Seufz.

P.S. Vielleicht noch eine Anmerkung: Ich finde durchaus, dass Menschen, insbesondere Eigentümer von Immobilien, das Recht haben, Google das systematische Fotografieren ihrer Fassaden zu verbieten. Genauso wie jeder das Recht hat, seinem Eintrag ins Telefonbuch zu widersprechen. Die alberne Hysterie, die Politiker und Journalisten um Streetview entfacht haben, ist aber nichtsdestotrotz lächerlich. Wo waren denn die verwortungsvollen Medien, die ihren Lesern die Sache mal gründlich erklärt und dabei auf Fassadenfotos in Bing, Sightwalk oder die Immobilien-Datensammelei von Direktmarketingfirmen wie Schober hingewiesen hätten?

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