Wie GamePro hätte werden sollen

by Gunnar on 23. Dezember 2010 · 25 comments

So. Da ich ja nicht mehr so richtig bei IDG angestellt bin, kann ich ja endlich AUSPACKEN!

Oder auch nicht, wer will schon all die schmutzigen Geheimnisse lesen, all die Bilder im Kopf haben. Ich erzähl’ lieber kurz, wie ich eigentlich wollte, dass die Zeitschrift GamePro aussieht, die mein Kollegen André und ich Mitte 2002 gegründet haben.

Also, ich hatte mir ein klares, auf starke Farben setzendes Konzept ausgedacht, mit einem leuchtend hellblauen Cover für die Magazinausgabe und einem satten Orange für die Version mit DVD. Ich wollte klare Linien, schlichte Typografie, keine allzu starke Dominanz der Cover-Motive. Das Ziel war es, am Kiosk zwischen all den gleichförmigen Spieleheftchen auf den ersten Blick herauszustechen.

So sah mein Entwurf aus:

GamePro-Testcover, irgendwann im Juli 2002

GamePro-Testcover, irgendwann im Juli 2002

Ist natürlich kein fertiges Cover, nur eine Studie — die an den Beinen abgeschnittene Lara etwa sieht doof aus. Aber grundsätzlich gefällt mir der Entwurf auch heute noch ganz gut. Mit dieser Meinung stehe ich allerdings einigermaßen allein, der Verlag fand’s damals scheußlich und befahl mir Änderungen und Änderungen und Änderungen. Und, am Ende, als nur nichts mehr übrig war außer meinem Willen, kein dunkelblauweißes Logo wie GameStar zu machen, musste ich noch einen Test mit 100 Probanden durchführen, die zwischen einer “blauen” und einer “roten” GamePro zu wählen hatten und sich knapp für blau entschieden.

Das fertige Heft sah dann so aus, ein langer Weg vom Entwurf:

GamePro, Ausgabe 10/2002

GamePro, Ausgabe 10/2002

So geht das in der Zeitschriftenbranche. Und ich werde nie wissen, ob mein Konzept gefloppt oder aufgegangen wäre. Tippe eher auf Ersteres, aber wer weiß das schon…

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