Oktober 2011

Blutende Metaphern

by Gunnar on 31. Oktober 2011 · 4 comments

Herr Kaliban hört Musik mit dem Goldkind tm.

Dota Kehr läuft im Hintergrund: “Der Himmel raucht und die Wolken bluten / Unser Wagen bleibt stehen, wir gehen zu Fuß / durch eine fremde Stadt aus Stein”

Goldkind: Wie bitte? Die Wolken bluten?
Herr Kaliban: Ja, nun, äh. Die bluten natürlich nicht richtig, äh. Das ist nur eine Metapher, so nennt man das, wenn man etwas sagen will und dazu ein anderes Wort benutzt.
Goldkind: (legt inquisitorisch den Kopf schief und schaut interessiert)
Herr Kaliban: Also, das mit dem Bluten sagt man nur so, das kann zum Beispiel bedeuten, dass es regnet oder so.
Goldkind: Es kann auch bedeuten, dass die Abendröte kommt und die Wolken rot werden, oder?
Herr Kaliban: Oder so.

Uh. Nächstes Mal frage ich sie direkt, was sie denkt, was das bedeuten könnte, anstatt mir einen abzustottern.

Sonntagslinks #113

by Gunnar on 30. Oktober 2011 · 9 comments

Herr Kaliban ist schlecht im Zählen, vielleicht sind wir gar nicht bei #113, aber es scheint klar zu sein, dass die Sonntagslinks schon mehr als hundert Mal auf dieser Webseite stattgefunden haben. Verpasstes Jubiläum, meh.

VIDEOS

VIDEO: Happy Halloween! Oder, wie man bei uns verbitterten älteren Herren sagt: Wir wünschen einen schönen Besatzerfasching. ###

TALK: “Wenn Amerikaner den amerikanischen Traum leben möchten, sollten sie nach Dänemark ziehen”. ###

VIDEO: Wo gute Ideen herkommen. ###

VIDEO: Kann man eigentlich eine Rennstrecke anhand der Simulation in einem Playstation-Spiel lernen? ###

VIDEO: The German ist ein Zehnminutenfilmchen über einen Luftkampf. ###

VIDEO: Drei Typen auf den höchsten Gebäude der Welt. Mir wird schon beim Video schwindelig. ###

BILDER und GRAFIKEN

INTERNETHUMOR: Luke Skywalker gehört auch zu den 99%. ###

LEGO: Es lebe die Robolution! ###

ZEICHNUNG: Batman mit einem Ballon. ###

COMIC: Gespräche mit Siri. ###

KUNST: Frau B. erschafft “Gemälde” aus Papierschnipseln. ###

FOTOS: Ein Vergnügungspark in Nordkorea. Gruselig. ###

FOTOS: Die Würfelhäuser von Rotterdam. ###

TEXTE

ESSAY: Der Schuldenschnitt und das Kleingedruckte. ###

ARTIKEL: Die Deo-Marke Axe hat offenbar ziemlich bekloppte Kunden. ###

KOLUMNE: Sascha Lobo äußert sich knapp aber nachvollziehbar zur Lage der Buchverlage. Money Quote: “DRM ist das Senfgas des Internet”.

ARTIKEL: Nerd-Faktoid: Guido Henkel war das Gesicht auf der Planescape Torment-Packung. ###

TUTORIAL: Google erklärt normalen Leuten das Internet. ###

ARTIKEL: Warum sind Spiele-Fans eigentlich immer so ärgerlich, fragt Kotaku. ###

ARTIKEL: Wie man Achievements designt. Ziemlich insiderig, aber interessant zu lesen. ###

NEW GAMES JOURNALISM: The Girl Who Wanted To Be God ist schon ein bisschen älter (und wurde hier bestimmt schon mal verlinkt), aber er ist eben nun mal so schön. Es geht um Shodan, aus System Shock. ###

RANT: Leicht surreale aber lustige Ereiferung über die deutsche Spielebranche. ###

ARTIKEL: Langeweile ist ein Fenster in die Kreativität, sagt die Wissenschaft. ###

BLOGPOST: Die Vor- und Nachteile des Internets, wie man sie 1996 Studenten gelehrt hat. ###

ARTIKEL: EA auf dem üblichen Kunden sind doof-Trip. ###

EIN KESSEL BUNTES

GAME: Es gibt Text-Ausrichten-Spiele für typografisch interessierte Menschen. Wow. ###

PROJEKT: So sieht statistisch die typische Web-Nutzung der Deutschen aus. Porno wurde vergessen, vielleicht. ###

BLOG: Blogtipp der Woche: faktoide.de ###

PROJEKT: Bei der BBC kann man ausrechnen, der wievielte Mensch auf der Erde man ist. ###

GAME: Riot Robot hat eine nette Amiga-Ästhetik. ###

EIGENWERBUNG

STAY FOREVER: Folge 4 ist da. Stay Forever ist ein launiger Audiopodcast über alte PC-Spiele von Christian Schmidt und mir. Diesmal geht es um den Klassiker Syndicate. Und um Peter Molyneux. Sehr zu empfehlen auch die Outtakes, zu denen wir eine eigene Episode gemacht haben. ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (u.a. RJ, Knut). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.
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Spielekritik-Kritik, kleiner Nachklapp

by Gunnar on 29. Oktober 2011 · 5 comments

Nun, die Spuren der von Christian Schmidt angestoßenen Debatte um die Qualität des Spielejournalismus sind verweht, aber auf zwei Dinge würde ich diesbezüglich noch gerne hinweisen.

Zum einen auf den schönen Beitrag von Chris (anderer Chris) namens “Die Schmidt-Show” auf Polyneux, der die ganze Sache aus seiner Sicht nochmal aufnimmt und sich auch nicht scheut, mal Beispiele für schlechte Texte zu bringen, zum Beispiel aus GameStar:

“Am gleichen Artikel sehen wir auch, warum es keine gute Idee ist, es beim Faktenauflisten zu übertreiben. Es ist nicht notwendig, in einem Review zu erwähnen, ob ein Adventure – ohne alternative Pfade in der Story und ohne Möglichkeit, zu Tode zu kommen – ein Autosave-Feature bietet, weil das niemanden interessiert. Aber wenn man schon in seine Wertungstabelle einträgt, das Spiel hätte kein Autosave, dann sollte man sich wirklich sicher sein, dass das Spiel nicht rein zufällig über das beste Autosave-System verfügt, das je ein Adventure mitbrachte, dass es nicht in jedem verdammten Raum abspeichert – also ungefähr alle zwanzig Sekunden -, und dass diese Funktionalität nicht auch noch im Handbuch ausführlich erläutert wird.”

Aber auch die GEE bekommt ihr Fett weg:

“Die Reviews der GEE sind mir – wenn ich kurz konkret werden darf – beispielsweise oft zu schwammig. Die Hälfte des Textes zu Dragon Age II in der Ausgabe vom April 2011 steuert auf diesen Satz hin: „Jede Entscheidung zieht Konsequenzen nach sich.“ Das wäre schön, wenn es denn so wäre. Leider gehört zu den Hauptkritikpunkten an Dragon Age II, dass praktisch keine Entscheidung spürbare Konsequenzen nach sich zieht. Vom Schlusssatz – es sei ein fast perfektes Rollenspiel, an dem höchstens perfekte Rollenspieler etwas auszusetzen hätten – kann man sich, wenn man die Kontroversen um das Spiel kennt, nur verschaukelt fühlen.”

Aber Chris beschränkt sich nicht auf Kritik, er ordnet Christian Schmidts Anstoß sehr gut ein, erläutert, bestärkt ihn in Teilen und relativiert in anderen. Sehr lesenswert.

Parallel dazu ist in England ein sehr lesenswerter Text erschienen, der zeigt, wie man Spielejournalismus auch betreiben kann, auch in einer viel gelesenen Website wie Eurogamer. Simon Perkin richtet im Test zum (in den meisten Texten vollständig heiliggesprochenen) Uncharted 3 respektlos die ganze Serie hin. Ohne zu unterschlagen, dass die Spiele natürlich auch viel Spaß machen. Auszug:

“Uncharted 3 is the most exciting game in the world, but only until you deviate from the script. Even in this chase the conflict between the developer’s theatrical choreography and player-controlled interactions is clear. In order to ensure each set-piece is set off correctly, the game commits the cardinal sin of insinuating you have full control of your character, but in fact tugging you towards trigger points – making sure you’re in the right spot to tumble over the bonnet of that braking car, for example. Likewise, mistimed leaps are given a gentle physics-defying boost to reduce the staccato rhythm of having to restart a section. It’s entirely understandable given what the developer is attempting to achieve – an unbroken flow of action that leads to climax – but, at the same time, beneath the spectacle there’s a nagging feeling that your presence in the scene is an irritation rather than a preference.”

Brillante Sprache, klare Argumentation, toller Text. Lesenswert, auch und gerade, wenn man das Spiel schon kennt.

Kotaku hat sich des Perkin-Texts und des daraus resultierenden Waserglasstürmchens auch noch mal in einem kleinen Text angenommen.

Bollywood

by Gunnar on 28. Oktober 2011 · 9 comments

Ohne Worte.

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Euro-Krise und so

by Gunnar on 27. Oktober 2011 · 11 comments

Ausnahmsweise mal eine Artikelkomplettübernahme aus einem anderen Blog: Herr Yglesias vom American Progress Action Fund (das ist ein liberaler Think Tank) schreibt folgendes über die Euro-Krise:

Euro armageddon is approaching, but it’s too boring and complicated to explain” is an excellent headline. But if you’re not a resident of an EU country, I think that what you need to know about this is actually pretty simple.
Just imagine a situation where something’s gone wrong and there’s more than one way to fix it. Like a bunch of friends are driving down to a vacation in three different cars, and one car runs out of gas while the other suffers a flat tire. You could all pack into one car. Or you could siphon gas out of one of the cars that has gas, and fill the empty car’s tank. Or you could remove the tire from the gas-less car and use it to replace the flat. Or you could call AAA and wait for a tow truck. Or someone could walk to the local gas station. There are lots of ways you could resolve the problem, some of them better than others and all of them impacting the interests of different people in different ways. The issue you’re going to have isn’t that the problem is “too hard to solve” it’s that getting everyone to agree on one particular solution is difficult.
That’s why normally human institutions are arranged into hierarchies. If a military convoy was in some kind of jam, the highest-ranking officer just picks a solution. In the White House, they’d have a bunch of meetings and then Barack Obama would pick. But Europe doesn’t have a good process for making decisions. So since each possible option has various downsides, they keep not picking any particular option even though not-really-deciding is basically worse for everyone. And “everyone” in this case includes non-EU folk like you and me who suffer from the general panic.

[Obligatorische Copyright notice: “This material [article] was created by the Center for American Progress Action Fund” (online), oder genauer: bei Herrn Yglesias.]

Und wo wir grad’ bei dem Thema sind, was ich, als Gefährliches-Halbwissen-im-Schädel-Laie mit 20 Jahre zurückliegendem VWL-Semester, an der ganzen Griechenland-Klamotte überhaupt nicht verstehe, ist folgendes:

Wo ist eigentlich das Problem mit einem Schuldenschnitt Griechenlands?

Ich meine, wer griechische Staatsanleihen gekauft hat, hat doch dafür schon immer höhere Zinsen erlöst als, sagen wir, der Käufer luxemburgischer Staatsanleihen.

Und was sind denn diese höheren Zinsen anderes als eine Kompensation des Risikos?

Wer also jetzt meckert, dass er Geld verliert, hat sich doch einfach aus Zinsgier überkauft. Oder verstehe ich da was grundlegend falsch?

Stay Forever Podcast, Folge 4

by Gunnar on 26. Oktober 2011 · 5 comments

Klickt auf’s Bild! Los, klickt, wenn ihr euch traut!

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Dota Kehr: Utopie

by Gunnar on 26. Oktober 2011 · 0 comments

“Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, es geht um die ganze Bäckerei.”

Es singt Dota Kehr, diesmal ohne ihre Begleitband “Die Stadtpiraten”. Ein Stück von der großartigen Scheibe Bis auf den Grund.

MMO = Fantasy

by Gunnar on 25. Oktober 2011 · 10 comments

Tim Merel von Digi Capital ist ein bekannter Analyst der Spielebranche, der in seinen Präsentationen immer mal wieder interessante Übersichten oder Schlussfolgerungen bringt. Er bloggt auch unter www.digitalcapitalist.blogspot.com.

In einer seiner Präsentationen stieß ich auf folgende Charts:

Aufschlussreich, besonders das rechte Kreisdiagramm. Aber bedeutet das, dass andere Genres als Fantasy niemals eine Chance haben? Oder ist einfach der Markt für Scifi, Krimi, Horror, Endzeit, Realwelt et cetera krass unterversorgt? Naja, schau’n wir mal, wie sie das neue Star Wars-MMO schlägt, wenn es zu Weihnachten erscheint.

[Obiges Bild stammt aus dem Global Video Games Investment Review.]

Sonntagslinks (heute am Montag)

by Gunnar on 24. Oktober 2011 · 4 comments

Leicht verspätete Linksammelei.

VIDEOS

VIDEO: People are awesome ist eine von den hübscheren “beste Videos auf YT zusammengeschnitten”-Compilations. ###

VIDEO: Killerspiele und Gewalt, ein Vortrag von Prof. Dörner. ###

MUSIK: Eine ziemlich talentierte Koreanerin spielt Don’t Stop Me Now auf der Gitarre. Sensationell. ###

VIDEO: Ein grüner Abgeordneter zerlegt im sächsischen Landtag einen Antrag der NPD. ###

VIDEO: Game of Thrones ist eigentlich eine Zwei-Kumpel-Geschichte. ###

VIDEO: Toronto im Zeitrafferfilmchen. ###

BILDER und GRAFIKEN

ZEICHNUNGEN: Schöne Bilder von Scott Van Den Bosch. Mein Liebling ist das mit Batman und Cthulhu. ###

BILDER: Die Kunstwerke von Dave McKean. ###

INTERNETHUMOR: So this is how liberty dies. ###

TEXTE

TEXT: Herr Altucher erklärt, warum es gut ist, zu geben. ###

TEXT: Und nochmal Altucher, diesmal mit einem Text über’s Netzwerken. ###

BLOGPOST: Wozu braucht der Biobauer einen Satelliten ist ein Text über die Technisierung der Landwirtschaft. ###

BLOGPOST: “Wenn man wissen will, wie es früher war, dann geht man zu den Münchner Medientagen.” schreibt Christian Scholz.

ARTIKEL: Gegenübergestellt: Sechs große Game-Designer und ihre Gegenstücke in der Filmwelt. ###

ARTIKEL: Das kapitalistische Netzwerk, das die Welt regiert – Wissenschaft, keine Verschwörungstheorie. ###

ARTIKEL: Mythen, die sterben müssen, heute: Reiche Leute schaffen Arbeitsplätze. ###

EIN KESSEL BUNTES

DING: Die Bodyhose. Unbeschreiblich. ###

SONG: Herrengedeck rappen über die FDP. Das Lied hat den schönen Titel Blau-gelbe Fahnen wehen im Wind. ###

SITE: Der Herr, der sich “Der Handwerk” nennt, hat ein lustiges Blog. ###

SITE: Canv.as ist das aktuelle Projekt des 4Chan-Gründers moot. Auch eine Art Image-Board, aber mit weniger Titten. ###

SITE: Nimm diesen Lolli, wenn Du Dich Dich traust. (Nur für Leute mit Facebook-Account) ###

Dies war die heutige Ausgabe der wöchentlichen Linkliste vom Herrn Kaliban, wie immer entstanden unter Mithilfe einiger freundlicher Linkeinsender (u.a. Julian, Marc, Roy, Florian). Sachdienliche Link-Hinweise werden vom dankbaren Herrn Kaliban jederzeit per Kontaktformular entgegen genommen.
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TMTCH

by Gunnar on 21. Oktober 2011 · 5 comments

Wie gründlich man älter wird, merkt man am Einrasten von Geschmäckern:

Ich spiele zwar neue Spiele, höre neue Musik, probieren neue Gadgets aus, lese neue Bücher, aber es treibt mich immer wieder zu den alten Sachen zurück.

Gerade habe ich wieder einen Rückfall in alte Folkrock-Zeiten und höre The Men They Couldn’t Hang. Meine Lieblingslieder von denen gibt’s nicht auf Youtube, aber hier ist immerhin mal ein Anklang daran, wie die sich zu ihren guten Zeiten angehört haben:

Falls es wider Erwarten jemandem gefallen haben sollte, die alten Scheiben gibt’s demnächst remastered wieder zu kaufen, leider zu exorbitanten Preisen. Mein Liebling ist übrigens The Domino Club von 1990.

Freies Schreiben

Oktober 20, 2011

Herr Kaliban gerät ins Mäandern. Meine Frau und ich gehen schon länger gemeinsam zu Poetry Slams und Lesebühnen und irgendwann ist ihr aufgefallen, dass 40 Prozent der Texte davon handeln, dass der Vortragende in seinem WG-Zimmer sitzt und jetzt einen Text schreiben muss, ihm aber nichts einfällt. Solche Texte winden sich dann eine Weile und […]

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Die Schulden des Herrn Bundes [inkl. Update]

Oktober 18, 2011

Herr Kaliban betreibt Volksbildung. Wir schauen uns mal den Bundeshaushalt an, beispielsweise den von 2010. Da stehen lauter riesige Summen, mit unnötig vielen Nullen. Nehmen wir mal die nackten Zahlen und denken uns die meisten Nullen weg. Damit kommen wir in die Größenordnung eines deutschen Singlehaushalts. Herr Bundes ist, sagen wir, Bäcker und verdient knapp […]

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