Dezember 2011

Frohe Weihnachten!

by Gunnar on 24. Dezember 2011 · 8 comments

Hej, liebe Leser!

Ich wünsche euch eine angenehme Feier im Kreise der Anverwandten oder der besten Freunde oder meinetwegen der Gäste der SM-Party. Möge jeder nach seinem Gusto einen angenehmen Abend verleben.

Ich wünsche zudem allen Gelassenheit und die innere Kraft, angebotenen Kalorienbomben und Schnäppsen wenigstens teilweise zu widerstehen. Und tolle Geschenke, die von Herzen kommen. Und leuchtende Kinderaugen. Und freundliche Gespräche mit Menschen, die man zu selten sieht.

Und so.

Frohe Weihnachten!

Stay Forever, Folge 6

by Gunnar on 22. Dezember 2011 · 3 comments

Drüben, bei Stay Forever, ist ein neuer Podcast vom Herrn Kaliban und seinem Freund Chris erschienen. Die Herren besprechen ein ziemlich altes und ziemlich unbekanntes Spiel, das aber beiden sehr am Herzen liegt. Wer eine Stunde seiner Zeit opfern möchte, um zwei nostalgischen Nerds zuzuhören, könnte ja mal hinschauen.

Fear and Loathing in Skyrim

by Gunnar on 21. Dezember 2011 · 15 comments

Der folgende Text wurde als Gastbeitrag für den Adventskalender von Polyneux geschrieben und sollte, so war der Plan, hier einfach nochmal veröffentlicht werden. Dann gefiel er mir nicht mehr, irgendwie, und ich fing an, an Sätzen und Abschnitten herumzubasteln. Jetzt erscheint er hier in einer deutlich veränderten Fassung. Texte sind eben eine Baustelle, ich drücke jetzt auf »Publish«, ehe ich nochmal von vorne anfange..

Ich habe dieses Problem mit virtuellen Welten.

Für mich funktionieren sie nicht, meistens.

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Die Moral von Dreijährigen

by Gunnar on 20. Dezember 2011 · 7 comments

Herr Kaliban spricht mit dem Goldkindtm und lernt was über Moral.

Herr Kaliban: (liest vor) Der Schreckliche Sven tobte und tobte. Unsere Freunde aber lachten ihn aus und freuten sich, dass sie ihm entkommen waren.
Goldkind: Hihi, der doofe Sven.
Herr Kaliban: Hm. Der Sven ist natürlich schon ziemlich gemein, aber Auslachen ist auch nicht nett.
Goldkind: Dochdoch, wenn der böse ist, darf man ihn ruhig auslachen. Dann darf man auch auf ihn schießen, wie das Halvar gemacht hat.
Herr Kaliban: Halvar hat nur mit einem Brandpfeil auf das Segel von Svens Schiff geschossen. Auf Leute schießen darf man nicht, nicht mit Pfeilen und schon gar nicht mit Gewehren oder Pistolen oder so.
Goldkind: In Pistolen ist doch nur Wasser drin.
Herr Kaliban: Nun, es gibt auch Pistolen mit Kugeln. Wenn man die abfeuert, fliegt die Kugel ganz schnell raus. Wenn sie jemanden trifft, ist der schwer verletzt oder tot. Die Polizei hat so welche, um sich gegen böse Menschen verteidigen zu können. Aber auch die Polizei darf niemanden erschießen.
Goldkind: Achwas, böse Menschen kann man ruhig erschießen, das macht doch nichts, die machen doch nur Böses.

Nun. Offenbar verlieren man als Verbrecher in der von klaren Moralvorstellungen geprägten Kinderwelt augenblicklich Bürgerrechte und Lebensberechtigungsschein. Da reicht auch schon die böse Absicht, zack, wird man erschossen und ausgelacht.

Ich finde das vage beunruhigend, tröste mich aber mit dem Gedanken, dass es noch ein paar Jahre dauert, bis meine Tochter an Volksabstimmungen zur Todesstrafe teilnehmen kann.

Herrn Wulffs Kleinkredit

by Gunnar on 19. Dezember 2011 · 17 comments

Herr Kaliban sinniert über den Fall Wulff.

Also, ich verstehe die Sache mit dem Bundespräsidenten und seinem Privatkredit nicht. Warum leiht sich ein Mann wie er, 2008 in der zweiten Legislaturperiode als niedersächsischer Ministerpräsident in der Blüte seiner politischen Karriere, privat 500.000 Euro? Scheidung hin, Alimente her, mit 12.700 Euro Monatsgehalt (und der einen oder anderen Zusatzeinnahme) kann man sich ja wohl trotzdem ein Haus kaufen. Und mit den ordentlich erworbenen Pensionsansprüchen aus 14 Jahren Abgeordnetentätigkeit und fünf Jahren Regierungschefigkeit ist man ja wohl auch kreditwürdig, nehme ich an, zumal für einen Hauskauf. Die Sparkasse Großburgwedel hätte sich sicher überschlagen, um Wulff Geld leihen zu dürfen.

Warum also dieses Risko?

Don Alphonso bringt es drüben bei rebellmarkt auf den Punkt:

Einen Kredit über eine halbe Million Euro ohne jede Sicherheit von einer in der Schweiz lebenden Person, der in Form eines anonymen Bundesbankschecks überreicht wird. Das ist nicht weit weg vom Koffer mit Bargeld. Normalerweise würde man da automatisch an Geldwäsche denken.

Das ist doch alles cheesy, einerseits Scheck, um den Geldfluss zu verschleiern, andererseits ein ordentlicher Vertrag.

Leider beschäftigt sich die Journaille hauptsächlich mit Empörung, anstatt mal die Merkwürdigkeiten und Details dieses Falls aufzuarbeiten. Und wenn sie’s doch tut, wie die ansonsten immer lobenswerte ZEIT, bleiben mehr Fragen offen als beantwortet werden.

Zum Beispiel schreiben die Kollegen:

Im Herbst 2008, als Wulff das Geld benötigte, waren die Bedingungen für Bauherren nicht die günstigsten. Der durchschnittliche Kreditzins für Baudarlehen mit bis zu fünfjähriger Laufzeit betrug laut Bundesbank knapp 5,5 Prozent. Und ohne dingliche Sicherung, also etwa einem Grundbucheintrag, hätte er einen derart hohen Kredit wahrscheinlich gar nicht bekommen.

Hm, nee. Zum einen ist die Zahl ein bisschen hoch, 5,0 konnte man mit ein bisschen Umgucken auch 2008 schaffen. Und was die Sicherheit angeht: ja und? Kann ihm doch Wurscht sein, ob’s einen Grundbucheintrag gibt, hat ja quasi jeder Hausbesitzer.

Aber weiter:

Hinzu kommt, dass der damals frisch geschiedene Ministerpräsident mehr Geld haben wollte, als er für seinen Hauskauf benötigte. Das Objekt kostete 415.000 Euro, der Darlehensvertrag der Wulffs wurde jedoch über 500.000 Euro unterzeichnet. Normalerweise ist es andersherum: Hauskäufer bekommen nur einen günstigen Kredit, wenn sie einen Teil des Finanzbedarfs über Eigenkapital bestreiten können. In Wulffs Fall wären Experten zufolge Risikoaufschläge von bis zu eineinhalb Prozent fällig gewesen. Wulff hätte folglich selbst unter günstigen Bedingungen einen Zinssatz von gut 6,5 Prozent zu verkraften gehabt – statt der vier Prozent, die ihm die Geerkens gewährten.

Ach was: Ich habe 2005 auch 100 Prozent der Kaufsumme für meine Wohnung von der Bank geliehen, ganz ohne Risikoaufschlag, zu marktüblichen Zinsen. Keine Ahnung, was da für “Experten” zitiert werden. 6,5 sind unrealistisch — und damit schrumpft der Vorteil von Privatkredit zu Bankkredit auf 5.000 Euro Mehrzinszahlung pro Jahr (wenn man mal 20 Jahre Laufzeit ansetzt). Keine ganz kleine Summe, aber auch nicht genug, um dafür Haus und Hof zu riskieren. Und was die 85.000 angeht, die Wulff über den Hauspreis hinaus brauchte: Die hätte er sich gesondert leihen können, meinetwegen sogar bei Geerkens, wodurch immerhin die Summe beherrschbarer gewesen wäre.

Aber weiter mit der ZEIT, die noch mehr Merkwürdigkeiten in ihrem Artikel hat:

Und geldwert wären auch drei weitere Sonderbedingungen: Erstens verzichtete sein privater Kreditgeber auf den üblichen Tilgungsanteil, Wulff hätte über fünf Jahre nur Zinsen zahlen müssen. Zweitens hatte der Geerkens-Kredit keine Zweckbindung. Gewöhnlich ist der Zins günstiger, wenn das Geld ausschließlich für Wohnbauzwecke verwendet wird. Und drittens durfte er den Kredit nach gusto früher zurückzahlen. Im Normalfall lassen sich Banken auch großzügige Sondertilgungs-Vereinbarungen bezahlen.

Das ist alles Unsinn: Die Bank will ja, dass man möglichst wenig tilgt, weil sie von den Zinsen lebt. Der Berater akzeptiert mit Kusshand eine minimale Tilgungsrate von einem Prozent. Und normalerweise lässt sich die Tilgung über die Laufzeit auch noch mehrmals anpassen, falls sich das Einkommen ändert. Dann die Zweckbindung: Klar ist ein Bankdarlehen zweckgebunden und ein Privatdarlehen nicht, aber Wulff wusste doch schon, dass er die Kohle in eine Immobilie stecken will, die Zweckbindung ist also auch wurscht. Und was die Sondertilgung angeht: Immobilienkredite von Banken können nach zehn Jahren immer auf einen Schlag abgelöst werden, zudem enthalten alle vernünftigen Verträge Sondertilgungsrechte, die mit jährlichen Extrazahlungen geleistet werden können. Auch hier: kein wirklicher Vorteil von Privatkredit zu Bankkredit.

Mich überzeugt das alles nicht. Logischer wäre es, wenn die 500.000 Steine kein Kredit, sondern ein Geschenk oder eine Bestechungssumme wären. Aber warum und wofür?

Und wieso löst Wulff 2010, offenbar panisch nach der Anfrage im Landtag (und seiner Lüge), den Kredit von Geerkens ab, ausgerechnet mit einem Kredit von Geerkens Hausbank? Argh. Und wieso ist der Geerkens plötzlich so freigiebig mit Infos und gibt offen zu, dass die Kohle von ihm stammt? Der ganze Witz an der Einbeziehung von Geerkens’ Ehefrau war doch die Verschleierung oder nicht? Da stimmt doch was nicht.

Oder geheimnisse ich da zu viel rein? Gilt am Ende etwa doch Hanlon’s Razor, das da lautet: Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity. Sind die handelnden Personen vielleicht alle nur doof, plump und nachlässig?

Geschenke für Männer (und andere Menschen)

by Gunnar on 18. Dezember 2011 · 17 comments

Die Sonntagslinks werden verschoben, statt dessen ein saisonales Highlight, die kalibanischen Geschenktipps.

Alle Jahre wieder das Problem: Was schenkt man den Kerlen? Freunde, Brüder, Ehemänner — Jungs sind ja ein bisschen schwierig zu beschenken, sagt man. Oder vielleicht sagen das auch nur Frauen, die beim Schenken oft nicht nach dem männlichen Prinzip Ich schenke, was ich selber gerne hätte vorgehen, sondern Geschenke an Männer als Gelegenheit zum Upgrade begreifen. Der Typ hat keinen Schal und kauft sich auch keinen, weil es das uncool findet — zack, Weihnachten liegt ein 3-Meter-Trumm in dezentem Gelborange unter dem Baum. Seine elektrische Zahnbürste ist kaputt, zack, hier ist die neue. Er interessiert sich nicht für Philosophie, obwohl sie gerne einen Gesprächspartner hätte, an dem sie ihr Volkshochschulwissen ausprobieren kann — zack, das nächste Präsent ist Heidegger für Dummies. Oder so. Es folgen ein paar wirklich brauchbare Geschenke, darunter dieses Jahr auch solche, die Frauen oder Kindern auch gefallen. With love from Kaliban.

11Freunde: Geld schießt keine Tore, Geld kann aber einem dem Sport der Sporte wohlgesonnenen Herrn das vermutlich beste Fußballmagazin der Welt verschaffen. Die 11Freunde ist immer noch ein Geheimtipp, obwohl es sie schon ein paar Jahren gibt, ein rundum gelungenes Heft über Fußball aus der Sicht wahrer Fans.

[11 Freunde: 47 Euro]

Tender Bar: Tender Bar ist kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern eine erzählende Autobiographie eines eher gewöhnlichen Lebens. Das Buch hat traurige Stellen, lehrreiche Stellen, bezaubernde Stellen, spannende Stellen — alle vereint, alle brillant geschrieben. Pflichtbuch für Männer. Gefällt jedem, quer durch alle Altersstufen.

[Amazon: ab 9,90]

Frühstücksbrettchen: Diese Brettchen sind Unikate, bei denen sich die Platzierung der eingebrannten Figur immer nach dem Verlauf der Maserung des Akazienholzes richtet. Sehr schick.

[Pension für Produkte, ca. 14 Euro]

Taxi Driver Wisdom: Ein edel gebundenes Buch, schön gestaltet, mit allerlei fundamentalen Weisheiten darin, welche die Redakteurin angeblich echt von New Yorker Taxifahrern abgelauscht hat.

[Amazon: 11,95]

Macbook Decals: Aufkleber für Macs und andere i-Geräte gibt’s im Internet zuhauf zu kaufen, in freier Wildbahn sieht man die Dinger fast nie. Gutes Geschenk für den Mac-ianer, der schon alles hat.

[Etsy: ca. 8 Euro]

Penny Arcade-Poster: Das Birds are weird-Poster hing jahrelang in Herrn Kalibans Büro und wurde von Besuchern immer sehr bewundert. Kunstfreunde lassen es noch bei einem lokalen Shop für 70 Steine auf Holz aufziehen.

[Penny Arcade: ca. 11 Euro]

Smartphone-Hülle: Grundsätzlich sind Smartphones bei okayer Behandlung gar nicht so anfällig, aber wenn’s eine Hülle sein soll, dann doch gleich eine angemessen hübsche, aus Filz beispielsweise.

[Dawanda: 14,60]

Murder Mysteries: ein großartiges Buch, das auch Leuten Freude macht, die sonst mit Comics nix am Hut haben. Gaiman erzählt eine böse Geschichte über zwei Mord, einen in Los Angeles, einen im Himmel, deren Geschichten sich verschlingen.

[Amazon: 10,99]

Verdammte Scheiße, schlaf ein: Ein als Kinderbuch getarntes Werk für geplagte Eltern sehr kleiner Kinder. Netter Gag als Mitbringsel. Gibt’s auch auf Englisch.

[Amazon: 9,99]

You are not so smart: Cleveres Buch darüber, wie das eigene Gehirn einen betrügt, indem es quasi die Geschichtsschreibung des Lebens verändert. Aufschlussreich und intelligent.

[Amazon: 16,80]

Chocri-Schokolade: Chocri ist ein Online-Shop, bei dem man Schokolade aus einem Zutaten-Baukasten selber individualisieren kann. Schmeckt gut, sieht gut aus, sicherer Tipp.

[Chocri: ab ca. 5 Euro]

Kindle: Die Kindle-i-sierung greift in meinem Bekanntenkreis rapide um sein, alle Käufer (auch ich) äußern auch Monate danach große Zufriedenheit mit dem Ding. Kann also so schlecht nicht sein, denke ich, auch wenn der eine oder andere anfangs Bedenken hat, weil der Kindle nach Plastik und nicht nach Druckereichemikalien riecht.

[Amazon: ab 99 Euro]

Akkuratus2: Viele Kinderbücher sind ästhetisch unerträglich, eine Ausnahme sind die Akkuratus-Bücher von Klett. Die wenden sich an Zweijährige, sind aber trotzdem so gezeichnet, dass normale Erwachsene davon keine Hirnblutungen bekommen.

[Amazon: 9,90]


Disclaimer: Angegebene Preise ohne Gewähr und Versandkosten. Verfügbarkeit bis Weihnachten habe ich auch nicht überprüft.

Flash Gordon: Saviour of the Universe

by Gunnar on 17. Dezember 2011 · 35 comments

Das hier kennt bestimmt keiner mehr, dabei ist es ein Highlight der Popkultur:

Der Titelsong von Queens Soundtrack des Scifi-Films Flash Gordon (genauer: dem Remake von 1980), unterlegt mit Soundbites und Szenen aus dem Film selber. Sensationell.

Was ist ein Experte?

by Gunnar on 16. Dezember 2011 · 7 comments

Keine wirklich neue Erkenntnis, aber mal gut auf den Punkt gebracht:

Experten sind diejenigen, die in ihrem Fachgebiet derart orientiert sind, dass sie neue Argumente besser einordnen können als Laien (was einschließt, dass sie neue Argumente mitkriegen müssen). Im Unterschied dazu steht das konventionelle Modell: Experten sind die, die sich vor X Jahren ein möglichst tiefes Spezialwissen angeeignet haben.

Den Satz sagte Buchautor und ZIA-Veteran Aleks Scholz in einem Kommentar auf G+). Interessant dazu auch dieser Artikel: Anatomy of an idea, von Steven Berlin Johnson.

Das G8 und die Kindheit

by Gunnar on 15. Dezember 2011 · 10 comments

Aus einem (schon ein halbes Jahr alten) Brief eines Vaters an seine 10jährige Tochter, gefunden auf Zeit Online.

Zitat:

Liebe Marie, erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.

Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.

Der Vater beklagt in dem langen Text die mangelnde Freizeit der aktuellen Gynasiastengeneration, den ansteigenden Schulstress, den Druck, der schon bei Kindern zu Burnouts führt.

Die Lage ist sicher nicht ganz so klar, wie der Autor sie darstellt, aber ein schönes und ehrliches Dokument eines berechtigten Anliegens der aktuellen Elterngeneration ist der Text auf jeden Fall. Ich habe keine schulpflichtigen Kinder, aber die Zustände, von denen mir Bekannte (die keine Streber-Eltern sind) aus bayrischen Schulen berichten, sind zumindest bedenklich. Eine Mutter erzählte mir, dass Aufgaben so gestellt seien, dass sie ohne Elternhilfe nicht lösbar wären, dass schon in der Grundschule Hausaufgaben mit Powerpoint an der Tagesordnung seien et cetera. Keine Ahnung, ob das ein Münchner Sonderfall ist, aber derlei Klagen hört man häufiger.

Ad Blocker

by Gunnar on 15. Dezember 2011 · 33 comments

Herr R., ein Ex-Kollege von GameStar hat in seinem Blog eine lesenswerte und auch diskussionswürdige Abhandlung über das Thema “Ad Blocker” geschrieben.

Ich zitiere:

Je mehr Besucher eine Homepage hat, desto geringer wird der Anteil des Einzelnen. Solange, bis er gefühlt nichtig wird: Jeder Akteur denkt, der Inhalt werde unabhängig von seinem Besuch und seinem Beitrag bereitgestellt. Diese falsche Erkenntnis begünstigt jetzt Trittbrettfahrertum: Die Auszahlungen sind für das Individuum, den rational kalkulierenden Akteur, höher, wenn es aus dem impliziten Vertrag aussteigt, sprich: einen Adblocker installiert. Auszahlungen sind in diesem Fall gesparte Zeit, weil Seiten schneller laden oder nicht erst 30 Sekunden Werbespots angeschaut werden müssen. Geld wäre auch denkbar, wenn man per Volumentarif surft, erscheint aber in Zeiten der Flatrates nicht mehr von Bedeutung.
Der Einzelne profitiert so zunächst, weil die anderen Mitglieder des Kollektivs weiterhin für die Bereitstellung des Guts aufkommen. Das geht aber nur so lange gut, wie es ausreichend Akteure gibt, die für die Trittbrettfahrer mitbezahlen.

Mehr drüben, beim Weltraumer.

Buchpreisbindung

Dezember 14, 2011

Weil ich’s gestern in den Kommentaren zum Buchtipps-Beitrag mit der Hilfe von Herrn Traveller* eh erklärt habe (und es immer und überall falsch wiedergegeben wird), gibt’s hier eine kurze Erläuterung, was die Buchpreisbindung bedeutet. Die deutsche Buchpreisbindung bestimmt, dass Verlage einem Buch einen Preis geben müssen und den auch nicht einfach so ändern können. Das […]

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Buchtipps im Dezember

Dezember 13, 2011

Herr Kaliban empfiehlt mal wieder ein paar Bücher, huschhusch im Schnellwaschgang. Brandon Sanderson: Infinity Blade (Kindle: 1,99) Fantasy-Buch zum Spiel Infinity Blade von Chair/Epic. Solide, flüssig geschriebene Auftragsarbeit von meinem aktuellen Lieblings-Fantasy-Autor. Ist nicht lang, kostet aber auch nicht viel. Nettes Zwischendurchbuch. Brandon Sanderson: The Alloy of Law (gebunden: 14,95) Dieses Buch spielt im Universum […]

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